Freitag, 29. Februar 2008

Unsere Bushaltestelle

Früher hatten wir Sozialismus. Und viel Beton. Wir hatten Mauern aus Beton - und wir hatten Bushaltestellen aus Beton. Heute haben wir Freiheit. Und wir haben gläserne Bushaltestellen.


Ungefähr zweimal im Monat sieht unsere Bushaltestelle so aus.


Vår bushållplats

Tidigare hade vi socialism. Och mycket betong. Vi hade murar av betong - och vi hade bushållplatser av betong. Idag har vi frihet. Och vi har bushållplatser av glas.


Donnerstag, 28. Februar 2008

Paganini: Duett für eine Violine

Warum ich gern zu diesen Absolventenkonzerten gehe? Also: Die jungen Leute suchen sich oft Stücke heraus, die nicht so bekannt sind. Da gibt es dann schon mal die eine oder andere Überraschung. Außerdem läuft man nicht Gefahr, im üblichen Abo-Publikum neben einem Ehepaar zu sitzen, das sich eigentlich anödet, aber trotzdem weiterhin die schönen Konzerthausstühle gemeinsam abnutzt. Und dann sind die Karten so preiswert, dass man am liebsten jede Woche hingehen würde zu einem dieser Absolventenkonzerte. Aber so oft sind sie leider nicht.

Gestern hörten wir also aufs Neue interessante Sachen. Und ich traf alte Bekannte wieder. Eine junge Dame, die ich bei einem Abend der Harfenklasse in der Hochschule schon einmal bewundert hatte. Und den jungen Chinesen Feng Ning (den Namen sollte man sich merken!), der ein Schüler von Antje Weithaas ist. Er spielte als Zugabe Paganini: Duett für eine Violine. Einfach grandios!





Varför jag tycker om sådana här "Absolventen"-konserter? De unga musikerna väljer ofta stycken som man inte känner till. Och så upplever man regelbundet riktiga överraskningar. Dessutom är publiken inte den vanliga abonnemang-publiken, med makar som har tröttnat på varandra sen länge, men som sittar ändå tillsammans på de vackra konserthus-stolarna. Och sen är biljetterna så billiga att man helst skulle gå på en sådan Absolventen-konsert varje vecka. Men så ofta finns de tyvärr inte.

Igår kväll lyssnade vi alltså på nytt en del väldigt intressanta stycken - och jag träffade även på några gamla bekanter. En ung kvinna till exempel som jag blev redan imponerade av på en kväll av harpa-klassen på musikhögskolan för ett år sedan. Men även den unga kinesen Feng Ning skulle man ha ett öga på. Han är en elev av Antje Weithaas - och han spelade Paganini som extranummer: Duett för en violin. Det var helt enkelt grandiost!


Mittwoch, 27. Februar 2008

Ah, da seid ihr ja wieder!



Grün ja grün sind alle meine Kleider.

Grün ja grün ist alles, was ich hab.
Darum lieb ich, alles was so grün ist:
Weil mein Schatz ein ... ... ist.

Ja, was eigentlich? Jäger, Gärtner, Volkspolizist?
Nee! Er ist ein Grüner!




Grön, grön, grön är mössan på mitt huvud.
Grön, grön, grön är dräkten som jag bär.
Allt som är grönt, grönt, tycker jag är vackert.
Ty min lilla vän är ... miljöpartist!


Dienstag, 26. Februar 2008

Händels Theseus, komisch

I söndags kväll medan vi ännu promenerade genom Grunewalds villaområde satt Toni redan på Komische Oper tillsammans med sina kompisar ur musik-specialkursen. Det blev en Händel-opera och en ganska lång kväll. Igår frågade jag honom vad han tyckte det har varit. "Egentligen inte tråkigt alls. Det fanns rejäl lera på scenen, ja, en riktig slamstrid var det. Effekt- och infallsrik. Men av barocken var det inte mycket kvar, utom musiken förstås."

Hm. I mitten av mars kommer biljettförsälningen för Drottningholms sommarsäsong att börja. Flyg och semesterdagar har jag redan bokat. Jag tror, detta med den konstiga Händel-operan skulle jag hellre låta bli. Jag vill dock ha det lite mer gammalmodigt. Ja. Kanske kommer nu fram de första tecken av ett mormoderligt beteende... ;-)


Theseus i leran - ett smakprov på video


Während wir am Sonntagabend noch gemütlich grunewandelten, saß Toni bereits mit seinem Musikkurs in der Komischen Oper. Ein Händel-Marathon stand auf dem Programm. Gestern habe ich ihn gefragt, wie es war. "Ach, langweilig wurde es eigentlich nie. Eine richtige Schlammschlacht auf der Bühne, ja, mit echtem Modder. Und auch sonst jede Menge Effekte und Einfälle. Aber vom Barock war außer der Musik nicht mehr viel übrig."

Hm. Mitte März beginnt der Vorverkauf für die Sommersaison am Drottningholm-Theater. Flüge und Urlaub habe ich bereits gebucht. Ich glaube, das mit der "komischen" Händel-Oper lasse ich dann doch lieber bleiben. Ein bisschen barocker will ich es schon haben. Ja. Wahrscheinlich sind das nun die ersten echten großmütterlichen Anwandlungen... ;-)


Montag, 25. Februar 2008

Die Phantom-Passion

Es ist Fastenzeit - und überall in den Kirchen und Konzertsälen durchleiden passionierte Sänger, Musiker und Zuhörer die letzten Tage im Leben Jesu noch einmal auf ganz unterschiedliche Weise. Matthäus, Johannes und wie sie alle heißen. Man hat also die Qual der Wahl, wenn man dieser Tage unter "Musik in Kirchen" nachschlägt. Wir haben uns am Wochenende für Vater Bachs Markuspassion entschieden. Weil: Von der sind die Noten weg. Erhalten geblieben ist nur der Text. Aber es gibt allerlei verschiedene Rekonstruktionen - und also ist es immer ein bisschen spannend.

Aufgeführt wurde die Phantom-Passion vom Berliner Motettenchor und dem Ensemble Concerto Grosso Berlin. Anreisen mussten wir dafür bis nach Grunewald. Auf dem Spazierweg zur Kirche - es war herrliches Frühlingswetter! - fabulierten wir ausgelassen über Patrizier und Plebejer, und wir lachten, als wir entdeckten, dass es das Wort "Pöbel" auf Deutsch und auf Schwedisch gibt. (An vielen Patrizierhäusern im Grunewald stehen wegen des Pöbels keine ausgeschriebenen Namen, sondern nur Initialen...)

Das Konzert war klasse! Wirklich wunderbar. Und ich musste auch nur ein paar ganz wenige Male an Monty Pythons Film "Das Leben des Brian" denken.




Igår var vi i Grunewald-kyrkan för att lyssna på Bachs Markuspassion. Vädret var väldigt fint - och musiken också. Och tänk, när vi promenerade omkring där i Grunewald hittade vi det här:


Freitag, 22. Februar 2008

Tyst!


Var god stör ej! Jag tänker... Jag tänker vila i ett par dagar.



Pssst! Nicht stören. Verspäteter Winterschlaf. Bis Montag oder so.


Donnerstag, 21. Februar 2008

Eine Feder für Jonathan


Als meine Kinder klein waren, habe ich viel für sie gesungen. Nun, im mp3-Zeitalter, scheint das nicht mehr so einfach zu sein. Kati und Sascha tun sich schwer damit. "Aber wir lesen vor!" - berichtet mir der Papa. "Gestern nacht haben wir den Professor Unrat angefangen." Ich mache große Augen. "Na ja, so richtig begeistert war der Kleine wohl nicht. Aber nun haben wir das hier besorgt." Er zieht ein Buch aus dem Regal. "Es ist das erste Stück für unsere gemeinsame Bibliothek", sagt Kati mit einem besonderen Lächeln.

Eine Feder für Jonathan - oder:
Wie die Illustrationen entstanden



När mina barn var små har jag ofta sjungit för dem. Men nu under mp3-tiderna tycks det vara inte längre självklart. Kati och Sascha har svårt att göra detta. "Men vi läser högt!" - berättar pappan för mig. "I natt började vi med Professor Unrat." Jag tittar ganska förvånad på honom. "Na ja, Lillen blev nog inte speciellt förtjust i boken. Men nu har vi skaffat den här." Han plockar ut en bok ur hyllan. "Boken är den första i vårt gemensamma bibliotek", säger Kati med ett särskilt leende.


Das ist mein Lieblingsbild aus deiner
Serie letztens, Buchjo. Deins auch?

Mittwoch, 20. Februar 2008

Les cabanes de La Tremblade

Det odlas ostron i La Tremblade. Den lilla byn vid Seudre-mynningen ligger i mitten av Europas rikaste ostronregion. Här sysn spåren av ostronfiskarna nästan överallt - även på cykelvägarna som lagas till exempel med hjälp av ostronskal. (Det behövs alltså robusta däck!) Jag gillar särskilt "les cabanes" vid hamnen av La Tremblade, små hyddor med ofta färgrikt målade dörrar och fönsterluckor. Min lilla syster tycker också om dem. Men hon har en helt egen blick...


La Tremblade - en passant par le port


In La Tremblade werden Austern angebaut. Der kleine Ort an der Seudre-Mündung liegt im Herzen der ertragreichsten europäischen Austern-Region. Wenn man dort herumradelt, sieht man die Spuren der Austernfischerei überall, denn sogar die Feldwege werden mit Austernschalen ausgebessert. (Man braucht also robuste Reifen!) Besonders gefallen mir jedoch die putzigen kleinen Holzhäuschen im Hafen von La Tremblade. Oft sind deren Türen oder Fensterläden bunt angemalt und ich hab sie immer gern fotografiert. Meine kleine Schwester allerdings hat diese Häuschen nun auf ihre eigene Weise festgehalten...


Hier mündet der Fluss Seudre in den Atlantik.


Die geernteten Austern werden abgeladen.


Bei Ebbe liegen die Boote auf dem Trockenen...


Ausgebesserte Feldwege - Achtung scharfkantig!


Austern - en gros! Telefon: 26


* * *

Was mir beim Radeln im Oderbruch niemals passiert, dort
am Atlantik aber schon: Kleines Rendezvous mit einer Krabbe
(Video - 5,7 MB!)


Dienstag, 19. Februar 2008

Die Entdeckung der Langsamkeit

Das Buch, das ich gerade lese, heißt "Pferde stehlen". Nein, es ist kein Pferdebuch. Und doch werd ich dir's schicken, Schwesterchen, wenn ich's ausgelesen habe. Denn du wirst es auch mögen! :-)


Eine Rezension in der ZEIT


Boken jag håller på att läsa heter "Ut och stjäla hästar". Den har sin egen rytm som gör gott tycker jag. Här kan du få veta lite mera.


Montag, 18. Februar 2008

Mit Volldampf durch das Oderbruch

Bei Sonnenaufgang ging es los. Bei Sonnenuntergang waren wir zurück. Dazwischen gab es jede Menge Dampf. Außerdem war alles voller Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend, als ich just diese Strecken so oft gefahren bin - und anfangs tatsächlich auch noch mit so einem schnaufenden Ungetüm vorneweg. Alles erkannte ich wieder: Den Geruch in den ollen Gardinen, die nie richtig sauberen Fensterscheiben, bei Kälte dann auch noch ordentlich beschlagen, das geduldige Warten auf den Gegenzug, den Ausblick durchs Klo auf die Schwellen. In einem Mitropa-Speisewagen habe ich gestern allerdings das erste Mal ein so gutes Mittagessen gegessen. Fazit des Tages: Eisenbahnfreunde sind lustige Leute!


ur: Ivar Arosenius - "Lillans Bilderbok"


Igår åkte vi ångtåg genom Brandenburg. Hela dagen - och allt var nostalgi: lukten i de gamla gardinerna, kondensvattnet på smutsiga fönsterrutorna, enspåriga järnvägarna där man brukade vänta på tågmöte, the black hole på toaletterna... Som barn och tonåring hade jag rest här så ofta och i början faktiskt med ånglok, men jag visste inte att man kan göra det nu igen. Om man vill. Järnvägsnörder är roliga människor!


Morgens halb neun in Deutschland - gleich geht's los!


Auf den hier ist das ganze Mannsvolk neidisch.


Die Papis fotografieren...


Die Söhne dürfen probieren...


Die Mamis wollen fein dinieren...


Am Bahnhof Letschin sieht es ein bisschen schwedisch aus.


Berlin macht Dampf! - Ein kleines Video von unterwegs.


Samstag, 16. Februar 2008

Bona Peiser

Als wir heute nachmittag durchs Scheunenviertel spazierten, trafen wir in der Neuen Schönhauser auf ein Haus mit einer interessanten Beschriftung. Neugierig geworden, forschte ich dann nach dem Abendessen - Linseneintopf, lecker, lecker - ein bisschen das Netz aus und entdeckte dabei nicht nur Berlins erste öffentliche Lesehalle, sondern auch Deutschlands erste Bibliothekarin. Ich bin wirklich begeistert! (Was zum Teufel habe ich vor den Zeiten des Internets bloß mit all meinen vielen Fragen gemacht? Hm. Wahrscheinlich vergaß ich die Hälfte davon noch am selben Tag...)


Neue Schönhauser Straße 13


När vi strövade omkring i kvarteret Scheunenviertel idag på eftermiddagen mötte vi på gatan Neue Schönhauser ett hus med en intressant skrift utanpå. Jag blev nyfiken och googlade efter kvällsmaten - linssoppa, jättegott - med ett förbluffande resultat: jag hade (åter)upptäckt inte bara Berlins äldsta folkbibliotek utan även Tysklands första kvinnliga bibliotekarie. Vilken överraskning! (Vad fan gjorde jag egentligen med alla dessa frågor på tiden före Internet? Troligen hade jag glömt hälften av dem redan på samma dag...)


Freitag, 15. Februar 2008

Straßenzeichnen

Die erste Strophe eines DDR-Kinderliedes auf einer Schallplatte von 1975 geht so:

Komm, wir malen eine Sonne auf den grauen Pflasterstein.
Und wir laden alle Kinder aus dem Hause dazu ein.

Bei der Arbeit gibt es Brause, die schmeckt jedem Maler gut.

Und vor allem braucht die Sonne einen grünen Sonnenhut...

Die anderen Strophen kann man hier nachlesen.

Text: Gisela Steineckert

Musik: Frank Schöbel



Straßenzeichnen, Ostdeutschland, 1973


Straßenzeichnen, England, 2005
(virtual street reality)


Donnerstag, 14. Februar 2008

Vier Uhr früh

Kennen Sie den? Also ich meine: Kennen Sie den Dichter Theodor Kramer? Höchstwahrscheinlich kennen Sie den nicht. Er lebte in Wien, war Jude und hat mehr als 10.000 Gedichte geschrieben. Besondere Gedichte. In den Jahren 1929 bis 1933 war er einer der am meisten gelesenen Dichter in Deutschland. Nun liest seine Verse kaum noch jemand. Einer, der sich darum kümmert, dass er nicht ganz vergessen wird, ist Hans-Eckardt Wenzel. "Wenzel" sagt man meistens nur. Wenzel hat viele Gedichte von Theodor Kramer vertont. Letzten Samstag in Brandenburg an der Havel hat er mal wieder für uns gesungen. Seit einer Weile gehe ich ungefähr einmal im Jahr in ein Konzert von ihm. Denn diese Konzerte tun immer wieder gut. Nicht nur, aber auch wegen der Gedichte von Theodor Kramer.


I Sverige känner nog inte någon till Theodor Kramer, för han är ju redan nästan bortglömd i Tyskland - fast han var mycket känd som diktare omkring 1930 i den tyskspråkiga delen av Europa. Han var jude, levde ursprungligen i Österrike och skrev mer än 10.000 dikter. Underbara dikter. En som kämper mot hans försvinnande heter Hans-Eckardt Wenzel. Eller bara "Wenzel". Wenzel har tonsatt många dikter av Theodor Kramer - och i lördags sjöng han för oss i Brandenburg an der Havel än en gång. Jag brukar gå på en av hans konserter ungefär en gång om året. De gör gott, inte bara på grund av Kramers dikter.



Wenzel singt Theodor Kramer
(Reinhören in die CD "Vier Uhr früh")



"Nicht für's Süße, nur für's Scharfe
und für's Bittre bin ich da.
Schlag, Ihr Leute, nicht die Harfe
spiel die Ziehharmonika..."

Theodor Kramer


* * *

Für die, die ohne Stimme sind - ein Portät zum 110. Geburtstag


* * *

Herta Müllers Büchlein "In der Falle"


* * *


Die Theodor-Kramer-Gesellschaft in Wien

Mittwoch, 13. Februar 2008

Borschtsch ist rot

Gestern habe ich mal wieder Borschtsch gekocht. Ich bin nicht besonders gut, wenn es um's Kochen geht, aber Borschtsch kann ich. Der gelingt mir immer prima. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich Rote Bete mag. Die schmecken ein bisschen nach Erde, finde ich. Hat aber vielleicht auch damit zu tun, dass mich Borschtsch an Kiew erinnert - und an einen meiner schönsten Sommer. Ich war zwanzig und alles war Abenteuer: die Stadt, die Leute, der Fluss. Ja, es war ein heißer Sommer, wir lasen Bulgakow und wir schwammen jeden Abend im Dnepr. Am liebsten nackt, denn das war verboten.


Das Wort Borschtsch hat auf russisch nur 4 Buchstaben: борщ


Igår kväll lagade jag Borsjtj. Jag är inte särskilt bra i köket om det gäller att laga mat, men Borsjtj kan jag. Den blir alltid ganska god. Kanske har det med smaken av rödbetor att göra. De smakar lite jord tycker jag. Men kanske hänger det också samman med mina påminnelser om en lycklig sommar i Kiev - en av mina bästa. Då var jag tjugo och allt var äventyr: staden, folk, floden. Ja, det var heta dagar då, vi läste Bulgakov och vi simmade varje kväll i Dnepr. Helst gjorde vi det nakna för det var förbjudet.


Dienstag, 12. Februar 2008

Nur einmal so

Den här lilla dikten handlar om att det fanns ingen riktig vinter i år och att det syns det första gröna numera under det gråa på ängarna. Dessutom är det varje år ett annat sätt hur våren börjar - och ingen vet hur allt ska bli, man vet bara att allt kan gestalta sig annorlunda än man har väntat sig.


Es ist ja nur der Wind, der geht.
Der Wasserwind vom Februar.
Der nach dem Schnee, dem Regen weht.
Der Winter, der kaum Winter war,
Zersetzt sich langsam. Unterm Grau
Der Wiesen ist schon Grün zu sehn.
Und manchmal riecht es schon nach Tau
Und so, als soll bald was geschehn.
Und wieder weiß man nicht, was wird?
Man weiß nur: es wird anders sein.
Wer meint: das wiederholt sich, irrt:
Nur einmal so fällt Frühling ein.


aus: Eva Strittmatter
"Die eine Rose überwältigt alles"


Danke, Buchjo, für dieses schöne Bild von unserem Wuhletal!

Guck mal, wer da guckt! :-)

Montag, 11. Februar 2008

Stadt - Land - Fluss


Das Wochenende verbrachten wir in der Havelstadt Brandenburg im westlichen Brandenburg. Eine bis nach Japan bekannte Limnologin feierte dort ihren 40. Geburtstag. Ich gehöre schon sehr lange zu ihrem Fanclub, und gestern wurde dann auch meine Möwe - Umweltschützer seit vielen Jahren - feierlich in diesen aufgenommen. (Man musste Fragen beantworten und z. B. wissen, was "Oligotrophie" und "Eutrophie" bedeutet...) Brecht hatte gestern übrigens auch Geburtstag, ebenso einen runden, 110 Jahre alt wurde er. Das führte dazu, dass ich ein ziemlich kindisches Geburtstagsgeschenk besorgt hatte. (Oh, ich liebe dieses Buch!)

Die Stadt Brandenburg hat viele schöne Backsteingebäude, außerdem gibt es überall Wasser - zwei Dinge, die ich sehr mag. Die kulinarische Spezialität ist der Havelzander, von dem man in einem gemütlichen Restaurant mit einem alten slawischen Namen - Parduin heißt es - ein so großes Stück essen kann, wie ich es sonst nur in der Küche meines Raubfische angelnden Vaters bekomme. Gestern abend hatte ich wohl ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht. Das fühlte sich merkwürdig an zu dieser Jahreszeit, weil man den im Winter eigentlich nur kriegt, wenn man in den Alpen Ski läuft. Da ich das aber niemals tue, fühlte es sich ziemlich merkwürdig an - jetzt, Anfang Februar.


Brandenburg an der Havel - abends am Stadtgraben.


Vor dem Rathaus wacht ein langer Roland. Ein Zwillingebruder von
diesem Roland steht auch vor dem Märkischen Museum in Berlin.


Helgen tillbringade vi i Havel-staden Brandenburg i västra delen av Brandenburg. En av världens duktigaste limnologerna fyllde 40 år. Jag har hört till hennes fanklubb i många år. Och numera är Måsen - en av de Gröna sedan länge - också med. (Det är inte lätt att komma in i fanklubben, man måste svara på olika frågor och borde veta till exempel vad "oligotrofi" och "eutrofi" betyder...) Att även Brecht fyllde år igår - precis 70 år mer än min vännina - ledde till att jag kom på en ganska barnslig idé när det gällde att skaffa en present. (Vad jag älskar den där barnboken med så roliga illustrationer!)

Staden Brandenburg har en hel del fina tegelbyggnader, och så finns det vatten överallt - två saker som jag tycker mycket om. Om det gäller kulinariska specialiteter så kan vi rekommendera en restaurang med ett gammalt slaviskt namn - Parduin - som finns på gamla stans torg. Där åt jag en jättestor bit "Havelzander" (gös) som jag annars får bara i köket av min fiskande far. Igår kväll kändes det som om jag hade fått solbränna i ansiktet. Det kändes konstigt så här års, eftersom man egentligen får solbränna på vintern bara när man åker skidor i Alperna. Men det brukar jag aldrig göra och därför kändes det så konstigt.


Im Dom zu Brandenburg an der Havel.



Die Domkatze sonnt sich.


"Es wird ein Tag kommen, an dem wir endlich wieder draußen
sitzen können und Bier trinken!" (Hans-Eckardt Wenzel)

* * *

Herzlichen Dank, Annett,
für dieses wunnebore Wochenende!!!



Samstag, 9. Februar 2008

(Proletarischer) Internationalismus

Jetzt im Februar wird das Kommunistische Manifest 160 Jahre alt. Es beginnt mit "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus" und endet mit "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" - zwei legendäre Zeilen in der Geschichte des Klassenkampfes und die Geburtsstunde des proletarischen Internationalismus. Tja, das mit den Proletariern und ihrer Diktatur ging ja nun einigermaßen schief, aber den Internationalismus schätze ich weiterhin sehr.

Gestern haben wir uns mit Freunden getroffen: meine ehemalige Cello-Lehrerin mit ihrem Partner, die leider letztes Jahr wegen der Arbeit nach München gezogen sind. Sie ist geborene Holländerin und er Engländer. Weil meine Möwe auch mit am Tisch saß, waren wir also vier verschiedene Nationalitäten. Es wurde deutsch, englisch und schwedisch gesprochen. Nee, holländisch nicht so. Aber es war irgendwo in Singapore. Das Essen kam jedenfalls daher. Sehr lecker! Und wir vier, wir hatten natürlich richtig viel Freude aneinander.




I den här månaden fyller Kommunistiska Manifestet 160 år. Det börjar med "Ett spöke går runt Europa - Kommunismens spöke" och avslutas "Proletärer i alla länder, förenen eder!" - berömda rader i klasskampens historia och proletariska internationalismens begynnelsen. Hm, detta med proletärerna och deras diktatur det misslyckades nog, men internationalism tycker jag fortfarande om.

Igår träffade vi vänner: min före detta cello-lärare och hennes partner som båda flyttade till München i fjol för jobbets skull. Hon är holländska och han är engelsman. Eftersom min mås var också med då blev det fyra personer av olika nationaliteter runt middagsbordet. Det pratades tyska, engelska och svenska. Nej, holländska inte mycket. Men det var någonstans i Singapore vi träffades. Maten kom i alla fall därifrån. Mycket gott! Och visst, vi hade roligt.


"WORKERS OF ALL LANDS UNITE" -
steht auf dem Grab von Karl Marx in London.



* * *

Eftersom jag har nordisk flyttfågel-sällskap nu i tre veckor
finns det kanske inte något att läsa här så regelbundet...

Nun habe ich drei Wochen Zugvogel-Besuch aus dem Norden.
Unterbrechungen im regelmäßigen Schriftverkehr sind also möglich.
Beachten Sie auch die örtlichen Lautsprecher-Durchsagen.

Freitag, 8. Februar 2008

Ausflug nach Finnland

Gestern Abend war ich nach der Arbeit in Finnland. Wir haben hier nämlich ein kleines Stückchen Finnland mitten in Berlin, direkt am Bahnhof Friedrichstraße. Diese Enklave heißt "Finnland-Institut", und weil es in Berlin kein "Schweden-Institut" gibt, mache ich nach der Arbeit hin und wieder einen Ausflug nach Finnland. Dort werden Ausstellungen organisiert oder Vorträge und Lesungen zu allen möglichen Themen. Ich selbst finde auch die Bibliothek sehr lohnenswert, weil es dort nicht nur Bücher zu leihen gibt, sondern auch Musik-CDs.

Gestern Abend lauschten wir einem Vortrag über die Geschichte und die heutige Situation der Finnlandschweden. Eine Frau von der finnischen Botschaft, die selbst Finnlandschwedin ist, berichtete allerhand Interessantes über diese Schwedisch sprechende Minderheit in Finnland, die einmal gar keine Minderheit war, sondern mehr oder weniger die Geschicke des Landes lenkte. Eine ganze Menge wusste ich schon, aber es war auch allerhand Neues dabei und ich bin froh, dass ich hingegangen bin. (Es klappt nicht immer, sich nach der Arbeit noch zu solchen Dingen aufzuraffen...) Außerdem war der Vortrag sehr authentisch und unterhaltsam.

Etwas ganz Besonderes entdeckten wir jedoch, als wir nach dem Vortrag noch ein wenig durch den Saal schlenderten. Hier werden zur Zeit Künstlerbücher ausgestellt, also Bücher, die nicht vordergründig Lesestoff beinhalten, sondern selbst Kunstobjekt sind. Ich hatte ja gar keine Ahnung, dass es solche Bücher überhaupt gibt. Aber sie sind schön! Jedes für sich ist ein Kleinod. Und nicht nur für die Augen, denn manchmal kriegt man beim Umblättern eine Gänsehaut...




Utflykt till Finland

Igår kväll var jag i Finland efter jobbet. Det finns ju en liten bit Finland strax i närheten av stationen Berlin-Friedrichstraße. Enklaven heter "Finnland-Institut" och eftersom det saknas ett "Schweden-Institut" besöker jag då och då Finland efter jobbet. Där organiseras utställningar, föredrag och läsningar av olika slag. Jag tycker om deras fina bibliotek också där man kan låna inte bara böcker utan även musikskivor.

Igår kväll lyssnade jag på ett föredrag om finlandsvenskarna. En kvinna från den finska ambassaden som själv är finlandsvensk berättade om historien och om nutidens situation av svensktalande minoritäten i Finland. En del visste jag redan men ganska mycket var nytt för mig. Dessutom berättade hon på ett underhållsamt och roligt sätt, så att jag inte ångrade mig att jag har gått dit.

Efter föredraget gick vi lite omkring i utställningssalen och där upptäckte vi något väldigt intressant - konstnärsböcker! Böcker som själv är konstobjekt. Jag hade ju ingen aning om att sådana finns överhuvudtaget. Men de såg verkligen mycket vackra ut och det var något särskilt att "blädderläsa" i dem.


Konstnärsböcker - Artist's books - Künstlerbücher

* * *

Catharina Grünbaum: Finlandsvenskan är inne!

Är finlandsvenskan inne???

Donnerstag, 7. Februar 2008

Öland - eine Winterreise

Vinterns eftermiddagar har sin egen rytm här ute. Jag har alltid middagen färdig när solen börjar gå ner. Från köksfönstret slår den rakt mot bortre väggen, som en glödande rödgul lampa, en som samtidigt varskor oss om att den snart ska slockna. Så sätter vi oss till bords med mat och dryck. I samma ögonblick vi avslutar måltiden och förbereder oss för kaffet slår mörkret till. Vi samtalar oss in i natten och när vi nu försöker titta ut genom fönstren är det bara vår egen spegelbild vi ser. Ännu en dag på Öland är till ända och vi lapar i oss av kvällen som kattungen av mjölken.

Jag filade ganska länge på den tyska versionen av Thomas' lilla bok om Öland på vintern. Men nu är den klar tänker jag. Alldeles nyss skickade jag de tyska texterna till honom.



Die Winternachmittage hier draußen haben ihren eigenen Rhythmus. Ich habe immer das Abendessen fertig, wenn die Sonne zu versinken beginnt. Durchs Küchenfenster wirft sie ihren Schein genau auf die hinterste Wand, wie eine glühende rotgoldene Lampe, die uns gleichzeitig davor warnen will, dass sie gleich verlischt. So setzen wir uns an den Tisch, essen und trinken. Im gleichen Augenblick, da wir die Mahlzeit beenden und uns für den Kaffee vorbereiten, schlägt die Dunkelheit zu. Wir reden uns gegenseitig hinein in die Nacht, und wenn wir jetzt versuchen aus dem Fenster zu sehen, ist es nur das eigene Spiegelbild, das wir erblicken. Wieder ist ein Tag auf Öland zu Ende und wir laben uns an seinem Abend wie die kleinen Katzen an der Milch.

Ich habe ziemlich lange an den deutschen Texten für dieses Büchlein gefeilt. Aber nun ist es gut, denke ich. Eben habe ich die Übersetzung an Thomas abgeschickt.


Mittwoch, 6. Februar 2008

Eine runde Sache

Mit Hilfe von mehr oder weniger drahtigen Telefonen nehme ich täglich Anteil am Alltag meiner Möwe. Und umgekehrt. Gestern war in Schweden "der fette Dienstag". Da hatte man sich früher vor der Fastenzeit noch einmal so richtig satt gegessen. Und deshalb war das früher auch der einzige Tag im Jahr, an dem es ein ganz spezielles Backwerk beim Bäcker oder Konditor zu kaufen gab: Semlor. Aber solche Einschränkungen mag die Marktwirtschaft ja gar nicht und erst wurde daraus: Semlor verkaufen wir an allen Dienstagen in der Fastenzeit. Doch mittlerweile gibt es das wirklich leckere Backwerk nun ununterbrochen zwischen Weihnachten und Ostern zu kaufen.


Wenn Traditionen den Bach runter gehn: "Semlor i Advent"


Meine Möwe ignoriert in diesem Fall die Marktwirtschaft und reist in jedem Jahr am fetten Dienstag extra in eine Nachbarkommune von Göteborg, um in der dortigen Bäckerei eine der vermeitlich besten Semlor zu verspeisen. Nur am fetten Dienstag und nur dort. Das nenne ich konsequent. In vielen Gegenden Schwedens gibt es übrigens einen Wettbewerb, in dem jedes Jahr die beste regionale Semlor-Bäckerei von etlichen Schiedsrichtern ermittelt wird. Hier kann man die diesjährigen Göteborger Sieger nachlesen, hier gibt es einen kleinen Film über die Herstellung der süßen runden Dinger - und hier sogar eine Kantate.


"Ich bin ein Berliner!"


Runda saker

Igår hade jag undervisningar i min vuxenkurs. Mina vuxna elever är alltid mycket motiverade och nyfikna - och de har alltid något sött att äta på bordet. Igår var de Berliner Pfannkuchen som i Berlin och Östtyskland heter bara Pfannkuchen och annars bara Berliner. Dem brukar man äta året runt, men högsäsongen är på nyårsafton och på fettisdag. På dessa två helgdagar är det ibland till och med senap som fyllning - för skämtets skull.

Bakelsen Berliner Pfannkuchen finns i några länder med delvis
roliga namn (norska - Berlinerbolle, spanska - Berlinesas, franska - Boule de Berlin...) Men i Ukraina till exempel vill dessa bakelser inte ha något med Berlin att göra. Där heter de bara Pampuchi eller Pampuschki.


http://berlinerbolle.no - Vad är det väl för en förening?