Dienstag, 31. März 2009

Mitt Leipzig lov och pris!


Här lär man skick, här är i smått Paris.

J. W. von Goethe, Faust


Det var ungefär för 20.000 år sedan som jag senast besökte staden Leipzig. Dinosaurierna hade nyligen utdött och en del inlandsis fanns kvar. Så kändes det i alla fall när jag nu återvände till staden i lördags efter så många år. Under min studietid i Jena och Weimar hade jag då och då tillbringat en dag på det stora biblioteket - och ännu tidigare när jag var lärling fick jag där någon utmärkelse, lite pengar och ett handslag av DDRs lantbruksminister. Sådant glömmer man ju aldrig.


Mein Leipzig lob ich mir!
Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.

Es ist ungefähr 20.000 Jahre her, seit ich das letzte Mal richtig in Leipzig war. Da waren die Dinos gerade ausgestorben und die Spuren der Eiszeit noch deutlich zu sehen. Als Student habe ich das eine oder andere Mal im Lesesaal der Nationalbibliothek gesessen - es war ja nicht so weit von Jena oder Weimar aus - und noch viel früher hat mir der Landwirtschafts-Minister der DDR dort mal die Hand geschüttelt und eine Medaille angeheftet, weil ich anscheinend ein recht tüchtiger Schweinestallaus-(Min)ister war. Nach der Wende bin ich dort mit dem Zug umgestiegen, habe das neue Shopping Center am Bahnhof bewundert - nein, nicht wirklich - aber in die Innenstadt bin ich bei dieser Gelegenheit nicht gekommen. Als wir nun am Samstag einen richtigen Tagesausflug nach Leipzig gemacht haben, fühlte es sich tatsächlich so an, als kämen meine Erfahrungen mit dieser Stadt aus einem ganz anderen Erdzeitalter.



I lördags var det framför allt Bach som lockade oss dit. Så gick vi upp med tuppen och åkte ångtåg ner med något som heter Schönes-Wochenende-Ticket. Visst hade tåget inget ånglok, men det var utan tvivel ångtåg, till och med tvåvåningsångtåg! Under den långa resan blev vi ganska hungriga - och jag hittade nästan blind till Leipzigs mest legendariska matplats, Auerbachs Keller. Men det gör nog varje före detta student som en gång sjöng frihetsvisor där bland alltför många ölglas.

Nach der Zugfahrt, die mir aus irgendwelchen Gründen wie eine Dampflokreise vorkam, waren wir recht hungrig - und mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit fand ich auf Anhieb Auerbachs Keller. Hier tranken wir schwarzes Bier und aßen schwarzes Wild in dem alten Keller, der sich inzwischen in einen effektiv funktionierenden Restaurantbetrieb verwandelt hatte. Neee, sooo schnell hatte ich wohl noch nie mein Essen auf dem Tisch, das dazu ausgezeichnet schmeckte. Zum Schluss schickte ich die obligatorische "Ich war hier!"-Postkarte an meinen Sohn und dann trollten wir uns. Schließlich war es nicht Goethe, sondern Bach, der uns in diese Stadt gelockt hatte.





Efteråt tog vi oss fram till Thomaskyrkan och hade lite svårt att förbli vakna under hela motettkonserten. Men gamle Bach hedrade vi ändå, genom att slösa bort en hel del pengar i souvenirbutiken Thomas-Shop. Jag köpte mig en Bach-skiva och en Bach-bok och Fru Decibel tog vädret som anledning till att förvärva ett rejält Bach-paraply. "Der ist unkaputtbar!", sa fröken bakom disken - och det nya paraplyet fick dessutom välsignelsen genom att Fru Decibel fick sitta direkt bredvid Thomasprästen under motettkonserten. "Har församligen egentligen sjungit också?", frågade hon mig efter kollekten. Hon hade bara hört prästen som sjöng så högt och hängivet.

Es war nicht so einfach, sich nach der kurzen Nacht und dem guten Essen wachzuhalten, als wir nachher in der Thomaskirche saßen und den Motetten lauschten. Um Bach trotzdem gebührend zu ehren, waren wir vor dem Konzert vorsorglich im Thomas-Shop eingekehrt und hatten dort ein für unsere Verhältnisse erkleckliches Sümmchen gelassen. Ich kaufte mir ein Bachbuch und eine Bachscheibe - und Fru Decibel nahm das Wetter zum Anlass und erstand einen unkaputtbaren Superfiberglas-Bachschirm. So meinte jedenfalls die Dame hinter der Kasse. Während der Motetten hatten wir uns einen Platz direkt neben dem Pfarrer erschlichen, der tolle Schirm steckte also zwischen Fru Decibel und dem frommen Mann - und wurde auf diese Weise gleich geweiht.

















Finde die 10 Unterschiede!



Efter kyrkogången var vi helt genomfrusna och längtade efter en värmande mugg choklad som vi faktiskt fick tag i på det vackra elefanthuset där det var proppfullt med folk. (Var finns egentligen den stora krisen i Tyskland? Det märks i alla fall inte någonting på gatorna, krogarna och operahusen, varken i Berlin eller Leipzig. Folk köper helt onödiga grejer, förtärer massor med mat och roar sig som vanligt.) Sedan stack vi slutligen iväg för att söka upp Mendelssohns sista bostad. Det var ju ett måste nu när det är 200 år efter hans födelse. På museet lärde vi oss att Felix egentligen var en Hamburgare och att han inte bara komponerade utan även målade akvareller. Riktigt fina tyckte jag! Helt annorlunda blev emellertid min känsla när jag fick se två av hans lockar. Nej, att titta på de dödas hår ger mig alltid gåshud.

Nach dem Kirchgang waren wir ganz durchgefroren und sehnten uns nach einem stickigen Café und einer heißen Schokolade. Kein Problem, wie sich schnell herausstellte, im Elefantenhaus gab es beides: viele Leute und eine große Auswahl heißer Getränke. (Wo ist eigentlich die Krise in Deutschland zu Hause? In Berlin und Leipzig jedenfalls nicht! Die Leute kaufen, schlemmen und vergnügen sich wie gewohnt. In Fußgängerzonen, Restaurants und Opernhäusern ist es jedenfalls voll wie immer.) Nach dieser Stärkung machten wir uns auf den Weg zum Mendelssohn-Haus, denn das wollten wir im 200. Jahr nach Mendelssohns Geburt auf keinen Fall auslassen. Dort bewunderten wir seine Gipshand, eine sehr schöne, wie ich fand, seine Totenmaske aus Gips, weniger schön, und ein paar Locken - was ich immer wieder äußerst merkwürdig finde, also die Locken von einem anzugucken, der schon so lange tot ist. Außerdem erfuhren wir, dass Felix eigentlich ein Hamburger war und dass er uns über sein kompositorisches Schaffen hinaus auch ein größere Sammlung Aquarelle hinterlassen hat. Als ich seine Bilder aus dem Berner Oberland betrachtete, erkannte ich jedenfalls sofort alles wieder!



Zwei weltberühmte Nasenflötenvirtuosen, Fru Decibel und ihre Tochter,
spielen Mendelssohns Herbstlied (Aufnahme: New York, Jahr unbekannt)

Montag, 30. März 2009

Kantinen sind manchmal besser als ihr Ruf


Ich finde, es ist immer eine spezielle Atmosphäre in der Kantine eines Theaters, Konzert- oder Opernhauses. Die Kantine des Berliner Ensembles ist zum Beispiel für die Öffentlichkeit zugänglich, und ich gehe gerne etwas eher hin, um vor der Vorstellung dort zu essen. Und um die Leute anzugucken! Vollkommen grün geschminkte Männer sitzen da, trinken was und lachen. Dann steht Arturo Ui auf dem Programm. Manchmal denkt man: Nanu,
heute lauter Feuerwehrleute? Aber dann gibts den Biedermann und seine Brandstifter. Die kleine Antoni hingegen sieht man kaum. Aber man hört sie. Ihre Stimme ist unverwechselbar.

In der Kantine im Konzerthaus am Gendarmenmarkt war ich auch ein paar Mal. Meine erste Cellolehrerin war dort Orchesteraushilfe und hin und wieder bekam ich von ihr eine Karte zugesteckt, zusammen mit der Beschreibung, wie man in der Pause in die Kantine findet. Im Gegensatz zum Flair in der BE-Kantine geht es dort im Konzerthaus eher gesetzt zu. Dunkel getäfelte Holzwände und befrackte Musiker, gepflegte Speisen und Getränke. So habe ich sie in Erinnerung. Und lautes Lachen ist eher die Ausnahme.

Letzten Freitag war ich wieder mal in einer solchen Kantine. Es war die der Komischen Oper und ich war zum ersten Mal dort - wie es der Zufall wollte, der Zufall, der unser Leben plötzlich an der nächsten Kreuzung unvermutet links abbiegen lässt und dann alles mögliche nach sich zieht: Gunnar Eriksson hatte den deutschen Text eines schwedischen Liedes verbummelt, eine Sopranistin aus seinem Chor hatte genau diesen Text in meinem Blog ergoogelt - und nun wird sie in Göteborg meine Cellolehrerin.

Barbarina, eine Freundin von ihr, hatte uns beiden also am Freitag Opernkarten für den Figaro an der Abendkasse hinterlegt und uns nach der Vorstellung in die Kantine gelotst. Dort steckten wir drei Frauenzimmer die Köpfe zusammen und besprachen Dinge, die man bespricht, wenn man sich lange nicht gesehen hat: Warum man in Deutschland gern alle möglichen Getränke zusammengießt, Bier und Limo zum Beispiel, und in Schweden nicht. Dann wollte Fru Decibel wissen, mit wieviel Hertz man in der Komischen Oper die Instrumente stimmt. Sie hat ein absolutes Gehör und stellt manchmal so komische Fragen. Das wusste allerdings nicht mal der Dirigent, der am Nebentisch saß, dafür aber einer seiner Musiker.

Nun bin ich gespannt, ob ich auch mal die Kantine der Göteborger Oper von innen zu sehen bekomme. Barbarina ist nämlich im Herbst dort die Königin der Nacht. Aber auch wenn nicht, auf jeden Fall bin ich verdammt glücklich darüber, dass Gunnar Eriksson manchmal ein bisschen schusselig ist...



Figaros bröllop på tyska - och mycket att skratta åt!


Slumpen ville att jag hamnade på kantinan av Komische Oper i fredags. Det var slumpen som gjorde att Biermann översatte Vem kan segla - och att Gunnar Eriksson någon gång inte kunde hitta den tyska texten, medan en körmedlem kunde. Nu blir samma körmedlem min cellolärare i Sverige - hipp hipp hurra! - och Barbarina blir Nattens Drottning i höst på Göteborgs Opera. Vad ska jag säga? Jag älskar slumpen!


Die Hochzeit war diesmal eine jüdische - und es gab viel zu lachen!
(Bilder: Eva Kalwa)

Freitag, 27. März 2009

Wo Berlins berühmte Einwohner leben


Irgendwann letzte Woche ist mein Sohn auf der Straße überfallen worden - von einer neugierigen Dame, die vorgab für die Zeitung zu recherchieren. Sie schreibe über unseren Kiez, meinte sie, und was ihm dazu so einfalle. Nun war der Artikel in der Zeitung abgedruckt. Im Immobilienteil! Was mir an diesem Quartier im Dreieck zwischen Weberwiese, Frankfurter Tor und Warschauer Straße so gefällt, ist die Vielfalt. Ich glaube, an keiner Stelle in Berlin ist auf so kleinem Raum eine so bunte Mischung von unterschiedlichen Baustilen zu finden. Es ist wirklich nahezu alles vertreten!

Nyligen intervjuades min son av en nyfiken tidningstjej. Hon ville veta hur han trivs i området där vi bor. "Det är lugnt här och inte så väldigt dyrt - och även studenter är välkomna som hyresgäster..." Ja, vi trivs här. Det som jag tycker om är att det finns så många olika byggnadsstilar, en intressant blandning av gamla och nya hus med delvis stora och fina gårdar. Igår fick jag guida Fru Decibel under en lång promenad här i stadsdelen. Vi var ute ända tills de stora gatulycktorna tändes. Det var fint!



Die Gubener Straße - vor 100 Jahren.


Das erste Nachkriegshochhaus in Ostberlin.


Das hässlichste Haus der ganzen Gegend gehört der Polizei.


Dieser Hof in der Kopernikusstraße steht unter Denkmalschutz.


Abends am Comeniusplatz.


Die 50-Jahre-Häuser in der Wedekindstraße.


Jede Menge Backsteine in der Kadiner Straße.


Und in der ehemaligen Wollgarnfabrik wohnt man richtig teuer!

Mittwoch, 25. März 2009

Ett par hjärtekrossare och en Vespa


Nej, han på bilden är inte Don Giovanni, men en hjärtekrossare ändå. I fredags fick vi vara med när Gustavo Dudamel dirigerade Staatskapelle Berlin på Staatsoper. Jamen, att ta ett ordentligt kort på honom är ju så gott som omöjligt! Han är hela tiden i häftig rörelse. Själva inscensättningen var dock ganska minimalistisk, på scenen fanns bara tre tjocka svarta väggar som rörde sig långsamt nästan hela tiden - och en vit Vespa som drevs av elström på något sätt. Den tog fart utan ett enda ljud. Men en Vespa utan Vespa-ljud är ju egentligen ingen Vespa, tyckte jag. Däremot fick jag återingen bekräftat att italienskan är operans genuina språk. Vackrare går det inte!


Er dirigierte den ganzen Giovanni auswendig, ohne Partitur!


Ein Paar Herzensbrecher und eine Vespa

Nee, der hier oben auf dem Bild, das ist nicht Don Giovanni. Aber ein Herzensbrecher ist er schon: Gustavo Dudamel, seit 2007 Wahlgöteborger, also irgendwie ein Seelenverwandter von mir. Ich hatte der Möwe und mir extra die beinahe seitlichsten Rangplätze besorgt, so dass ich während der Vorstellung letzten Freitag auch gut in den Orchestergraben gucken konnte, wo der kleine große Mann wieder mal sein Bestes gab. Auf der Bühne gab es eh nicht so viel zu sehen, jedenfalls was die Requisiten anging. Drei dicke schwarze Wände, die andauernd im Zeitlupentempo durch die Gegend wanderten, und eine weiße Vespa. Mit der Vespa hatten sie irgendwas angestellt. Sie fuhr nämlich total lautlos, was eine richtige Vespa niemals tut. Von den Sängerinnen und Sängern konnte man das zum Glück nicht behaupten. Sie sangen sehr schön - und mir wurde wieder einmal klar, das Italienisch die Sprache der Sprachen ist, wenn es um Opern geht. Das Wort Tod klingt auf den meisten Sprachen nicht besonders melodisch - la morte dagegen zum Sterben schön...



* * *

Und das hier ist meine Lieblingsarie:

Deh vieni alla finestra

Deh, vieni alla finestra, o mio tesoro!
Deh, vieni a consolar il pianto mio:
se neghi a me di dar qualche ristoro,
davanti agli occhi miei morir vogl'io.

Tu ch'hai la bocca dolce più che il miele,
tu che il zucchero porti in mezzo al core,
non esser, gioia mia, con me crudele:
lasciati almen veder, mio bell'amore!


Max Slevogt: Don Giovannis Begegnung mit dem steinernen Gast

Montag, 23. März 2009

Bei Chopin am Stölpchensee


Am Samstag war uns die Sonne relativ wohlgesonnen, wir packten zwar keine Badehose ein, aber in Richtung Wannsee fuhren wir doch. Den großen See ließen wir dann allerdings irgendwo rechts och links liegen - und gingen lieber in den Wald südlich der Bahnlinie. Das zugehörige Forsthaus heißt Dreilinden, der Wald selbst ist ein guter Mischwald, in dem es neben Kiefern, Buchen, Birken und Eichen hin und wieder sogar ein paar alte Fichten gibt. Und natürlich massenweise Wildschweine.

Getroffen haben wir glücklicherweise keins, eine interessante Entdeckung wartete dann aber nach dem langen Spaziergang doch noch auf uns. Als der Wald aufhörte, kamen wir am Stölpchensee heraus! Das drumrumliegende Fleckchen Stolpe ist ein urmärkisches Dorf, das zum Berliner Ortsteil Wannsee gehört. Es hat mit ein paar Überraschungen aufzuwarten - unter anderem einer architektonisch interessanten Kirche - und irgendwie ein bisschen Kurortcharakter. Man fühlt sich wohl. (...braucht aber offensichtlich ordentlich Knete, um dort zu wohnen.)

Das Sahnehäubchen dieses Ausfluges wurde uns dann schließlich von einer gepflegten Restauration verpasst, die den schönen Namen Chopin trägt.
Das Sahnehäubchen der Möwe trohnte auf einem mit Blaubeeren gefüllten Germknödel und meines lag zusammen mit einer Kugel Zimt-Pflaumen-Eis neben einem Mohnklops. Das Restaurant hat sich nämlich der schlesischen Küche verschrieben. Chopin ist zwar nicht von dort, das Haus soll aber seinem Geburtshaus in Żelazowa Wola recht ähnlich sehen. Na, wir genossen jedenfalls die etwas oberklassige Verwöhnatmosphäre - und hatten nach einem Gläschen Tee alle beide ein Frühlingssonnenglühgesicht. Ach, war det scheen!





Hos Chopin i utkanten av Berlin

I lördags var vädret ganska våraktigt och vi åkte ut till Wannsee-området
för en rejäl skogspromenad. Solen lyste genom mestadels kala träd - en fin blandning av gamla barr- och lövträd - och fåglarna uppförde sina första vårkonserter. När skogen tog slut någon gång hamnade vi i en liten by i utkanten av Berlin som överraskade med en intressant kykra och sitt mysiga läge vid en sjö som heter Stölpchensee.

Byn Stolpe har namnet efter det gamla slaviska ordet
stlŭpŭ som egentligen benämner en träpelare, men även ett fiskeredskap stående i ett vattendrag.
I Stolpes centrum - torget Wilhelmplatz med sin gamla ek - hittade vi en fin restaurang som är uppkallad efter Fryderyk Franciszek Chopin och där man serverar Schlesische Küche. Vi fikade utmärkt till pianomusik och upplevde något som heter liksom en känd tesort, nämligen "Lyckliga stunder".



Ein in der Mark wohlbekanntes Bild:
Das alte Schulhaus gleich neben der Kirche.



Der Wilhelmsplatz mit seiner alter Eiche und dem Restaurant.


Der Ortsname Stolpe leitet sich vom altslawischen
Wort stlŭpŭ für Säule oder Fischständer im Fluss ab.


Freitag, 20. März 2009

12:43 ist Frühlingsanfang!


Das Porträt

Für meine kleinen Lieder,
Die lustig klagenden, die abendroten,
Schenkte mir der Frühling das Ei eines Wasservogels.
Ich bat meinen Geliebten,
mein Porträt auf die dicke Schale zu malen.
Er malte eine junge Zwiebel in brauner Erde -
Und auf der anderen Seite einen runden weichen Hügel
aus Sand.



Edith Södergran
Nachdichtung: Nelly Sachs
aus: Von Welle und Granit
Aufbau-Verlag Berlin, 1947




Porträttet

För mina små visor,
de lustigt klagande, de aftonröda,
skänkte mig våren ägget av en vattenfågel.

Jag bad min älskade måla mitt porträtt på det tjocka skalet.
Han målade en ung lök i brun mylla -
och på den andra sidan en rund mjuk kulle av sand.



Edith Södergran
Landet som icke är





Der Vollfrühling beginnt in Europa im Südwesten Portugals bei Faro Ende Februar und zieht weiter nach Nordosten, wo er etwa am 20. April mit dem Oberrheintal Deutschland erreicht. Danach zieht er im flachen Lande zügig weiter bis nach Finnland, das er Ende Mai erreicht. Er benötigt etwa 90 Tage für die Strecke von etwa 3.600 Kilometer. (Wikipedia)

* * *

Und morgen ist Welttag der Poesie.


Mittwoch, 18. März 2009

Trio Stravaganti spelade stranummer!


Strax efter att planet landat i Säve för drygt en vecka sedan lyftes vi upp av starka vingar igen. Det var musikens vingar. Tre unga musiker, tre gamla instrument och ett välblandat program med musik från 1500 till 1700-talet. Aldrig förr hade jag sett någon spela blockflöjt så skickligt. (Fru Decibel och jag kom att tänka på flöjtundervisningar i grundskolan, då hela klassen fick öva tillsammans. Men det var ju bara hemskt: Inte någonsin lyckades man spela samma ton...)

Utöver den fina musiken överraskade de unga musikerna med lite kåseri. Till exempel hade Händel nästan stuckits ihjäl av en annan tysk kompositör som tyckte sig vara bättre på cembalo. Det berättade cembalopojken på lustig Oslo-dialekt som jag fick veta senare. Men jag hade ju fattat historien ändå! Vad kul detta med de skandinaviska språken. Ynglingen som spelade viola da gamba var mycket kär i sitt instrument. Han smekte det hela tiden med ett lyckligt småleende - och alla kvinnliga åhörare kunde bara bli lite avundsjuka. Flöjtflickan yttrade sig någon gång om något som jag själv då och då funderat på. Det handlar om en mening som står - konstigt nog på engelska - i stora lysande bokstäver utanpå konstmuseet Altes Museum i Berlins centrum:





All art has been contemporary

Kaum war unser Flugzeug vorige Woche auf Göteborgs City Airport gelandet, wurden wir gleich noch einmal beflügelt - im Orgelsaal der Musikhochschule. Mein alter Schwede ist nämlich Mitglied in einem Kammermusikverein und dieser Verein holt regelmäßig handverlesene Ensembles oder Solisten zu feinen, kleinen Konzerten in die Stadt. Als mein Möwenmann die Karten kaufte, sagte er "En medlem och en icke". Das war die Kurzformel für "Ein Mitglied und ein Nichtmitglied". Nachdem ich dem Vorsitzenden des Vereins erklärt hatte, was icke auf Berlinerisch heißt, hatte ich meinen Spitznamen weg. Nun werde ich wohl auch dann noch icke sein, wenn ich längst Mitglied geworden bin...

Auf dem Programm und nachher auf der Bühne stand jedenfalls ein junges Trio mit alter Musik - einer wunderbaren Mischung, zusammengerührt aus dem Goldstaub längst vergangener Jahrhunderte. Und nicht allein das - zusätzlich zu den Süßigkeiten für die Ohren gab es dann auch noch was zu tun für unsere Lachmuskeln. Der Cembalospieler - ein Norweger, den ich ohne weiteres verstand, wie herrlich! - erzählte uns zum Beispiel, dass es den guten Händel einmal beinahe das Leben gekostet hatte, als ein anderer deutscher Komponist sich anmaßte, besser auf dem Tasteninstrument zu sein und nachher mit einem Säbel vor seiner Nase herumfuchtelte. Herrje, Männer!

Irgendwann stand plötzlich der Gambist auf, er reckte seine Knieviola in die Höhe und strahlte uns an: "Dieses ist das schönste Instrument der Welt!" Aha. Das hatte ich mir fast gedacht. So verzückt habe ich selten jemanden sein Streichinstrument streiche(l)n sehen. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, damals vor zehn Jahren, als der Jüngling Knall auf Fall seine Geige an den Nagel hängte, um von da an nur noch die Gambe zu umarmen. Jede Frau an seiner Seite wird es wohl schwer haben.

Am meisten hat uns allerdings das Flötenmädel beeindruckt. Wow! So virtuos habe ich noch niemanden mit diesem - scheinbar einfachen - Instrument umgehen sehen. Unwillkürlich wurde ich an unseren Blockflötenunterricht
in der ersten Klasse erinnert, als sich nahezu dreißig junge Eleven fleißig bemühten, einmal ein einziges Stück zusammen fehlerfrei zu spielen. Gelungen ist uns das freilich niemals. Aber ich habe heute noch den merkwürdigen Geruch von Blockflötenöl in der Nase.



Ein paar Tage vorher waren die drei
mit dem gleichen Programm in Borås.

* * *

Und auch bei YouTube gibt's was auf die Ohren:
Einmal Diego Ortiz und einmal Arcangelo Corelli.

Dienstag, 17. März 2009

Väderleksrapport: Vädret lekte


Under min senaste vistelse i Göteborg råkade jag uppleva yrväder, tjock dimma och den värmande vårsolen - bara inom några få dagar. Visst fick jag uppleva mycket annat också, men det behöver smältas lite till. Idag blir det bara den här illustrerade väderleksrapporten. Det är ju förstås alltid enklare att berätta om vädret i efterhand än att förutspå.


Eigentlich kommt der ja immer zum Schluss, der Wetterbericht also, aber ich fange heute einfach mal damit an. Ja, obwohl ich nur 'ne knappe Woche weg war, erlebte ich einen richtigen Wintertag, einen richtigen Nebeltag und einen richtigen Frühlingstag. Das war ernom! Freilich gibt's auch jede Menge anderes zu berichten, aber davon später.


I torsdags lärde jag mig ordet "kramsnö".
(Jag tycker det är roligt med allt som innehåller kram,
eftersom på tyska finns det helt olika ord för att
krama en person, att krama ur en disktrase och
att krama snön till bollar och gubbar...)



I lördags var vi på Aspholmen utanför Saltholmen.


I söndags spatserade vi bland annat i Kungsparken.
Där träffade vi Flickan och sjötrollen.



Sonntag, 8. März 2009

Zurück in die Zukunft?



Na ja, bei Billigfliegern kann es schon mal vorkommen, dass das Geld nicht für ein ordentliches Deutsch reicht. Hauptsache der Flieger ist heil und fällt nicht vom Himmel... Okay, ich bin dann mal weg.

Det mejlet fick jag igår. Innehållet låter ungefär så här: Av hittills inte förutsebara skäl var vi tvungna att ändra flugtiderna. Jaså. Man vet ännu inte varför, men tvungen var man ändå. Vad roligt! Det påminner mig om den här meningen som jag läste vid bushållplatsen i Majorna: Tiderna i tabellen är ungefärliga. För tyska öron låter det som: Tiderna är helt ofarliga. Vad fint!



Freitag, 6. März 2009

Lila, Lila


Min arbetsvecka började med lila blommor, min arbetsvecka ska sluta med lila blommor. De här fanns dock inte på mitt skrivbord i morse, de här finns nu så gott som överallt i stan. Nästan jublande lyfter de sina färgrika kronor i den numera lite mildare vårvinterluften. Bara solen har ännu inte bestämt sig för att skämma bort dem. Men för mig är ju alla de liksom små små solar. På tyska säger vi förresten Frühblüher - tidigt blommande alltså.




Meine Arbeitswoche hat mit lila Blumen angefangen, nun soll sie auch mit lila Blumen aufhören. Diese hier fand ich jedoch nicht auf meinem Schreibtisch heute morgen, sondern diese findet man nun beinahe überall in der Stadt. Nahezu jubelnd recken sie ihre farbenfrohen Köpfchen in die inzwischen etwas lauere Vorfrühlingsluft. Nur die Sonne hat sich noch nicht so richtig entschlossen, ihnen gut zu tun. Aber für mich sind sie doch alle wie lauter kleine Sonnen - auch wenn die holde Wissenschaft sich ein bisschen schwer tut, den Begriff Frühblüher scharf abzugrenzen und exakt zu definieren.

* * *

Nächste Woche bin ich in Schweden. Ohne Computer.

Nästa vecka vilar den här bloggen. Jag reser till Norden.

Donnerstag, 5. März 2009

Plötsligt händer det


Nu har musikfen verkligen kommit till mig. Ja, samma fe som jag skulle vilja berätta för om mina tre största musikönskemål. Det började med att vi bestämde oss för att inte ge varandra någon julklapp, alltså Måsen och jag.
I alla fall inte något materiellt, man måsta torka damm av efter ett tag.
"Vi ska istället resa till Styriarte i sommar och lyssna på Concentus Musicus!", föreslog Måsen. Det tyckte jag var en storartad idé, fast jag egentligen inte hade råd med sådant. "Du behöver bara köpa dina biljetter", fick jag höra då. "Jag ska bjuda på själva resan!" Oj, vad lockande!

Sagt och gjort: beställde vi alltså biljetter och hotellrum för tre nätter via Internet. Detta skedde för några veckor sedan. Nu har biljetterna kommit. Herregud, vad spännande! Ja, tänk, om alla förblir friska tills den veckan i juli månad, en vecka innan jag flyttar till Sverige faktiskt, då kommer jag - bland annat - att uppleva Nikolaus Harnoncourt och Concentus Musicus under en Händeloratorium som spelas ganska sällan: Jephtha. Det som jag ännu inte vågade berätta om för Måsen är att Händel förlorade synen under arbetet på oratoriets slutkör. Men någon gång måste jag nog göra det...



Nikolaus Harnoncourt (rechts) im Winter 33/34 mit seinen Brüdern

* * *

(Kapitel aus "Musik als Klangrede")


Auf einmal ist es soweit

Die Fee ist gekommen! Also, die mit dem Violinschlüssel. Und nun wird einer meiner drei großen Musikwünsche ganz bald in Erfüllung gehen. Es hatte mit Weihnachtsgeschenken zu tun, also diesen materiellen Dingern, auf denen man irgendwann Staub wischen muss, die wir uns jedoch zum Fest der Liebe und des Konsumrausches gegenseitig nicht schenken wollten. "Wir fahren lieber nächsten Sommer zur Styriarte!", hatte der Möwenmann bestimmt.
Da habe ich große Augen gemacht. Und dann bestellten wir tatsächlich Konzertkarten und Hotelübernachtungen im Internet und zitterten ein bisschen, ob alles gutgehen würde.

Es ist alles gutgegangen. Nun sind die Tickets gekommen. Der reine Goldstaub. Zusammen mit den Hotelübernachtungen könnte man dafür wohl eine ganze Woche nach Mallorca fliegen. Aber "Einmal im Leben", haben wir gesagt, "Einmal im Leben", als wir die Sache vor ein paar Wochen festgemacht haben. Mannomann, wenn ich die Konzertbeschreibung im Internet lese, dann kriege ich jetzt schon Gänsehaut. Nun gilt es nur noch die Daumen zu drücken, dass dann im Juli - eine Woche vor meinem Umzug nach Schweden! - alle Mann gesund sind: der Nikolaus, die Möwe und icke. Hach, dass ich das noch erleben darf! :-)

pssst: Was ich der Möwe noch nicht zu erzählen gewagt habe: Händel verlor sein Augenlicht, als der den Schlusschor des Oratoriums komponierte...



Nikolaus Harnoncourt selbst habe ich 2005 zusammen mit den Berliner
Philharmonikern schon erlebt. Nun also mit diesen seltsamen Wienern.

Mittwoch, 4. März 2009

Das Ururenkelchen


Ja, letzten Samstag war's mal wieder soweit: Alle unsere fünf Generationen waren beieinander. Die Ururoma hatte nämlich Geburtstag und tatsächlich alle waren gekommen! Ins Zentrum der Aufmerksamkeit brachte sich aber natürlich wieder der Kleenste, denn der hat nun den aufrechten Gang für sich entdeckt.

I lördags fyllde min mormor 92 år - och detta var anledningen till att alla fem generationer träffades hos min mamma. Men huvudpersonen var egentligen den yngste som äntligen står på egna ben. Hans mormorsmormor är i alla fall mycket stolt över honom!



Hm lecker, hier gibt's Butterstulle!


Kiekt ma alle, ick stehe janz alleene
uff meene kleene Beene!



Der ganze Stolz der Ururoma.


Diese afrikanische Fußbank hatte es ihm angetan.

Dienstag, 3. März 2009

Fuffzehn!


Gestern kam ein Blumenstrauß zu mir gegangen. 15-jähriges Betriebsjubiläum! Da hab ich sie also noch voll gemacht, die vollen fuffzehn, ein paar Monate vor meinem Absprung. Fühlt sich trotzdem an wie 'ne halbe Ewigkeit. Es ist ein Drittel meines Lebens... Ja, Zeit für Tapetenwechsel!




Jag har jobbat för samma arbetsgivare i femton år nu - och därför fick jag blommor igår. Femton år, det är en tredjedel av hela mitt liv. Usch, vilken evighet! Dags att byta. Men om ett par månader ska jag ju verkligen lämna
det hela...


Montag, 2. März 2009

Der besonnene Schluri


Heute genau vor 150 Jahren wurde der Erfinder von Tewje, dem Milchmann geboren. Habt ihr noch nie von gehört? Ja, aber den "Fiedler auf dem Dach", den kennt ihr doch! Tewje lebte in Anatevka, einem kleinen ausgedachten Dorf irgendwo in der Ukraine, Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals ging's den Leuten nicht besonders rosig, aber Tewje hat nie seinen Humor verloren. Tja, kann man sich vielleicht - gerade hier und jetzt - mal wieder ein Beispiel dran nehmen. Ich meine, gute Literatur ist immer zeitlos. Und: Jiddischer Humor ist einfach klasse!


Scholem Aleichem im Projekt Gutenberg

* * *

Hörbuchkollektion aus Chemnitz


Tevje mjölkutköraren

Vi går precis 150 år tillbaka i tiden. Den dagen föddes nämligen en trevlig och skicklig författare i Ukraina som senare blev världsberömd: Sholem Aleichem. Detta är hebreiska och betyder "Fred vare med er". Hans riktiga namn var Rabinovitj - och efter att han gjort slut med alla pengar han ärvt började han skriva. Hans första böcker kom ut på ryska och hebreiska, men senare skrev han bara på jiddisch - för att nå framför allt de enkla östeuropeiska judar. Hebreiska kunde ju bara de rika. Idag är han mest känd genom musikalen Spelman på taket som bygger på hans roman Tevje mjölkutköraren. Är det kanske dags att läsa några av hans berättelser igen? Jiddisch humor gör i alla fall gott.




Berättelser för barn på jiddisch i Sveriges Radio

Sonntag, 1. März 2009

März!


Mittags an die zehn Grad, in der Sonne gefühlte fünfzehn. Ich vergrabe
die Winterschuhe und ziehe ohne zu zögern Sandalen an. Das ist naseweis,
ich weiß. Aber es sind ja solche Outdoor-Dinger und ich habe dicke Socken drunter. Dann schnappe ich mir Wolke Sieben und wir entern zusammen
die S-Bahn nach Erkner. Am Stadtrand angekommen, ist die Sonne weg.
Trotzdem machen wir eine große Tour, die Drahteselin und icke. Von dem einen S-Bahn-Ende bis zum anderen. Dem R1 sei Dank!

Nu är det mars - och vädret lockade mig ut idag till den första cykelturen
i år. (AM: med hjälm! ;-) Jag tog S-Bahn ända till Erkner och därifrån den fina cykelleden R1 som jag först lämnade i Rehfelde, för att svänga till Strausberg. Vid Strausberger See hittade jag massor av vattenfåglar. Det var jätteroligt! När det var läggdags för solen klev jag i Strausberg-NordS-Bahn igen och nu sitter jag här hemma med glödande kinder. Det var verkligen en fin utflykt!



Das hier ist die Theorie.


Und das die Praxis. Sehr angenehm!


Märkische Dörfer...


...und märkische Kiefernwälder.


In Kagel gibt's ne Straußenfarm!


Der Wind frischt auf. Es ist Ostwind.


Weit gucken.


Der größte Teil des Strausberger Sees ist noch zugefroren.


Aber da wo kein Eis ist, da ist jede Menge Geschnatter!