Mittwoch, 28. April 2010

Regentag


Und in der Frühe haben sie mir in der schönen Aussicht vom Küchenfenster aus einen Baum geklaut. Ich bin total entsetzt! Mehrere rohe Kerle mit Motorsägen gegen eine einzelne Tanne. Wie schön und schlank sie dort stand. Viele Jahre lang. Und in nicht mal einer halben Stunde war sie gefallen und total zersägt. Das hat mich sehr traurig gemacht.














Idag sågades ner ett vackert träd som jag gärna tittade på från köksfönstret. Jag kan absolut inte förstå varför man gjorde så. Trädet var i alla fall inte sjukt. Sjuka är bara människor som bestämmer sådana saker. Jag är väldigt ledsen.

Sonntag, 25. April 2010

Subbotnik auf dem Meeresgrund


Wenn ihr mich vor gut 10.000 Jahren hier in Göteborg hättet besuchen wollen, dann hättet ihr mit dem U-Boot kommen müssen. Das Eiszeiteis war so schwer, dass es ganz Skandinavien niedergedrückt hatte und am Rand war das Land unter der Meeresoberfläche verschwunden. Seit der großen Schmelze hebt sich das Land nun wieder, wir wohnen nicht mehr auf dem Meeresgrund - und wenn die Landhebung nicht bald aufhört, gibt es irgendwann keinen Bottnischen Meerbusen mehr und Finnland und Schweden sind überall Landnachbarn...

Na jedenfalls, damals, als hier noch Meeresboden war, gab es natürlich auch Meeresmuscheln und Meeresschnecken. An einigen Stellen gab es mehr und an anderen gab es weniger davon. Von den mehr-Stellen sind heute noch Reste übrig - nun ungefähr 50 Meter über dem Meeresspiegel. Man nennt sie skalbankar und der Boden ist dort natürlich sehr kalkhaltig und begünstigt das Wachstum von speziellen, kalkliebenden Pflanzen. Die Naturschutzgruppe in Göteborg hat es sich deshalb vor etlichen Jahren zur Aufgabe gemacht, eine Wiese zu pflegen, die auf so einer Kalkansammlung liegt und auf der im Sommer seltene Pflanzen wachsen. Im Frühling muss diese Wiese abgeharkt werden und es müssen die von den Rändern eindringenden Wildrosen- und Himbeersträucher zurückgeschnitten werden, damit die Wiese nicht damit zuwächst. Ist der Sommer vorbei, wird die Wiese mit der Sense gemäht.

Heute vormittag war also Frühjahrsputz auf Skändla äng. Freiwilliger Arbeitseinsatz - mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen. Das hat mir prima gefallen: Ich habe sehr nette Leute getroffen, viel über die Natur gelernt - und richtig was gearbeitet, noch dazu an frischer Luft! Freilich habe ich nun ein bisschen Rückenschmerzen und Blasen an den Händen, aber das macht gar nichts. Ich würde es sofort wieder tun!





Idag var det fagning av Skändla äng, en (v)årlig återkommande aktivitet, organiserad av Naturskyddsföreningen i Göteborg. På östtyska hade vi nog kallat det Subbotnik - eftersom det var frivilligt arbete på en annars arbetsfri helgdag. Något som jag följaktligen är van vid och det var hur lätt som helst att övertala mig. Nu har jag visserligen lite ont i ryggen och några skavsår på händerna, men ängen är fagad - och jag fick vara bland trevliga likasinnade. Vädret var ju fint och till sist blev det till och med god mat på en gammal bondgård.




Beinahe noch heil: Uralte Muschelschalen!


Hier zeige ich euch, was 'ne Harke ist.


Das ist Bo von der Insel Orust. Wir waren ein tolles Team!
Er redet nämlich nicht so viel... Das war sehr angenehm.
Einmal fragte er "Bist du Lehrerin?" - Da war ich verblüfft.


Hier steht ungefähr das, was ich oben auf Deutsch erklärt habe.


Ein Pudel ohne Kern, dafür mit Halskrause.


Samstag, 24. April 2010

Hamlade träd


Ja, auch sie gehören zum Frühling in Göteborg: hamlade träd. (Wie nennt man solche Bäume auf Deutsch?) Es gibt sehr viele davon in der Stadt und ich verstehe irgendwie nicht so richtig, warum sie das hier im Norden mit den Bäumen machen. Dadurch werden sie doch noch später grün! Erst müssen sie sich abrackern, um wieder Zweige zu kriegen, während an anderen Stellen die Bäume schon längst um die dicksten Knospen wetteifern. (Die Kastanie gewinnt natürlich. Wie jedes Jahr. :-) Nein, ich mag sie nicht besonders, hamlade träd.




Jag förstår inte varför man gör det här i Norden: att hamla träden. Det betyder ju att löven kommer ännu senare på våren, eftersom först måste träden få nya skott. Nu står de nakna, kala - medan på andra ställen redan tävlingen om de största knapparna är i full fart. Kastanjerna kommer att vinna förstås, precis som de gör varje år.













* * *

Im Kungsparken stehen dafür ein paar uralte Kastanien:







* * *

Diese Bilder habe ich gestern aus Berlin geschickt bekommen.
Und ich muss schon sagen: Ein bisschen neidisch bin ich doch.
Dieses Grün! Unglaublich! Als wäre es Eeewigkeiten her...












Danke, Buchjo! :-)


* * *

Und hier gibt's noch mehr Berliner Frühling.


Donnerstag, 22. April 2010

Wo kommen die Löcher im Käse her?


Und warum nur gehen in Schweden die Fenster nach außen auf? Ich wäre gestern beim Fensterputzen fast hinausgefallen! Zum Glück wohnen wir nur Hochpaterre. Weiter oben würde ich mich weigern und ein Fensterputzer müsste kommen...




Vem har egentligen kommit på idén att fönstren i Sverige ska öppnas utåt? Igår gjorde jag något vårstädningsliknande, fast jag hade ju nästan ramlat ut! Lyckligtvis bor vi på bottenvåningen, annars hade jag vägrat helt och hållet.


Mittwoch, 21. April 2010

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


Gestern habe ich mir mal wieder einen Tagesausflug gegönnt. In den ersten Monaten ohne feste Anstellung bekam ich ja immer noch regelmäßige Panikattacken: Du lieber Himmel! Wovon sollen wir nur leben?! Und ich habe sehr viel meiner kostbaren Lebenszeit damit verbracht, mich ergebnislos zu bewerben. Dann kam der Winter, dieser Winter!, den ich mehr oder weniger auf Skiern hier in den Wäldern verbracht habe. Und dort in den Wäldern habe ich meine Gelassenheit wiedergefunden. Denn es funktioniert: Wir können von einem Einkommen leben, ohne wirklichen Mangel zu leiden. Wir sind nämlich beide keine Konsumenten im heute üblichen Sinne. Wir brauchen nicht den letzten Schrei, was Klamotten oder Technik angeht. Wir gehen nicht shoppen, weil wir shoppen gehen cool finden oder weil wir uns aus Ideenlosigkeit, Frust oder Überdruss in einem übergroßen Einkaufscenter irgendwas "gönnen" müssen. In unserem Kühlschrank sieht es immer recht übersichtlich aus, aber dafür ist das wenige, das dort zu finden ist, fast alles bio - und wir schmeißen nie was weg. Wenn ich bei Cum Pane ein Brot kaufen gehe, dann mache ich beinahe ein Ereignis daraus, denn fast immer ist dort Zeit für einen Schwatz - und hinterher freue ich mich ehrlichen Herzens über das gute Brot. Das Schreiben von Bewerbungen habe ich aufgegeben, dafür mache ich neben meiner klitzekleinen Selbständigkeit verschiedene ehrenamtliche Arbeiten. So habe ich die Webseite eines lokalen Naturschutzvereins hier unter meine Fittiche genommen und mit illustrem Inhalt gefüllt. Außerdem helfe ich einem befreundeten Musiker, sich und seine CDs zu vermarkten. Und ab und zu gönne ich mir dann einfach einen Tagesausflug. Gestern habe ich eine treue Blogleserin im Nachbar"bundesland" Halland besucht. Freilich, mit dem Fahrrad!


Auf meinem Ausflug nach Kullavik und Särö war für alle
etwas dabei.
Hier für Meeresfans: Die Bucht von Kullavik


Jag cyklade hela Säröbanan!

Igår unnade jag mig en dagstur: Jag cyklade till Kullavik och Särö för att äntligen få träffa en trogen bloggläsare - och för att lära mig allehanda om Kullavik och Särö.

Till en början - ett par månader efter min flyttning - fick jag ju lite panik då och då, så helt och hållet utan anställning. Kan vi överleva bara på Måsens pension? De små pengar som kommer in genom mina gamla tyska uppdragsgivare delar jag ju upp mellan Skatteverket och mina barn hemma i Berlin... Men under den snörika vintern där ute i skogen på skidorna försvann panikattackerna - och jag blev lugnare och lugnare. Det funkar faktiskt att bara leva på Måsens pension. Jag har läst en hel del om simple living nu, men det mesta som rekommenderas där har jag ju redan använt på längre tid. Igår unnade jag mig alltså återingen en dagstur. Den kommer jag i alla fall att minnas längre än någon vanlig vardag på något trist kontor med en uppblåst chef och en trasig hiss... ;-)



Für Eisenbahnfans: Die Endstation der ehemaligen Säröbahn.
Heute ist die gesamte Strecke ein wunderbarer Fahrradweg.


Für Kirchenfans: Särö kyrka


Für Monarchiefans: Kung Gustaf V war fünfunddreißigmal hier!


Für die Fans modäner Villen: Skogshyddan(?) auf Särö


Für die Fans von wunderlichem Strandgut.


Für Brückenfans!


Für die Fans von dekadenten Mischungen:
Mystische Villa mit Rostauto vor der Tür...


Für Botanik-Fans: Was ist das für ein Gewächs???
Sieht aus wie eine Kreuzung Hyazinthe/Ananas...


Hier, an einer Stelle war alles voll davon.

* * *

Und für Krimifans: Hier irgendwo wohnt Henning Mankell.
(Natürlich ohne Bild. Ich bin doch keine Paparazza!)


Freitag, 16. April 2010

Haarewaschen auf dem Land


Mit rotem Handtuch raus in die Sonne.
Warme Wolkenschatten auf Steinen
Akazienblättern.

Ich seh durch den Kamm in das Licht -
Alles vertraut.

Sarah Kirsch
aus: Rückenwind, 1976




Sarah Kirsch hat heute Geburtstag!



Hårtvätt på landet

Men en röd handduk i solskenet.
Varma molnskuggor över stenar
Akacieblad.

Jag ser genom kammen i ljuset -
Allt förtroget.

ur: Glashussplitter, 1989
tolkad av Lasse Söderberg och Irmgard Pingel




Mittwoch, 14. April 2010

Es frühlingt, es frühlingt!


Seit wir aus Norrland zurück sind, scheint hier ununterbrochen die Sonne.
Na ja, bis auf nachts. Und so habe ich Wolke Sieben gesattelt und radle nun herum, um dem Frühling auf die Spur zu kommen. Das ist nicht besonders schwierig, denn es geht jetzt überall los! Also gut, versprochen: Von nun an keine Winterbilder mehr!
:-)


Seht ihr es auch? Es ist alles voller Froschlaich!
Sagolika: Massor med grodlek i dammen!



Sedan vi kommit tillbaka från Norrland lyser solen oavbrutet, utom nattetid förstås. Varje dag tar jag cykeln och ser efter vårtecken ute i naturen. Det är inte svårt, för nu har det kommit igång på allvar. Nu ska jag definitivt inte längre visa bilder på snö eller is, det lovar jag.



Das Naturreservat Rya Skog ist das älteste der Gegend und zugleich das
merkwürdigste: Eingeklemmt zwischen Raffinerie und Riesenkläranlage...


Die hier wachsen sozusagen vor unserer Haustür:
im Svaleboskogen, dem Schwalbennestwald


Herbstkätzchen im Frühlingslicht


Montag, 12. April 2010

Jamtli


Außer Seilbahnen mag ich auch noch Freiluftmuseen. Prima, dass gar nicht weit von unserem Hotel das jämtländische Freiluftmuseum Jamtli zu finden war. Auf den einzelnen Höfen war zwar noch nicht so viel los, aber ich habe wieder viel gelernt über alte, bewährte Dinge. Und wie schwer es in manchen Jahren gewesen ist, wenn es eine Missernte gab. Ja, eigentlich war man den ganzen Sommer damit beschäftigt, Essen und Kleidung für den langen, kalten Winter herzustellen. Ich finde, man sollte hin und wieder daran denken, wenn man heute einfach den Kühlschrank aufmacht.





Utöver linbanor tycker jag dessutom om friluftsmuseer. Vilken tur att Jamtli finns i Östersund. Det hände visserligen inte så myckt på gårdarna än, men jag tittade och läste och läste och tittade. Alltid hittar man något intressant som annars kanske hade blivit bortglömt helt och hållet. Att leva på en bondgård i Norrland på 17oo-talet verkade inte vara precis det roligaste man kan tänka sig. Nästan allt handlade om att skaffa och förvara mat och om hur man kunde klara sig under den långa kalla vintern. Man borde tänka på det då och då när man bara öppnar kylskåpet för att hämta något som man köpt utan att man behövde anstränga sig särskilt mycket.



Lillhärdalsgården, von 1785


Das ist eine so genannte Härbre.
Ein Vorratshaus auf vier Beinen.


So wurde damals das Dach gedeckt: Anstelle
von Dachziegeln verwendete man Birkenrinde.


Dieser Hof ist nicht ganz so alt: 19. Jahrhundert


Dieser kleine Stier ist genau eine Woche alt!


In so einer Hütte schliefen noch in den 40er Jahren
bis zu zwei Dutzend Holzfäller im Winter.


Der Per-Albin-Hof von 1942, ein Stück Volksheim.
Damals konnte Familien preiswert Geld leihen, um sich
einen Hof zu bauen und Landwirtschaft zu betreiben.



Und was ich hier gemacht habe,
erzähle ich euch ein andermal...