Donnerstag, 26. November 2009

Stell dir vor, dein Bildschirm ist kaputt...


...und du hast trotzdem 1000 Dinge am PC zu erledigen! Und dann stell dir vor, es gibt eine synthetische Stimme, die dir vorliest, was auf dem Bildschirm zu sehen wäre. Weil du keinen Bildschirm mehr hast, kannst du also die Maus auch gleich wegschmeißen. Sie ist nutzlos, wenn man nicht sieht, worauf man klickt. Und nun darfst du dich an den Computerkurs vor 100 Jahren erinnern, wo man dir mal Dutzende von Tastenkombinationen beigebracht hat. F8 zum Beispiel. Einmal drücken, zweimal drücken, dreimal, viermal drücken...

Wir frühstücken und fachsimpeln über Tastenkombinationen. Die Möwe hat inzwischen nämlich schon mehr drauf als ich. Strg+Umschalt+Pfeil nach rechts, zum Beispiel. Damit kann man prima wortweise markieren. Und die Computerstimme liest brav, wie weit man gekommen ist. Ich habe noch ein paar Schwierigkeiten mit den schwedischen Fachbegriffen. Vieles, was wir einfach auf Englisch sagen, sagt man hier auf Schwedisch. Der Cursor ist also ein markör. Und der Desktop ist ein skrivbord, also ein Schreibtisch.

Dienstags und Freitags geht die Möwe jetzt immer vormittags zu einem PC-Spezialkurs für Sehbehinderte. Irgendwann will er nämlich seine eMails selbst abfragen und beantworten. Ich staune über seinen Mut und über seine Geduld. Und wenn du denkst, du kannst dir einfach mal so eine coole Tastenkombination auf einen kleinen gelben Klebezettel schreiben, damit du sie nicht vergisst - Pustekuchen! Freilich kannst du sie dir aufschreiben. Nur lesen kannst du sie dann nicht mehr...


BE's första ord :-)


Kan du tänka dig att jobba med din dator, fast den har ingen bildskärm? Det finns bara en syntetisk röst som läser upp allt detta som egentligen syns på skärmen. Själva musen kan du bara slänga, eftersom det finns ju inget synligt för att klicka på. Och muspilen ser du inte heller. Måsen har alltså börjat datorkurs hos Syncentralen häromdagen. Nu sitter vi vid frukostbordet och pratar tangentkombinationer. Han kan redan några stycken som jag själv hade ingen aning om. Nej, jag kan verkligen inte föreställa mig att jobba med min dator utan bildskärm...


BE's andra ord


Dienstag, 24. November 2009

Im Wald


Das Leben geht weiter. Das Barometer fällt und steigt. Das einzig zuverlässige ist der Regen. Am Sonntag hat der Himmel den ganzen Tag geweint. Die Wolken hingen so tief, dass sie an die Bäume stießen, und sie waren so dick, dass das Licht kaum hindurch fand. Vielleicht hatte die Erde ihre Umlaufbahn um die Sonne verlassen? Draußen im All gibt es zweifelsohne eine Menge anderer interessanter Stellen.

Manchmal, wenn ein Kind auf die Welt kommen will, sagt man: Oh, das passt jetzt aber gerade gar nicht. Am anderen Ende sieht es nicht viel besser aus. Und so steht man plötzlich im Regen, Worte bleiben ungesagt, Fragen ungefragt und es gibt Briefe, die werden niemals abgeschickt.

Ich bin in den Wald gegangen und habe Flechten aufgelesen. In meiner Heimat bin ich hin und wieder in den Kiefernwald gegangen nach einem Sturm und habe Misteln aufgesammelt. Meine Heimat ist manchmal weit weg und manchmal nah weg. Im Moment ist sie weit weg und nah weg zugleich. Das weit weg schmerzt. Irgendwas schmerzt eigentlich immer, wenn man sein Herz in einem anderen Land verloren hat. Man kann eben nicht an zwei Stellen gleichzeitig sein. Und dann dieses Meer dazwischen...

Wenn ich ehrlich bin, mag ich die kleinen, weichen Flechten lieber als die großen, starren Misteln. Man kann sie in Felsritzen stopfen, damit es die Marienkäfer und all die anderen Kleinen warm haben da drinnen. Gewisse Löcher gehen nicht so einfach zu stopfen. Eher gar nicht. Aber man kann andere Sachen machen. Dem Wald sei Dank.



Keine Papiertaschentücher, sondern kleine, weiche Flechten.


Livet går vidare. Barometern faller och stiger. Det enda som är pålitligt är regnet. I söndags grät himlen hela dagen. Molnen hängde så nära marken att de rörde trädtopparna och de var så tjocka att ljuset nästan inte hittade fram till oss. Kanske hade jordkloten lämnat solsystemet. Ute i rymden finns tvivelsutan många andra intressanta ställen där också.

Ibland, när ett barn vill komma till världen, säger man: Oj då, men just nu passar det inte så bra. I andra änden ser det inte särskilt bättre ut. Och så står man plötsligt i regnet med osagda ord, oställda frågor och brev som aldrig kommer att skickas iväg.

Jag har gått i skogen och plockat upp lavar. Hemma i tallskogarna gick jag ibland och samlade mistlar dagen efter en storm. Det som jag kallar för "hemma" är ibland långt borta och ibland nära borta. Just nu är det både långt och nära borta. Något gör alltid lite ont när man förlorat sitt hjärta i ett annat land. Man kan ju inte vara på två olika ställen samtidigt. Och sedan detta hav emellan...

Ärligt talat tycker jag mer om de små mjuka lavarna än om de stora hårda mistlarna. Man kan stoppa lavarna i en bergspringa så att nyckelpigorna och alla de andra små krypdjuren har det varmt därinne. Vissa hål går däremot inte att stoppa. Men man kan göra en del andra saker. Tack vare skogen.



Beerennest. Nestbeeren.


Pssst! Hier schlafen die Marienkäfer.
Und all die anderen Kleinen...


Farnwedel wedeln dreifaltig. Besser als einfaltig.


So sie einen Pelzkragen hat...


Sehr, sehr alter Troll.


Ein gefallenes Sternbild.


Montag, 23. November 2009

28.02.1917 - 22.11.2009


















Samstag, 21. November 2009

Pathetisch?


Meine Möwe ist eine wandelnde Musikdatenbank und ich bin immer wieder total erstaunt, was er alles kennt und weiß. Manchmal kehren wir abends vor dem Schlafengehen noch bei Naxos ein - und suchen uns ein Gute-Nacht-Stückchen aus. Hier überrascht er mich oft mit ausgesuchten Kleinoden, von denen ich noch nie was gehört habe. Aus den entferntesten Winkeln und Nischen der Musikgeschichte sozusagen.

Aber glücklicherweise gibt es auch ein Gebiet, auf dem er mir nicht das Wasser reichen kann. Und das sind die Russen. Tschaikowski und Schostakowitsch vor allem. Das mit Tschaikowski habe ich meiner Mutter zu verdanken. Sie hat mir schon früh aus seinem Leben erzählt, während wir Musik aus "Schwanensee" gehört haben. Alles war so märchenhaft, traurig und schön. Sein Leben und seine Musik. Einmal sind wir in den Palast der Republik nach Berlin gefahren und haben das Ballett live gesehen. Kann sein, dass es sogar die Moskauer selbst waren, die getanzt haben. Später hat mich meine Mutter in die Konzerthalle mitgenommen. Zur "Pathétique". Ich glaub, das war noch vor meiner Jugendweihe - und es hat einen unheimlich starken Eindruck auf mich gemacht. Schostakowitsch kam dann ein bisschen später. Als ich 1980 in Leningrad auf diesem unendlich großen Friedhof war, wo immer leise Musik gespielt wird, da musste ich an seine "Leningrader" denken. Und an das Kinderbuch "Übers Eis des Ladoga". Das alles hat mich lange nicht losgelassen...

Gestern Abend haben wir das Radio angemacht. Jemand spielte Cello. Und schon nach ein paar Takten wusste ich: Das ist Schostakowitschs erstes Cellokonzert! Damit kann ich die Möwe verblüffen. Wir sind dann in der Musik hängengeblieben und haben fast das Abendbrot vergessen. Ein italienischer Dirigent erzählte, wie er die "Pathétique" empfindet. Das Wort "pathetisch" hat hier in Schweden einen noch stärkeren Beigeschmack von Sentimentalität und Schwülstigkeit. Aber das ist sie nicht, Tschaikowskis Sechste. Auf gar keinen Fall!



Die Konzertaufzeichnung von gestern ist noch
ein paar Wochen übers
Webradio zu empfangen.


Måsen är en kringgående musikdatabas och jag blir alltid lika mycket överraskad hur mycket han vet och kan. Innan vi går och lägger oss kilar vi ibland in på Naxos - för att leta efter ett fint god-natt-stycke. Och där plockar han fram otroligt intressanta klenoder ur för mig okända och avlägsna nischer i musikhistoriens landskap.

Det finns bara ett område där jag är lite bättre än han. Det är ryssarna, i synnerhet Tjajkovskij och Sjostakovitj. Tjajkovskij är jag uppvuxen med, eftersom min mama tyckte så mycket om honom. Medan vi lyssnade på hans ballettmusik fick jag höra vad hon visste om hans liv. Kanske blandade jag allt ihop i min barnsliga fantasi då - svanen, prinsen, nötknäpparen, Nadezjda von Meck, tonsättaren som drack förgiftat vatten med flit. Det som finns kvar än idag är en känsla av sagolikhet, melankoli och skönhet.

Sjostakovitj kom lite senare - och det var framför allt hans Leningrader symfoni som gjorde ett starkt intryck på mig som ungdom. 1980 reste jag till Leningrad och där uppsökte vi även den där jättestora kyrkogården, där det alltid spelas musik på låg volym. Det stället kommer jag aldrig att glömma samt mina känslor att få vara där som tyska. Ingenstans har jag upplevt så mycket gästvänlighet som i Ryssland...

Igår kväll satt vi på radion och då hördes några takter cellomusik. Genast kände jag igen den! Det var Sjostakovitjs första cellokonsert. Måsen blev lite förbryllad, men så är det. Mina ryssar känner jag väl. När det var paus i Berwaldhallen pratades med dirigenten som var italienare. Han hyser ungefär samma beundran för dessa två ryssar som jag. Så jag kunde inte låta bli att lyssna vidare och glömde nästan att äta kvällsmat. Lite svårt hade jag med att förklara för Måsen att det tyska ordet pathetisch egentligen inte har samma konnotation som det svenska ordet patetisk. Det betyder i alla fall inte löjligt känslosam. För löjligt känslosam är Tjajkovskijs sjätte i varje fall inte!



Donnerstag, 19. November 2009

Im Kreml brennt noch Licht...


Einen alten Baum verpflanzt man nicht, heißt es. Und so hatte ich immer ziemliche Bedenken, ob es eine gute Idee wäre, meine Oma nach Berlin zu holen, wenn es mal alleine in der Wohnung in Dahme nicht mehr ginge. Nun hat sie sich vor einer Weile aber den rechten Arm gebrochen - und plötzlich ging es in der Wohnung in Dahme alleine nicht mehr. Nach ihrem Sturz ist sie mehrmals zwischen dem Krankenhaus in Luckau und der Seniorenresidenz in Dahme hin- und hertransportiert worden, so dass sie am Ende schon Schwierigkeiten hatte, auf Anhieb zu sagen, wo sie nun eigentlich war.

In der Residenz in Dahme hat es ihr nicht besonders gefallen, denn auf ihrem Flur dort waren fast nur Leute mit einem mehr oder weniger starken Grad an Demenz. Sie selbst ist ja immer noch total fit im Kopf. Und so ergab es sich beinahe wie von selbst, dass sie plötzlich den Wunsch äußerte, nach Berlin in das Heim zu kommen, das gleich hinter dem Haus meiner Mutter liegt.
Vor ein paar Tagen ist sie umgezogen. Nun ist sie wieder eine Berlinerin - unter Berlinern. Und es ist unglaublich, wie gut ihr das bekommt! Außerdem können die Kinder sie nun regelmäßig besuchen. Toni hat sie schon bis an den Malchower See gerollt - und der kleine Jakob ihr einen von seinen unglaublich süßen Dreikäsehoch-Schmatzen auf die Backe gedrückt.

Für mich ist aber ganz merkwürdig, dass ich nun gar nicht mehr nach Dahme fahren muss. Denn solange ich denken kann, bin ich ja immer regelmäßig nach Dahme gefahren. Mein Eltern sind mehrmals umgezogen, aber meine Großeltern haben immer dort gewohnt. Hm, ganz sicher werde ich trotzdem immer mal wieder hinfahren...



Ich habe das Gefühl, hier meine halbe Kindheit verbracht zu haben.
Auch wenn es eigentlich immer nur in den Ferien war...


För bara några dagar sedan flyttade min mormor tillbaka till Berlin - efter att hon hade bott i nästan hela sitt liv 10 mil söder om den tyska huvudstaden, lungt och mysigt ute på landet. (Jag härstammar ju från en gammal korgmakaresläkt.) Men nu hade det hänt att hon brutit armen och orkade inte längre sköta om sig själv. Då ville hon plötsligt tillbaka till Berlin där hon föddes för snart 93 år sedan. Det fina nya hemmet ligger direkt mitt emot min mamas bostad och mina barn samt barnbarn har redan hälsat på. Allt detta gjorde att min mormor blev mycket glad och ganska uppiggad - och jag själv ser väldigt fram emot att träffa henne nu snart i december!



Nun kann meine Mutter von ihrem Balkon aus sehen,
ob im Zimmer meiner Oma noch Licht brennt...


Sonntag, 15. November 2009

Neue Erfahrungen


oder: Wenn aus Papiertaschentüchern Sondermüll wird

Wahrscheinlich habe ich es mir bei meiner Flucht letzten Montag eingefangen. Da bin ich aus dem überfüllten Berlin abgereist, wo gerade die Mauer zum zweiten Male gefallen ist. Es war ein Wunder, dass ich meinen Flieger überhaupt gekriegt habe. "Die Abfertigungsschalter schließen eine halbe Stunde vor Abflug", steht immer in meiner Bestätigungsmail von AirBerlin. Das Flugzeug sollte 10:35 abheben. Punkt 10:05 reichte ich meine rote Meilensammelkarte über den Tresen. (Bald, ganz bald habe ich Silber - und dann brauche mich nicht mehr anzustellen!)

Na jedenfalls, ich hab's mir wohl am Montag früh in der S-Bahn geholt, wo immer noch das Sardinenbüchsenfeeling angesagt ist. Jetzt huste und schnupfe ich seit einigen Tagen und zwischenzeitlich hatte auch der Magen rebelliert. Zeit, um neue Erfahrungen zu sammeln. Wie es ist, in Schweden die Zutaten für meine Lieblingsrezepte einzuholen, das habe ich nun schon ausgiebig getestet. Es ist, als würde man im Ausland einkaufen gehen. Was zum Teufel heißt Geriebene Semmel? Natives Olivenöl findet man dagegen leicht. Butter gibt es mit drei verschiedenen Salzgraden und Schlagsahne hat hier 40 % Fett. Am lustigsten ist es mit den Gewürzen. Da kommt man sich vor wie in einem Sprachquiz: kardemumma, persilia, dragon, spiskumin, lagerblad, kanel, mejram, ingefära. Basilikum, Dill und Paprika erkennt man dagegen auf Anhieb.

Nun bin ich also in die Apotheke, um meine Lieblingslutschtabletten zu beschaffen. Das sind Isla Moos und Emser Salz. Isländisches Moos wächst ja in ganz Nordeuropa, hab ich mir gedacht - und mich nicht schon in Berlin damit eingedeckt. Aber die Dame in der Apotheke guckte mich mit großen Augen an. Islandslav? Nie gehört! Und Emser Salz? Aaach, das ist laaange her, dass wir das mal im Sortiment hatten... Im Naturkostladen geriet ich dann an ein dermaßen engagiertes Naturkostfräulein, dass ich zum Schluss den Laden mit einem gelben Klebezettel in der Hand verließ - auf welchem steht: zwei Teile Natriumbikarbonat, ein Teil Kochsalz. Sie hatte also rumtelefoniert und erfahren, dass man Emser Salz ganz prima selber mischen kann. Na, wenn das so einfach wäre, dann können die in Bad Ems ja ihre Saline dichtmachen. Ich werde jedenfalls einen Teufel tun und in meiner Küche nicht anfangen, irgendwelche Salze zusammen zu mischen.

Meine Magen-Darm-Geschichte, die habe ich nämlich gerade erfolgreich kuriert. Und im Gegensatz zu meinen Lutschtabletten-Enttäuschungen durfte ich hierbei ein interessantes Geheimnis der nordischen Volksmedizin kennenleren. "Rate mal, was ich immer im Koffer hatte, wenn ich in die Tropen gefahren bin?", fragte mich die Möwe grinsend. "Und es hat wirklich jedesmal funktioniert, wenn ich mir den Magen verdorben hatte oder wenn alle anderen unter Montezumas Rache litten..." Blåbärssylt! Blaubeerkonfitüre also. Man nehme: einen schwedischen Zwieback und einen Teelöffel gute Blaubeerkonfitüre. Na, das ist doch mal 'ne appetitliche Schonkost! Und geholfen hat's auch. Ich kann es wirklich nur empfehlen!



Das ist eine Raffel. Damit kann man Blaubeeren sammeln. Kiloweise.
Ich kenne nur einen, der es richtig konnte. Und das war mein Opa.


Gristrynen och blåbärssylt

För bara några veckor sedan hängde det märkvärdiga affischer i apotekens fönster. En familj kunde man se, fast alla hade ju tjocka gristrynen i ansikten. Det skulle föreställa höstens snuva, som man borde skydda sig mot, men jag tyckte det såg väldigt äckligt ut. Jag vet inte om jag just nu liknar någon av dem på fotot. Inifrån känns det nästan så. Det var nog på murenfalls jubileumsdagen som jag blev smittad någonstans i Berlins kollektivtrafik. Massor med folk åkte omkring, och jag hade svårt att komma till flygplatsen rätt i tid, checkade in i sista minuten...

När jag gick till apoteket häromdagen för att köpa mina älsklingshalspastiller, då fanns gristrynena inte kvar, men mina älsklingshalspastiller inte heller. Aldrig hade de hört talas om att man kan använda islandslavar mot hostan, och Emser salt..., jaaa, det var längesen. Är jag redan en dåtidens människa? Lavarna dök givetvis upp först efter murens fall, men Emser salt har ju funnits i hela mitt liv på något sätt. Kanske var det min mormor som skaffade det åt oss.

Dock vill jag inte gnälla att mina älsklingshalspastiller inte finns här i Sverige. Fick jag lära mig nämligen något annat intressant. Innan min näsa började bli grisaktig hade jag krångel i magen. Dagen efter Växjö-resan var kvälningarna och andra osköna företeelser på toppen. Att jag kom över det tämligen snabbt har med något väldigt svenskt att göra. Måsen rekommenderade det till mig. Han hade prövat det under många utlandsresor, framför allt i tropiska länder. Inte ens Montezumas hämnd drabbades han av, medan alla andra resenärer fick det. "Jag hade alltid en glas blåbärssylt med mig. Och det hjälpte." Visst, jag kan bestyrka det!





Donnerstag, 12. November 2009

Mit Fausthandschuhen fotografieren!? Nee, oder?


Man fährt drei Stunden mit dem Zug. Immer durch den Wald. Und dann ist man in Växjö. Würde man noch eine Stunde länger mit dem Zug fahren, käme man an der schwedischen Ostküste raus. Deshalb heißt der Zug Kust till kustbanan. Wir Westküstler sind aber nicht an die Ostküste gefahren, sondern wie gesagt, in Växjö ausgestiegen. Das ist eine Stadt, wo sich viele Seen und Wege treffen. Deshalb Väg-sjö. Man spricht es Weck-Schö aus. Na ja, so ungefähr.

Die Stadt ist alt und außerdem seit vielen Jahrhunderten Bischofssitz. Dementsprechend groß und schön sind die Domkirche und der Bischofshof. Im Dom durfte ich, notdurfte ich sozusagen, auf einer gesegneten Toilette austreten gehen. Auf der sitzt sonst immer nur der Bischof. Aber Notdurft ist Notdurft. Einer der früheren Bischöfe hieß Esaias Tegnér. Er hat ein total langes Gedicht über einen gewissen Frithjof geschrieben. Fridtjof wollte ich mal meinen Sohn nennen. Nach dem norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Aber daraus wurde dann nix. Daran ist meine Tochter schuld. Und ein Plasteschwein, das plötzlich nicht mehr da war...

In Växjö kann man um den Växjösjön herumwandern. Das braucht eine knappe Stunde. Danach kann man in einem Café der Guttempler Rast machen, lange auf den See gucken - und Kaffee, Schokolade oder Tee trinken. Außderdem gibt es dort ein Gebäck, das Sonnenscheinplätzchen oder Kerstinkaka heißt. Fanden wir sehr lustig! (Unsere lokale Stadtführerin hieß nämlich auch Kerstin.) Dann kam ein Mann, der absolut nicht nüchtern war, und setzte sich ans Piano. Er spielte unter anderem Flickorna i Småland fast so schön wie Jan Johansson. Na ja, ganz beinahe fast. Aber richtig schön war's doch! :-)



Nicht ganz jahreszeitgemäß dieses Bild - und außerdem geklaut!
Aber wer will schon mit Fausthandschuhen fotografieren...
Hinter der Fontäne - das Café Fontaine. Zuerst dachte ich, es heißt Fontane.


Igår reste vi till Växjö över dagen. Där lärde jag mig mycket om sjöar, gamla biskopar och nya planer för att förfula staden. Utanför biblioteket mötte vi två kvinnor och utanför domkyrkan träffade vi en kvinna. Hon har samma namn som jag och hon guidade oss runt i stan och runt hela Växjösjön. Dessutom inträffade tre roliga saker: (1) Jag fick gå på en välsingnade toa i domkyrkan. (2) Jag fick veta att det finns solskenskakor som också kallas för Kerstinkakor. (3) På ett café som tillhör IOGT spelade en man piano, som inte alls var nykter. Men han spelade så himla bra Flickorna i Småland - nästan som Jan Johansson!


Vad jag inte heller visste:
Lingonsylt heter krösamos på småländska.


Freitag, 6. November 2009

Gräsänklingblues


Det har varit S-Bahn-kaos i Berlin i nästan ett halvt år. Tågen gick inte alls eller bara med halva tågsättet. Nu håller det på att normaliseras, väldigt långsamt faktiskt, men bolaget Deutsche Bahn vill helst bli firat för framgångarna, även om det inte alls har uppnått samma tillstånd som före kaoset. Jag själv åker fortfarande utan biljett. Av protest.

Som pendlare mellan två levnadsmedelpunkter vistas man vare sig här eller där hela tiden. Detta för med sig att det alltid finns någon som saknar en - och risken är mindre att det blir alltför mycket rutin och slentrian. Just nu är Måsen gräsänkling i Göteborg, medan jag träffar mina barn som lyser av glädje. Det hade de troligen inte gjort om jag hade funnits här oavbrutet.

Min dotter tar ibland bort några leksaker ur Lillens stora leksakslåda. Först efter ett tag får de dyka upp igen. Effekten är övertygande: Lillen är väldigt glad och använder grejer som han annars bara slänga omkring sig av överflöde i leksakslådan.

Facit: För att förbli eftertraktad och för att undvika att allt blir bara den gamla vanliga trallen så rekommenderas att man sticker sin kos då och då. ;-)





Heute bin ich allein...


Es ist seit mehreren Monaten S-Bahn-Chaos in Berlin und die Leute haben schon fast vergessen, wie es früher einmal war, als alles ganz normal war. Aber wenn eine Strecke, die mehrere Wochen gar nicht befahren wurde, nun wieder aufgemacht wird, dann tut die Bahn so, als hätte sie einen großen Sieg errungen und müsste nun eigentlich gefeiert werden. Pustekuchen! denke ich - und kaufe mir auch weiterhin keinen einzigen Fahrschein.

Ich bin nun also Pendler zwischen zwei Lebensmittelpunkten und sortiere gerade ein bisschen meine Eindrücke aus den ersten Monaten. Anfangs hatte ich schon einen Kloß im Hals, wenn ich an meine Lieben im Heimatlande dachte. So weit weg. Nicht mal eben sagen: Okay, ich komme rum und hüte das Kindchen. Aber nun stellt sich so langsam auch etwas anderes ein. Durch den Abstand werden die Dinge, die wir jetzt gemeinsam machen, viel viel wertvoller. Ich genieße jeden Augenblick, den wir zusammen haben und dadurch ist unser aller Leben ein bisschen freier von ollen Routinen und die innere Verbundenheit irgendwie noch stärker geworden.

Es ist ein bisschen so wie Kati es mit der Spielzeugkiste von Jakob hält: Nicht immer ist alles Spielzeug dort drin, sondern nur ein Teil vom dem wirklichen Spielzeugberg, mit dem unsere Kinder heute aufzuwachsen pflegen. Jakob lernt so, Freude an den Dingen zu haben und wird nicht vom Überfluss erschlagen und ermüdet. Weniger ist mehr!





Montag, 2. November 2009

NovemberNäset


Es ist kaum zu glauben, dass ich hier vor knapp zwei Monaten noch mehr oder minder unbekleidet herumgehopst bin. Und was habe ich an diesem Tag geschwitzt auf dem Nachhauseradelweg! Unterwegs hatte ich Rast gemacht, mir eine Cola und ein Eis gekauft. Gestern sehnte ich mich an gleicher Stelle sehr nach meiner Thermosflasche, die irgendwie noch nicht mit nach Schweden umgezogen ist. (Lieber Toni, kannst du sie bitte in mein Zimmer stellen, damit ich sie das nächste Mal nicht vergesse. :-)

Das Schöne an einer Wanderung im November ist... unter anderem... das Nachhausekommen! Heiße Schokolade kochen, Apfelkuchen aufwärmen, Schlagsahne schlagen, Kerzen anzünden. Und dann kriegt man ein Glühgesicht. Aber am Meer war's natürlich auch sehr schön. Wie immer.





Det går nästan inte att föreställa sig att vid hade riktigt sommarväder för bara knappt två månader sedan. Då cyklade jag ut till Näset, svettades mycket - och badade. Igår längtade jag på samma ställe ganska mycket efter min gamla termos som på något sätt inte flyttat till Sverige än. Visst, det är fint att vandra vid havet, även i novemberkylan. Men det är också fint att komma hem efter en sådan vandring i novemberkylan. Då gäller det att koka varm choklad, att värma äppelkaka, vispa grädde och tända ljus. Sedan börjar man glöda om kinderna. Liksom efter en varm och solig sommardag.


Die Erde ist 'ne Kugel. Hier sieht man's deutlich!


Auf der Halbinsel Smithska Udden wurden von 1800 bis 1936 Steine
gebrochen für den Straßenbau. Bis zu 400 Mann waren hier beschäftigt.
Die Steine wurden direkt vom Ufer auf Schiffe verladen.



Dieser Stein steht auf den Klippen nahe am Meer.
Wer ihn hingestellt hat, das erfährt man jedoch nicht.


Hier ist im Sommer bei schönem Wetter ordentlich was los: Näsetbadet.


Ob er ihr gerade einen Heiratsantrag macht?
(Oh, wie romantisch!!! :-)



Dieser "Runenstein" ist nicht etwa aus der Vorzeit, sondern von Soldaten,
die hier im Ersten Weltkrieg stationiert waren. So haben sie sich verewigt.
Heute steht der große Stein mitten auf einem riesigen Parkplatz.




Sonntag, 1. November 2009

Wieso spricht deine Uhr?


In unserer heutigen Zeit wird im öffentlichen Leben ein immer größeres Gewicht auf die visuelle Wahrnehmung gelegt. Das wird mir mehr und mehr bewusst. Vor allem seit dem Siegeszug des Internets. "Gehen Sie doch einfach auf unsere Homepage... Bla bla bla." Im Telefon wird keine Uhrzeit mehr angesagt. Das Radioprogramm kann man sich zwar vorlesen lassen, jedenfalls hier in Schweden, es ist allerdings eine Computerstimme, die besonders bei internationalen Opern schon mal gern recht merkwürdiges von sich gibt.

Vor ein paar Tagen war ich mit der Möwe zusammen bei einem Lunchtreffen des lokalen Sehgeschädigtenverbandes. Wir saßen um einen großen runden Tisch, an den mit der Zeit immer mehr Stühle gestellt wurden. Die meisten am Tisch waren richtig blind - und ich war an meine Panikattacke vor zwei Jahren im Dunkelrestaurant in Berlin erinnert. Es sind die vielen Kleinigkeiten, an die man nicht denkt, wenn man sehen kann. Jeder, der sich an den Tisch setzt, fragt erstmal, wer noch alles da ist. Und so rufen alle der Reihe nach ihren Namen. Diesen Check macht man ja als Sehender mit einem ganz kurzen Rundblick. Wenn etwas serviert wird, muss der Kellner genau sagen, wo er es hinstellt. Blinde fuchteln beim Erzählen viel weniger mit den Händen rum. So können sie wenigstens keine Gläser umschmeißen. Wenn sie mal kleckern, muss man so fair sein, und es ihnen sagen. Sonst laufen sie den ganzen Tag bekleckert herum.

Ansonsten war es ein ganz normales Mittagessen. Die Männer redeten über Fußball, Biersorten und Mobiltelefone. Ihre Art zu scherzen, ist vielleicht ein bisschen derber. Klug, aber heftig. Sie haben es gelernt, mit vielen Schwierigkeiten klarzukommen. Und sie können genießen. Mit den Ohren und mit dem Gaumen. Der eine singt regelmäßig Lieder zu Begräbnissen. Und der andere sagt: "Quatsch nicht so laut! Wenn ich esse, dann stört mich das. Da will ich ganz genau hinschmecken." Es war ein besonderes Erlebnis. Und ich werde wohl öfter mitgehen. Dann kann ich ihnen wieder vorlesen, was auf den ausländischen Bierflaschen draufsteht.





Meantime Chocolate

Det var SRF-lunch häromdagen och jag fick följa med Måsen och hans blinda kompisar. Det finns en massa saker man aldrig lägger märke till som seende. Sätter du dig till bords där det redan sitter några människor, då behövs det bara en kort rundblick för att få veta vilka som är med. En synskadad frågar högt: Vilka är här? Och sedan ropar en och var sitt namn. En matsedel är värdelös för någon som inte kan läsa en enda bokstav. Leif, som jag tycker bäst om i den udda skaran med vita käppar, ville veta allt om alla ölsorter som fanns i den fina restaurangen som annars har ganska pepprade priser. Och till sist blev Meantime Chocolate hans favorit. Deras sätt att skämta är väldigt speciellt. Klokt, men djärvt. Måsen hamnade bredvid Leif någon gång när han åkte spårvagn. De kände förstås inte igen varandra. Då frågade Leif vad klockan var - och Måsen satt igång sitt armbandsur som är försett men en kvinnoröst. "Jaså. Men varför pratar din klocka då?" Och sedan skrattade de högt, eftersom först då kände de igen varandra.