Samstag, 27. Februar 2010

Nach einem Winter


Unser Kater verliert gerade sein Winterfell und sieht ein wenig gerupft aus. Irgendwie war es dicker als sonst das Fell, obwohl Louis gar kein Draußen- sondern ein echter Stubentiger ist. Berlin verliert auch gerade sein Winterfell. Das war ebenfalls viel dicker als sonst - und im Moment ist die Stadt, genau wie unser Kater, nicht gerade eine Augenweide. Aber die nun bedeutend mildere Luft entschädigt einen für den vielen Dreck auf den Wegen. Heute habe ich mir sogar ein Eis gekauft!


Oh. Ein aufgehörter Schneemann.


Det som göms i snö kommer upp i tö

Louis håller på att byta om från vinter- till sommarpäls och just nu ser han inte direkt snygg ut. Pälsen var tjockare denna vinter, trots att han aldrig går utomhus. Berlin byter också om - efter två fulla månader med mycket snö och is - och staden är inte heller särskilt vacker just nu. Men att få kunna leka ute med Lillen mer än en timme utan att frysa, det känns nog härligt! Idag köpte jag mig till och med en glass.


Nach jedem Bürsten sieht der Kater ein bisschen dünner aus...


"Was der Schnee verbirgt, kommt im Frühling ans Licht",
sagt ein altes schwedisches Sprichwort. Hier die bisher
vom Schnee gut getarnten Spuren der Silvesternacht...


...oder fast nadellose Weihnachtsbaumgerippe.


Sie kommen!


Und auch in der entgegengesetzten Richtung ist richtig was los.


Endlich wieder ausgiebig draußen spielen!




Montag, 22. Februar 2010

Ausflug nach Absurdistan?


Freitagabend vor dem Einschlafen habe ich mal nicht in einem Buch geschmökert, sondern im Hotelfernseher Olympiade geguckt. Es kam das Skiathlonrennen der Damen - eine Disziplin, von der ich noch nie was gehört hatte. Während der Zugfahrt nach Stockholm am Morgen des gleichen Tages hatte ich einen interessanten Artikel in der Zeitschrift "Sveriges Natur" gelesen. Der Artikel handelt von einem Mann in Jokkmokk, der riesenlange und extrabreite hölzerne Tiefschneeskier baut. Mit diesen Dingern kommt man auch ohne Spur in jeden noch so tief verschneiten Wald - um dann jenseits der Wege "die Natur bis unter die Haut zu erleben". Eben auch im lappländischen Winter. So stand es in dem Artikel. Als ich abends dann die bis ins kleinste durchgestylt ausgerüsteten Skiläuferinnen in dem perfekt gespurten Schnee betrachtete, kamen mir irgendwie Zweifel. Hat das da im Fernsehen überhaupt noch mit Skilaufen zu tun?




I fredags innan jag släckte lampan läste jag inte utan tittade för en gångs skull på hotellrummets teve. Det är ju just OS. Jag fastnade vid en tävling som heter damens dubbeljakt - något som jag aldrig hört talas om förut. Under tågresan på morgonen samma dag hade jag läst en intressant artikel i Sveriges Natur. Den handlade om en man som tillverkar jättelånga och breda träskidor - lössnöskidor kallar han dem. "Man kan gå på upptäcktsfärd på ett annat sätt. Kommer det ett djurspår så följer man det. Åker man på smala skidor i längdspår så tänker man lätt 'Asch' och fortsätter rakt fram", säger Bo Östergren. Och sedan tittade jag alltså på OS och dessa damer med hightech-skidor och klass1-spår, som aldrig har tid att titta in i skogen. Inte en enda sekund.




Sonntag, 21. Februar 2010

Jetlag


Der Schnee knirscht auf diese Weise, wie er es nur macht, wenn es mindestens zehn Grad kalt ist. (Für Hörspiele kann man dieses Geräusch mit einer vollen Tüte Puddingpulver nachahmen...) Auf der Anzeige am Katarinahissen leuchten 13 weithin sichtbare Minusgrade und ein scharfer Ostwind weht, der unermüdlich neuen Schnee mitbringt. Schnee, Schnee, immer wieder Schnee. Die Touristen hasten in unterschiedlicher Vermummung durch die Altstadt und es kostet Überwindung, zum Fotografieren die Handschuhe auszuziehen. Ich habe Halbjahresjubileum hier in Schweden und wir sind aus diesem Anlass in die Hauptstadt gefahren.

Freitags sind wir bei lieben Freunden in einem Außenbezirk von Stockholm eingeladen, ganz in der Nähe des großen Waldfriedhofs Skogskyrkogården. Hier gibt es in den Nebenstraßen inzwischen keine Bürgersteige mehr und die Straßen selbst sind schmale Gassen zwischen zwei riesigen Schneewällen. Der Herr des Hauses hat den halben Tag lang Schnee geschippt. Er ist in Norrland aufgewachsen und kennt solche Winter - aus seiner Kindheit dort im Norden, allerdings nicht aus Stockholm, wo er seit dreißig Jahren wohnt. "Wir hatten immer mal wieder viel Schnee hier, aber nicht sooo viel und vor allem nicht so lange!" Im Kamin prasselt ein lustiges Feuer und mir ist sehr behaglich zumute...

...

Inzwischen sind wir wieder in Göteborg - und der Zweitagesausflug kommt mir im Nachhinein wie eine ganze Woche vor. Mit dem Nachtzug sind wir heute morgen angekommen. Nun ja, eigentlich war es kein Nachtzug. Er sollte gestern abend kurz nach neun in Göteborg sein. Aber ich bin froh, dass wir überhaupt durchgekommen sind, trotz acht Stunden Verspätung! Die schwedische Staatsbahn hatte viele Strecken vorübergehend einfach stillgelegt. Das ganze Land ist unter Schneemassen begraben. Eine richtige Schneesintflut. Irgendwie beunruhigend. Stell dir vor, es hört überhaupt nie wieder auf zu schneien...



Det är mitt på dagen. Katarinahissen visar -13C


Nattåg till Lissabon

Egentligen var det ingen idé att resa till Stockholm under en så här helg.
Vi hade dock bestämt resan sedan länge samt skaffat konsertbiljetter för två konserter - med soppa och utan soppa - och vi avstod inte utan satte igång det hela i fredags tidigt på morgonen. Resan upp gick riktigt bra med bara en halv timmes försening. Igår var det däremot mycket värre. Många tåg var inställda helt och hållet. Vi hade tur med ett X2000 som placerades på spår 10 på Stockholms Central. Där stod det i timmar, man kunde gå ut och in, hämta mat eller göra tvärtom. Innan det blev midnatt körde tåget äntligen iväg -
och vi var framme i Göteborg vid sextiden i morse, åtta timmar efter den ordinarie ankomsttiden. Detta var alltså mitt halvårsjubileum här i Sverige. Upplevelser man minns!



Här parkerade jag Måsen medan jag strövade omkring iGamla Stan. Han tycker där finns Sveriges bästa falafel.


Tungviktare på Gåstorget.


En hjälte utanför Slottet.



Blick von Gamla Stan nach Skeppsholmen.


Barnen har roligt utanför Svenska Akademin.


Centralbron och Mariaberget


Sehr trotzig: Heute draußen sitzen!


Aufwärmen in der Stadsmission.


Blick mot Söder.


Tomte i vinterdräkt.

* * *

Dieses herrliche Tomte-Foto hat Toni gemacht,
während unserer Nordenreise im Herbst 2006.


Donnerstag, 18. Februar 2010

Titanic-feeling


Zusätzlich zum Land- und Seewetterbericht gibt es nun immer den Eisrapport im Radio. In der nördlichen Ostsee ist das Eis mitterweile mehr als einen halben Meter dick. Und so dachte ich mir gestern beim Mittagessen: Nun bin ich aber reif für die Insel! Nach so vielen Wochen im Wald auf einsamen Skispuren war es an der Zeit, mal wieder ein Schiff zu entern, um ins Wasser zu spucken. Oder aufs Eis. Rund um die Schäreninseln hier vor der Küste gibt es erheblich mehr Eis als offenes Wasser. Einige Anleger werden gar nicht mehr angelaufen und es gilt der Eiswinterfahrplan.

Als wir mit dem Schärgartenboot durch das dicke Treibeis fuhren, musste ich an die Titanic denken. Es kracht manchmal gewaltig, wenn das Schifflein auf eine besonders große Scholle stößt. Aber für die meisten Passagiere ist es nichts weiter. Sie pendeln ja jeden Tag von ihrem Wohnhaus auf den Inseln zu ihrem Arbeitsplatz in der Stadt. Sommers wie winters. Was für ein toller Arbeitsweg!





Igår när vi åt lunch slog det mig att jag ännu inte varit på öarna denna vinter. Och bara en timme senare så klev jag på båten Vesta för att känna lite Titanic-feeling. Runtomkring öarna i Södra Skärgården är det ganska mycket is. Några bryggor är till och med stängda och det gäller isvintertidtabellen. Efter en två timmars promenad på Styrsö fick jag till sist uppleva en vacker solnedgång. Ja, bättre än Titanics nedgång i alla fall! ;-)


Im Hafen der Insel Styrsö.


Auf dem Ausguck von Styrsö: Wenn man genau hinguckt,
sieht man am Horizont den Leuchtturm von Vinga.


Blick in die andere Richtung:
momentan mitten im Eis - die Insel
Donsö


Sind hier neue Schneewolken im Anmarsch?


Snobbrännan. För närvarande helt utan snobbar...


Hier fahren zur Zeit keine Boote...


Hier auch nicht.


Ach ja... Ein kleines bisschen wie im Polarmeer...


Und Tschüss!


* * *


Nach dem schlimmen Winter 1995/1996:Schneefrühling an der Ostsee - Ostern 1996 auf Rügen


Mittwoch, 17. Februar 2010

Underbart är kort, alldeles för kort...


Man kunde välja mellan Radiotorget, någon ICA stormarknad och Cederleüfs konditori i Sävedalen. Alla tre semlorproducenterna hade fått fem fyrar i GP:s semlortävling i år. Igår var det äntligen fettisdag - och vi valde vare sig Radiotorget eller någon ICA stormarknad, utan detta konditori i Sävedalen med det vackra gamla namnet. Hhhmmm..., va gôtt det var!




Gestern war Fastnacht. In Schweden heißt es "Fetter Dienstag", also letzte Gelegenheit nochmal zuzuschlagen, bevor die Fastenzeit anbricht. An diesem Tag essen alle Semlor. Um nicht reinzufallen beim Semloressen, kürt die größte hiesige Tageszeitung GP vorher die besten Semlorbäckereien in Göteborg und Umgebung. Es werden dabei bis zu fünf Leuchttürme vergeben. Gewonnen hat dieses Jahr eine von Einwanderern betriebene Bäckerei in einem Neubaugebiet. Auch fünf Leuchttürme haben ein Supermarkt und eine alte legendäre Familienbäckerei in einer Nachbarkommune bekommen.
Wir haben letztere gewählt - und wurden nicht enttäuscht. Hhhmmm... Unglaublich lecker!





Montag, 15. Februar 2010

Es el viento que me manda


Abends ruft mich Kati an. Ganz aufgelöst berichtet sie, dass sie gerade im Internet gelesen hat, dass Lhasa gestorben ist. Bereits am Neujahrstag.
An Brustkrebs. Ich kann's nicht fassen...






Lhasa har dött. Redan på Nyårsdagen. Hon dog i cancer. Kati ringde ikväll och berättade det för mig. Fast jag kan inte fatta det...




Donnerstag, 11. Februar 2010

När jag nästan räddade klimatet...


Det finns stora klimatförändringar och det finns små. De stora tar politikerna hand om, de små läkemedelsindustrin. Igår kväll var jag på Majornas bibliotek. Där skulle en kvinnlig gynekolog hålla föredrag om "Kvinnan - mitt i livet." Det handlade alltså om de små klimatförändringar som på något sätt alla kvinnor drabbas av någon gång. Mitt i livet. Kanske tidigare. Eller senare. Fast hela kvällen hade ju nästan inte blivit av igår. Föredraget menar jag. Har ni någon gång sett hur en annars välförberedd föreläsare försöker få igång en videoprojektor? PC-kanon, säger Måsen, heter det i Sverige. Detta tvivlar jag faktiskt på. Det låter så löjligt... Nå ja, i alla fall, sladdarna förvecklas, händerna darrar, svettdropparna börjar rinna... Videoprojektorn visar... igenting! Nej, motspänstig, envis, halsstarrig som den är visar den inte alls någon bild. Detta har jag tyvärr upplevt många gånger. På mitt tidigare jobb blev jag därför uppringd många gånger. För att sätta igång videoprojektorn. Igår kväll ringde ingen. De visste ju inte. Då gick jag fram själv. För att rädda kvällen. Dock inte klimatet.




Es gibt große Klimaveränderungen und es gibt kleine. Um die großen kümmern sich die Politiker. Na ja, mehr oder weniger. Um die kleinen kümmert sich die Pharmaindustrie. Gestern abend war ich in unserer Bibliothek. Eine Frauenärztin hatte sich angesagt, um über die kleinen Klimaveränderungen zu referieren, denen alle Frauen irgendwann in der Lebensmitte ausgesetzt sind. Sie war wohl vorbereitet, hatte aber nicht mit den Tücken der örtlichen Technik gerechnet. Kriegte also den Videobeamer nicht dazu, mehr als das Testbild zu zeigen.

So eine Situation kann ich nur sehr schwer aushalten... Ein Mann war komischerweise auch unter den potentiellen Zuhörerinnen. Na, bevor der nach vorne springt, habe ich mir da gedacht - und mich selbst zwischen die ratlosen und bereits unter Hitzewallungen leidenden Frauen an die Technik geworfen. Das Klima habe ich damit zwar nicht gerettet. Aber vielleicht den Abend. ;-)




Mittwoch, 10. Februar 2010

Eine Versuchung, der ich nur selten widerstehen kann


Eigentlich hatte ich genug. Nach gut zwei Stunden auf den Brettern sehnte ich mich nach einer heißen Schokolade - und etwas zum Hinsetzen, also etwas, wo kein Schnee drauflag. Aber dann entdeckte ich diesen Wegweiser hier:




Tja, da war nun wirklich nix zu machen. Ich habe eine Schwäche für Aussichtspunkte. Plätze, von denen man gaaanz weit gucken kann. Und also habe ich die Bretter abgeschnallt und bin bergauf gestiefelt. Stapf, stapf, durch richtig, richtig tiefen Schnee... Aber wie ich von früheren Aussichtspunkten weiß, lohnt es sich in den meisten Fällen wirklich. Und tatsächlich! Auch heute wurde ich nicht enttäuscht.

...

Efter drygt två timmars skidåkning längtade jag efter en jättekopp varm choklad och något mjukt för att sitta på. Något som inte var snötäckt. Men sedan upptäckte jag den där vägvisaren. Nej, det går inte att göra något åt det. Denna frestelse kan jag nästan aldrig motstå: Att klättra upp till en utkik - för att titta väääldigt långt. Och så tog jag av mig skidorna och klättrade upp. Sedan tittade jag väääldigt långt. Över hela Surtesjön och nästan ända till Masthuggskyrkan.



Blick über den Surtesjön


Blick in Richtung Göteborg








Noch jemand ist hier gegangen. Im Winter bleibt nix geheim...


Dienstag, 9. Februar 2010

Eiszeit


Ja, ich weiß, die meisten von euch haben die Nase voll. Genug Schnee und Eis! Ich kann's aber doch nicht lassen... Draußen in der Natur gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Vor ein paar Tagen folgte ich des Baches Lauf. Es war der gleiche Weg, den wir im Spätsommer gegangen waren. Nein, ich hatte nicht erwartet, dass unser Flüsschen so dick zugefroren ist. Nur an wenigen Stellen gibt es jetzt etwas zu hören dort. Ansonsten ist es sehr still und starr. Und sogar die Lachstreppe ist nun aus Eis.


video


Jag vet, de flesta av er är så trötta på all snö och is. Fast jag kan inte låta bli... Ute i naturen finns alltid något vackert att upptäcka. Häromdagen gick jag längs Lärjeån, precis där vi gick i somras. Jag hade inte väntat mig ett så tjockt istäcke på ett annars så lustigt rinnande vattendrag. Till och med laxtrappan är frusen helt och hållet. Bäckens sorl finns bara på enstaka ställen, ibland under ett genomskinligt isfönster. Där säger den: Visst, här är jag, trots allt!