Mittwoch, 21. Mai 2008

Vorfreude, schönste Freude

Auf Saltholmen kann man seit kurzem nun jeden Freitag auch als Pärchen der Freikörperkultur frönen - ohne Bretterzaun dazwischen. Und im "Tal der Azaleen" in Göteborgs Park Slottsskogen blüht der Rhododendron zur Zeit wie verrückt. Dort im Park wird es an Schwedens Nationalfeiertag übrigens auch ein kostenloses Open-Air-Konzert der Göteborger Sinfoniker geben. Und das nordische Cello-Wunderkind Andreas Brantelid spielt morgen Abend im Konzerthaus am Götaplatz. Du lieber Himmel - wir haben allerhand vor in den nächsten zweieinhalb Wochen! (Ob das mit dem Tandemfahren klappen wird?)

Aber was ich besonders schön finde: Dort im Norden ist der Frühling noch in vollem Gange, der Flieder noch nicht verblüht... So war es im letzten Jahr auch schon, als ich das erste Mal an die schwedische Westküste reiste. Na jedenfalls: Morgen machen wir uns gemeinsam auf den Weg, das Notebook fährt definitiv nicht mit - und irgendwann nach dem 8. Juni geht's dann hier auf "Mondschnee" weiter. Auf Wiederlesen, allerseits! :-)



meine "Vorfreude, schönste Freude"-Urlaubs-Collage


Det blir nu tyst här i drygt två veckor, eftersom måsen och jag tänker resa till Sverige för att uppleva nya äventyr tillsammans. Vi har planerat ganska mycket - och ni får framför allt hålla tummarna att vi ska lyckas att hyra en tandemcykel. Allt annat kommer nog att ordnas och konsertbiljetter har vi redan skaffat en hel del. Någon dag efter den 8. juni ska det finnas nyheter här igen. Böcker har jag nog packat ner, min kamera också, men ingen dator, nej. I morgon bitti ska vi åka iväg - och jag har fått till och med lite resfeber redan. På återläsande, mina kära vänner! :-)


3. juni 2007 - Bokenäs kykrogård
(Det är fint att se syrenen blomma två gånger per året...)


Dienstag, 20. Mai 2008

Nödutgång... eller notutgång?

Barnen har dekorerat musikskolans väggar. Jättestora noter i olika färger flyger omkring. Men tänk, om de vill flyga ut - alltså noterna - så finns det till och med en särskild dörr för dem! Igår hittades det nämligen en gammal bomb från andra världskriget i kvarteret vid Mariannenplatz. Efter mer än 60 år...




Die Kinder haben die Wände in der Musikschule Kreuzberg dekoriert. Überdimensionale Noten in lustigen Farben fliegen durch die Gegend. Und wenn mal wieder eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wird, gleich um die Ecke, nach über 60 Jahren!, dann haben auch die lustig bunten Noten einen eigenen Ausgang während der Evakuierung...

Das Lied vom wilden Mohn


Der wilde Mohn wächst nicht im Garten,
Stirbt, wenn man sich ihn fangen will.
Sein Duft nach Sturm, nach hagelharten
Eistränen und nach langen Schatten
Macht sehnsüchtig, hält nicht still.

Das ist das Lied vom wilden Mohn.
Wer kennt das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie.
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt auch meist sehr früh.

Da, Lieb, die fetten Blütenblätter
Steck sie ins Haar, steck sie ins Haar!
Die Wolken bringen ander Wetter,
Der Sommer geht, die Lieb wird fetter,
Stirbt uns vorm Januar.

Das ist das Lied vom wilden Mohn.
Wer kennt das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie.
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt auch meist sehr früh.

Genossen, diese heißen Jahre
Brennen in Spanien, Italien noch mehr!
Kämpfend zerraufen wir unsre Haare.
Ach diese Röte macht träumend! Die Jahre
Laufen dem wildesten Mohn hinterher.

Ist das das Lied vom wilden Mohn?
Kennst du das schon
Vom wilden Mohn?
Der wächst nicht irgendwie!
Der wächst doch nur in heißer Zeit
Und meilenweit
In heißer Zeit,
Und stirbt er denn wirklich so früh?

Hans-Eckardt Wenzel (1977)


Rügen, Pfingsten 2004


Schreib Lieder, sagen die Gedichtemacher, schreib Gedichte, sagen die Liedermacher. Schreib Prosa, fordern die Essayisten. Hör auf zu schreiben, sagen ganz andere. So ein Durcheinander (unseriös!), eine Mixtur der Genres, fließende Grenzen. Hat der Mann keinen Standpunkt, fragen die Vertreter poetischer Statik.
Kennen Sie Chiron? Den fabelhaften Centauren, halb Pferd, halb Mensch. Zerrissene Doppelexistenz, an der wir uns mitleidend erbauen - weil wir doch, ach, so einig in uns selbst ruhen.
Daß wir uns bloß nicht irren, sagt W., scharrt mit den Hufen und kippt seine Textmappe über unsere Häupter aus. Metallig glänzende Texte, stinkend nach Gebrauchswert, ungefeilt, wie herausgefetzt aus dem Bleistrom der Zeiten, armer Chiron, daß du die Extreme in dich hineinholen willst. Du weißt, wohin das führen kann. Daß du es nach wie vor nicht bequem haben willst.
Du aber sagst: Ich allein bin mir zu wenig. Trauriger Pegasus, der du Chiron heißt, darum schnaubst du so (unseriös!) und hechelst, nach vorn, nach vorn! Der ist ja verrückt, sagen einige deiner Freunde. Mag sein, aber die Kinder und die Narren, was plapperten die, wie hieß das doch gleich?

Steffen Mensching





Det är sedan mer än 30 år tillbaka jag tycker om Wenzels dikter och sånger - och hans visa om den vilda vallmon har hört till mina absoluta favoriter. Alltid.


Montag, 19. Mai 2008

Jakobus im Mai

Für all unsere Lieben in nah und fern (vor allem die fernen!) gibt es heute mal wieder ein aktuelles Foto vom Allerjüngsten der Sippe. Der kleine Mann hat es zur Zeit nicht so leicht mit sich und der Welt. Er kriegt wohl Zähne und ist auch sonst ein bisschen skeptischer geworden. Die Oma, das Hänschen klein, die liebe Suse und die Frau Störchin müssen sich ganz schön anstrengen, bis der kleine Prinz sich zu einem Lächeln durchringt. Aber wenn er's dann tut, liegt ihm ja doch die Welt zu Füßen! :-)




Mitt barnbarn fyller fyra månader om ett par dagar. Han tittar under tiden lite mera skeptiskt på mig - och det behövs flera barnvisor att han börjar le mot mig. Tidigare räckte det ju med bara ett par verser. Tja, men så är det: världsåskådning och anspråk, det är saker som förändras under livets lopp. Ibland mindre, ibland mer - och kanske redan så tidigt. ;-)

Schüttelstroh und Marienvesper

Ich hatte mir übers Wochenende die Umweltkarte von der Firma ausgeborgt - eine gute Gelegenheit also, mit der Möwe ein bisschen kreuz und quer durch Berlin zu zuckeln, denn man kann am Wochenende ja zu zweit damit fahren. "Und am besten auch ein bisschen mit dem Zug", hatte ich mir gedacht. "Da freut sich mein Eisenbahnfreak".

Um so weit wie möglich innerhalb der Stadtgrenzen zu reisen, da muss man nach Spandau fahren. Setzten wir uns also in den Regionalzug und fuhren dorthin. In der Altstadt war Wochenmarkt und ziemlich viel Volk auf den Beinen. Hurtig spazierten wir daher zur Zitadelle, wo gar nix los war. (Auf der Zugbrücke wäre ich allerdings beinahe unseren beiden Geschäftsführern in die Arme gelaufen. Glücklicherweise haben sie mich nicht entdeckt...) Ja, ich bin immer wieder gern dort in und auf den Mauern der alten Festung. Und wie jedes Mal musste ich an Konrad Wolfs Film "Ich war neunzehn" denken. Hungrig geworden kehrten wir später im Burggarten ein und aßen Schüttelstroh mit Speckstippe. Schüttelstroh ist mit Sauerkraut gemischter Kartoffelbrei - etwas, das es schon immer, also so lange ich mich erinnern kann, dort auf der Zitadelle zu essen gab. Sehr einfach und sehr lecker!

Der Nachtisch später war mehr als üppig: Montiverdis Marienvesper in der St. Afra-Kirche im Wedding. Das ist eine von diesen mitten in eine Häuserzeile eingebauten Kirchen, von denen es hier in Berlin etliche gibt, und wo man von der Straße aus keine Vorstellung davon hat, was für gewaltig große Kirchenräume einen hinter der - meist backsteinernen - Fassade erwarten. Es war faktisch der erste vollständige katholische Gottesdienst, den ich miterleben durfte - und wären es nicht Monteverdis Musik und die alten Instrumente gewesen, die uns hingelockt hätten, wären wir wohl schon bald wieder ausgerückt.

Zwei Stunden dauerte der "Hokuspokus", wie die Möwe hinterher blasphemisch äußerte, die irgendwas verwechselt haben musste und in der Kirche die Schuhe ausgezogen hatte. Da konnte es ja nix werden, als alle sangen "solve vincla reis, profer lumen caecis", obwohl ich schon ein bisschen die Daumen gedrückt hatte. Die Musik war allerdings wunderwunderschön und hinterher flossen zwar nicht Milch und Honig, dafür aber jede Menge Wein, Cidre und Apfelmost. Tja, dass wir uns nicht in einer evangelischen Kirche befanden, hatte ich schon bemerkt, als mir am Eingang das prächtige, farbkopierte Programm in die Hand gedrückt wurde.

"Was heißt eigentlich Weihrauch auf Schwedisch?", hatte ich die Möwe gefragt. "Rökelse", bekam ich grinsend zur Antwort und wir mussten beide an die erste Szene aus "Das Leben des Brian" denken und lachen.


Die Zitadelle - mächtige Mauern und ein breiter Burggraben.


Verwinkelte Gänge


Türme und Türmchen


Diese Mauern sind wirklich unheimlich dick.


Hier gucken wir über eine davon zum Spandauer See.


Ach ja, Backsteine...


Tänk, man behöver bara låna månadskortet av kontoret - och på det viset kan man resa 400 år tillbaka i tiden, till och med på två! Så gjorde vi i lördags när vi besökte fästningen Zitadelle Spandau - där vi klättrade omkring på gamla tjocka murar och där vi senare åt mat från medeltiden. "Schüttelstroh" hette det och var en blandning av potatismos, surkål och bacon. Enkel och god.

Som efterrätt lyssnade vi till Monteverdis Marienvesper i en märklig kyrka i Berlin-Wedding. (Man kan inte ana hur stor den är när man står på gatan och tittar bara på fassaden...) Det var för första gången att jag upplevde en katolisk gudtjänst i dess helhet. "Hokuspokus" sa måsen efterråt, men det var ju den tidiga musiken vi njutit av så väldigt mycket. Och så skrattade jag när jag fick veta att det heter "rökelse" om det gäller "Weihrauch" på tyska. Ordet "Weihrauch" låter ju ganska högtidligt, men ordet "rökelse" låter nästan lite blasfemiskt. Tycker jag.


Die St. Afra-Kirche in der Graunstraße.


Hier gibt es Bilder von der Marienvesper.

Die Marienvesper von Claudio Monteverdi

Freitag, 16. Mai 2008

Sandsations


Einar hat in seinem Blog darüber geschrieben, dass man nun herausgefunden hat, woher der mystische tiefe Ton kommt, den man manchmal in der Wüste hören kann. Und dann haben wir uns ein bisschen über unsere sandigen Erfahrungen ausgetauscht. Inzwischen habe ich nun eine ganze Menge Sandbilder auf meinem Rechner zusammengesucht. Die kleine Galerie heute entstand am Atlantik, wo das Wasser manchmal merkwürdige Sachen mit dem Sand macht.

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Det var när jag läste Einars inlägg om sanddynernas sång som jag blev påmind om mina sandbilder. Jag tog dem vid Atlanten där vattnet ibland gör konstiga saker med sanden.




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Donnerstag, 15. Mai 2008

Janssons frestelse

Det är mer än ett år tillbaka att jag lagade Janssons frestelse senast. Då lyckades jag med allt och mina barn tyckte den var god. Nu har måsen tagit med sig original svenska ansjovisburkar - och jag ska laga Janssons frestelse i kväll eftersom en tjej som förra året var med på folkhögskolan i Pers kurs ska komma på besök. Hon har varit i Sverige några gånger under tiden - så som jag. Då kommer det att finnas mycket att berätta. Men ni får hålla tummarna att Janssons frestelse ska lyckas! (Jag är ju inte så väldigt bra i köket egentligen. Just igår hände det en olycka igen och det tog några timmar innan den hemska lukten försvann och min katt som är vår brandvarnare lugnade sig och slutade larma...)


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Tillägg 16.05.2008: Allt gick bra! Var och en av oss frestades av två stora portioner. Tack för att ni hållit tummarna! :-)




Es ist ein gutes Jahr her, seit ich das letzte mal "Janssons frestelse" zubereitete. Damals ging alles gut und uns schmeckte es ganz prima. Nun hat die Möwe gestern echte Abba-Anchovis mitgebracht, denn heute bekommen wir Besuch und es soll ein lustiger schwedischer Abend werden. Meine Banknachbarin aus dem VHS-Kurs will zu uns kommen und Geschichten und Bilder aus Uppsala vom Sommerkurs und anderen Schweden-Trips mitbringen. Na ja, und schließlich haben die Möwe und icke ja auch allerhand zu erzählen... Drückt mal die Daumen, dass es klappt mit der "Versuchung", denn ein echtes Küchenwunder bin ich nicht. Gerade gestern ging mal wieder etwas schief. Mannomann, es war gar nicht so leicht, den Geruch nach Verbrannten aus der Wohnung zu kriegen und unser Kater - ein zuverlässiger Rauchmelder - meckerte noch den halben Abend.


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Nachschlag 16.05.2008: Es hat auch diesmal funktioniert! Und so lecker geschmeckt, dass die Versuchung uns zwei große Portionen hat versuchen lassen. Besten Dank für's Daumendrücken! :-)


Hier lernte ich vor einem Jahr ein bisschen Schwedisch snacken.
Es war sehr lustig und ich denke gerne an den Kurs zurück.

Muckefuck

Ah, diesmal war es also nicht so leicht. Prima! Das Lösungswort heißt Muckefuck - Mocca faux, Malzkaffee, Ersatzkaffee. Ich habe doch am Wochenende mit meiner Oma wieder mal über alte Zeiten geplaudert und sie versuchte mir zu erklären, wie ein Kaffeeröster aussieht, mit dem man zu Hause Zichorienwurzeln röstete, um daraus dann Muckefuck zu kochen. Ich hatte weder eine Ahnung, wie ein Kaffeeröster aussieht, noch wie die oberirdischen Teile eines Gewächses mit dem lustigen Namen Zichorie daherkommen. Aber ich habe als Kind im Kindergarten oft Muckefuck getrunken. Damals mochte ich ihn nicht besonders. Inzwischen trinke ich ganz gern mal einen Becher Malzkaffee mit viel Milch - es gibt ihn bei PLUS von BioBio in zwei oder drei verschiedenen Sorten. Meine Lieblingssorte ist Dinkelkaffee, mit 20 % Zichorie.

Die Preise gehen heute also ans Ufer des schönen Vänern - Glückwunsch, Bodil und René! :-)



im nu - das war unser
Kindergarten-Muckefuck





Heute gibt es außer
Caro auch eine Reihe
ganz neuer Arten...








Fint, det var inte lätt den här gången! Men Bodil och René gissade rätt. Grattis! :-) Järngrejen är faktiskt en kafferostare och växten heter verkligen
cikoria. Det var min mormor som berättade nyligen om proceduren att laga Muckefuck själv. Det behövdes cikoriarötter som man skärde i små bitar och sedan blev de rostade på spisen. Efteråt måste man mala dem och brygga som vanligt kaffe. Så berättade min mormor och hemma googlade jag efter sådana gamla kafferostare och jag ville veta hur cikoria-blomman ser ut. Nu vet jag. Men jag vet inte hur populärt kaffesurrogat är i Sverige nuförtiden, i Tyskland dricks det ju fortfarande en hel del Caro eller andra sorter som man kan köpa i hälsokostaffären eller i vanliga livsmedelbutiker. När jag var barn, då drack vi mycket Muckefuck på dagis som jag inte speciellt tyckte om. Men numera dricker jag då och då en mugg med mjölk. Helst en sort som innehåller rostad dinkel och 20 % cikoria.


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Ich hatte übrigens mit meiner Schwester mal ein Wortkuddelmuddel, als wir in Frankreich zusammen im Supermarkt einkauften. Ich wollte Chicorée - und sie meinte, daraus machen die Franzosen aber Muckefuck. Wenn man in Frankreich Chicorée haben will, muss man nach Endive fragen. Das war für mich dann aber wieder etwas ganz anderes...

Mittwoch, 14. Mai 2008

Bilderrätsel Nr. 3

Heute gibt es wieder einmal etwas zu raten. Diesmal müsst ihr herausfinden, was die beiden Bilder hier unten miteinander zu tun haben. Das eine ist ein Gewächs - und das andere irgendwas für die Küche. Als Preise winken heute gleich zwei Hörbucher. Bengt Pohjanen hat sein Buch "Smugglarkungens son" nun nämlich fertig vorgelesen - und ich habe alle Teile mitgeschnitten. Das wäre dann allerdings auf Schwedisch (mit etlichen Einlagen und Gesängen auf Tornedalfinnisch.) Ansonsten liest Ulrich Mühe "Wind, Sand und Sterne" von Antoine de Saint-Exupéry. Ich freue mich auf eure Vorschläge und hoffe, es ist diesmal nicht zu leicht!

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Tjaaa... Vielleicht ist es doch zu schwer. Deshalb hier zwei kleine Nicht-Hinweise: Die Blume ist keine Kornblume und das Gerät benutzt man nicht zum Mahlen, sondern man stellt es auf den Herd.



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Idag får ni gissa igen. Titta noga på bilderna här ovan. Det ena är någon växt och det andra är något för köket. Dagens fråga heter nu: Vad har de här båda bilderna med varandra att göra? Den som vet eller gissar rätt har chansen att vinna en talbok. På svenska (och Tornedalfinska!) läser Bengt Pohjanen sin självbiografiska roman Smugglarkungens son - och på tyska är det Ulrich Mühe som läser Wind, Sand und Sterne - (Terre des Hommes) av Antoine de Saint-Exupéry. Jag ser fram emot att höra av er och jag hoppas att det inte är alltför lätt den här gången.

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Oj, det tycks vara svårt idag. Får jag hjälpa till lite grann? Alltså: Växten är ingen blåklint och järngrejen på andra bilden är inte för att mala, utan den ställer man på spisen.





















Dienstag, 13. Mai 2008

Die Suche nach dem Einklang

Meine Anderthalbmetergroßmutter und Einar aus Uppsala sind schuld daran, dass ich innerhalb der letzten zwei Tage - ganz gegen meine Gewohnheiten - gleich zweimal vor der Mattscheibe bzw. der Kinoleinwand gelandet bin. Meine Oma hatte eine aufgeschlagene Fernsehzeitschrift herumzuliegen, was ja an sich noch keinen Schlüsselreiz darstellt. Aber dann entdeckte ich die wilden Locken von Gustavo Dudamel - und ich fand mich in der Nacht von Sonntag zu Montag in Tonis Jungszimmer wieder, vor unserem alten Grundig-Fernsehapparat. Ach ja, dachte ich und seufzte, vernünftige Filme kommen zu ziemlich schrägen Zeiten...




Auch der andere Film hatte mit einem Lockenkopf und einem berühmten Orchester zu tun. Ich hatte in Einars Blog seine Eindrücke von den beiden Philharmoniker-Konzerten gelesen. Eines war in Berlin, das andere nur wenige Tage später in Stockholm. (Ich glaube, so oft habe ich die Berliner Philharmoniker in den letzten fünf Jahren nicht gesehen... Jedenfalls nicht mit Simon Rattle am Pult.) Na, jedenfalls erzählte ich Einar - um sein Bild ein bisschen abzurunden - von Rhythm is it!, einem der nun schon traditionell gewordenen Education-Projekte der Philharmoniker, das 2003 durchgeführt und auch in einem äußerst erfolgreichen Film dokumentiert wurde. Auf der Webseite des Orchesters stieß ich dann auf einen neuen Film vom gleichen Regisseur. Und den habe ich mir gestern nachmittag angeguckt - als einziger Zuschauer im Filmtheater am Friedrichshain. Ach ja, dachte ich und seufzte, wahrscheinlich werden solche Filme bald nur noch auf Filmfestivals zu sehen sein...


Thomas Grube begleitete die Philharmoniker nach Asien
Absolut sehenswert!!! (
www.triptoasia.de)


Det blev två filmer den här storhelgen som hade med musik att göra - utmärkta filmer om utmärkta orkestrar och utmärkta dirigenter. Filmen Die Macht der Musik som jag såg ensam i söndagsnatt i Tonis ungdomskammare handlade om Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela som står ju som sagt på min tre önskemåls topplista. Filmen ställar frågan "Kan musik förbättra livet?" - och svarar utan att tvivla med ett stort JA.


Edicson Ruiz tauchte gleich in beiden Filmen auf, die ich sah.
Er kommt aus Caracas und wurde mit 18 Berliner Philharmoniker.

Edison Ruiz dykte upp i de båda filmerna jag såg. Han kommer från
Caracas och blev medlem hos philharmonikerna när han var 18 år.


Den andra filmen såg jag på bio - också ensam. Tänk, ingen utöver mig ville se den! Men den var så gripande och så väldigt intressant! Samma regissör som redan var med på Simon Rattles och Royston Maldooms projekt Rhythm is it! hade producerat en ny dokumentär: Berlinphilharmonikerna
under en Asienresa - samt deras tankar, förhoppningar, traditioner, rädslor. På inget annat yrke jobbar man nog så ensam, så egocentrisk, men samtidigt så djupt inbunden i en grupp ändå - och allt detta på ett så väldigt hög nivå. Jobbet är både mycket krävande och givande. Och att syssla på det sättet med musik "... is an unkickable drug", sa Simon Rattle till sist. "And I'm happy to be a junkie till the end of my days!"


"Ich gehe an Orte, wo es Probleme gibt, und tanze."
Rhythm is it! - ein einmaliges Projekt und ein einmaliger Film!

Montag, 12. Mai 2008

Es klappert die Mühle...

Heute ist Mühlentag 2008. Immer am Pfingstmontag findet der statt. Erst dachte ich, es wäre so eine regionale Tradition hier in Berlin und Brandenburg, aber nun lese ich, dass es ja eigentlich Deutscher Mühlentag heißt. Da gibt es dann immer viel zu sehen - und viel zu essen und zu trinken, dort wo Wind und Wasser allerlei Räder antreiben.

Mein Mühlentag war schon am Samstag. Das hat einerseits damit zu tun, dass ich "Solch ein Gewimmel möcht' ich sehen!" nicht besonders leiden mag. Aber es ist doch immer ziemlich viel Gewimmel bei solchen Aktionen. Und schließlich hat es mit Rotkäppchen und dem bösen Wolf zu tun. Wenn Rotkäppchen auf dem Weg zur Großmutter ist, dann versucht der böse Wolf immer, es vom Wege abzubringen. Wenn ich auf dem Weg zu meiner Großmutter bin, dann ist es nicht der böse Wolf, der mich hin und wieder vom Wege abbringt. Es sind Wegweiser. Alte oder neue.
Diesmal war es ein alter. Ich bin schon viele Male an ihm vorbeigeradelt. Doch nun am Samstag hatte ich ein bisschen Zeit herausgefahren, denn auf dem windigen Plateau zwischen der Bahnstation und den Dörfern im Dahmetal wehte es diesmal ausnahmsweise von hinten.

In Schweden heißt es übrigens nicht Rückenwind, sondern Mitwind. Als ich nach meinem schicksalsschweren Konzertbesuch am 28. Mai 2007 nach Torekulla zurückradelte, hatte ich auch Rückenwind. Und Flügel. (Schließlich war es ein Klavierkonzert.) Nur ganz kurz wollte ich deshalb bei meinem Konzert-Banknachbarn, der damals noch nicht meine Möwe war, anrufen, um ihm zu sagen, dass ich schon in der Herberge angekommen sei, weil ich doch Rückenwind gehabt hätte. (Das mit den Flügeln behielt ich vorerst noch für mich.) Das Telefonat wurde ein wenig länger als geplant, weil es nicht Rückenwind, sondern Mitwind heißt. Ich braucht eine Weile, um es zu erklären. Und war wohl noch ein wenig atemlos. Nicht nur wegen der Radelei...


Auf dem Wegweiser am Samstag stand "Bachmühle". Außerdem "Getränke und selbstgebackener Kuchen". Weil ich unweit der dort noch jungfräulichen Dahme entlangfuhr und weil es Bachmühle hieß, erwartete ich also keine Windmühle, als ich mich von diesem Wegweiser und dem selbstgebackenen Kuchen vom Wege abbringen ließ. Und richtig! Schon bald rauschte es ordentlich. Ich fand mich - gar nicht so weit von der Landstraße entfernt - in einem idyllischen Tal mit einem schmucken Mühlengebäude wieder. Lustige Ziegen meckerten mir "Hallo" auf Ziegisch zu und ein Paar Stockenten erschrak und flog auf, als ich "Wolke Sieben" an das Brückengeländer lehnte. Alles war so satt und grün. Ein kleiner Teich funkelte zwischen Büschen und Bäumen. Nur von einem Wasserrad war keine Spur. Das Wasser rauschte einfach so das Wehr herunter, ohne etwas zu verrichten.

Warum das so war, erfuhr ich sehr bald, als ich mich am Mühlenteich niedergelassen hatte und mir leckeren Rharbarberkuchen schmecken ließ. "Es ist nicht nur das Wasserrad selbst, das ordentlich Geld kosten würde. Es müssten auch wasserbauliche Maßnahmen durchgeführt werden", erklärte mir der Mühlenbesitzer, der seine Gartenarbeit unterbrochen und sich zu mir gesetzt hatte. Das klang verdammt nach deutscher Baubürokratie. Er sei in Rothenburg ob der Tauber gewesen. Da gäbe es zinslose Kredite für Leute, die Wasserräder installierten, um elektrischen Strom herzustellen. Ich dachte kurz an die Erderwärmung und die großen und klangvollen Reden der Politiker.

Als die beiden jetzigen Besitzer die Mühle im Jahre 2000 erwarben, war das Gebäude in einem desolaten Zustand und der Mühlenteich eine Müll- und Schutthalde und eigentlich kein Teich mehr. Dach und Fenster in dem recht großen Mühlengebäude wurden zuerst gemacht. Es ist ein riesiges Dach und es sind viele Fenster. 2005 konnten sie dann endlich einziehen. Als nächstes wurde der Mühlenteich wieder ein Mühlenteich. Und vor kurzem konnte dann mit ein paar Fördermitteln die Fassade in ihrer ursprünglichen, schlichten Eleganz wieder hergestellt werden. Im Moment wird der alte Mahlboden zu einem Schlafboden mit Heubetten ausgebaut und es gibt Pläne für ein kleines Museum. Das Wasserrad bleibt vorerst ein Traum. "Wir werden sehen", der Müller lächelt.


"Haben Sie Kinder?", frage ich dann noch und muss an den Gestiefelten Kater denken. "Kinder? Nein, Kinder haben wir nicht." Es ist die Mühle, in die sie alles an Kraft, Zeit und Geld stecken. Also kein Gestiefelter Kater. Aber die Mühle ist trotzdem eine Entdeckung - und ein Geheimtipp! Idyllisch (ab)gelegen, nette Bewirtung, äußerst moderate Preise. Hier kann man auftanken!





Idag är det allmän helgdag här i Tyskland - och Deutscher Mühlentag 2008. Varje år på annandag pingst kan man nämligen besöka alla slags kvarnar i hela Tyskland. Jag gjorde det redan i lördags eftersom jag inte tycker om att stå i någon kö för att kika, äta eller dricka. Vid vägen jag brukar cykla till min mormor ligger några gamla vattenkvarnar. De flesta renoverades under de senaste åren, så att man kan upptäcka något nytt nästan varje gång. Den här gången blev den en vattenkvarn som heter Bachmühle Dahmetal - en verkligen idyllisk plats och en man och en kvinna som tycks leva bara för att kvarnen finner tillbaka till sitt ursprungliga skick. Jag gillar en sådan entusiasm - och jag kan varmt rekommendera kvarnen som viloplats för alla stadströtta människor!


Hier komme ich auf dem Weg nach Dahme auch immer vorbei.
Und dort gibt es noch ein Wasserrad: Dammühle Wildau-Wentorf


Per Velo oder auf Schusters Rappen unterwegs an der Dahme
hellen Strande... Der Wassermühlenrad- und Wanderweg!


Samstag, 10. Mai 2008

Mutterns Hände


Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm –
un jewischt und jenäht
un jemacht und jedreht ...
alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt,
uns Bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen –
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält ...
alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal
bei jroßen Schkandal
auch 'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben ...
Alles mit deine Hände.

Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wa nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.

Kurt Tucholsky


Kopf eines Kindes in den Händen der Mutter
Käthe Kollwitz, 1900


Freitag, 9. Mai 2008

So sieht's aus!

Tja, nun sind sie alle hin, meine kleinen Freunde, die mich gestern noch so fröhlich anlachten, die Pusteblumen, die Gänseblümchen und Vergissmeinnicht. Geköpft heute früh im Morgengrauen von einem ratternden Benzinmonster. Übrig geblieben ist nur ein großer grüner Haufen und jede Menge langweiliger Golfrasen. Glücklicherweise konnte ich dann aber miterleben, dass die Gerechtigkeit noch nicht vollständig von dieser Erde verschwunden ist: Der Rasenmähermann wurde am Ende von seiner eigenen Monstermaschine verschlungen. Nun haben meine kleinen Freunde also Zeit, aufs Neue zu wachsen und zu blühen!




Det som jag redan anade igår har under tiden blivit verklighet: alla mina små älskade vänner, maskrosbollarna, tusenskönorna och förgätmigejerna har blivit nerhuggda i morse av ett bullrande monster som heter bensingräsklippare. Kvar finns bara en stor grön hög och tråkiga golfbanagräsmattor. Men till sist kunde jag uppleva att rättvisan dock finns under den allmäktiga solen här nere på jorden: Mannen som körde gräsklipparen har slutligen blivit uppäten av sin egen monstermaskin. Kul, eller? Och nu har mina små älskade vänner en stor chans att växa och blomma på nytt!


In der Nähe des Wienerwaldes wächst übrigens
ein passendes Gedicht zum Thema. :-)


Das Marienkäferchen


Es war an einem regnerischen und windigen Tag, als ich nicht nur den großen Vänern das erste Mal sah, sondern auch keine Elche, dafür aber die riesigen Schleusen von Trollhättan kennenlernte und eine außerordentliche Hundedame. Das Tüpfelchen auf dem i dieses schönen Tages war schließlich der Nachtisch, der zum Abendessen gereicht wurde. Wir verzehrten keine Panna Cotta oder Mousse au Chocolat, sondern Neuigkeiten über Bücher - und zum Schluss lag ein kleiner Stapel mit ausgesuchten Kostbarkeiten vor mir auf dem Tisch.

Eines dieser Bücher hatte es mir auf Anhieb angetan. Hermann Hesse schrieb einmal darüber: "Wir lieben diesen jungen, unbekannten Dichter sofort und stoßen in seinem kleinen Buch immer wieder auf schöne Sachen, die wir keineswegs vorausahnen konnten und von denen uns doch scheint, als hätten wir sie gerade so erwartet. Es sind Kleinigkeiten, gewiß, es handelt sich um Ameisen, Eidechsen, Fledermäuse, um einen kleinen Hund, um Nachtfalter, die in der Sommernacht in unser Lampenlicht fliegen. Klein aber sind sie nur an Umfang. Jede dieser liebenswürdigen und hochbegabten Betrachtungen führt uns ins Große, ins Herz der Welt. Es ist ein holdes, ein liebenswertes Büchlein, wir möchten es jedermann schenken, den wir lieb haben..."





Ich habe das Buch seitdem schon mehrmals verschenkt und nun ist es mir gelungen, eine sehr gut erhaltene Originalausgabe aus dem Jahre 1935 relativ preiswert zu ergattern. (Meine lieben Kinder, sollte ich einmal von einem rechtsabbiegenden Lastauto überfahren werden: Es ist nicht nur mein Cello, das seinen Wert hat. Auch in meinen Bücherregalen gibt es immer wieder Raritäten, die um Gottes Willen nicht zum Kilopreis an einen x-beliebigen verträumten Antiquar verscherbelt werden dürfen!) Und das hier ist meine Lieblingsgeschichte:






Den lilla nyckelpigan

Det var en regnig och blåsig dag då jag inte bara såg den väldiga Vänern
för allra första gången utan då jag inte heller såg några älgar, däremot besökte vi slussarna i Trollhättan och jag gjordes inte bara bekant med en alldeles särskild hunddam utan även med en så väl liten som fascinerande bok av en helt bortglömd tysk författare. Sedan dess har jag givit bort den lilla boken några gånger som present och häromdagen lyckades jag få tag på originalutgåvan från 1935. Det går på något sätt inte att beskriva boken på riktigt - man måste läsa en, två eller tre av de korta texterna själv, först då märks det att här händer något magiskt, något litet mågiskt, men något magiskt.

Tack vare Bodil finns det lyckligtvis redan fyra texter på svenska: Fladdermössen - Kråkorna - Nattfjärilar - Ödlan. Så kan ni själv låta er förtrollas.



Kati - 1990 - als Marienkäferchen


Donnerstag, 8. Mai 2008

In der Ferne hörte ich schon die Mäher rattern...

... deshalb habe ich vorhin die Wiese hinterm Haus nochmal ausgiebig bestaunt. Denn schon morgen wird alles abrasiert sein. Wie schade!







Det är nu dags att raka gräset tycker de som har ansvar för de fina gräsmattorna utanför vår dörr. I morse har jag redan hört de stora maskinera bullrar. Synd egentligen. Allt ser så vackert ut!