Montag, 31. März 2008

Die Farbe Rot

Gestern sind wir ins Theater gegangen. Und das Theater ist in die Kirche gegangen. In eine Vorstadtkirche, mitten in Berlin. Während sie in Potsdam gerade Rushdies Satanische Verse aufführen, hat in der Invalidenstraße ein kleines Ensemble vom Berliner Ensemble den Traum vom Jenseits auf die Schippe genommen. Gedichte und Lieder aus Brechts jungen Jahren, die 1927 das erste Mal unter der Bezeichnung Hauspostille erschienen. Aber letzten Endes fanden wir Die Farbe Rot dann doch besser. Vielleicht weil der rote Faden da so schön frivol war?

Apropos frivol. Als ich gestern von Dahme zur Eisenbahn radelte - immer an der dort noch ganz jungen Dahme entlang - bin ich ziemlich oft im Slalom gefahren. Ich hab es einfach nicht übers Herz gebracht, meine kleinen Freunde, die feuerroten Feuerwanzen bei ihrer Frühlingskopplerei zu überfahren. Und es waren ziemlich viele rote Doppelpacks...



Eftersom det blev en Brecht-kväll igår igen ska det finnas en dikt av Brecht här idag.


Natthärberget

Jag hör att i Lund
på hörnet av Bangatan och Clemenstorget,
om vintermånaderna, står där varje kväll en man,
och åt de hemlösa som samlar sig där
skaffar han, genom att be de förbipasserande om hjälp,
plats på härbärget.

Världen blir därigenom inte annorlunda.
Förhållandet mellan människor förbättras inte.
Utsugningens tidsålder förkortas därigenom inte.
Men några män har nattlogi.
Vinden hålls undan från dem en hel natt.
Den snö som skulle fallit på dem, faller på gatan.

Lägg inte bort boken när du läser detta, du människa!

Några män har nattlogi.
Vinden hålls undan från dem en hel natt.
Den snö som skulle fallit på dem, faller på gatan.
Men världen blir därigenom inte annorlunda.
Förhållandet mellan människor förbättras inte.
Utsugningens tidsålder förkortas därigenom inte.

ur: Jag behöver ingen gravsten - dikter 1917-1956

Samstag, 29. März 2008

Operation Lemur

Es gibt Menschen. Es gibt Affen. Und es gibt Halbaffen. Halbaffen sind auf jeden Fall keine halben Menschen. Was die andere Hälfte ist, also die Nicht-Affen-Hälfte, das weiß ich nicht. Aber ich mag sie. Beide Halbaffen-Hälften. Wir mögen sie alle. Toni, Kati und ich. John Cleese mag sie auch. Und Douglas Adams mag sie! Sein Buch "Die letzten ihrer Art" ist bei uns auf dem Klo Plichtlektüre. Schon ewig. Es wird mir niemals über.

Unser Lieblings-Halbaffe ist ein Lemur. Er lebt im Zoo von La Palmyre am Atlantik. Eigentlich mag ich Zoos nicht besonders gerne. Aber dieser Zoo in La Palmyre am Atlantik ist wirklich etwas besonderes. Hier kann man viele Stunden im Schatten hoher Bäume verbringen - und man kann Lemuren treffen. Ja, und manchmal werden da sogar Freundschaften fürs Leben geschlossen...

Toni und sein kleiner Freund
(sowie "Ein dicker Lemur" - kleines Video
aus dem Zoo von La Palmyre)


Det finns människor. Det finns apor. Och det finns halvapor. Halvapor är i varje fall inte halva människor. De är halva apor - men vad den andra hälften är det har jag ingen aning om. Dock gillar jag dem. Båda halvapor-hälfterna gillar jag. Och mina barn med. Tänk, John Cleese gör det också. Och Douglas Adams gör det! Hans bok "Sista chansen" är pliktläsning när man går på toa hos oss. Boken ligger där sedan länge. Jag kommer aldrig att tröttna på den.


Vår favorit halvapa är en lemur. Han lever på La Palmyres Zoo vid den väldiga atlanten. Egentligen tycker jag inte mycket om zoologiska trädgårdar. Men med detta zoo där vid atlanten är det ett undantag. Där kan man promenera i de stora trädens skuggor - och man kan träffa gladlynta lemurer. Ja, och ibland blir det faktiskt vänskap för livet.

"They're gentle, well mannered, and pretty and yet great fun... I should have married one." (Operation Lemur)


"Die letzten ihrer Art" - Douglas Adams zuhören


Zweig-Technologie
(Leseprobe)

Das hier ist ganz und gar nicht, was ich erwartet hatte. 1985 hatte man mich aufgrund einer Art journalistischen Versehens mit Mark Carwardine nach Madagaskar geschickt, um dort nach einer so gut wie ausgestorbenen Lemurenart zu suchen, dem sogenannten Aye-Aye. Wir drei waren uns vorher nie begegnet. Ich kannte Mark nicht, und ein Aye-Aye hatte - kein Wunder - auch seit Jahren niemand zu Gesicht bekommen.

Die Idee, uns alle so überstürzt ins gleiche Boot zu werfen, stammte von der Magazinbeilage des Observer. Mark ist ein ungemein erfahrener und bewanderter Zoologe, der damals für den World Wildlife Fund arbeitete und dessen Aufgabe im wesentlichen darin bestand, von allem eine Ahnung zu haben. Meine Aufgabe - eine, für die ich absolut qualifiziert bin - bestand darin, ein ungemein unwissender Nicht-Zoologe zu sein, für den alles wie aus heiterem Himmel zu kommen hatte. Das Aye-Aye hingegen mußte nur tun, was die Aye-Ayes seit Millionen von Jahren tun - auf einem Baum sitzen und sich verstecken.

Das Aye-Aye ist ein nachtaktiver Lemur, sieht ausgesprochen merkwürdig aus und scheint aus Teilen anderer Tiere zusammengesetzt zu sein. Es erinnert ein bißchen an eine große Katze mit Fledermausohren, Biberzähnen, einer straußenfederähnlichen Taille, einem knorrigen, astähnlichen Ringfinger und riesigen Augen, die an einem vorbei in eine Welt zu spähen scheinen, die lediglich jenseits der linken Schulter des Betrachters existiert.

Wie praktisch alle Lebewesen auf Madagaskar kommt das Aye-Aye sonst nirgends auf der Welt vor.
Sein Ursprung reicht zurück in jene Zeit der Weltgeschichte, als Madagaskar noch Teil des afrikanischen Kontinents war (der seinerseits noch Teil des gigantischen Superkontinents Gondwana war), eine Zeit, zu der die Vorfahren der madagassischen Lemuren die auf der ganzen Welt dominierende Primatenart waren. Als Madagaskar in den Indischen Ozean abdriftete, wurde es von den evolutionären Entwicklungen der anderen Erdteile abgeschnitten. Es ist ein Rettungsfloß aus einer anderen Zeit. Heutzutage gleicht es einem zierlichen, zerbrechlichen, von allem losgelösten Planeten.
Die entscheidende Entwicklung, die an Madagaskar vorbeiging, war das Auftreten der Affen. Sie stammten zwar von den gleichen Vorfahren wie die Lemuren ab, verfügten jedoch über größere Gehirne und waren aggressive Widersacher im Kampf um denselben Lebensraum. Während die Makis sich damit begnügten in den Bäumen herumzuhängen und sich wohl zu fühlen, waren die Affen ehrgeizig und interessierten sich für alles mögliche, vor allem für Zweige. Wie sie nach kurzer Zeit herausfanden, konnten sie damit Dinge tun, die sie allein nicht fertigbrachten - nach Sachen buddeln, in Sachen herumstochern, auf Sachen herumhauen. Die Affen übernahmen die Erde, und der Lemuren-Zweig der Primatenfamilie starb überall aus - nur auf Madagaskar nicht, das für Millionen Jahre von den Affen verschont blieb.

Vor fünfzehnhundert Jahren kamen die Affen dann aber schließlich doch auf Madagaskar an oder, besser gesagt, kamen deren Nachfahren auf Madagaskar an - wir. Dank erstaunlicher Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Zweig-Technologie erreichten wir die Insel mit Kanus, später mit Booten und schließlich mit Flugzeugen und nahmen den Kampf um den Lebensraum ein weiteres Mal auf, diesmal allerdings mit Feuer und Macheten, mit Haustieren, Asphalt und Beton. Und wieder kämpften die Lemuren ums Überleben.

Meine Maschine voller Affennachfahren landete auf dem Flughafen von Antananarivo. Dort traf ich zum erstenmal mit Mark zusammen, der schon vorausgeflogen war, um die Expedition vorzubereiten, und mich sofort über den Stand der Dinge aufklärte.

"Alles ist schiefgelaufen", sagte er...

Aye-Aye


* * *
Jag kommer tillbaka hit på måndag.
Ska tillbringa helgen hos min mormor.

Bin das ganze Wochenende bei meiner Oma
und erst am Montag wieder hier.

Freitag, 28. März 2008

Bilderrätsel Nr. 2

Nein, dieses ist es kein Rätsel nach dem Motto "Finde die sieben Unterschiede". Und es soll auch nicht erraten werden, in welchem Gebäude die Fotos aufgenommen wurden. Die Frage lautet diesmal ganz einfach: "Wer ist dieses Paar?" Tom und Jerry? Bonnie und Clyde? Stan und Laurel? Schicke die Antwort als Kommentar oder schreibe sie in das Kontaktformular. Es winken wieder schöne literarische Preise. Die Auflösung ist morgen hier zu lesen. (Familienmitglieder sind diesmal leider vom Wettkampf ausgeschlossen.)


Den här gången är det inte meningen att hitta sju skillnader eller att gissa vad huset heter där bilderna tagits. Nu skall du helt enkelt komma underfund med "Vilket par är det här?" Tom och Jerry? Bonnie och Clyde? Stan och Laurel? Skriv ditt förslag som kommentar eller hemligt till mig i kontaktblanketten längst nere. Man kan vinna något fint litterärt igen. Upplösningen finns här i morgon. Lycka till!


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Tjaaa, vielleicht war es zu leicht. Krakri hat's nämlich auf Anhieb erraten. Natürlich ist das auf dem ersten Bild mein Enkelchen und auf dem zweiten Bild, das bin icke - vor vielen, vielen Jahren, als ich die Welt noch unheimlich aufregend fand. (Und das hat sich eigentlich auch nicht geändert...) Zu gewinnen gab es diesmal ein Hörbuch - Alessandro Bariccos Monolog "Novecento" - allerdings auf deutsch. Die italienische Fassung war leider gerade nicht am Lager, liebe Rätoromanistin. ;-)

Visst hade Kraki rätt: Det var mitt barnbarn på första bilden och jag på den andra - förbryllad som vanligt och i grunden har jag inte ändrat mig senare i livet. Första priset är den här gången en ljudbok av
Alessandro Bariccos Monolog "Novecento" - tyvärr inte på originalspråk utan på tyska. Grattis, lilla rätoromanska! ;-)


Donnerstag, 27. März 2008

Läsvärd essä!

Nu vill jag tipsa mina svenska vänner en väldigt läsvärd essä som är skriven av Bodil och kom ut igår i Dagens Nyheter. En artikel som kanske inte gick att publiceras i en tysk tidning utan att man blev misstänkt för att vara revanschistisk på något sätt... Jag vet inte, men jag antar det.

Mina barns farmor växte upp i Königsberg och hon var tolv när det var dags att fly därifrån år 1944. För några år sedan reste hon dit för första gången - efter alla dessa år. Men det skulle hon kanske inte ha gjort. Nu vet hon att hennes rötter är faktiskt luftrötter. Allting finns kvar, men bara i hennes huvud - och det enda som överlevde är hennes Königsberger Klopse som hon kan laga som ingen annan. Tycker jag.

Tack Bodil, för att du skrivit om detta! (Har tyvärr inte tillräcklig tid för att skriva mer just nu - ville bara peka på denna artikel.)

La Sega del Canto

Zu Ostern heißt die Insel der Jugend in Berlin immer Osterinsel. Vor ein paar Jahren war ich mal zu Ostern auf der Osterinsel und habe ein urkomisches Programm erlebt. Zwei schräge Vögel aus Finnland - mit urfinnischen Pokerfaces - spielten allerlei klassische Musik: klassische Diskomusik, klassische Heavy Metal Musik, klassische Volksmusik und klassische Klassikmusik. Ich weiß nicht, ob es das Wort "Musikclowns" trifft. Vielleicht ein bisschen. Hauptakteur war übrigens eine singende Säge. Eine ganz normale Säge aus dem Baumarkt - und man spielt mit einem Cellobogen darauf!

Na, jedenfalls gab es auch einen Walzer. Ob es der Walzer aus Amelie oder der Schneewalzer war, habe ich vergessen. Was ich nicht vergessen werde: ein kleines Lächeln in ein Paar finnischen Augen - Augen, lichtblau wie einer dieser 1000 Seen. Der Gitarrero hatte mich nach vorne vor die Bühne geholt, um Walzer zu tanzen. Und natürlich kann ich keinen Walzer tanzen. Aber hinterher mailten wir noch ein paarmal hin- und her. Schickten uns Bilder und Musik... Inzwischen ist's lange her. Aber so etwas kann einem in Berlins Schärgarten zu Ostern auf der Osterinsel passieren.


La Sega del Canto
Unbedingt die Videos angucken!!!



Under påsken heter Insel der Jugend här i Berlin helt enkelt Osterinsel - påskön. Det var för ett par år sedan då jag upplevde ett jätteroligt program där på påskön i Berlins skärgård. Två finska killar - med urfinska pokerfaces - spelade klassisk musik: klassisk diskomusik, klassisk heavy metal musik, klassisk folkmusik och klassisk klassikmusik. Jag veg inte om rubriken "musikclowns" skulle passa. Kanske gör det det. Huvudaktören var för övrigt en sjungande såg. En rejäl såg som man kan köpa på Baumarkt - och den spelas med en cellostråk!

Nå, i alla fall blev det vals då också. Om det var La valse d'Amelie eller Der Schneewalzer minns jag inte. Men det som jag aldrig kommer att glömma var ett litet leende i ett par finska ögon - ögon ljusblå som en av de där 1000 sjöarna. Gitarrspelaren hade hämtat mig framför scenen för att dansa vals. Och naturligtvis kunde jag inte alls dansa vals. Men efteråt mailades vi lite fram och tillbaka. Skickades bilder och musik till varandra... Nu är det länge sen. Men sådant kan hända i Berlin under påskhelgen på påskön.


Maku utan utklädning


Auf dieser Scheibe ist alles voller Lieblingslieder...

Mittwoch, 26. März 2008

Ja visst gör det ont


Ja visst gör det ont när knoppar brister.

Varför skulle annars våren tveka?

Varför skulle all vår heta längtan

bindas i det frusna bitterbleka?

Höljet var ju knoppen hela vintern.

Vad är det för nytt, som tär och spränger?

Ja visst gör det ont när knoppar brister,

ont för det som växer och det som stänger.

Ja nog är det svårt när droppar faller.

Skälvande av ängslan tungt de hänger,

klamrar sig vid kvisten, sväller, glider -

tyngden drar dem neråt, hur de klänger.

Svårt att vara oviss, rädd och delad,

svårt att känna djupet dra och kalla,
ändå sitta kvar och bara darra -

svårt att vilja stanna och vilja falla.


Då, när det är värst och inget hjälper,

Brister som i jubel trädets knoppar.

Då, när ingen rädsla längre håller,

faller i ett glitter kvistens droppar

glömmer att de skrämdes av det nya

glömmer att de ängslades för färden -

känner en sekund sin största trygghet,

vilar i den tillit som skapar världen.


Karin Boye

För trädets skull, 1935




Ja, es schmerzt gewiß

Ja, es schmerzt gewiß, wenn Knospen springen.

Warum sollte sonst der Frühling zaudern?

Warum sollte unsre heiße Sehnsucht

In dem bitterbleichen Froste schaudern?

Hülle war die Knospe ja im Winter.

Was für Neues will da sprengen, zehren?

Ja, es schmerzt gewiß, wenn Knospen springen,

Schmerzt im Wachsen, schmerzt auch im Sich-Wehren.


Ja, schwer ist es, wenn die Tropfen fallen.

Bebende, in Angst sie weinend hängen,

Und am Zweig geklammert, schwellen, gleiten -

Ein Geheimnis will sie weiterdrängen.

Schwer ist zweifeln, zagen und nicht wissen,

Wenn die Tiefe zieht und ruft verschollen,

Und verharren und nichts tun als zittern -

Schwer ist bleiben, und auch fallen wollen.


Da, wenn Leiden kaum mehr ist zu tragen,

Alle Knospen wie im Jubel springen,

Da, wenn keine Angst sie mehr kann halten,

Tropfen flimmernd in die Tiefe dringen,
Und vergessen ist die Scheu der Reise,

Und vergessen Angst vor neuem "Werde" -

Fühlen einen Augenblick sich sicher,

Ruhn im Zutraun, das erschafft die Erde.


Karin Boye
Nachdichtung: Nelly Sachs



Querschnitt durch die schwedische
Lyrik des 20. Jahrhunderts
aus dem Schwedischen übertragen und
zusammengestellt von Nelly Sachs
Aufbau-Verlag Berlin, 1947

Dienstag, 25. März 2008

Feuilleton = Följetong?

Ordet feuilleton eller följetong (Jösses, mina kära svenska vänner, vad gör ni blott med alla dessa fina franska ord?!?) har på tyska olika betydelser och används mest för "kulturrubriken av en tidning" och egentligen nästan aldrig för en berättelse som publiceras i flera avsnitt.

Under min senaste Göteborg-resa hamnade måsen och jag någon kväll av en slump i radioföljetongen på P1. Rösten som hördes kände jag igen genast. Det var Slas som läste upp någon av sina böcker! Nu här hemma framför min lilla dator kunde jag plocka ihop alla bokens delar - och om du är intresserad i de färdiga mp3-filerna av "Brev till en hembygdsgård" så behöver du bara skriva till mig. Ljudboken är klar!



In Schweden geht man nicht besonders feinfühlig mit Wörtern um, die aus anderen Sprachen entlehnt wurden. Sie werden einfach "eingeschwedischt". Thomas hat auf fiket.de darüber schon einmal etwas ausführlicher geschrieben und mit Hilfe seiner Kommentatoren auch allerhand kuriose Beispielwörter zusammengesammelt.

Beim Wort
följetong (Feuilleton!) wurde aber nicht nur die Schreibweise verändert, sondern auch die ursprüngliche Bedeutung. Während wir unter einem Feuilleton den Kulturteil einer Zeitung verstehen oder einen unterhaltsamen und lehrreichen Artikel, meint man in Schweden damit eigentlich immer einen Fortsetzungsroman. Die Radiosendung, in der jeden Tag ein Stück aus einem Buch vorgelesen wird, heißt daher Radioföljetongen. Hat man sich da vielleicht ein bisschen vom schwedischen Wort följa (folgen) verleiten lassen?


FAZ-Feuilleton

Montag, 24. März 2008

Die drei Spatzen

Seit gestern habe ich keine Kinder mehr. Nur noch Erwachsene. Erwachsene Kinder also. Toni wurde gestern - zusammen mit dem Osterhasen - volljährig. Aus diesem Anlass habe ich ein Fotobuch für ihn drucken lassen. Achtzehn Jahre auf 136 Seiten, mit mehr als 600 Bildern. Die meisten davon mussten eingescannt werden. Ich saß also viele heimliche Stunden und beschäftigte mich mit vielen alten und neueren, digitalen und nicht-digitalen Bildern. Da geht einem 'ne Menge durch den Kopf...

Toni war fünf, als wir hierher in die Ringelnatz-Siedlung zogen. Das Haus, in dem wir vorher wohnten, gibt es nicht mehr. Genau wie die Häuser hier in der Cecilienstraße fiel es dem Rückbau zum Opfer. Das fühlt sich merkwürdig an. Noch merkwürdiger ist, dass es auch Tonis Grundschule nicht mehr gibt. Auch die wurde vor ein paar Jahren abgerissen. Meine Oma, meine Mutter und ich, wir können unseren Kindern die Häuser zeigen, in denen wir wohnten und die Schulen, auf die wir gingen. Toni kann das nicht.

Das Gedicht, das er besonders liebte, als er vier Jahre alt war, ist das Spatzen-Gedicht von Christian Morgenstern. Irgendwann hat er es illustriert. Dieses Bild gibt es glücklicherweise noch. Zusammen mit dem Gedicht ist es nun in seinem Fotobuch bewahrt.




Nu har jag inte längre några barn. Bara vuxna. Vuxna barn alltså. Toni fyllde nämligen 18 igår. Av denna anledning hade jag tillverkat en fotobok till honom - hemligt, under många många timmars tid. Arton år på 136 sidor, med mer än 600 bilder. De flesta behövdes scanna in. Ett stort jobb, men resultatet blev en ännu större överraskning för honom.

Toni var för övrigt fem när vi flyttade hit till Ringelnatz-kvarteret. Förra huset vi bodde i finns inte kvar. Liksom här i Cecilienstraße blev det Rückbau för ett par år sedan. Det känns konstigt. Men ännu konstigare känns det att grundskolan han gick i fram till sjätte klass har också rivits ner under tiden. Min mormor, min mamma och jag, vi kan visa husen vi bodde i och skolorna vi gick i. Toni kan inte det.

Dikten han tyckte bäst om när han var fyra är en dikt av Christian Morgenstern. Någon gång hade han illustrerat den. Bilden finns kvar - lyckligtvis - och den och dikten är med i fotoboken.

Mina vuxna barn - med fotoboken

Samstag, 22. März 2008

Unser Ostereier-Schrein

Mina barn växte upp med Lego. Självklart. Jag växte upp med något som kallades "Steckbausteine". Nu när jag är vuxen bygger jag med Ankerstones. De är äkta - av Sachsens fina sandsten - och jag tycker mycket om dem.


Meine Kinder sind mit Lego aufgewachsen. Womit sonst. Ich bin mit etwas aufgewachsen, das sich "Steckbausteine" nannte. Jetzt, wo ich groß bin, baue ich mit Ankerstones. Die sind echt - aus sächsischem Sandstein - und ich mag sie wirklich gern.

Donnerstag, 20. März 2008

Ein Osterspaziergang im Schnee?


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

ohnmächtige Schauer körnigen Eises

in Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,

überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben...


...brubbel, brubbel
murmel, murmel...

Wow! Ich kann den ganzen "Osterspaziergang" noch auswendig! Ist wohl nun schon dreißig Jahre her, dass wir ihn in der Schule gelernt haben.


A - B - C - die Katze lief im Schnee...



Från is är strömmars och bäckars lopp
av huld och livande vårblick lossat,
och dalen grönskar av nyfött hopp.
Den gamle vintern, vars makt han krossat,
drog sig i skrovliga bergen opp.
Än frestar flyktingen gagnlös fejd
och kastar hagelskurar strida
i ränder över den grönskande nejd;
men vitt vill solen nu mer ej lida,
nej, bjärta färger vill hon väva
i allt, och allt skall leva och sträva...

Faust I - Utanför Stadsporten
övers. av Viktor Rydberg

Vi lärde oss Goethes "Påskpromenad" i sjuan eller åttan - och jag kan den fortfarande utantill!


Geeiste Osterglocken


Forsythia mit Sahnehäubchen


Bunte Eier - lean cuisine - à la Schneekönigin

Mittwoch, 19. März 2008

Solch ein Gewimmel möcht ich sehn!

Så här ser det ut när man besöker ett köpcenter nuförtiden. Många små kaniner för att titta på. Barn som skriker "Jag vill ha en sån!" och män som ler när de går förbi. Ibland stannar de till och med. Vuxna män. Små gulliga kaniner väcker barnet i oss alla...


Wenn man jetzt, kurz vor Ostern, in ein Einkaufscenter geht, dann trifft man nicht nur Mamis - auf der Jagd nach bunten Eiern mit Füllungen in allen Aggregatzuständen - und ihre Kinder, die begeistert aufkreischen - Mama Mama, ich will auch so eins! - sondern auch große Papis, die stehenbleiben und still versonnen in sich hineinschmunzeln. Kleine putzige Kaninchen kurz vor Ostern machen irgendwas mit dem Kind, das es immer noch gibt - in uns allen.

Dienstag, 18. März 2008

Zuckertüte und Dumstrut

"Rentner haben niemals Zeit" hieß eine beliebte DDR-Fernsehserie mit Helga Göring und Horst Köfer. Und das scheint wohl immer noch zu stimmen. Meine Mama hat nun jedenfalls damit angefangen, alte Dias einzuscannen. Das kostet - trotz oder wegen der modernen Technik, je nachdem - ziemlich viel Zeit. Die Ergebnisse hinterher sind allerdings verblüffend. Nicht nur, was die Qualität der digitalisierten Versionen angeht.

Ein Bild von meiner Einschulung aus dem Jahre 1970 ließ mich ziemlich entsetzt aufschreien: "Großer Gott, warum habt ihr mich nicht ordentlich angezogen? Ich bin ja halbnackt!" - "Aber das war damals todschick. Je kürzer, desto besser." Als ich der Möwe davon erzähle, kommen wir auf Einschulungsrituale und Zuckertüten zu sprechen. Stimmt es wirklich, dass in Schweden die Einschulung überhaupt nicht gefeiert wird? Hier bei uns kommt so ein Fest ja gleich nach Hochzeit und Jugendweihe bzw. Konfirmation. Und im Zeitalter der grenzenlosen Konsumtion werden die Knirpse heute nicht selten mit mehreren Zuckertüten behängt. So wie ein ganzer Zuckertütenbaum. Oft bekommen sie auch noch ein Fahrrad oder das erste Geld für den Führerschein.

Nein, Zuckertüten scheint's in Schweden nicht zu geben. Im Gegenteil, so spitze Tüten hatten im Zusammenhang mit der Schule eine ganz umgekehrte Funktion. Nach einer Missetat bekam man früher nämlich eine dumstrut (Dummtüte) auf den Kopf gesetzt und wurde in die Ecke gestellt. Zum Nachdenken, Verspotten und zur Besserung. Das ist inzwischen aber flächendeckend abgeschafft. Wobei auch aus dem englischsprachigen Raum eine solche Machweise überliefert ist. Also, da finde ich unsere Zuckertüten doch um Längen besser. Was genau in meiner drin war, weiß ich allerdings nicht mehr. Süßigkeiten, Malsachen, Glasmurmeln sicherlich. Auf jeden Fall Hartgummitiere! Aber davon ein andermal...




Min mamma håller på med att scanna in gamla diabilder. Det tar mycket tid för hon använder en avancerad teknik eftersom det ska bli en väldigt bra kvalité. Ja, och faktiskt lyckas hon med detta - även om jag har problem med vissa bilder. Dagen jag kom till skolan till exempel gick jag nästan halvnaken. När jag protesterar nu i efterhand säger hon bara: "Precis så var modet då. Ju kortare dess bättre." Nej, eller?

Jag frågar måsen efter skolbörjan i Sverige och får veta att det finns inga särskilda ritualer eller fester då. Så berättar jag för honom att det firas mycket här i Tyskland när ett barn börjar skolan, efter dagis och/eller efter förskolan. Hela familjen träffas och barnet får en hel del presenter. Tidigare var det framförallt godis som inpackades i en "Zuckertüte" - sockerstrut. Idag under komsumtionsåldern kan det bli en cykel eller första pengar för körkortets konto - och ofta flera än bara en sockerstrut.


Om det gäller Sverige så användes struten i skolan ju tvärtom på ett visst sätt. Man fick den som dumstrut på huvudet när man hade gjort något fel - och fick stå i skamvrån för att skämmas. Även i England gjorde man så där. På det viset är jag glad över att jag växte upp här i Tyskland. Även om jag tvingades att ha konstiga kläder på mig när jag kom i skolan...


Montag, 17. März 2008

Souvenirer från Göteborg

Visste ni att kompositören Bedřich Smetana hade levt och arbetat i Göteborg under åren 1856 - 1861? Visste ni dessutom att det fanns en gång en kvinna som hette Elfrida Andrée som var Sveriges första kvinnliga domkyrkoorganist och Sveriges första kvinnliga telegrafist? Vad jag inte heller visste var att det finns ett litet projekt som heter Altfiol i Väst. Häromdagen hittade jag en CD i måsens skivhylla. Och den blev verkligen en fin souvenir från Göteborg!




Wussten Sie schon... dass der Komponist Bedřich Smetana von 1856 bis 1861 in Göteborg gelebt und gearbeitet hat? Wussten Sie schon... dass es eine Frau namens Elfrida Andrée gab, die Schwedens erste weibliche Organistin und Schwedens erste weibliche Telegrafistin war? Und was ich auch nicht wusste: Es gibt ein kleines Projekt, das Altfiol i Väst heißt, also Viola in West(schweden). Dann jedoch entdeckte ich eine Scheibe im CD-Regal meiner Möwe. Und nun habe ich tatsächlich ein prima Souvenir aus Göteborg!

Dienstag, 11. März 2008

Der Himmel über Berlin

Jeden Tag geht die Sonne ein bisschen früher auf. Im März/April und im September/Oktober habe ich hier die besten Chancen auf ein Rendesvouz mit dem Sonnenaufgang. Und er ist immer wieder ein Erlebnis!


Solen går upp lite tidigare varje morgon. Så här års och i september och oktober träffar jag soluppgången mycket ofta. Vad fint att jag kan se så mycket himmel härifrån!

Då heter jag hellre bara Gris

Hej. Det är jag. Jag är en gris och heter Gris. Bara Gris. Namnet låter inte särskilt infallsrikt, men ändå. Det var Keri som gav mig det. Varje gång hon kommer hit är det samma ord hon säga till mig: Hej Gris - hur står det till? Jag bor på fönsterbrädan i måsens kök. Vi är majbor, måsen och jag. Så heter man när man bor i Göteborgs stadsdel Majorna. Majbor låter fint tycker jag. Det innehåller ordet maj - och maj är en vacker månad. Ingen skulle väl vilja heta novemberbo. Det hörs och syns en hel del måsar här i Majorna. Vi bor ju vid havet. Men med min chef - alltså Keris mås - är det något särskilt. Den har blivit flyttfågel. Måsar är ju i stort sett inte sådana. Nu står jag alltså ofta ensam här i köket. Alltid på tre ben. Jag vet inte varför men det är något konstigt med mina ben. När man börjar såga på ett stolben eller ett bordben för att laga stolen eller bordet då händer det ju också. Stolen eller bordet står efteråt alltid bara på tre ben och vacklar. Så som jag. Nobody is perfect. Men jag skakar gärna. Ibland får jag sällskap av fina blommor här på fönsterbrädan. Långa röda rosor till exempel. Wow... Då blir jag nästan avundsjuk hur vackra de ser ut. Senast var det fyra - och de hade till och med olika namn: Kärleken, Tryggheten, Värmen, Närheten. Konstiga namn, eller? Då heter jag hellre bara Gris. Hur gammal jag är? Mmjaa.., det vet jag inte riktigt. I varje fall föddes jag förr i tiden då resväskorna ännu inte hade hjul. Keri har ingen resväska med hjul. Hon har ryggsäck. Idag ska hon komma hit. Och hon ska säga till mig som vanlig: Hej Gris - hur står det till? Och sen ska hon ställa mig på mina andra tre ben. Så vitt jag vet kommer hon att stanna här till söndag. Sen ska måsen följa med till Berlin igen. En konstig flyttfågel. Kanske har det med musik att göra. Det blir musik på torsdag igen - och egentligen skulle konserten sändas direkt i radion från Göteborgs konserthus. Men det blir tyvärr inte av. Måsen och Keri ska gå dit i alla fall och lyssna direkt. Zukerman och Dudamel heter två av musikerna. Zukerman och Dudamel? Nej, då heter jag ju hellre bara Gris.




Da heiße ich lieber einfach nur Schwein

Hallo. Das bin ich. Ich bin ein Schwein und heiße Schwein. Einfach nur Schwein. Zugegeben, der Name klingt nicht besonders einfallsreich, aber warum nicht. Keri hat ihn mir gegeben. Jedes Mal, wenn sie herkommt, sagt sie zu mir: Hallo Schwein - wie geht's wie steht's? Ich wohne auf dem Fensterbrett in der Möwenküche. Wir sind Majbor, die Möwe und ich. So heißen Leute, die in Göteborgs Stadtteil Majorna wohnen. Majbor klingt prima, finde ich. Es steckt das Wort Mai darin - und dieser Monat ist doch der Wonnemonat. Keiner würde wohl gerne Novemberbo heißen. Man hört und sieht viele Möwen hier in Majorna. Wir wohnen schließlich am Meer. Aber mit meinem Chef - also mit Keris Möwe - ist es was ziemlich spezielles. Keris Möwe ist Zugvogel geworden. Obwohl Möwen im allgemeinen ja gar nicht solche sind. Und so stehe ich nun oft ganz einsam hier in der Küche herum. Immer auf drei Beinen. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber es war nie anders. Vielleicht passierte es so, wie wenn man anfängt an einem Stuhl oder Tisch herumzusägen. Hinterher steht der Stuhl oder Tisch nur noch auf drei Beinen und wackelt. So wie ich. Ein Bein ist immer zu kurz. Nobody is perfect. Aber ich schaukle gern hin und her. Manchmal bekomme ich hier auf der Fensterbank Gesellschaft von einer hochnäsigen Blumenvase. Mit langen roten Rosen zum Beispiel. Ja, da werde ich schon ein bisschen neidisch, wie schön sie aussehen. Letztens waren es vier - und sie hatten sogar Namen. Jede hatte einen Namen: Die Liebe, Die Geborgenheit, Die Wärme, Die Nähe. Merkwürdige Namen, oder? Da heiße ich lieber einfach nur Schwein. Wie alt ich bin? Das weiß ich nicht so richtig. Auf jedan Fall wurde ich vor ziemlich langer Zeit geboren. In einer Zeit, als die Koffer noch keine Räder hatten. Keris Koffer hat keine Räder. Weil man ihn auf dem Rücken trägt. Dann heißt es Rucksack. Eigentlich müsste es ja Rücksack heißen. Heute kommen Keri und der Rücksack wieder in unsere Küche. Und dann wird sie auf's Neue zu mir sagen: Hallo Schwein - wie geht's wie steht's? Und sicher stellt sie mich gleich wieder auf meine anderen drei Beine. So weit ich's mitbekommen habe, bleibt sie hier bis Sonntag und nimmt die Möwe dann gleich wieder mit nach Berlin. Ein komischer Zugvogel. Aber vielleicht hat es was mit Musik zu tun. Am Donnerstag ist auch wieder Musik. Und eigentlich sollte es im Radio eine Direktübertragung aus dem Göteborger Konzerthaus geben. Aber dann wurde nichts daraus. Die Möwe und Keri werden jedenfalls hingehen und direkt zuhören. Zukerman und Dudamel heißen zwei der Musikmacher. Zukerman und Dudamel? Na, da heiße ich doch lieber einfach nur Schwein.




Montag, 10. März 2008

Frühlingsgefühle?


Wandlung ist notwendig - wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.


Vincent van Gogh


Förändringar är nödvändiga - liksom lövets förnyelse på våren.

Vincent van Gogh

Sonntag, 9. März 2008

Kroatisches Quartett

Nächste Woche ist in Leipzig wieder einmal Buchmesse. Dieses Mal ist das Schwerpunktland Kroatien. Das macht neugierig. So wühle ich in alten Fotos und lese ein bisschen in der noch viel älteren Roten Zora herum, die ich schon als Kind so mochte. Außerdem habe ich ein interessantes Blog entdeckt.

Det är dags för bokmässan i Leipzig nu snart igen. Fokus blir Kroatien i år. Det väcker nyfikenhet. Så letar jag efter gamla foton och blädderläser i en ännu äldre bok som jag tyckte mycket om när jag var barn. Dessutom hittade jag en intressant blogg.


Die rote Zora und ihre Bande


Istrien - Sommer 2001


Istrien - Sommer 2001


Istrien - Sommer 2001


Kroatisches Quartett


Freitag, 7. März 2008

Brief aus Schulzenhof


Liebe Freunde!


Nun sind wir schon viele Wochen weit ins NEUE JAHR hinausgeschwommen, meinen Geburtstag am 8. Februar habe ich glücklich überlebt, mit Freude und Freunden, das erste Mal, seit Jahren, habe ich den mir Vertrauten gesagt: Kommt nur, ich fühle mich MUNTER!
So viele Blumen und Briefe kamen gegangen, gebracht und geschickt, noch überlebende stehen vor mir auf dem Tisch...


Sie hat uns wieder geschrieben, Buchjo! Es geht ihr GUT. Komm lesen!


Von diesen Briefsammlungen gibt es inzwischen drei.
Hier wohnt ein Mann, der die Strittmatters auch mag.
Und hier sowieso.



Igår fick jag ett brev från min favorit diktare: Eva Strittmatter. Vi brukar skriva till henne när hon fyller år i februari - och hon brukar svara. Varje år. I år berättar hon bland annat - på ett roligt sätt - att någon konstnär kom och tillverkade ett "motorsåg-porträtt" av henne som nu står i kyrkan i Neuruppin där Eva konfirmerades för 64 år sen. Dessutom håller hon på med att göra sina läxor - det vill säga hon ordnar med Erwin Strittmatters dagböcker. Får vi se när det kommer ut några till.


Schulzenhof liegt nah bei meinem Lieblingssee, dem Stechlin

Donnerstag, 6. März 2008

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose


Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,
Wo die Blumen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
Sag ich laß sie grüßen.

Heinrich Heine




Skönhetens stod

Jag såg skönheten.
Det var mitt öde! Däri ligger allt.
Hur tackar jag därför?
Färska rosor strör jag alla dagar
brutna med heta händer
framför din stod
att ditt leende vilar därpå.
Var får jag rosor
som icke skända mina drömmar?
Det är min lott -
att alla dagar gå med rosor till min drottning
och ligga snyftande vid hennes fötter...
När skall jag stiga upp lätt som en fjäder
att hämta rosen, den enda, den som aldrig dör.

Edith Södergran

Mittwoch, 5. März 2008

Na toll!

Ausgerechnet heute, wo unsere BVG ihren unbefristeten Streik angefangen hat, ist hier in Berlin nochmal der Winter ausgebrochen...

Personalen av lokal trafik strejkar - och det började snöa i morse. Kul!


* * *

Und hier ist der original Na-toll-Cartoon:


Andreas Brantelid och vänner

Lyckligtvis finns det en knapp "Lyssna igen" på SRs webbsida. På det viset kunde jag lyssna på ett fint cello-programm igår kväll som egentligen sändes ju redan i måndags. Måsen hade lyssnat direkt och rekommenderat till mig, men jag var ju inte hemma då. Satte jag alltså igång datorn och lyssnade efter. Vill kanske någon vara med? Här är matsedeln:


Andreas Brantelid und Freunde

Auf der Webseite des Schwedischen Rundfunks gibt es einen Button, der heißt "Lyssna igen" - Hör's noch einmal! Ich bin ganz froh, dass es den gibt, denn so kann ich mir schöne Sendungen anhören, auch wenn ich sie eigentlich verpasst habe. So geschehen am Montag, als ich lieber dem Vorleser im Theater zuhörte. Aber die Möwe hatte mir das Konzert doch sehr ans Herz gelegt. Und nicht zu unrecht! Ein ganz junger Cellist, der sogar schon bei der Nobelpreisverleihung spielen durfte, hatte sich Freunde eingeladen: den Pianisten Bengt Forsberg zum Beispiel. Außerdem gab es ein wunderschönes Cello-lastiges Streichquintett von Schubert. Na, wer will, der kann ja selbst hören. Den Link zur Sendung findet man oben.


Andreas Brantelid ist Skandinaviens Cello-Wunderkind

Dienstag, 4. März 2008

Altwerden ist Scheiße

Der Mann, der nach der Oma kam, hat nun ein Buch geschrieben. Gestern kam es offiziell heraus. Und Glatzeder selbst hat im Berliner Renaissancetheater daraus vorgelesen. Meine Freundin Petra, die beim Aufbau-Verlag arbeitet, hatte Karten besorgt und gefragt, ob ich mitwill. Ich wollte und holte sie nach der Arbeit vom Verlag ab. (Dort durfte ich sogar in das Allerheiligste reingucken: das Verlegerzimmer! Es hat einen Kamin, Ledersessel und Bücher bis an die Decke. Wow!)

"Ja, man kann sich vielleicht hinsetzen und sich vornehmen: Nun erinnere ich mich. Aber so richtig geht das erst, wenn man gezwungen ist, es aufzuschreiben. Durch die Schreiberei bin ich unheimlich tief in mein vergangenes Leben eingetaucht und hatte eine Menge Aha-Erlebnisse. Ich erinnerte mich plötzlich sehr genau an bestimmte Gerüche, an meine Gefühle. Das wäre ohne die Schreiberei nicht möglich gewesen. Und warum meine Geschichten fast immer lustig klingen, obwohl die Zeit und die Ereignisse es oft gar nicht waren? Ja, wisst ihr, ich finde Altwerden ganz einfach Scheiße. Ich mag es überhaupt nicht. Und eigentlich komme ich nur damit klar, indem ich mit einem Augenzwinkern auf mein vergangenes Leben blicke."

Glatzeder war ein schwieriges Kind und er ist ein schwieriger Mensch. Und doch ist er immer geliebt worden. So ungefähr hatte ich ihn mir auch vorgestellt. Was ich nicht wusste: dass so vieles in seinem Leben mit Berlin-Lichtenberg zu tun hatte. Jeden Morgen radle ich an den Backsteinvillen des Herzberge-Krankenhauses vorbei. Er ist in einer von ihnen aufgewachsen - und sein Großvater Gustav Adolf war gleich nach dem Krieg Lichtenberger Bürgermeister...

Klar werde ich mir das Buch von Petra borgen, wenn sie's aus hat. Und ich werde jede Menge Spaß haben bei Geschichtenlesen - und ich werde hin und wieder stutzen und ein bisschen schlucken. Genau wie gestern abend.


Ein aktuelles Kurier-Interview
Ein etwas älteres mdr-Interview


Det är skit med att bli äldre

"Die Legende von Paul und Paula" från år 1973 har blivit en av de framgångsrikaste östtyska filmerna. Den manliga huvudrollen spelade Winfried Glatzeder. Nu har han skrivit en biografisk bok som kom ut igår med en läsning i Berlins Renaissancetheater. Min vännina Petra som jobbar på Aufbau-Verlag hade skaffat biljetter och frågat om jag vill vara med - och det ville jag faktiskt.

"Om nån frågar 'Minns du det' så kan man tänka efter och försöka minnas. Men på riktigt går det egentligen först när man börjar skriva upp allt man kommer på. Man blir tvungen att gå in i det förflutna mycket djupt - och jag hade verkligen intressante upplevelser under skrivandet... Varför mina berättelser mestadels låter ganska roliga? Det har med min ålder att göra. Jag tycker inte alls om att bli äldre. Det är helt enkelt skit. Och jag kan bara stå ut med detta genom att ha en komisk blick på åren som har gått..."

Glatzeder har alltid varit en komplicerad men omtyckt människa. Det visste jag ju redan. Vad jag inte visste var att så mycket i hans liv hade med Berlin-Lichtenberg att göra. Särskilt det området där jag cyklar förbi varje morgon och där Kati kom att bo numera. Nu ser jag till exempel de gamla tegelvillorna av Herzberge-sjukhuset med helt nya ögon, ty Glatzeder växte upp där. Hans morfar hette för övrigt Gustav Adolf - och var borgmästare i Berlin-Lichtenberg strax efter Andra Världskriget.

Jag ska i alla fall låna boken av min vännina - och jag ska ha det roligt under läsningen, men även haja till då och då. Det vet jag. Just som igår.


Montag, 3. März 2008

Kraniche im Dahmetal

Im Herbst wurde Tonis Fahrrad geklaut. Das war ein großes Unglück, denn wir sind eine Radlerfamilie ohne Auto. Nun hat ein Cousin meiner Mutter uns ein altes DDR-Fahrrad verkauft. Es ist ungefähr so alt wie ich, es hat keine Gangschaltung und es ächzt ein bisschen beim Treten. Erst dachte ich, Toni würde die Nase rümpfen. Aber er findet es irgendwie cool.
Gestern habe ich's von Dahme nach Berlin überführt. Weil von Dahme schon lange keine Züge mehr fahren, muss man nach Uckro radeln. Es gibt eine Bundesstraße, 12 km ungefähr, mit zwei langen Bergen. Aber die mag ich nicht. Ich fahre lieber einen großen Umweg - durch Wald und Feld und abseits gelegene Backsteindörfer. Diesen Weg liebe ich zu allen Jahreszeiten, denn er ist einsam und sehr märkisch. Gestern sah die Landschaft ein bisschen mitgenommen aus. Wegen Emma. Also dem Sturm, der am Samstag hier wütete.


Von Dahme radle ich zuerst den Fläming-Skate entlang
und dann über Pitschen-Pickel zum Bahnhof Uckro.


Emma war's!


Als ich auf einem alten Maisfeld eine Schar Kraniche entdeckte, musste ich an das Kranich-Lied denken, das ich früher immer gern gesungen habe. Und es ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf.
Die Kraniche fliegen im Keil.
So trotzen sie besser den Winden.
So teilen sie besser die Kräfte, weil

die Starken bilden den vorderen Teil
und die Schwachen fliegen hinten...



Tranor i Dahmedalen

I höstas blev Tonis cykel stulen. Det tyckte vi var en liten katastrof för vi har ingen bil utan hela familjen cyklar bara. Nu sålde min mammas kusin en gammal DDR-cykel. Den är ungefär lika gammal som jag, utan växel och med lite konstiga ljud när man trampar på den. Först tänkte jag Toni skulle inte tycka om den här ostalgi-cykeln. Men han sa bara "cool".
Igår tog jag med mig den från Dahme till Berlin. Eftersom det har inte funnits något tåg sedan länge så måste man cykla till Uckro. Det går en landsväg dit, 12 km ungefär, med två långa backar. Men jag gillar inte den utan jag kör hellre en stor omväg - genom den mörka skogen och förbi fält, ängar och avlägsna byar med gamla tegelhus. Den vägen älskar jag under alla årstider. Igår såg landskapet lite krassligt ut. På grund av Emma. Alltså den hårda stormen som rusade över Tyskland i lördags.
När jag upptäckte en flock tranor på ett gammalt majsfält kom jag att tänka på en visa som jag gärna hade sjungit när jag var ung. Visan om tranorna lämnade mig inte hela dagen.

Ofta har jag den här skate- och cykelbanan bara för mig själv.