Donnerstag, 29. Januar 2009

Premieren


Am Samstag, dem 24. Januar 2009, fanden drei Premieren statt.

* * *

Toni hat zum ersten Mal den Laden ganz allein geschmissen.

Min son skötte bokhandeln i Kaulsdorf helt ensam första gången.
(Bild: Buch-Jo)



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Das Willy-Brandt-Haus musste ich dieses Mal
leider bereits zur Mittagszeit verlassen.

Jag tvingades att lämna bokbörsen redan vid lunchtiden.


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Ich bin nun Muttermutter eines Jährlings.

Jag har varit mormor i ett år.
(Bild: Uroma Ingrid)





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Da fällt mir ein: Fast hätte ich ja vergessen, mein Bild des Jahres 2008 zu küren. Diesmal ist es keine Landschaft, keine Blume und kein Schmetterling, sondern ein Menschenjunges. (Zu den Schnappschüssen aus früheren Jahren geht es hier entlang.)

Jag har nästan glömt att bestämma årets foto, alltså min favoritbild som gjordes 2008. Den här gången är det ingen utsikt eller någon blomma, utan bilden på en unge. (Tidigare foton finns här.)

Mittwoch, 28. Januar 2009

Coffee to go


My home is my castle tycks inte stämma längre. Nu är det Coffee to go som gäller. En hel del aktiviteter brukar man inte avhålla hemma längre. Vid bushållplatsen står det folk som har kaffemuggar i händerna. Eller ölflaskor. Det beror på. Sedan ett tag kan man köpa termosmuggar. Tänk, att brygga kaffet hemma, hälla in den doftande vätskan i en termosmugg, skruva fast locket - för att dricka det hela ute vid en bushållplats i morgonkylan! Igår
såg jag en cyklist med en sådan kaffemugg av papper som nu finns överallt, fastklämd i det där stället man på sommaren stoppar in en vattenflaska.
Då och då tog han en klunk. Kringspringande tedrickare är däremot mycket mera sällsynta. Att dricka te passar kanske inte ihop med att skynda genom stan samtidigt. Men att ha hörlurare på sig och någon ministereo i fickan är nuförtiden nästan ett måste. Till och med gamlingar köper iPod.


En del kvinnor tycks åka kollektivt bara för att sminka sig. Ibland stirrar jag på dem, extra nyfiken och lite påträngande, men de verkar inte bli störda,
inte ens irriterade. Männen släpar bärbara datorer med sig, med trådlös nätuppkoppling förstås, ute efter närmaste hotspot. Moderna mobiltelefoner kan man använda för att titta på teve eller för att läsa morgontidningen online. Är allt detta bara cool, är det inne, är det trendigt, eller handlar det verkligen om tidsbrist? Och vad kommer sedan? Cut 'n Go kan man läsa hos många frisörer idag. Blir det Go 'n Cut så småningom? Har man redan börjat utveckla ihopvikbara duschkabiner? Och hur ska det bli om man inte hinner älska hemma längre?



My home is my castle scheint nicht mehr zu stimmen. Heute gilt Coffee to go. Mehr und mehr Aktivitäten werden in die Öffentlichkeit verlegt. An der Bushaltestelle stehen Leute mit dampfenden Pappkaffeebechern in den Händen. Oder mit Bierflaschen. Das hängt davon ab. Seit einiger Zeit gibt es Thermosbecher zu kaufen. Man stelle sich vor: Jemand brüht seinen Kaffee zu Hause, gießt das Zeug in einen Thermosbecher, schraubt den Kaffeeduft mit einem Deckel fest - um das Ganze dann draußen in der Morgenkälte an einer Bushaltestelle zu schlürfen! Gestern hab ich einen Radfahrer gesehen.
Er hatte ein Rennrad mit so einem Flaschenhalter am Rahmen. In diesem Flaschenhalter steckte ein... Pappkaffeebecher. Hin und wieder nahm er einen Schluck. Umhersausende Teetrinker sieht man dagegen viel seltener. Es passt wohl nicht so richtig zur Teezeremonie, mit einem ersäuften Teebeutel im lauwarmen Pappbecherwasser durch die Stadt zu hasten.
Aber eine Miniaturstereoanlage haben ja nun inzwischen fast alle auf den Ohren. Opas und Omas kaufen iPods für ihre Enkel - und für sich selbst.
Einige Frauen benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel augenscheinlich nur, um dort ihre Morgentoilette abzuhalten. Manchmal gucke ich ihnen beim Schminken zu, extra neugierig und sicherlich ein wenig respektlos. Das scheint sie überhaupt nicht zu stören, nicht einmal zu irritieren. Junge Männer schleppen ihre tragbaren Computer durch die Gegend, mit wLAN-Anschluss natürlich, wie eine Wünschelrute, auf der Suche nach dem nächsten Hotspot. Auf modernen Mobiltelefonen kann man inzwischen das Frühstücksfernsehen betrachten oder seine Morgenzeitung online lesen. Ist das alles bloß eine Marotte, ist es cool, ist es trendy, oder hat man wirklich keine Zeit mehr? Und was kommt als nächstes? An vielen Frisörläden steht heute Cut 'n Go. Wird daraus so allmählich Go 'n Cut? Wie weit ist man in der Entwicklung von zusammenfaltbaren Duschkabinen? Und wohin führt das Ganze, wenn man es nicht mehr schafft, sich zu Hause zu lieben?


Montag, 26. Januar 2009

Durchaus phantastisch und leidenschaftlich vorzutragen


Sonntagabend gegen sechs. Dunkelheit und dichter Nebel. Der Tierpark ganz im Schwarz verschluckt. Zu so einer Tageszeit war ich wohl noch nie dort. Jedenfalls nicht mitten im Winter. Das große gusseiserne Tor steht weit offen, irgendwo dahinter kann man das Schloss Friedrichsfelde im wabernden Grau erahnen. Längs des Weges stehen Laternen auf dem Boden, mit dicken Kerzen darin. Ihr vages Licht spiegelt sich in gefrorenen Pfützen. Alles kommt irgendwie sehr unwirklich daher und ich brauche viele Worte, um alles, was ich sehe und fühle, der Möwe zu beschreiben.

Hinter der großen Schlosstür Licht und Wärme und ein vornehmer Türaufmacher. "Ihre Konzertkarten bitte!" Wir haben keine. In der Garderobe sollen wir warten. Man wird sich um uns kümmern. Alle anderen haben natürlich schon Karten. Das Durchschnittsalter ist ungefähr 65 und ich werde das Gefühl nicht los, dass die Mehrzahl alte Genossen sind. Man kennt sich. Als ich mit der Möwe Schwedisch spreche, fragt der nette Türaufmacher, der inzwischen mit zwei zusätzlichen Karten angewedelt kommt, was das für eine Sprache sei. Das Wort "Biljett" kenne er nämlich aus dem Russischen.

Oben im Konzertsaal ergattern wir zwei Plätze in der ersten Reihe.
Vor dem Pianisten kommt ein schmuck gekleideter Mann nach vorn und hält eine Rede. "Vor 310 Jahren bekam also das Dorf Rosenfelde den Namen Friedrichsfelde und dafür haben wir heute zu diesem Festkonzert eingeladen..." Ich finde den Namen Rosenfelde viel schöner als den Namen Friedrichsfelde und 310 Jahre ist ein komisches Jubiläum. Dann verliere ich den Faden, und schnappe nur noch was von einem Brandenburgischen Marinedirektor auf. Hä? Marine? In Brandenburg? Inzwischen ist der Pianist an den großen weißen Flügel getreten. Er ist 23 Jahre alt und kommt aus Rumänien. So steht es jedenfalls im Programm. Ich habe ihn schon mal gesehen, kenne sein Lächeln und seine Hände. Als er bei Chopin anlangt, weiß ich auch wieder, woher ich ihn kenne. Wir haben ihn an der UdK gesehen, im September letzten Jahres. Andrei Banciu. Lange, schlanke Finger, die fast zerbrechlich wirken - und dabei ein so energisches Spiel.




Mit Ausnahme von Liszt sind die Komponisten des Abends alle nicht alt geworden. Nächstes Jahr werden wir Chopin und Schumann feiern.

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Ett slott i dimman och en mystisk-fantastisk pianoafton...

(Bild: Wikipedia)

Freitag, 23. Januar 2009

Snedronningen


Även om vi aldrig har någon tevekväll, så har vi inte långtråkigt heller,
Måsen och jag. Tvärtom! Vi har ju vuxit upp i olika kulturkretsar, angående politik, rum och tid, och då har vi alltid mycket att berätta för varandra. Sagor till exempel. Igår berättade jag Snödrottningen för honom, en saga av Hans Christian Andersen, som gjorde väldigt stort intryck på mig när jag var liten. Men det berodde säkert på den underbart magiska och spännande ryska filmatiseringen från 60-talet som jag sett några gånger under min barndom. Märkligt nog kände Måsen inte till den sagan. Är den inte så populär i Sverige?





Auch wenn wir nie in die Röhre gucken, haben wir es doch nie langweilig,
die Möwe und icke. Ganz im Gegenteil! Schließlich sind wir beide in recht unterschiedlichen Kulturkreisen groß geworden - räumlich, zeitlich und auch politisch gesehen - und da gibt es immer viel zu erzählen.
Märchen beispielsweise. Gestern habe ich ihm Andersens Schneekönigin aufgesagt. Da hatten wir schon das Licht ausgemacht und mir fielen so nach und nach immer mehr Einzelheiten ein. In meinem Kopf war plötzlich der eindrucksvolle sowjetische Märchenfilm aus den 60er Jahren aufgetaucht, den ich so faszinierend fand. Und obwohl diese Geschichte doch sehr nordisch daherkommt, erkannte meine Möwe sie nicht wieder. Ist das Märchen gar nicht so bekannt in Schweden?





Dienstag, 20. Januar 2009

Autogrammjäger


Ja, ich bekenne, ich bin ein solcher. Aber natürlich renne ich nicht jedem beliebigen Promi hinterher. Gott bewahre! Aber so ein paar ausgesuchte Opfer habe ich schon in meiner Sammlung. Heute mache ich mal eine Ausstellung mit meinen Lieblingen. Alles außerordentliche und sehr sympathische Menschen. Herzlich willkommen zur Vernissage!

Ja, jag måste bekänna att jag är ute efter autografer och dedikationer.
Men det gäller förstås inte vilken kändis som helst. Idag tänkte jag göra en liten utställning med mina favoriter. De är alla ihop framstående och mycket sympatiska människor. Först kommer författare:











2002, Birgit Vanderbeke
















2005, Michel Houellebecq



Och nu blir det musiker. Men vem kan det vara på andra biljetten?


Jag hälsar till Andreas Scholl fanklubben i Göteborg! :-)


Bilderrätsel: Wer war das??? Also Beethoven jedenfalls nicht.


Och nu kommer två storvuxna män jag särskilt minns. (Eftersom jag är så kort, så är det något med storvuxna män som jag inte kan förklara direkt.
Igår hade vi besök av en försäkringsman. Han var nästan två meter. Och till sist köpte jag en försäkring...) Men de här är inte försäkringsmän, dock inte bara författare heller, utan allt möjligt...

Ja, und zum Schluss zwei hochgewachsene Männer, die mir ganz besonders
im Gedächtnis geblieben sind. (Da ich selbst so kleen bin, habe ich wohl eine Schwäche für lange Kerls. Gestern war ein Versicherungsvertreter hier bei uns. Der war ungefähr zwei Meter groß. Und nun habe ich endlich eine Hausratversicherung!) Nee, aber diese beiden hohen Herren sind keine Versicherungsvertreter. Und auch nicht nur Schriftsteller, sondern alles mögliche...







Montag, 19. Januar 2009

Ham' wa nich!


Wie viele andere bin auch ich mit einem Getreidebrei
großgezogen worden, den es heute nicht mehr gibt: Wurzener Instant Mekorna. Viele Ostprodukte sind
ja inzwischen wiedergekommen. Nutella, Bambina, Othello-Kekse, VitaCola... - und gute DDR-Bürger kaufen natürlich Ostprodukte, um die Wirtschaft in den neuen Bundesländern nicht ganz absaufen zu lassen. Aber Mekorna ist definitiv nicht wiedergekommen. Schade eigentlich. Und also streuen wir uns weiterhin den guten Westbrei in die Milch, die Kinder, der Lütte und icke.



Ostprodukte

Mycket som fanns när vi växte upp finns inte längre. Strax efter murens fall hittade man i alla livsmedelsbutiker bara västtyska varor. Under tiden har många östtyska produkter återkommit. De kallas för Ostprodukte och alla som vill att den ekonomiska situationen i den neuen Bundesländern förbättras, de köper Ostprodukte istället för västtyska varor. Så som vi gör det.


Samstag, 17. Januar 2009

Världens vackraste alfabet - ett ord på D


Dapper
(det är flamländska och heter på svenska: tapper)

Mer än en godmorgonkyss behöver jag något annat på mornarna, och det är kurage. Då tvekar jag, sittande upprätt i sängen, och reflekterar om att ordet "tapper" dyker upp oftare i min dagbok än till exempel orden "ja" eller "det".
Det behöver min kurage att börja dagen, eftersom jag är tämligen försiktig. När jag kommer utanför porten så råkar jag ut för en stor mängd yttervärld. Jag vet att det kommer att finnas människor som tar mig i hand och frågar "Hur är läget?", för det frågar de ofta, och troligen kommer någon att prata
om dagens väder, och jag får hoppas att man inte skämtar alltför hårt, men framför allt att inte någon bara av ren långtråkighet börjar smäda folk, för sitt eget liv är så ointressant.
Eftersom jag är ganska tystlåten, behöver jag kurage för att lämna huset. Ingen funderar på detta, men jag gör det. Man kan inte lita på andra människor, skrev redan Sartre med något andra ord. Och en annan klyftig tänkare påstår att vi alla alltid är helt ensamma, till och med när vi är tillsammans i ett rum med många människor. Gladare blir man inte av sådana tankar och ännu mindre när dagarna är grå. Men jag har lärt mig att jag inte får bara grubbla, varför människorna gör det som de gör. Jag måste glädja mig åt saker och ting och jag måste njuta av det jag gör. Att jag har lyckats allt bättre med detta under de senaste åren det har jag ordet "tapper" att tacka för. Under tiden har ordet "tapper" blivit det vänligaste ord i mitt liv, för det tycks vara mer än det förefaller.
Jag träffade ordet redan som barn – den yngste av sju bröder. Det var i figuren Tummeliten som så liten han än var aldrig lät sig förskräckas. När jag var åtta år hette min hjälte Peterchen Brumm ur den okända boken av en som heter J. P. Baljé. Även han var så tapper. Slumpen vill att han i den boken, som jag fortfarande äger, har stövlar på sig – precis som Tummeliten – och med dessa stövlar vadar han genom en översvämmade gata. När jag var tio läste jag Ronja Rövardotter av Astrid Lindgren som var min barndoms favoritförfattare. Ronja har också stövlar på sig. Och jag läste om barnen som tillbringade sommaren på ön Saltkråka – med stövlar på fötterna. Ibland undrar jag varför inte "stövlar" har blivit mitt favoritord. Det är inte något fel på ordet "stövlar" men "tapper" är bättre. Det ena framgår av det andra. Om man vill vara tapper så kan man sätta på sig stövlar, men om man redan står säker i sina skor så är det ännu bättre.
Så utrustad kan man klara av mycket. Ett gott hem. En kudde i ryggen. Ett vackert tak över huvudet. En hand som hjälper en men inte trycker alltför hårt. Om man har allt detta då bär man automatiskt stövlar och kan lämna den varma sängen. Och vara tapper.


Bart Moeyaert, Belgien




Das schönste ABC der Welt - der Buchstabe D

Dapper
(das ist Flämisch und heißt: tapfer)

Mehr noch als einen Gutenmorgenkuss kann ich morgens Mut gebrauchen. Dann zögere ich, aufrecht im Bett sitzend, und überlege, dass das Wort "tapfer" öfter in meinem Tagebuch auftaucht als beispielsweise das Wörtchen "ja" oder "das". Es verlangt Schneid von mir, den Tag zu beginnen, weil ich immer ein wenig auf der Hut bin. Wenn ich aus der Haustür trete, begegnet mir ein Haufen Außenwelt. Ich weiß, dass mir Menschen die Hand geben werden und fragen "Wie geht's ?", denn das fragen sie oft, und wahrscheinlich wird wieder einer über das heutige Wetter anfangen, und ich darf hoffen, dass nicht zu viele fade Witze gerissen werden, und vor allem, dass niemand aus Langeweile anfängt zu lästern, weil sein eigenes Leben so uninteressant ist.
Weil ich von Natur aus wenig Krach schlage, muss ich tapfer sein, wenn ich das Haus verlasse. Niemand denkt darüber nach, aber ich schon. Anderen Menschen kann man nicht vertrauen, schrieb schon einst Sartre mit anderen Worten. Und ein anderer Denker behauptet, dass wir alle immer gänzlich allein sind, sogar dann, wenn wir uns mit vielen Menschen in einem Raum aufhalten. Fröhlicher wird man von solchen Gedanken nicht, noch weniger an trüben Tagen. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht nur darüber nachgrübeln darf, warum die Menschen die Dinge tun, die sie tun. Ich muss einfach Spaß haben an den Dingen und das, was ich tue, genießen. Dass mir das in den letzten Jahren immer besser gelingt, ist nur dem Wörtchen "tapfer" zu verdanken, das mir in meinem Leben inzwischen das freundlichste Wort ist, weil es mehr ist, als es scheint.
Ich begegnete ihm bereits als Kind – der Jüngste von sieben Brüdern –, und zwar in Gestalt des Kleinen Däumlings, der zwar klein war, aber sich durchaus nicht einschüchtern ließ. Als ich acht Jahre alt war, hieß mein Held Peterchen Brumm aus einem unbekannten Buch von einem J. P. Baljé, und auch er war schon so tapfer. Der Zufall will es, dass er in dem Buch, das ich noch stets aufbewahre, genau wie der Kleine Däumling Stiefel trägt, nur dass Ersterer mit ihnen durch eine überschwemmte Straße watet. Von Astrid Lindgren, der Lieblingsschriftstellerin meiner Kindheit, las ich mit zehn das Buch "Ronja Räubertochter", die auch Stiefel trug, und über die Kinder, die auf der Insel Saltkrokan ihre Ferien verbrachten – mit Stiefeln an den Füßen. Manchmal frage ich mich, warum nicht "Stiefel" mein Lieblingswort geworden ist. An "Stiefel" ist nichts auszusetzen, aber "tapfer" ist besser. Das eine ergibt sich aus dem anderen. Wenn man tapfer sein will, kann man Stiefel anziehen, und wenn man auch so schon sicher in seinen Schuhen steht, umso besser.
So beschlagen, kann man vieles bewältigen. Ein gutes Zuhause. Ein Kissen im Rücken. Ein schönes Dach über dem Kopf. Eine Hand, die einem hilft und nicht zu doll zudrückt. Wenn man das hat, dann trägt man schon ganz von selbst Stiefel und kann das warme Bett verlassen. Und tapfer sein.

Bart Moeyaert, Belgien

(Bilder: Wikipedia)

Freitag, 16. Januar 2009

Alles hat seine zwei Schattenseiten


Bengt O. aus Wien hat mich mal gefragt, wie ich das eigentlich hier mache
mit dieser Schreiberei, also in welcher Sprache ich für gewöhnlich anfange und wie das dann geht mit der anderen Sprache. Und dann habe ich ihm geantwortet, dass es da überhaupt keine Regel gibt. Mal habe ich bereits ein paar deutsche Sätze im Kopf und schreibe also zuerst den deutschen Text und mal ist es genau umgekehrt. Und es ist nicht unbedingt so, dass es insgesamt leichter geht, wenn ich zuerst Schwedisch schreibe. Es ist natürlich manchmal nicht so einfach, wenn ich mit einem deutschen Text anfange, den ich ein bisschen mit sprachlichen Zweideutigkeiten oder anderen Albernheiten gespickt habe. Dafür reicht mein schwedischer Wortschatz dann oft noch nicht aus.

Gestern habe ich also schwedisches Radio gehört, es kam eine Sendung über die Malerin Lena Cronqvist, die lange Jahre mit Göran Tunström verheiratet war. Sie war mir in seinen Büchern schon begegnet und deshalb war ich also neugierig. Ein Reporter hatte sie letzten Sommer besucht, dort an der schwedischen Westküste mit ihren kahlen Klippen und den kleinen Fischerorten, die ich so mag.


Grundsund (Bild: KS)


Und dann habe ich also ein bisschen auf Schwedisch über das berichtet, was mir nach der Sendung so durch den Kopf ging. Mir ist wieder eingefallen, in welchem Antiquariat in Göteborg ich Göran Tunströms autobiografische Erzählung "Prästungen" erstanden habe und wie ich dann mit den vielen Büchern in meinem Rucksack ins Bohuslän aufgebrochen bin, in eine kleine Herberge, wo ich die meiste Zeit der einzige Gast war. Die Herbergseltern haben mir ein Rad geliehen und morgens manchmal frische Brötchen an die Türklinke gehängt. Und mit dem Rad, was schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hatte, bin ich dann in der Gegend rumgeradelt, in einer herrlichen Gegend mit langen Meeresbuchten, vielen Inseln und pittoresken kleinen Orten mit Holzhäusern in verschiedenen Farben. In dem einen der Orte dort hat Lena Cronqvist ihre Sammlung. Der Ausstellungskomplex - Saltarvet - ist nach einem Gewächs benannt, das hart im Nehmen ist und mir daher gut gefällt, die Salzmiere.




Na, jedenfalls bin ich da gestern ein bisschen in Erinnerungen versunken, schwedischen Erinnerungen und ich habe auf schwedisch darüber berichtet. Und dann hatte ich plötzlich keine Lust mehr, das nun alles nochmal auf Deutsch zu erklären, sondern habe zu Toni gesagt, komm wir gehen ein Bier trinken und was essen irgendwo. Das ist nun ja überhaupt kein Problem mehr, jetzt, wo wir die Simon-Dach-Meile vor der Haustür haben mit ihren vielen Lokalitäten. Draußen in Biesdorf wäre das nicht gegangen. Schön ist auch, dass man in den Kneipen mit dem Rauchen aufgehört hat. Noch husten wir alle beide recht ordentlich und in eine Raucherkneipe wären wir nicht gegangen...

Ach ja, wieso zwei Schattenseiten? Solange wir husten, dürfen wir den Lütten nicht besuchen - und nicht ins Konzert gehen. Das ist hart.


Donnerstag, 15. Januar 2009

Jag längtar efter... Grundsund!

















(programmet om Lena Cronqvist som poddradio)

Idag fastnade jag vid ett radioprogram som handlade om konstnären Lena Cronqvist. Efter programmet plockade jag boken Prästungen ur min hylla och läste lite i den. Lena heter Malin i Tunströms berättelse. Och hon gjorde illustrationerna.

Jag hade köpt boken i maj 2007 på Röde Orm, ett antikvariat i Haga, Göteborg. Sedan bodde jag i drygt en vecka på vandrarhem i Rörbäckstrand, Bokenäs kommun, Bohuslän. "Vi tycker att vandrarhemmet ligger i vacker Bohusländsk natur nära vatten, men vi har långt till affärer så det kan ju vara klokt att ha handlat när man kommer", hade Eva och Bernt skrivit till mig innan jag reste dit. Och naturligtvis hade jag inte handlat när jag kom. Inte mat i alla fall. Det går inte att köpa mat på ett antikvariat i Haga, Göteborg. Jag hade en ryggsäck som var tung av böcker.

"Det är fyra kilometer till närmaste bushållplats och cirka en mil till närmaste affär." Detta läste jag på vandrarhemmets webbsida. Aha, tänkte jag, något som passar mig. Och sedan undrade jag per mail om man kan låna en cykel. "Vi skall nog kunna ordna en cykel om det är OK med en något äldre modell." Fick jag alltså den där äldre modellen - och var mobil! Nästan hela tiden fanns det inte flera gäster på vandrarhem och jag bodde ensam i en röd liten stuga som hette "Vallmo". Ibland hängde Eva på morgonen nybakade frallor på mitt dörrhandtag. Och jag cyklade, cyklade, cyklade... Fiskebäckskil, Grundsund, Lysekil. I Fiskebäckskil har Lena Cronqvist sin största samling. Saltarvet heter huset där hennes samling och andra utställningar finns. Saltarv är en växt som jag gillar. Den växer i sand med långa rötter och den ser trotsig ut. Grundsund gillar jag också, ännu mera än Fiskebäckskil. Och nu längtar jag dit. Mycket. Sådant kan hända när man fastnar vid ett radioprogram...


























(Bilder: KS)

Mittwoch, 14. Januar 2009

Herr Sibelius und zwei Lockenköpfe


Habt ihr schon mal einen Finnen mit heißen Wangen und glühenden Ohren gesehen? Also neee, ich meine nicht, wenn er gerade aus der Sauna kommt. Einfach so, vor Begeisterung. Das kommt - glaube ich - nicht so oft vor. Wenn sie mal drei zusammenhängende Sätze sprechen, dann wohl nur in ein Nokia.

Es war Einar, der mich nun doch dazu brachte, mir Gedanken darüber zu machen, welches denn mein "Konzert des Jahres 2008" gewesen sein könnte. So richtig lange musste ich dann aber gar nicht überlegen, ist mir doch ziemlich schnell der heißwangige Finne eingefallen, der mir im Oktober in Göteborgs Konzerthaus erschienen ist - und der kein geringerer war als Jean Sibelius selbst. Vorn auf der Bühne standen nämlich zwei ganz und gar nicht nordische Lockenköpfe, der junge Armenier Sergey Khachatryan an der Geige und unser aller Liebling Gustavo Dudamel am Pult. Und mit Sibelius' Violinkonzert passierte etwas...

Ein kluger Mann, der als Spion von "Dagens Nyheter" mit im Konzertsaal saß, hat es ungefähr so ausgedrückt: "Dass dieses eine andersartige Interpretation ist, das hört man sofort. Dudamel schraubt die leisen Töne bis zum kaum Hörbaren herunter und saust dann los mit hohem Puls, als wäre die Musik
auf dem Weg zur eigenen Schallmauer. Es liegt an diesem Abend etwas Abwartendes und gleichzeitg keuchend Wildes über dem Orchester. ...
Und mitten in all dem steht der 23jährige Khachatryan ganz in sich selbst versunken, mit seiner berühmten Stradivari, einem Instrument mit einem tiefen und bronzefarbenen Ton, der es unmöglich macht, sich nicht verführen zu lassen. Mit einem so wunderschönen Spiel, wobei er sich fast etwas orientalisch verliert am Ende jeder Phrase. Als handle das Sibeliuskonzert von einem nicht enden wollenen Lied über die Sehnsucht. Darum, Abstände zu überwinden und den leeren Raum im Herzen zu füllen. Eine eher lyrische als dramatische Interpretation..." Ja, ein aufgewühltes Orchester und ein ganz in der Musik verlorener Junge mittendrin. Zum Heulen schön! So habe ich es auch erlebt.

Dreimal habe ich dem Sibeliuskonzert nun gelauscht, innerhalb ziemlich kurzer Zeit - und jedesmal mit einem anderen nordischen Orchester.
Mein Herbsterlebnis in Göteborg war jedoch das eindrucksvollste. Ja,
selbst Sibelius hätte mit Sicherheit heiße Wangen und glühende Ohren gekriegt. So wie icke.





Herr Sibelius badar inte bastu, men glöder andå

Det var Einar som inspirerade mig att tänka efter vilken konsert kunde varit min favorit under året som gått. Och det gav faktiskt inget större huvudbry hos mig, utan jag tänkte på en konsert som jag varit på i höstas - och jag kände genast strängar inuti mig som började vibrera... Ja, även så långt i efterhand. Själv klarar jag inte att skriva nån lysande recension om en konsert som rörde mig så pass mycket, men det var en hemlig agent med då i oktober månad i Göteborgs konserthus, en hemlig agent från DN. Han kan sådant - och detta var ungefär mitt intryck också om den där kvällen:

"Att det är en annorlunda tolkning hör man direkt. Dudamel skruvar ner
det lågmälda till det knappt hörbara och rusar sen i väg med en hög puls som vore musiken på väg mot sin egen bristningsgräns. Det är för kvällen något avvaktande och samtidigt flämtande vilt över orkestern. Som spelar som om den inte bara vill åt det organiska flödet utan också vill trasa sönder.

Mitt i detta står den 23-årige Khachatryan till synes helt inne i sig själv med sin berömda Stradivarius - ett instrument med en djup och bronsfärgad ton som det är omöjligt att inte förföras av. Och med ett underskönt spel där han liksom glider lite orientaliskt i varje frasslut. Som om Sibeliuskonserten handlade om en enda obruten sång om längtan. Om att överbrygga avstånd och fylla ut tomrummen i hjärtat. En lyrisk snarare än en dramatisk tolkning..." Här kan man läsa hela artikeln.

Om Sibelius själv hade varit med, så hade han fått glödande kinder. Det är
jag helt säker på. Den som vill uppleva den unge violinisten kan göra det i Berwaldhallen om knappt två månader. Han kommer dit den 12 och 13 mars för att spela Brahms.


Gustavo visar Lille Prinsen hur man dirigerar
(Bild: www.gustavodudamel.com)


* * *

Und für alle kleenen Fernsehkieker, hier noch was aus der Tube:








Montag, 12. Januar 2009

Anguilla anguilla


Etwas, das mein Großvater in seiner Freizeit gern machte, war Lexikon lesen. Er hatte zehn dicke Bände Meyers in seinem Bücherschrank und davon nahm er sich samstags oder sonntags immer mal einen heraus und dann las er. Das wollte ich natürlich auch und sobald ich selbst lesen konnte, zeigte er mir, wie man Lexikon liest.

Saßen wir also manchmal stundenlang, jeder mit einem solchen Wälzer vor der Nase und vertieften uns in all das, was man in einem Lexikon zu dieser Zeit so finden konnte. Ich malte Flaggen ab und Schmetterlinge, versuchte mir giftige Pilze zu merken und lernte die Namen von allen möglichen Tieren. Anfangs hatte ich mir vorgenommen, mir besonders interessante Einträge in ein Schulheft abzuschreiben, aber richtig weit bin ich damit wohl nicht gekommen. Ein Tier weiß ich aber noch ganz genau - und das war der Aal (Anguilla anguilla). Was ich in meines Opas Lexikon über diesen Fisch erfuhr, seine Wanderung in die Sargassosee, 5000 Kilometer gegen den Golfstrom, ohne zu fressen, bloß um zu laichen und dann zu sterben, all das fand ich total beeindruckend.

Ein bisschen mystisch war er mir ja schon immer vorgekommen, wenn mein Vater ihn vom Angeln mitbrachte. Tagsüber konnte man ihn nicht fangen, nur nachts. Und dann sein Aussehen, und wie er sich ringelte, man konnte ihn kaum fassen, und noch in der Bratpfanne bewegten sich oft die panierten Teile. Heute steht er auf der roten Liste der stark gefährdeten Arten und ob es ihn rettet, dass er dieses Jahr bei uns der Fisch des Jahres ist, daran habe ich doch große Zweifel.



Ålen i Iduns kokbok från 1911


Ett av min morfars fritidsnöjen var att läsa lexikon. Hemma hos sig hade han Meyers stora uppslagsbok i tio band och på en lördag eller söndag tog han gärna ut en av dessa väldiga böcker - och läste. Det ville jag förstås också göra och strax efter att jag lärt mig läsa visade han mig hur man läser lexikon.

Satt vi alltså ibland långa stunder med var sitt lexikonband och fördjupade oss i vad som helst man kunde hitta i en uppslagsbok på den tiden. Jag ritade av flaggor och fjärilar, jag lärde mig vilka svampar som var giftiga och namn på alla möjliga djur. I första början hade jag tänkt skriva av alla artiklar som jag tyckte var särskilt intressanta, men så enormt långt har jag nog inte kommit då. Ett inlägg kommer jag dock aldrig att glömma och det handlade om ålen (på tyska heter den Aal och inlägget fanns alltså någonstans på första sidan). Anguilla anguilla var ett magiskt ord som jag ibland viskade och ordet Sargassohavet...

Min pappa var då en mycket skicklig ålfiskare och för mig har ålen alltid varit
i det närmaste en sagovarelse. Utseendet, dess oerhört långa vandringar, och att man nästan inte kunde döda den, utan att den rörde sig även huvudlös
i stekpannan... Idag är ålen rödlistad och man säger att den kommer att ha försvunnit senast om 20 - 30 år.


Samstag, 10. Januar 2009

Wieso, weshalb, warum... Bilderrätsel Nr. 5


Jag ligger i sängen och det går inte att stirra på någon gardin som Mascha
gör i sin dikt, eftersom det finns inga. Bokhyllor finns däremot. Och plötsligt upptäcker jag något märkligt. Vad är det? Och varför är det så? Nån som vet?





Bettlägrig. Keine Gardinen zum Ankieken. Nur Regale, vollgestopft mit Büchern. Dann entdecke ich etwas Merkwürdiges. Was ist es? Und warum
ist das so? Hat jemand eine Ahnung?


Donnerstag, 8. Januar 2009

Krankgeschrieben


Man liegt im Bett mit einer Halskompresse,
Erschöpft und blaß ist man herauf geschwankt.
Man ist des ganzen Hauses Interesse,
Und jemand sorgt, daß man das Fieber messe.
Man fehlt heut im Büro. - Man ist «erkrankt».

Man fühlt sich wohl auf weichen, weißen Kissen.
- Von Zeit zu Zeit tut irgendwo was weh -.
Und diese Schmerzen streicheln das Gewissen,
Heut einmal seine Pflicht nicht tun zu müssen.
... Dies sühnt man außerdem mit Fliedertee.

Man sieht die Möbel an und die Gardinen.
- Man kennt sein Zimmer nur vom Abend her -.
Am Tage, wenn es hell und lichtbeschienen,
Da ist man irgendwo, um zu verdienen.
Und abends gibt es keine Sonne mehr.

Durchs Fenster dringen Stimmen von Passanten
Und der Vormittagslärm von Groß-Berlin.
Man wird besucht von Freunden und Bekannten.
Zweimal am Tage kommen die Verwandten
Und dreimal täglich kommt die Medizin ...

So gegen elf hört man die Bolle-Glocken,
Zuweilen läutet's an der Eingangstür.
Ein Reisender empfiehlt uns Mako-Socken.
Vom Hof her klingt des Scherenschleifers Locken
Und auch der Leiermann ist wieder hier.

Man liegt im Bett. Und draußen «pulst das Leben»
- Wie es so herrlich in Romanen heißt.
Man hat sich diesem Zwange gern ergeben
Und wird gesund mit leisem Widerstreben,
Als wär man in die Kindheit heimgereist ...



Mascha Kaléko
Aus: Das lyrische Stenogrammheft
Rowohlt Verlag, Hamburg 1933


Mittwoch, 7. Januar 2009

Huvudsak


Minus 18 grader i Berlin och floden fick ett istäcke nu också. S-Bahn-tågen
går oregelbundna och vid flygplatsen finns det långa köer inför taxibilarna. Detta händer mycket sällan. Min cykel får vila i källaren, jag tar spårvagnen istället och tittar på folk som har mössor på sig. Det finns oerhört många
olika mössor!



Hans Burgkmair der Ältere, Bildnis des Sebastian Brant
(Bild: Wikipedia)


Schockgefrostet

Minus 18 Grad in Berlin - und nun hat auch die Spree eine Eishaut. Die S-Bahnen fahren unregelmäßig, zwei Linien sind ganz eingestellt und am Flugplatz steht man Schlange, um ein Taxi zu kriegen. Das passiert nicht
so oft. "Wolke Sieben" darf im Keller ein bisschen Winterschlaf machen, ich nehme lieber die Straßenbahn und gucke mir Leute an, die Mützen aufhaben. Es gibt ja unheimlich viele verschiedene Mützen!


Dienstag, 6. Januar 2009

Haydn plus (1)


Ach, was täte die holde Konzertwelt ohne diese wunderbar runden Geburts- und Todestage?! Dieses Jahr sind also Haydn und Mendelssohn dran. Der eine starb, der andere wurde geboren, und das genau vor 200 Jahren, also 1808. Nee, 1809! Wir haben doch jetzt 2009! Na, das müssen wir wohl noch üben. Außerdem haben wir nun Braille-Jahr, Poe-Jahr, Darwin-Jahr und auch Gogol-Jahr. Also, wenn man jetzt mal weitermacht mit den 200jährigen...

In Berlins Konzerthaus ging es schon gestern los mit "Haydn plus". Das Londoner Florestan Trio eröffnete eine Reihe mit drei Abenden, an denen jeweils zwei Klaviertrios von Haydn mit einem erheblich jüngeren Werk der gleichen Gattung ergänzt werden. Gestern war eines von Ravel beigemischt. Das hat uns neugierig gemacht. Ein Klaviertrio ist nicht jedermanns Sache, habe ich mir sagen lassen, und der wunderhübsche Kleine Saal war nicht einmal halbvoll. Aber was geht uns die Sache von jedermann an. Wir saßen in der ersten Reihe, ich beinahe beim Cellisten auf dem Schoß - und es war einfach gut!

Hinterher trafen wir die Musiker zufällig im Fahrstuhl. (Offiziell gibt es im Konzerthaus keinen Lift und als Rollstuhlfahrer oder anders beschädigter Mensch darf man einen Geheimgang und den Personalaufzug benutzen.) Sie waren lustig drauf, diese Engländer. Und dann haben sie uns beschworen, auch an den anderen Abenden unbedingt dabei zu sein. Aber ja, das werden wir doch tun!

Ich hatte vorher gedacht, die Dame spielt Cello. Stimmt aber nicht!
Sie spielt Piano und die beiden Männer streichen. (Bild: Konzerthaus)



Det är följande personer som i år fyller 200 år: Edgar Allan Poe, Charles Darwin, Nikolaj Gogol, Felix Mendelssohn-Bartholdy... och givetvis några till. Haydn fyller inte 200 år, för han är äldre. Men hans dödsdag gör det däremot. För mig känns det lite konstigt att fira någons dödsdag, men i konstvärlden brukar man ju göra det.

Nu är det alltså Haydnår år 2009. I Berlins Konserthus började igår en liten serie med Florestan Trio från London. Den serien kallas för Haydn plus. Varje gång får man höra två pianotrior av honom och en eller två till av en 20-tals tonsättare. Igår stod Ravel med på programmet, så vi blev nyfikna, dock tyvärr Konserthusets Lilla Sal inte ens halvfull. Men i den klena skaran av kammarmusikälskare gjordes väl ingen besviken. Tvärtom: Vilken upplevelse! Vi fick sitta i första bänk och jag nästan i cellistens knä. Det går inte att jämföra sådant med att lyssna på någon skiva. Man är verkligen med när musiken skapas, och det är mycket mera intimt än på en symfonikonsert.

Efter konserten träffade vi musikerna i hissen. (Det finns ingen officiell hiss i det gamla vackra huset och handikappade får använda en hemlig korridor och personalhissen.) Engelsmännen och engelskvinnan var på god humör och man småpratade lite. "We invite you to come again next time! You will not regret!" Ja, visst visst, vi lovade genast att komma nästa gång.



Montag, 5. Januar 2009

Vintervandring i Köpenick


I lördags tillbringade vi en stor del av dagen med en lång vandring i östra utkanten av Berlin och vi mötte alla vinters förtrollande företeelser som
jag aldrig kommer att tröttna på: snöklädda träd och buskar, den speciella tystnaden i skogen, istäckta vattendrag, spår av människor och djur som annars inte syns, ljudet som uppstår när man går i torr snö, glödande kinder
i efterhand när man sitter i värmen med en stor kopp te...




Winterwanderung in Köpenick

Winter in Berlin. Wir stapfen durch die weiße Welt einen halben Samstag lang. Es ist unglaublich still in den Wäldern am Stadtrand. Nur der Schnee knirscht. Das klingt toll. Man sieht Spuren von Menschen und Tieren, die man sonst nicht wahrnehmen kann. Der Müggelsee ist zugefroren. Das Eis singt. Das klingt unheimlich. Hinterher sitzen wir in der Bölschestraße lange in einem kleinen Café, wir trinken Tee und unsere Wangen glühen. All das mag ich.































Sonntag, 4. Januar 2009

Der Wald. Eine literarische Wanderung







Diese wunderbare Essaysammlung
von Kerstin Ekman habe ich nun also
zu meinem Buch des Jahres 2008
erkoren.

Auf der Webseite unseres Buchladens
kann man eine kleine Rezension und eine längere Übersetzung eines schwedischen Zeitungsartikels darüber lesen. Und auch im Deutschlandfunk gab es eine sehr schöne halbstündige Besprechung: podcast.mp3

Samstag, 3. Januar 2009

There are no more four seasons


Vill du komma undan vinterkylan en viss stund? Gå på en sommarhage
med många blommande växter, och lite galna kor ibland? Ta med dig en anteckningsblock kanske. Men glöm gräsklipparen! Gräsmattor är hopplöst tråkiga monokulturer. Så tycker i alla fall författaren Kerstin Ekman. Hon
var Vinterpratare på nyårsdagen. Musiken kan också rekommenderas!
(Här finns musiklistan som word-file.)

Bild: Wikipedia

Freitag, 2. Januar 2009

Katzenkopfpflaster


Man sieht es nicht, es liegt unterm Schnee. Der Schnee ist frisch und
glänzt in der Sonne. Steinbuckel stoßen gegen die Sohlen. Der Fuß hat Halt, wenn er gleichzeitig auf zwei Steine trifft. Wäre ich auf der Straße mit dem Katzenkopfpflaster, ich begänne zu traben. Mein Haar schlägt die Flügel.
Ich trage Schellen hinter den Ohren. Bevor ich stürze, bin ich weiter.


Sarah Kirsch
aus: Zaubersprüche, 1973






Kullerstensbeläggning

Man ser den inte, den ligger under snön. Snön är färsk och glänser i solen. Stenpucklar stöter mot sulorna. Foten får stadga när den träffar två stenar samtidigt. Vore jag på gatan med kullerstensbeläggning skulle jag börja trava. Mitt hår slår med vingarna. Jag har bjällror bakom öronen. Innan jag faller har jag hunnit vidare.

Sarah Kirsch
ur: Glashussplitter, 1989

övers. av Lasse Söderberg och Irmgard Pingel


Donnerstag, 1. Januar 2009

Das alte Jahr vergangen ist


Feuerwerk auf der Themse 1749 (Bild: Wikipedia)

Jag frågar Måsen "Vilket speciellt musikstycke förknipper du med tolvslaget på nyårsafton?" Svaret kommer direkt och till och med på tyska "Das alte Jahr vergangen ist - ein Orgelstück von Johann Sebastian Bach." Jaså. Om jag också har ett sådant stycke? Nej, egentligen inte. Händels Music for the Royal Fireworks kanske. Men medan vi lyssnar på Simon Rattles Silvesterkonsert kommer jag på något annat som jag tycker passar bra som favoritstycke för tolvslaget på nyårsafton. Från och med nu ska det bli Liberty Bell March av John Philip Sousa. Den spelade Berliner Philharmoniker nämligen som extranummer igår kväll. Jätteroligt!


Das alte Jahr vergangen ist,
Das neue Jahr beginnt.
Wir danken Gott zu dieser Frist,
Wohl uns, daß wir noch sind!
Wir sehn auf's alte Jahr zurück,
Und haben neuen Muth:
Ein neues Jahr, ein neues Glück!
Die Zeit ist immer gut.


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben


* * *

Ich frage die Möwe: "An welches Musikstück denkst du, wenn es am Silvesterabend zwölf schlägt?" Die Antwort kommt prompt und auf Deutsch: "Das alte Jahr vergangen ist - ein Orgelstück von Johann Sebastian Bach." Aha. Wenn ich gefragt würde, fiele mir wohl nur Händels Feuerwerksmusik ein. Wahrscheinlich nicht besonders originell. Gestern abend haben wir Simon Rattles Silvesterkonzert gelauscht. Als Zugabe spielten die Philharmoniker einen Marsch, den ich dann jedoch sofort zu meiner Silvestermusik erkoren habe. Herrlich!


Wohlbekannt: Der Liberty Bell March von
John Philip Sousa (Bild: Wikipedia)

* * *

Nyårsaftonens konsert från Philharmonie i Berlin:
Förra gången var det en rysk kväll - nu en amerikansk!