Donnerstag, 30. Dezember 2010

Mondschnee trauert


Männer sind in der Regel sehr wehleidig. Werden sie mal krank, ist es in den meisten Fällen eine mittlere Katastrophe und sie brauchen besonders viel Zuwendung und Pflege. Ich habe da so meine Erfahrungen...
Dann wiederum gibt es Männer, da glaubt man einfach nicht, dass es sie mal umhaut. Die reißen auch noch Bäume aus, wenn sie von ihren Ärzten böse Nachrichten verkündet bekommen. Oder dann vielleicht erst recht...

Im Märchen heißt er der Stiefvater. In Wirklichkeit haben wir immer nur Hans gesagt. Fast ein Vierteljahrhundert war er an der Seite meiner Mutter, auch als sie sehr krank war und auch, als sie nach der Wende ihre Arbeit verlor. Ich habe ihn nie schlecht gelaunt erlebt, immer war er positiv und optimistisch. Manchmal war er ein bisschen anstrengend, weil er gerne viel geredet hat oder unentwegt mit seinem Technik-Spielzeug spielen wollte. Als mein Sohn in der Dreizehnten war und zu Hause verkündet hat, dass er wegen seiner musikalischen Fächerkombination in die mündliche Matheprüfung muss, habe ich gedacht "Ach du Scheiße..." Aber Opa Hans hat zusammen mit seinem Bonus-Enkel aus meinem "Ach du Scheiße..." kurzerhand eine Zwei gemacht. Eine Zwei im mündlichen Matheabitur!

Dass er ein begnadeter Mathelehrer war, hatte sich ziemlich schnell überall herumgesprochen, sogar bis nach Afrika, und so haben ihn gleich drei verschiedene Länder angeheuert, um dort unten Mathelehrer auszubilden. Wenn er den Lehrern dort ein bisschen von dem mitgeben konnte, was er hatte, dann haben es nun in Afrika viele Kinder im Matheunterricht ein bisschen leichter, als meine Kinder es mit ihren überklugen, lebensfremden Mathelehrern hatten.

In einem Buch, das mir mein Sohn zu Weihnachten geschenkt hat, lese ich dieses Zitat von Leo Tolstoi: "Was ich wünschte, war Bewegung und nicht ein ruhiges Dahinfließen des Lebens. Es verlangte mich nach Aufregungen und Gefahren, nach Selbstaufopferung um eines Gefühls willen. In mir war ein Überschuß von Kraft, der in unserem stillen Leben keinen Raum zur Bestätigung fand." - und ich denke: Vielleicht war sein Lebenslicht an beiden Enden angezündet... 


Am Morgen des 24. Dezember ist es plötzlich erloschen. Und nur ganz wenige haben gewusst, wie krank er eigentlich war. Verdammt, was für ein Teufelskerl!


Botanischer Garten Göteborg, 21. Oktober 2010


Den 24 december tidigt på morgonen dog min mammas sambo, bara 66 år gammal. Han hade haft cancer i några år, fast han dog inte i denna sjukdom. Nästan ingen visste att han inte varit frisk, eftersom han jobbade som vanligt och han reste mycket. Aldrig klagade han, nej, han var hela tiden positiv och optimistisk. Jag hade nog inte i det minsta trott att han överhuvudtaget skulle kunna dö någon gång. Han var som urberget som inte går att rycka bort - och jag förstår fortfarande inte hur han kunde bli hämtad nu så plötsligt. Han var inte sängliggande en enda dag. Efter att vi hade firat fjärde advent tillsammans skildes vi åt som vanligt, vi skojade och vi skrattade. Och nu finns han inte mera. Det fattar jag inte...



Mittwoch, 22. Dezember 2010

Mit Volldampf an der Ostsee


Wir fahren jetzt für eine Woche an die Ostsee, zuerst fünf Tage nach Bad Doberan und dann noch zwei nach Lübeck. In Bad Doberan haben wir kein Internet. Darum heute schon mal:

FROHE WEIHNACHTEN!




Nu åker vi ångtåg i norra Tyskland. Det är Måsens julklapp. På ångtåg finns inte Internet. Så jag passar på att önska God Jul redan nu.

GOD JUL!


Freitag, 17. Dezember 2010

Vom Regen in die Traufe


Oder wie heißt das, wenn man bei Schneegestöber ins Flugzeug steigt - und bei Schneegestöber wieder aussteigt. Der Fahrer des Behindertentransportes in Göteborg sagte gestern, nicht ganz unneidisch: "Habt ihr's gut, ihr könnt dieses Mistwetter hinter euch lassen", als er uns und die beiden dicken, fetten Weihnachtskoffer zum Flughafen bugsierte. "Soweit kommen wir nicht", habe ich geanwortet. "Und in Berlin ist das gleiche Mistwetter..."

Aber haben nicht immer alle herumgejammert, dass es nur in ihrer Kindheit weiße Weihnachten gab und dann nie wieder? Nun sieht es ziemlich stark nach weißen Weihnachten aus - und alle jammern immer noch herum. Ich hopse durch den Berliner Neuschnee, nun in der anderen meiner beiden Welten und überlege: Wenn ich in sieben unterschiedlichen Ländern leben würde, hätte ich dann sieben Leben?





Jag intervjuar Måsen om idiomatiska uttryck på svenska. Och det han säger är "att komma ur askan i elden" eller "att välja mellan pest och kolera". När vi åkte färdtjänst till Landvetter igår sa föraren suckande, kanske lite avundsjuk: "Vad kul att ni kan lämna det här rusket." - "Men dit vi ska är det ju inte annorlunda", svarade jag för att uppmuntra honom lite grann. Och det stämmer ju precis. Här i Berlin är det snö och is, och hela dagen har det snöat. Till pojken har jag spontant köpt en liten plogbil till hans matchboxbilsamling. Men klagade inte alla att det bara var vit jul när de var små och sedan aldrig mer? Nu blir det uppenbarligen vit jul - och alla klagar fortfarande. Jag driver omkring bland drivorna i det här andra av de två nav mitt liv kretsar runt och jag undrar: Om jag skulle pendla mellan nio olika länder, skulle jag då få nio liv som en katt?


De flesta barnen i Tyskland åker inte plastpulka,
utan har fortfarande sådana här Schlitten.






Dienstag, 14. Dezember 2010

Att fånga ljuset


Dagsljuset är skyggt så här års, inte ens sju timmar är solen framme, om överhuvudtaget. Liseberg skryter om sina fem miljoner juleljus. Men de lockar mig inte. Jag är ute någon annanstans, i tid och otid, för att fånga
mitt
ljus!





Die Sonne ist scheu zu dieser Jahreszeit. Nicht mal sieben Stunden Tageslicht kommen bei uns an. Skandiviens größter Vergnügungspark Liseberg, just angesiedelt auf einem Hügel mitten in Göteborg, gibt mit seinen fünf Millionen Weihnachtslichtern an. Trotzdem zieht es mich keinesfalls dorthin. Ich bin woanders unterwegs, mal hier, mal dort - aber immer auf der Suche nach meinem Licht.






















Freitag, 10. Dezember 2010

Naturguider och kartguider


I förrgår hade vi den sista online-föreläsningen under den här terminen. Kul vilka tekniska möjligheter som finns nuförtiden! När jag blickar tillbaka på de senaste månaderna som distansstudent, då måste jag resumera att..., ja, det var skitbra helt enkelt. Så skulle i alla fall vår kursledare ha uttryckt det. Jag lärde mig otroligt mycket - och det bästa är: utan att anstränga mig så mycket. Det bara ramlade in i mitt huvud liksom genom den där legendariska tratten av Nürnberg. Våra kursledare är inte bara ett roligt jaktlag utan även alldeles benådade pedagoger.

Fyra resor till andra sidan jordklotet ingick alltså - och trots att det ibland strulade med kollektivtrafiken hade jag dock en stor behållning av alla dessa metropoler: Emmaboda, Nybro, Ronneby... Bäst var förstås att cykla på södra Öland under en oval helg i slutet på augusti, fast även i de andra trakterna hittade jag många spännande ställen. Last but not least: Vi är drygt ett dussin kursdeltagare - och alla är väldigt intresserade och engagerade. Så jag ser fram emot att få fortsätta med dem under vårterminen.





Vorgestern hatten wir die letzte Online-Vorlesung in diesem Semester. Ja, es ist schon klasse, welche technischen Möglichkeiten es heutzutage gibt. Wenn ich nun zurückblicke auf die letzten Monate und mein Leben als Fernstudent, dann kann ich nur sagen: Es war verdammt gut! (Unser Kursleiter hätte es noch ein bisschen derber ausgedrückt, aber das klingt auf Deutsch nicht so prägnant wie auf Schwedisch...) Ich habe unheimlich viel gelernt - und das Beste ist: fast ohne mich anzustrengen. Ja, alles flutschte nur so rein in meinen Kopf, ungefähr wie beim legendären Nürnberger Trichter. Unsere Ausbilder sind also nicht nur eine lustige Jagdgesellschaft, sondern auch außerordentlich begnadete Pädagogen.

Viermal durfte ich auf die andere Seite dieses langen Landes reisen - und auch wenn es manchmal nicht so einfach war mit den Zug- und Busverbindungen, so habe ich doch eine Menge Eindrücke mitgenommen von dort. Am besten waren freilich die fünf Tage auf Öland Ende August, aber auch in Emmaboda, Nybro und Ronneby habe ich verschiedenes Interessantes entdeckt. Ich freue mich also schon jetzt auf die nächsten Abenteuer in unserer relativ kleinen Kursgruppe, in der alle so interessiert und engagiert sind. Wie schön, dass ich dabei sein darf!



Jan


Geoffrey


* * *


Die beiden Bilder habe nicht ich gemacht, sondern eine Mitstudentin.
(Hier kann man alle sehen.)


Donnerstag, 9. Dezember 2010

Sonnenstich


Heute habe ich mir zweimal die Hand im Backofen verbrannt. Ordentlich! Fette Blasen werden das. Wahrscheinlich habe ich einen Sonnenstich. Mittags war ich nämlich im Schlosspark eine Stunde Skilaufen. Zweimal habe ich dabei mit anderen Frauen gesprochen. Die eine sagte: "Es ist, als würde man in einer Postkarte herumlaufen!" Die andere sagte: "Ich komme mir vor wie in einem Adventskalender!" Meiner Kamera sind vor Verblüffung gleich zweimal die Akkus aus dem Batteriefach gefallen. Und mir selbst war hinterher so wimmelkantig, dass ich nicht mal mehr meine Extremitäten beim Essenmachen unter Kontrolle hatte...




Idag brände jag mid två gånger i ugnen. Rejält! Det blir fina blåsor. Troligen har jag solsting. Vid ettiden var jag i Slottsskogen för att åka skidor. Två gånger pratade jag med andra kvinnor. Den ena sade: Det förefaller mig som om jag går omkring i ett vykort! Den andra sade: Det känns som att vara i en julkalender! Min kamera tappade inte bara sin kontenans, utan också sina batterier. Två gånger. Och jag kände mig så pass vimmelkantig efteråt att jag inte hade koll på mina extremiteter längre medan jag lagade mat...










Mittwoch, 8. Dezember 2010

Seitensprung


Als wir in Weimar wohnten, hatten wir einen Nachbarn, der Austernseitlinge gezüchtet hat. Die waren damals eine große Seltenheit - und ich glaube, vor der Wende habe ich keine gegessen. Wir haben allerdings immer ziemlich viele Hallimasch gesammelt, die schmecken ja so ähnlich. Nach der Wende, als es plötzlich nahezu alles in den Geschäften zu kaufen gab, da haben wir oft Austernpilze gegessen. Nun wohnten wir ja in Berlin - und da gab es auch nicht mehr so viele Hallimasch in den Wäldern. Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder Austernpilze zubereitet. Herrn Möwe hat es prima geschmeckt - und da war ich auch froh, weil es nicht so einfach ist, ihn nun zu erfreuen, in dieser kalten und dunklen Jahreszeit.




På den tiden vi bodde i Weimar hade vi en granne som var jätteduktig på att odla ostronskivlingar. Då var de ju bristvara och före murens fall tror jag inte att jag någonsin hade ätit sådana. Vi gick istället och plockade honungsskivlingar i skogen. De är ju goda de också, även om man idag säger att de kan förorsaka magbesvär. Jag kan inte påminna mig att vi mådde illa av dem. Efter murens fall då köpte vi i alla fall ostronskivlingar många gånger - tills jag nästan hade fått nog av dem. Så gjorde jag en paus som varade ganska länge. Tills idag! Då lagade jag en rejäl klunga - och överraskade Herr Mås med en fin svampmåltid. Det är ju inte lätt att uppmuntra honom så här års, men med hjälp av ostronskivlingarna lyckades jag!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Snögubbesnö heter kramsnö!


Världen utanför fönstret drunknar i snö. Barnen på gården blir glada förstås. De jublar och skriker av glädje. Måsen som inte är så glad säger till mig: Det heter inte snögubbesnö, det heter kramsnö. Jag lyder och säger inte längre snögubbesnö, utan kramsnö. Det mesta som har med verbet krama att göra är ju något skönt: man kan krama sin älskade eller sitt barnbarn, man kan krama ett kramdjur eller snön så att den blir till en snöboll eller en snögubbe. Bara detta med disktrasan är lite konstigt. På tyska brukar jag i alla fall inte krama (umarmen) en disktrasa.

Och snön den föll och föll... Så heter det i Hjalmar Söderbergs Den allvarsamma leken - en bok som jag fick rekommenderad som en svensk klassiker och som jag läste ut (med stor behållning!) senaste helgen när snön bara föll och föll - framför allt i Småland - och inga tåg alls gick från Kalmar till Göteborg... Under tiden har jag i alla fall ställt cykeln i källaren och plockat fram skidorna från garderoben. Medan snön bara föll och föll var jag ute i Slottsskogen idag och drev omkring där i det orörda vita där ännu ingen hade hunnit lägga ett spår. Till sist var jag helt igensnöad, fast det gjorde inget, för det tar ju inte ens en kvart att komma hem. Och där väntade en kopp varmt te och min Måsgubbe som ville bli kramad. Disken kan vänta än så länge.





Die Welt draußen versinkt im Schnee. Die Kinder auf dem Hof jauchzen und bauen dicke Schneemänner. Die wärmeliebende Sommermöwe jauchzt nicht, sondern berichtigt mein Schwedisch. Ich erfinde gerne Wörter und heute ist es das Wort snögubbesnö - Schneemannschnee. Dieser Schnee, den man so gut zusammenpappen kann, heißt aber kramsnö. Krama ist ein Verb, das viele schöne Sachen ermöglicht. Meistens heißt es drücken, also umarmen und man kann es mit seinem Liebsten machen oder mit seinem Enkelkind. Es geht auch mit Kuscheltieren - oder wie gesagt mit Schnee, der gedrückt werden will, um dann einen Schneeball oder einen Schneemann zu ergeben. Was ein bisschen komisch ist: Man kann es auch mit einem Abwaschlappen tun. Es ist das gleiche Verb.

Wolke Sieben steht nun im Keller und macht Winterschlaf, während ich gestern die Skier aus der Kammer geholt habe. Um jetzt all die leckeren Pfefferkuchen und Lussekatter ohne schlechtes Gewissen aufzunaschen, muss ich täglich in den Schlosspark in die Spur. Es gibt Leute, die sagen: Nur Fliegen ist schöner! Das Schicksal hat es so gewollt, dass ich nun (leider) ziemlich oft mit dem Flugzeug fliege. Ich finde es nicht besonders schön. Skilaufen dagegen, das ist wie Fliegen - nur schöner! ;-)





Donnerstag, 2. Dezember 2010

In der Weihnachtsbäckerei...


...gibt es manche Leckerei.
Zwischen Mehl und Milch
macht so mancher Knilch
eine riesengroße Kleckerei.
In der Weihnachtsbäckerei!

Meine Kinder schreiben mir. Sie backen alle Plätzchen! Ich gehe hier in Göteborg zu Lidl und kaufe wenigstens ein bisschen Marzipanstollen und eine Kiste "Sterne, Herzen, Brezeln". Alleine Plätzchen backen, ohne Kinder, das ist lange nicht so lustig. Aber in zwei Wochen, da fahren wir ja nach Berlin!
:-)




Mina barn mejlar till mig. Nu är det december och de håller på att baka småkakor. Alla barn i Tyskland bakar småkakor i december: hemma, på dagis, i skolan, hos mormor eller farmor. Jag bakar inga småkakor. Jag går till Lidl i Linnéstaden och köper i alla fall lite tyska julgrejer: Marzipanstollen och mjuka pepparkakor. Att baka småkakor är bara roligt tillsammans med barnen. Men om två veckor kan jag ju göra det!










Mittwoch, 1. Dezember 2010

Auf der verbotenen Seite


Obwohl die Sonne lacht, zeigt das Thermometer zweistellige Minuszahlen. Mittags fahren die Möwe und ich raus ins Bad, um das Notebook und den Drucker aus dem Vereinshäuschen zu uns in die Wohnung zu holen. Vorigen Winter waren dort alle Schlösser eingefroren und man kam ein paar Wochen gar nicht aufs Gelände. Zusammen mit dem Chef mache ich dann einen Rundgang und berichte, wie es überall aussieht. Auch die heilige Herrenabteilung wird inspiziert. Das ist lustig, denn hier darf ich ja im Sommer sonst nicht hin.


Det är faktiskt mysigare på herrsidan
än på damsidan.
Kolla, vilka prylar! ;-)


På den förbjudna sidan

Solen skiner, fast det är kallt även mitt på dagen. Måsen och jag åker ut till Kallbadhuset för att hämta hem datorn och skrivaren från styrelserummet. Senaste vintern hade alla låsen frusit så att man inte alls kunde komma in till området under ett par veckor. Ordföranden tar sedan med mig på en liten inspektion - eftersom han behöver ju någon som berättar hur det ser ut. På det sättet får jag även vistas på herrsidan. Det är roligt, för under säsongen får jag ju inte vara där.


Die verbotene Seite. Hier baden im Sommer die Herren.


Peters Badehütte.


Die erlaubte Seite, auf der ich trotzdem niemals gewesen bin.


Auf dem Damenbalkon, genannt "die Mafiabrücke".


Die hart diskutierte gemischte Abteilung. Hier baden wir.
(Sollte diese nächstes Jahr wieder abgeschafft werden,
dann treten wir aus dem Verein aus. Das ist beschlossen.)



Auf der Herrenseite gibt es tatsächlich
mehr Wandschmuck als bei den Damen.