Freitag, 27. Februar 2009

Luisenstadt lebt, Luise ist tot


Gestern war ich zu 19 Uhr nach Singapore bestellt. Und weil ich annahm,
es ist das gleiche Singapore wie letztes Jahr, habe ich die SMS auch nur mit einem halben Ohr gelesen. Sonst hätte ich wohl gemerkt, dass Singapore dieses Jahr nicht in der Oranienstraße, sondern in der Oranienburger Straße liegt. (Es war Andrea, die mich bestellt hatte, meine erste Cellolehrerin. Andrea ist Holländerin - und daher rührt wahrscheinlich auch ihre Affinität
für die Berliner Oranienstraßen...)

Na, jedenfalls bin ich dadurch gestern ordentlich viel Rad gefahren, beinahe die ganze Zeit im Regen... Erst nach Kreuzberg, dann nach Mitte. Auf dem
Weg nach Kreuzberg habe ich mal eine neue Strecke ausprobiert. Direkt über die Michaelbrücke hinein ins Herz der alten Luisenstadt. Das ist vielleicht eine merkwürdige Gegend. Hier sind die Übergänge von Ost nach West, von Alt nach Neu so unvermittelt. Und dann diese Wasserfläche mittendrin... Ich muss da auf jeden Fall nochmal nachgucken, wenn's hell ist und besseres Wetter.



Die Luisenstadt war echtes Zonenrandgebiet. Von beiden Seiten.


Dieses Stück Ostberlin hat sich bisher erfolgreich vor mir versteckt:
Die Michaeliskirche mit dem heute nicht mehr vorhandenen Kanal.


Es gibt einen Verein, der sich nach der Luisenstadt benannt hat. Unter anderem betreibt dieser Verein eine Webpräsenz, auf der ich beim Googeln öfter mal lande: www.luise-berlin.de Das ist eine sehr umfangreiche, liebevoll gepflegte Sammlung und besonders im Straßennamen-Lexikon habe ich immer gern nachgeschlagen. Nun muss ich leider sagen: Diese in jahrelanger Fleißarbeit zusammengetragenen Informationen sind nicht mehr zugänglich. Die Seite ist vor kurzem gestorben. Alle Links sind tot. Wegen Geldmangel. Pfui Berlin! Was für ein Armutszeugnis!


Lauter tote Links: 26 500 Stichwörter und keines davon zugänglich.


Luisenstadt

Det finns en historisk stadsdel i Berlin som muren hade skurit isär under många år. Stadsdelen heter Luisenstadt, men idag säger man officiellt bara Berlin-Mitte och Kreuzberg. Av ett misstag cyklade jag där igår. Det regnade mycket, men jag blev ändå ganska förvånad att få se den stora kyrkan och denna vattenyta som jag trodde hörde till Västberlin. Nej, det gjorde det faktiskt inte. Nu måste jag återkomma någon gång, när vädret är bättre,
för att titta lite nogare.


Donnerstag, 26. Februar 2009

Det war sein Milljöh


Heute will ich meinen schwedischen Lesern mal den ollen Zille vorstellen. Und dafür gibt es jahreszeitgemäß ein paar Winterbilder. Wer eher Lust aufs Freibad hat, der muss hier nachkieken.

Alla äkta Berlinare älskar honom - konstnären Heinrich Zille. Det var han som för första gången visade det hårda livet av fattiga människor i Berlin omkring 1900-talets sekelskifte ända till slutet av 1920-talet. Hans teckningar och målningar är kärleksfulla och ofta ganska satiriska. Idag har jag samlat ihop ett par bilder som passar till årstiden. Om du vill se flera - då får du kolla här.



Winterfreuden an der Jungfernbrücke, 1911


Weihnachtsmarkt auf dem Arkonaplatz, 1912


Die Rinnsteine waren im Winter gefroren.
(Zeichnung von 1902)


Das Restaurant Nussbaum malte Zille 1923.
Es steht immer noch und sieht heute so aus.


Mittwoch, 25. Februar 2009

Dagens Nyhet


Jag förlovade mig INTE igår.























Ich habe mich gestern NICHT verlobt!

Sneak Preview - Das Partei Buch


Gestern war ich mit Freunden - und mit viel Freude - dabei, wie Sonneborns "Partei Buch" Vorpremiere hatte. Erst am Freitag kommt es dann wirklich in die Läden. Martin Sonneborn, der mit Kuckucksuhren die Fußball-WM nach Deutschland holte... "Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt" steht nun als Untertitel auf dem Buchcover. Und der Wahlkampf ist schon in vollem Gange. Die Partei hat dieses Jahr sogar zu einer Bundestagswahl aufgerufen. Sie wird im September stattfinden, haben wir gestern erfahren. Ob wir auch eine Unterstützungsunterschrift geleistet haben? Ja, freilich!




Hur man i Tyskland grundar ett parti och kommer till makten - så heter det
på Martin Sonneborns nya bok "Das Partei Buch". Igår hade boken sneak preview, i all hemlighet på en gammal biograf vid Rosa-Luxemburg-Platz.
En av mina kompisar hade skaffat fribiljetter - och vi ångrade oss inte alls att vi hade gått dit. Sonneborn var tidigare chefredaktör av Tysklands största satirmagasinet TITANIC och han är främst känd för sin insats om fotbolls-VM 2006 som egentligen inte skulle äga rum i Tyskland, utan i Sydafrika. Hihi.





Dienstag, 24. Februar 2009

Wohin mit der Katze während der Meditation?


In der Mittagspause mache ich gern einen Ausflug ins Grüne, zum Fennpfuhl. Dort gibt es auch eine große Bibliothek, wo man schnell mal reinhuschen kann, um das Regal mit den "Neuerwerbungen" zu kontrollieren oder um sich ein Buch aus einem Regal zu grabschen, eines, das so ähnlich wie das Brot im Frau-Holle-Märchen andauernd ruft: "Zieh mich heraus, sonst verbrenne ich!" Gestern hat mich ein Meditationsbuch angeschrien, weil es einen so lustigen Titel hat: Meditation für Neugierige und Ungeduldige. Na, passt ja, habe ich gedacht.

Zu Hause habe ich das Buch angefangen zu lesen. Und natürlich musste ich dann auch mal ausprobieren, wie es geht. Also das mit der Meditation. Oje oje... Schon beim Überkreuzen der Beine hatte ich arge Schwierigkeiten. Und dann war in der Nachbarwohnung ziemlicher Krach. Wie sagte der gute Tucholsky so treffend: "Der Mensch ist ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen läßt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot." Nach einer Weile hatte ich es dann doch tatsächlich mit dem Sitzen hingekriegt und auch die Nachbargeräusche ausgeblendet. Meine Gedanken waren allerdings viel schwieriger zu bändigen. "Morgen darf ich nicht vergessen, mir die Monatskarte auszuborgen." Oder "Wenn ich das Gulasch heute noch anbrate und ein Stündchen schmoren lasse, dann können wir es morgen ziemlich gleich nach der Arbeit essen..." Du lieber Himmel! Was einem alles so durch den Kopf geht.

Als ich dann endlich ganz allein mit meiner Nasenspitze und dem Ein- und Ausatmen war, kam der Kater ins Zimmer geschossen. Eigentlich liegt er ja fast den ganzen Tag herum und pennt, aber ab und zu hat er seine wilden fünf Minuten. Ausgerechnet jetzt! dachte ich. Es half nichts, ich musste diese fünf Minuten abwarten. Denn aussperren kann man ihn auch nicht, da maunzt er zum Herzerweichen. Unser Kater Louis und geschlossene Türen - zwei Dinge, die total unvereinbar sind.

Als ich nach einer ganzen Weile wieder halbwegs in der Versenkung versunken war, klingelte es an der Tür. Mit einem kolossal eingeschlafenen linken Bein humpelte ich zur Wechselsprechanlage. Hm. Irgendwie scheint es nicht so einfach zu sein, "den Alltag auszublenden". Aber vielleicht frage ich mal jemanden, der sich damit auskennt. Nur ein paar Straßen weiter trifft man sich nämlich regelmäßig. Ohne Katzen, ohne Nachbarn, ohne Türklingel. Wir werden sehen...



(Bild: Wikipedia)


Igår prövade jag på att meditera för första gången. Jag hade lånat en bok på biblioteket och vikt ihop en filt för att sätta mig på. Så som han gör på bilden lyckades jag förstås inte, men efter en stund försvann omvärlden faktiskt lite grann och det var bara min näsa och min andning kvar. Just då kom katten springande in i rummet. Egentligen sover han ju nästan dygnet runt, men då och då blir han vild och galen. Ingen och inget kan lugna ner honom då. Tjaaaa... Vad gör man med sin katt under meditationen???


Louis meditiert gern. Jedoch nie im Lotussitz.


Nachtrag: In einem Kommentar empfahl mir Ingrid dieses Buch hier. :-)



Montag, 23. Februar 2009

Romans afton


För att få höra Johan Helmich Romans musik, alltså som levande musik, var vi tvungna att resa till Stockholm i fjol. Men nu i lördags kom Romans levande musik till oss! Vi kunde till och med gå till det stället där konserten ägde rum. Ett fint ställe förresten, en gammal tegelbyggnad vid floden som tidigare användes till att pumpa vatten någonstans. Maskinerna har tagits bort, men akustiken är därför annü bättre. Tyvärr var de flesta i publiken svensktalande åhörare. Nej, inte så många tyskar hade hittat evenemanget som hyllde den svenska Händel-eleven.

Roman - hela kvällen!




Schwedisches Barockkonzert - mitten in Berlin

Ja, es gibt sie tatsächlich - schwedische Barockmusik! Voriges Jahr mussten wir noch bis nach Stockholm reisen, um der Musik des Lokalmatadoren live zu lauschen. Nun am Samstag kam Johan Helmich Romans Musik zu uns nach Berlin. Bei uns gleich umme Ecke ist nämlich seit einiger Zeit eine neue Veranstaltungsstätte - das Radialsystem. Früher wurde hier Wasser gepumpt, heute treffen sich in dem interessanten Backsteinbau Altes und Modernes. Sasha Waltz lässt hier tanzen und die Akademie für Alte Musik ist gern zu Gast. Letzten Samstag waren allerdings mehr schwedische als deutsche Zuhörerer zugegegen. Schade eigentlich.


Freitag, 20. Februar 2009

Erbsenzähler


In Schweden verspeist man donnerstags gerne ärtsoppa och pannkakor,
also zuerst eine deftige Erbsensuppe und hinterher dann Eierkuchen mit den obligatorischen Preiselbeeren. (Wir hier in Berlin sagen nicht "Pfannkuchen", denn das ist etwas anderes...)

Meine Möwe leidet gerade ein bisschen unter Heimweh und deshalb habe ich gestern ärtsoppa och pannkakor zubereitet. Und weil ich eine schusselige Hausfrau bin, habe ich natürlich nicht daran gedacht, die Erbsen am Abend vorher einzuweichen, sondern konnte - haha! - auf ein gutes Ostprodukt zurückgreifen, das es nun gottseidank wieder gibt: Tempo-Erbsen! Tempo-Erbsen wurden zusammen mit Tempo-Bohnen und Tempo-Linsen in den 70er Jahren in der DDR erfunden, um den berufstätigen Frauen die Hausarbeit zu erleichtern. Es gab 'ne ganze Menge solcher Erfindungen für die berufstätige Erbauerin des Sozialismus. Am meisten vermisse ich den Haushaltstag.
(Okay, manchmal mache ich trotzdem einen... ;-) Na, jedenfalls ist die Suppe gestern gut gelungen - und alle waren's zufrieden.





Under DDR-tiden brukade nästan alla kvinnor jobba, oftast heltid. Det var ibland inte lätt att klara allt: hushållet, barnen, fritidsaktiviteter. För att underlätta hushållsarbetet hade man uppfunnit olika saker som tyvärr försvann strax efter murens fall. En del har lyckligtvis dykt upp igen. Och så kunde jag igår laga ärtsoppa och pannkakor - helt spontant, för att överraska Måsen. Något som inte kom tillbaka saknar jag däremot mycket: Det var en dag per månad man fick betalt för, men kunde stanna hemma för att göra hushållsarbete. Och ingen kollade förstås, om man tvättade gardinerna eller läste en bok. Jag läste i alla fall.


Gibt's sogar in Japan - Eulenspiegels Tempolinsen (Das Spiel)


Donnerstag, 19. Februar 2009

Suche...


Det är ett stort kinesiskt handelscentrum som bor grannar hos företaget
där jag jobbar - och häromdagen hittade jag den här lappen vid en hållplats. Någon söker en kärleksfull kvinna från Vietnam för att grunda en familj.
Är sådant lämpligt? Eller varför tycker jag att det är ganska oförskämt?





Wenn ich während der Arbeit aus dem Fenster kieke, dann kann ich bis nach China sehen. Das ist nämlich gleich nebenan. Und auf unseren Mietverträgen steht seit ein paar Jahren als Vermieter Dong Xuan oder so ähnlich. Es hat sich wohl inzwischen rumgesprochen, dieses Chinatown hier in Lichtenberg. Und so gibt es an der Straßenbahnhaltestelle hin und wieder solche Aushänge. Ich weiß nicht, aber irgendwie finde ich das ziemlich unverschämt...








Mittwoch, 18. Februar 2009

Mein Vater


Gestern hatte mein Vater Geburtstag. Ich habe ihm eine Karte und eine CD geschickt. Wir sind verkracht und reden seit einem Dreivierteljahr nicht mehr miteinander. Unsere Leben sind so verschieden. Aber jetzt, wo ich dieses Buch "Mig äger ingen" lese, da denke ich wieder oft daran: Nach der Trennung meiner Eltern ist meine Schwester bei meiner Mutter geblieben. Und ich bin mit meinem Vater ausgezogen. Wir hatten sowas wie eine WG - mit total zusammengewürfelten Möbeln, einer vorsintflutlichen Waschmaschine - und am Anfang keinen Kühlschrank. Aber eigentlich war's eine lustige Zeit.

Von ihm habe ich die Liebe zum Musikmachen und die Liebe zum Wasser. Meine Schwester war (und ist) ein kleiner Wirbelwind, aber ich bin damals immer sehr gern mit meinem Vater zum Angeln gegangen. Ich konnte mich stundenlang still beschäftigen, während er allerlei Fische anlandete. Die Landschaft und die unzähligen Wasser im Odertal, das war unsere Welt. Später hab ich mir vor ihm das Segeln abgeguckt. Einmal habe ich das Boot heimlich genommen und bin mit einer Freundin rausgefahren. Ich wollte probieren, ob ich es auch alleine kann. Es ging natürlich schief, weil das Wetter umschlug. Da haben wir dann mit dem Boot im Schilf übernachtet und sind erst am nächsten Tag zurückgefahren. Ich hab's meinem Vater irgendwann viel später erzählt. Erst hat er furchtbar geschimpft. Aber dann war er doch stolz.

Nun wird es Zeit, dass wir uns wieder entkrachen. Das ist nicht so leicht, denn wir haben beide unseren Stolz. Aber es war ausgerechnet meine Tochter, die mich dazu ermunterte. Meine Tochter, die in ihren besten Zeiten bei uns zu Hause regelmäßig die Türen krachen ließ. Inzwischen ist sie die geduldigste Mutter, die man sich vorstellen kann. So kann das gehen.




Jag läser boken "Mig äger ingen" och tänker på min far. Det var samma sak när jag växte upp: Efter att mina föräldrar hade separerat, bodde jag hos min pappa. Min syster stannade hos min mamma. Det var min far som tyckte om att spela instrument och som älskade vatten - och jag med. En gång lånade jag hans segelbåt utan att fråga honom. Vi åkte ut, min kompis och jag, men vädret blev dåligt och vi stannade över i sjökanten. Mycket senare berättade jag om detta äventyr för min pappa. Först skällde han mycket på mig, men sedan log han.

Igår fyllde han år och jag hade skickat iväg ett kort och en skiva. Vi har inte pratat ett enda ord med varandra sedan nio månader ungefär. Hans sätt och mitt sätt att gestalta livet är så förbannat olika. Och var och en av oss är för stolt att börja samtala på nytt. Det var min dotter som uppmuntrade mig att göra något när han fyller år. Min dotter - som var så svårt att stå ut med i tonårsåldern. Idag är hon den tålmodigaste mamman man kan tänka sig. Så kan det gå.


Dienstag, 17. Februar 2009

Winter im Wuhletahl


Mein Freund, der Buchjo, fährt jedem Morgen auf dem Weg zu seinem Laden durch unsere alte Heimat, das Wuhletal. Und dort sah es heute morgen so aus. Ich wäre gerne da gewesen.



Jag har en vän som är bokhandlare. Hans lilla butik ligger i utkanten av Berlin, ganska nära där vi bodde tidigare. Varje morgon åker han förbi de gula husen och genom Wuhledalen. I morse tog han det här kortet. Det måste ha varit härligt där ute idag!

Winter in the city


Heute hätte ich beinahe die Arbeit geschwänzt. Was für ein Morgen! Sonne und Pulverschnee. Ach ja, verdammtes preußisches Pflichtbewusstsein. Eine Katze habe ich gesehn, hinterm Haus. Sie ging dort, wo schon eine andere Katze gegangen war. Stapf, stapf, immer genau in die Spuren hinein, die schon da waren. Ganz langsam und ein bisschen verwundert. So viel schönen Schnee gibt es nur ganz selten in der Innenstadt. Und auf dem Comeniusplatz war alles voller Trolle. Ob ich zu spät zur Arbeit gekommen bin? Freilich bin ich zu spät gekommen!

Det hade snöat oavbrutet i två dagar. Blöt snö. Men i morse var det kallt och soligt. Pudersnö som i en saga. Helst hade jag skolkat jobbet. Jag kom i alla fall försenad. Det var helt enkelt för underbart där ute! På gården såg jag en katt som gick precis i en annans katts fotspår. Mycket långsamt och tämligen förvånad. Så här är det inte ofta mitt i stan. Allt verkade alldeles förtrollat...































Montag, 16. Februar 2009

Wankelmut und Wetterwirren


War's gestern, daß ein Frühlingswind
sanft an mein Fenster strich?
Die Dielen der Veranda
wärmte das Sonnenlicht;
vors Haus hinaus trieb mich mein Sinn,
zu grüßen Wind und Sonne.
Ich träumte blinzelnd vor mich hin
von Lindenduft und Wonne.

Es ist so schön zu träumen
für einen Augenblick
und sehnsuchtsvoll zu ahnen
das nahe Sommerglück ...
Hold ist der Sehnsucht Gabe
und Träume Seligkeit,
daß sich die Seele labe
an neuer Hoffnung Freud'.

Doch heut, als frischen Mutes
ich aus dem Bett aufsprang
und aufzog die Gardinen,
da kam die Angst mich an ...
Wo gestern noch der Frühling
sang sein süßes Lied,
fällt Schnee, und Eiseskälte
durch alle Ritzen zieht.

Ach ja, das ist das Wetter,
es schwankt, so wie es mag,
doch feg ich frei die Bretter
vom Schnee am nächsten Tag.
So kann ich sie vertreiben,
schieb einen Riegel vor
die Mühn'n und Widrigkeiten
mit Willen und Humor.

Pelle Näver
Nachdichtung: Michael Leetz





Vankelmod och vädervilla

Igår drog mjukt en vårvind
utmed min fönsterkarm,
och förstukvistens ledstång
i solen kändes varm;
och där stod jag på trappan
och mötte sol och vind
jag blundade och drömde
om lövad ek och lind.

Det är så skönt att drömma
om blott en kort minut
och låta längtan sväva
mot sommarlandet ut...
Förnäm är längtans gåva
och drömmens ljuvlighet,
som låter själen snudda
vid hoppets verklighet.

Men nu, idag, när gladlätt
och pigg jag klev ur bädd
och brått drog upp gardinen
så blev jag rent av rädd...
Den vår i går jag mötte
stod klädd i vinterskrud
med vassa minusgrader
för andedräkt och hud.

Ack ja, så kan det växla
med vädret dag från dag,
men har man kvast och skovel
och kraft till friska tag,
då kan man glatt bemästra
och lägga spärr framför
båd' sorg och motigheter
med vilja och humör.

Pälle Näver


Sonntag, 15. Februar 2009

En ny blogg - från Sumpfstadt!


Nu är det redan tre av de fem generationerna i vår familj som skriver blogg. Häromdagen började min mor med att visa upp sina foton på nätet. Ordet
berl betyder förresten våtmark på något gammalt slaviskt språk, och namnet berlin heter ett torrt ställe i mitten av våtmarken. Tänk, där bor vi. Som barn intresserade jag mig en period för Thor Heyerdahls expeditioner. Framför allt för dem han hade gjort med papyrusbåterna. Att de där båterna fortfarande används, det hade jag inte tänkt mig. Och att min mamma skulle se sådana
i verkligheten, hade hon nog inte heller kunnat föreställa sig, när vi läste tillsammans i mina fina Kaleidoskop-barnböcker för länge, länge sedan.





Ein neuer Blog aus Sumpfstadt!

Von den fünf Generationen in unserer Familie haben nun schon drei einen Weblog. Vor ein paar Tagen ging dieses informative Fotobuch hier online. Warum Fotoberl? Nun, berl ist ein altes slawisches Wort und bedeutet Sumpf und berlin ist eine trockene Stelle im Sumpf. Da wohnen wir also. Als Kind habe ich mich mal eine Weile sehr für die Expeditionen von Thor Heyerdahl interessiert. Vor allem für die mit den Papyrusbooten. Dass man diese Boote heute noch benutzt, hätte ich nicht gedacht. Und dass meine Mutter mal in echt welche zu Gesicht bekommen würde, hätte sie wohl damals, als wir noch gemeinsam in meinen kunterbunten Kaleidoskop-Büchern lasen, auch nicht gedacht.




Freitag, 13. Februar 2009

Sich vakoofen - oder: Mein Leben als pdf-Datei


Eigentlich habe ich überhaupt keine Ahnung, wie das geht: sich vakoofen.
Alle meine Jobs, vier an der Zahl, sind im Laufe meines Lebens mehr oder weniger über mich hereingebrochen. Ich habe noch nie eine Briefmarke angeleckt für ein Bewerbungsschreiben. Alles ging irgendwie zwischen Tür und Angel und mit Handschlag. Auch da, wo ich jetzt schon seit fünfzehn Jahren bin. (Fuffzehn! Das ist ein Drittel meines Lebens! Du lieber Himmel!) Meine Mutter hatte mich damals angerufen: Geh mal gucken, bei uns wird eine Stelle frei. Eine richtige Stelle! (Damals war ich Honorarlehrer und eigentlich nicht wirklich unzufrieden damit...) Und dann bin ich nur mal gucken gegangen - und schwupps! - hat die Mausefalle zugeschnappt. Offensichtlich eine effektive Vorrichtung, diese Mausefalle, da sie mich, wie gesagt, jetzt schon seit fuffzehn Jahren festhält.

Nun geht die Weltwirtschaft gerade ein bisschen in die Knie, und sich jetzt
auf den Arbeitsmarkt zu werfen, das ist wohl, als würde man Kühlschränke
an Eskimos verkaufen. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlimm, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, wie das geht. Ahnungslos und unbekümmert ist sicher besser als total verbissen und verkrampft. Und außerdem ist mein neuer Kühlschrank rot und unverkäuflich. Manchmal seufzt er leise. Das hat der alte nie gemacht. Der hat immer nur gebrummt...

Na, jedenfalls habe ich heute - ja, am Freitag, den 13. - meine schwedische Bewerbungsseite offiziell vom Stapel laufen lassen. Ganz viel dabei geholfen hat mir Fru Decibel aus Göteborg. Sie hat das alles ungefähr einhundertmal Korrektur gelesen. Und nun kann ich mein Geschreibsel mit gutem Gewissen und völlig ahnungslos den weltweiten Wellen des Götaälv überlassen.
Schau'n wa mal.


Sjömanshustru, jag kommer!
(Om någon har synpunkter eller tips, jag tar emot allt!)


Mitt liv som pdf-fil

Idag är fredag den trettonde. Och detta datum skulle vara passande, tänkte jag, för att offentliggöra mitt nytt projekt: att sälja ett kylskåp till en eskimå. Så ungefär känns det nämligen när man är tvungen att ansöka om ett jobb nu för tiden. Dett finns nog en massa kylskåp just nu och inte så många eskimåer som behöver ett nytt. Dessutom har jag inte några erfarenheter alls angående hela ansökningsproceduren. De jobb jag hade, hittade mer eller mindre mig och inte tvärtom. Nå, i alla fall idag vill jag tacka min vännina Fru Decibel som rättade en massa stavningsfel och andra roliga saker jag skrivit i mina texter. Utan henne hade jag nog givit upp under tiden.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Das weiche Wasser bricht den Stein


Wenn Dinge, die einem lieb und teuer sind, plötzlich androhen, nicht mehr vorzukommen, dann kann einen das schon ein bisschen umhauen. Das gilt auch für Kleinigkeiten. Ein Lächeln zum Beispiel. Ein Alltagsmorgenlächeln, mir aufs Gesicht geschrieben, beim Anblick einer Kollegin, die - wohl noch ein bisschen bibliophiler als ich - morgens auf dem Weg zur Arbeit in einem Buch liest. Das ist an und für sich nichts besonderes. Viele lesen morgens auf dem Weg zur Arbeit in einem Buch. In der S-Bahn, im Bus... Meine Kollegin läuft allerdings zur Arbeit. Sie läuft und liest. Total versunken. Und erst wenn sie direkt vor der Tür zu ihrem Büro steht, dann taucht sie aus ihrem Buch auf. Und genau dann muss ich lächeln und wir sagen "Guten Morgen". Seit ungefähr 15 Jahren.

Nun hat mir diese Kollegin gestern erzählt, dass sie ihren Job bei uns aufgeben wird. Sie hat woanders ein Angebot bekommen, welches sie annehmen wird. Bei dieser neuen Arbeit wird mehr Kraft drüberbleiben. Das ist hier selten der Fall. Mit dieser Kraft, die drüberbleiben wird, kann sie ein bisschen die Erde bewässern. Mit Märchen nämlich. Ich freue mich für sie - und bin ein bisschen traurig zugleich...




Sagor är en källa som utgår från paradiset och bevattnar jorden

Ett leende på en vardagsmorgon. Ett leende jag är van vid sedan länge. Det är mitt leende som förekommer varje morgon när jag får syn på en kvinna som har jobbat hos oss lika länge som jag. I femton år ungefär. Hon är kanske ännu mera bibliofil än jag. Hon läser nämligen på vägen till jobbet. Det är i och för sig inte något märkligt, för det gör ju många. Men hon åker varken spårvagn eller tunnelbana, hon går till jobbet. Hon går och läser. Och det är inte möjligt att tilltala henne när hon gör så. Hon är borta i sin bok. Först när hon hamnar framför kontorsdörren, dyker hon upp ur bokens historia och sedan ler vi mot varandra och säger "Guten Morgen".

Igår berättade hon för mig att hon har sagt upp sitt jobb här. Hon ska börja någon annanstans. På det nya stället kan hon jobba deltid. Det går inte här. Med tid och kraft som blir över ska hon läsa upp sagor inför vuxna barn.
Vilka härliga planer! Jag är så glad för hennes skull, men lite ledsen ändå.


Dienstag, 10. Februar 2009

För precis ett år sedan...


Nu kommer jag att tänka på den 10 februari 2008. Jag tänker på Wenzel som sjöng kvällen innan och jag tänker på den soliga söndagen, då vi satt ute vid floden och fikade. Ack, var det skönt! Idag är vädret alldeles vedervärdigt - och det gör mig gott att flytta mina tankar precis ett år tillbaka...




Heute vor einem Jahr...

Ich sitze im Büro und draußen ist das Wetter widerwärtig. Da lehne ich
mich zurück, und ich denke zurück an den 10. Februar 2008. Wenzel hatte gesungen am Abend zuvor und an diesem herrlich sonnigen Sonntag saßen wir alle am Ufer. Es war ungewöhnlich warm - und wenn ich jetzt an dieses herrliche Wochenende denke, dann macht mir das Wetter da draußen gleich gar nix mehr aus...


Buckower Elegien


Der Rauch

Das kleine Haus unter den Bäumen am See.
Vom Dach steigt Rauch.
Fehlte er
Wie trostlos dann wären
Haus, Bäume und See.



Brechts Haus am Schermützelsee. Heute ist sein 111. Geburtstag.


Röken


Från det lilla huset under träden vid sjön
stiger rök ur skorstenen.
Om ingen rök fanns där
hur ödsliga vore inte
hus, träd och sjö.


Bertolt Brecht
övers. av Arnold Ljungdal


Sonntag, 8. Februar 2009

Mein Leben als Hund


Habt ihr schon mal gesehen, wie sich ein Hund das Wasser aus dem Fell schüttelt, wenn er vom Baden kommt oder sonstwie nass geworden ist? Freilich habt ihr schon erlebt, wie das aussieht. (Oder wie sich das anfühlt. ;-) Hunde haben es drauf in dieser Hinsicht. Sie machen es fix und effektiv - und die Tropfen fliegen weit. Wenn ich freitags nach der Arbeit in den Zug klettere, um zu meiner Oma aufs Land zu fahren, dann schüttle ich mir die Großstadt aus dem Pelz. Das mache ich fix und effektiv - und die Tropfen fliegen weit.


Die Tage werden nun deutlich länger. Es war gegen fünf,
als ich am Freitg in dem kleinen Dorf an der Eisenbahn
auf meinen Bus wartete. Ja, es ist wirklich MEIN Bus,
denn ich bin eigentlich immer der einzige Passagier.

Dagarna blir längre nu, det märks tydligt.
Så här ljust var det i fredags vid femtiden i en
liten by vid järnvägen där jag väntade på bussen.
Aldrig väntar någon annan där utöver mig...


Mitt liv som hund


Har ni sett någon gång hur en hund skakar av sig vattnet efter att han badade eller blev våt på något sätt? Visst har ni upplevt hur det ser ut. (Eller hur det känns... ;-) Hundarna gör det snabbt och mycket effektivt - och dropparna flyger långt. När jag kliver på tåget på en fredag efter jobbet för att åka till min mormor som bor på landet, då skakar jag av mig storstaden. Det gör jag snabbt och mycket effektivt. Och dropparna flyger långt...


"Det kunde ha varit värre. Jag har faktiskt haft tur. Om man jämför..."



Freitag, 6. Februar 2009

Haydn plus (2)


Senast i hissen hade vi ju lovat att komma nästa gång. Och så gjorde vi igår, självklart! Måsen var dock inte med, han är på tjänsteresa i Sverige. Men sonen hade lust att tjuvlyssna istället. Oj, vilken kväll igen! Redan när jag var barn lärde min mamma mig att tycka om Sjostakovitch. Senare fick jag resa till Leningrad, då blev denna kärlek ännu djupare. Men den här pianotrion hade jag ändå inte hört förut. En stor överraskning! Jag behöver nog lite tid för att smälta det som vi fick uppleva, men jag kommer att skriva lite mer om den judiska poesin i Sjostakovitchs musik när jag har fått tag i en speciell bok samt skiva på biblioteket.




Letztens im Fahrstuhl hatten wir ja versprochen wiederzukommen. Und gestern sind wir dann natürlich wiedergekommen, das war ja abgemacht.
Der Möwenmann war zwar nicht dabei, er ist auf Dienstreise in Schweden, aber mein Sohn ging an seiner Stelle mit - und er hat es nicht bereut. Was für ein Abend! Schon als Kind habe ich Schostakowitsch lieben gelernt. Das habe ich zum großen Teil meiner Mutter zu verdanken. Später fuhren wir mit der Schule nach Leningrad. Da ist meine Verehrung für diesen besonderen Musiker noch gewachsen. Das Klaviertrio Nr. 2 kannte ich allerdings noch nicht. Es war eine große Überraschung. Ein wenig brauche ich noch, um den Eindruck dieses Abends zu verarbeiten. Aber ganz bald werde ich ein bisschen mehr über die jüdische Volkspoesie in Schostakowitschs Musik schreiben. Ich muss nur noch das entsprechende Buch dazu auftreiben.


















Dmitri Schostakowitsch - Anatoli Kaplan
Aus jüdischer Volkspoesie