Dienstag, 27. November 2012

Vom Wasser


Wenn einem Taxifahrer das Auto kaputtgeht, sieht er ganz schön alt aus. Wenn einem Datenbank-Muttertier das Kabelmodem kaputtgeht, ist das normalerweise eine mittlere Katastrophe, vor allem, wenn es sich um eine Online-Datenbank handelt. Aber zum Glück gibt es ja noch das mobile Internet - und so liegt mein kleines grinsendes Telefon nun im Flur und versorgt uns beide mit durch die Luft fliegenden Bits und Bytes, nachdem ich meine Prepaid-Karte vorher ordentlich mit Gigabytes betankt habe. Das Kabelmoden hatte am Morgen unserer Abreise vor gefühlten sechs, aber eigentlich nur drei Wochen den Geist aufgegeben und ist seitdem nicht wieder zum Leben erwacht. So etwas kommt nicht oft vor, sagt der Mann vom Telefonsupport. Und ob wir nun ein neues kaufen wollen. Er hätte da ein günstiges Angebot... Aber wir wollen nicht, denn irgendwann Mitte Dezember wird nämlich aus dem "Breitband der Zukunft" nun endlich ein "Breitband der Gegenwart" - und wir bekommen sowieso ganz frische Geräte für die neue breite Datenautobahn. Und also hoffe ich, dass mein kleines grinsendes Telefon nun bis dahin nicht die Hufe hochreißt ob der vielen ungewohnten Arbeit...

Vieles gibt es zu erzählen seit meinem letzten Blogeintrag und alles hat irgendwie etwas mit Wasser zu tun. Während unserer Inselauszeit, die am Freitag zu Ende ging, habe ich noch zwei schöne Wanderungen gemacht. Ein Ausflug ging nach Agaete und zum "Schneehafen" Puerto de Las Nieves. Dort gibt es viele weiße Häuser im Vordergrund und sehr hohe Berge im Hintergrund. Außerdem gibt es natürlich das Meer und über das Meer geht eine norwegische Fähre nach Teneriffa. Während Herr Möwe im Hafen allerlei Essen verspeist und allerlei Hörbuchseiten gelesen hat, bin ich in der Zwischenzeit bis in die nächste Meeresbucht gewandert. Und wie das auf dieser schönen Insel immer so üblich ist, muss man dafür erst einmal 200 Höhenmeter hinaufkraxeln und dann wieder 200 Höhenmeter hinunterkraxeln. Aber wegen der wunderbaren Kulisse mit den hohen Bergen habe ich das gerne in Kauf genommen. Und in der Bucht war ich dann ganz alleine mit dem großen Meer und seinen Wellen. Das war schön.





Am vorletzten Tag bin ich dann ohne Herrn Möwe noch einmal in die Berge gefahren. Hatte ich doch von einem Lorbeerwald gelesen, dem letzten Rest der ursprünglichen Bewaldung dort auf der Insel. Mit dem Bus ging es auf schmalen, gewundenen Straßen hinauf in das kleine Bergdorf Moya, das irgendwie ganz trotzig auf einem schmalen Felsplateau klebt. Im Internet hatte ich mir ein paar GPX-Tracks geladen von alten Bergpfaden, die auf den normalen Wanderkarten nicht drauf sind. Auf diesen alten Pfaden trifft man selten Leute, und wenn, dann sind es ältere Herren aus der Gegend. Einer war unterwegs ins Nachbardorf (gut 200 Runtermeter und dann nochmal gut 200 Raufmeter, wie gesagt). Er hatte einen Regenschirm dabei und piekte damit warnend in den Himmel. "Agua! Agua!" Ich zeigte ihm sofort meine Regenjacke und da war er beruhigt. Ja, dort oben in den Bergen im Norden der Insel regnet es doch immer mal wieder und ich habe sogar das erste Mal überhaupt Wasser in einem Bach gesehen.

Nach dem Besuch des Lorbeerwaldes, der ganz fantastisch war, habe ich dann noch ein Stück eines anderen Wanderpfades ausprobiert (diesmal nur 100 Raufmeter und na, ihr wisst schon...) Auf diesem kam mir irgendwann ein Mann mit einer Sichel entgegen. Auf einem einsamen Bergpfad einem Mann mit einer Sichel zu begegnen, kann sich merkwürdig anfühlen. Ich hatte aber überhaupt keine Bedenken, denn der Mann hatte ganz viele Lachfalten um die Augen. Und die Sichel war für das Kaninchenfutter, wie sich dann schnell herausstellte. Ein bisschen wehmütig habe ich diese grüne Ecke von Gran Canaria am späten Nachmittag wieder verlassen, denn dort war es wirklich RICHTIG schön! (Und wie gut, dass ich nicht auf den jungschen Typen in der Touristinformation gehört habe. Der meinte nämlich, zum Lorbeerwald kommt man überhaupt nur mit dem Mietwagen. Skurril irgendwie. Diese Schnuckis laufen sicher ein paar Dutzend Kilometer in der Woche auf einem Laufband in irgendeinem Keller-Fitness-Studio. Aber dass man draußen von einem Dorf zum anderen gehen kann, das ist für sie ganz und gar unvorstellbar...)






Seit Samstag sind wir nun endlich wieder zu Hause und seit Sonntag regnet es hier ununterbrochen. Außerdem geht die Sonne schon um halb vier unter und an so einem Regentag wird es gar nicht richtig hell. Ja, man könnte trübsinnig werden, aber zum Trübsinnigwerden habe ich überhaupt keine Zeit. Am Sonntag haben wir zum Beispiel die Wassernymphen im Opernhaus besucht. Ach, das war so schön! Und nun weiß ich auch, warum ich bei "Rusalka" immer heulen muss, egal wie sie es auch in Szene setzen, ob nun mit Fischschwänzen oder ohne. Es liegt ganz einfach an der wunderbaren Musik!





Det känns som om jag varit bortrest i tio veckor, trots att det egentligen bara var fem när allt kommer omkring. Men nu är vi äntligen hemma igen och igår morse hade jag jobb för tre tvättmaskiner, trots att det bara finns två i tvättstugan. Vädret visar precis hur det kan vara så här års på Västkusten. Regn, duggregn, regn, blåst, regn och omkring fem plusgrader. Herr Mås distraherar sina vemodiga "solresan är över"-tankar nu med en massa politik, medan jag unnade mitt västtrafikkort en 90-dagars-laddning. Då kan jag åka omkring hur mycket och vart jag vill inom kommungränserna, medan det regnar och fryser hur mycket det än vill. Och det gör jag faktiskt. I söndags besökte jag till exempel Rusalka på operahuset. Det var helt underbart! Ska vi se vad jag hittar på de närmaste dagarna. Dystra eller vemodiga tankar blir det i varje fall inte. Det finns helt enkelt för mycket att göra.






Samstag, 17. November 2012

Sten, sax, påse


Det har äntligen blåst upp - och nu leker elementen, jaa! Vinden driver vattnet, klipporna bromsar vågorna, men vågorna gnager i sin tur på klipporna. Solen slicker sedan raskt upp vattenpölarna på de svarta lavastenarna. Tills vinden skickar molnen framför solen... Tja, vem kommer slutligen att vinna?





Gestern habe ich mal wieder Nielsens Fünfte gehört, wirklich eine tolle Sinfonie! Und das Konzerthaus von Las Palmas ist genau der richtige Platz für ein solches Stück. Durch ein riesiges Fenster hinter dem Orchester sieht man die gewaltigen Atlantikwellen unermüdlich auf die schwarzen Lavaklippen rollen. Heute war es dann auch noch schön windig und da haben die Elemente Stein, Schere, Papier gespielt. Den ganzen Tag. Herrlich!


















Donnerstag, 15. November 2012

Bäume besuchen


Um bestimmte Phobien und gewisse Lüste ein wenig in Schach zu halten, gibt es ein altbewährtes Mittel: Überdosis. Gestern habe ich es meiner Höhenangst mal wieder gegeben, ha! Meiner Abenteuerlust allerdings auch. Nun sticht mich der Hafer wohl erstmal nicht mehr, jedenfalls nicht mehr hier auf der Insel...

Dieser Berg hatte mich schon angelacht, als wir voriges Jahr im Frühjahr das erste Mal in diesem Tal gewohnt haben. Er ist mehr als 1200 m hoch und nur gut 10 km Luftlinie von unserem Urlaubsdorf hier am Meer entfernt. Sein Name ist Montaña de Tauro. Und auf dem breiten Kopf dieses schönen Stieres wachsen Riesenkiefern. Riesenkiefern mit bis zu 30 cm langen Riesennadeln. Mit den Bäumen ist es hier nämlich so eine Sache. Wenn man in Europa oberhalb der Baumgrenze wandert, dann ist es kahl. Hier auf den Inseln muss man erstmal ein gutes Stück in die Berge hinauf, um überhaupt Bäume zu treffen, also richtig wildwachsende, nicht diese bewässerten hier in den Ferienorten.


Die Riesenkiefern mit den Riesennadeln gibt es nur auf den Kanaren. Und sie wachsen deshalb nur so weit oben in den Bergen, weil sie mit ihren Riesennadeln die Wolken "auskämmen". Das ausgekämmte Wolkenwasser fällt danach auf die Erde und kann von ihren Wurzeln aufgesogen werden. Sonst würden sie es vor Trockenheit nämlich gar nicht aushalten. Ich finde es unheimlich beeindruckend, was sich die diversen Gewächse so alles haben einfallen lassen, um an bestimmten Standorten überleben zu können.

Gestern habe ich sie jedenfalls besucht, die Riesenkiefern. Bis ganz oben auf den Kopf des Stieres bin ich hinaufgegangen, von ganz unten am Meer. Und das mit der Überdosis für meine Höhenangst, das war eingeplant. Dass es auch eine Überdosis für meine Abenteuerlust wurde, hing mit einem Streik der Busfahrer zusammen. Dieser Streik hat nämlich meine Tagesration an gegangenen Kilometern nochmal ordentlich aufgeblasen, so dass es mir nun erstmal wieder reicht. Fragt sich nur, wie lange... ;-)





"Kanarietallen (Pinus canariensis) är ett träd inom tallsläktet som ursprungligen växer på Kanarieöarna. Arten är av subtropisk typ och tål således inte lägre temperaturer än -6 till -10 °C. I sitt naturliga habitat växer den under extremt varierande regnfall, från mindre än 300 mm till flera tusen, mest pga. skillnader i dimmfångst av trädkronorna. Under varma förhållanden är detta en av de mest torktåliga tallarna, som överlever med mindre än 200 mm per år.

Kanarietallen är ett stort, städsegrönt träd som vanligtvis blir 35-40 meter högt, i exceptionella fall 60 meter. Trädet har en rak stam som kröns av en konisk krona. Grenarna är uppåtriktade som på en kandelaber och de 15-30 cm långa barren är gröna eller gulgröna och ordnade i samlingar om tre. Trädets närmaste släktingar är grektall (Pinus brutia), terpintintall (Pinus pinaster) och Pinus roxburghii.

Kanarietallen har minskat en del pga. av överavverkning och det är endast Teneriffa och La Palma som fortfarande har kvar stora skogar. Det är det högsta trädet på Kanarieöarna." (Wikipedia)






Dienstag, 13. November 2012

Örongodis


In der Beschreibung zur Ferienwohnung stand: Vorteil - geräumig, gute Einrichtung, wLAN, große Terrasse, Nachteil - nicht sehr ruhige Lage. Ja, es gibt die eine oder andere Bar ganz in der Nähe. Aber irgendwie ist es überhaupt nicht schlimm mit dem Geräuschpegel. Die Musik ist nur selten richtig nervig, meistens spielen sie Oldies. Und unter den Oldies gibt es immer wieder richtige schöne Ohrenschmäuse:


 



Under studietiden var jag med i ett roligt studentband som spelade gamla melodier på mer eller mindre traditionella instrument försedda med moderna texter. Vi var faktiskt ganska duktiga så att vi till och med fick resa långt in i Sovietunionen för att spela upp för proletärerna som svetsade ihop gasledningen där i mitten på 80-talet. I mitt bagage hade jag då en luta, en blockflöjt och en mandolin. Mandolinen tyckte jag bäst om. Den hade ljusa och mörka ränder och därför kallade jag den Kartoffelkäfer. Ojojoj, det var tider det! ;-)



Montag, 12. November 2012

Barranco de Tiritaña


Die optimale Betriebstemperatur von Herrn Möwe liegt irgendwo zwischen 25 und 35 Grad Celsius im Schatten. (Apropos Celius: Letztens in Uppsala bin ich auf seinem Grab herumgetrampelt. Das wusste ich gar nicht, dass Herr Celsius ein Schwede war...) Na, jedenfalls würde Herr Möwe wohl niemals mit mir eine Stunde lang im Schneesturm herumspazieren und hinterher immer noch gute Laune haben. Heute am Nachmittag sind wir dagegen in der Wüste gewesen und eine Stunde lang im Sandsturm herumgelaufen - und das hat ihm gar nichts ausgemacht. Mir allerdings schon. Nicht mal fotografieren konnte man...

Aber dafür war ich gestern auf eigene Faust unterwegs in den Barrancos hier in der Nähe. Eines hinauf, und dann ein anderes wieder hinunter. In diesen Tälern kann man nur wandern, wenn dort nicht gerade jemand anders zugange ist. Das Wasser nämlich. Je mehr Wasser dort über die Jahrtausende schon heruntergeschossen ist, desto tiefer und wilder sind diese Täler. Und schön ist auch: Man braucht gar nicht lange zu laufen, und schon ist alles ganz weit weg: die laute Straße, die mehr oder weniger hässlichen Bettenburgen und die herumwuselnden Touristen. In den Barrancos zwitschern nur ein paar unscheinbare Vögelchen und manchmal schreit in der Höhe ein Falke. Es duftet kräftig nach merkwürdigen Gewächsen und das trockene Flussbett und die umliegenden Felsen sehen immer wieder anders aus. Oft ist es regelrecht mystisch...

Das einzige, was einem nicht begegnen sollte, vor allem, wenn man auf dem Weg nach unten ist, sind Wasserfälle. Nicht wegen des Wassers, denn das ist ja sowieso gerade woanders unterwegs, nein, wegen der Fallhöhe. Schon ein Wasserfall von nur drei oder vier Metern kann einen vor ein echtes Problem stellen in so einer engen Schlucht. Aber ich hatte gestern Glück. Meine beiden Barrancos waren freundlich und nur gerade so abenteuerlich, wie ich es gut fand.





Mina äventyr här på ön börjar ofta med att jag övertalar någon bussförare att slänga ut mig någonstans i ödemarken där det inte finns någon busshållplats. Och i slutänden står jag någon helt annanstans och liftar för att komma hem igen. Igår lyckades jag med första bussföraren klockan nio på morgonen och fem timmar senare blev det ett par svenskar som skjutsade hem mig igen. Emellanåt kände jag på landskapets morfologi med hela kroppen. Den är för det mesta rätt så krävande, eftersom Gran Canaria inte är någon platt ö precis. Att vandra betyder antingen att gå uppför eller att gå nerför. Ibland får man byta "gå" med "klättra" och jag vet inte riktigt vilket som är bättre. Att klättra uppför är visserligen mera svettdrivande, men jag tycker ändå att det känns på något sätt tryggare att ha gravitationen mot sig än att ha den med sig medan man trevar sig ner.


Sonntag, 11. November 2012

Refugien


Es gibt Plätze im Universum, an die man immer wieder zurückkehrt. Manchmal vergeht viel Zeit, manchmal weniger. Das besondere an solchen Plätzen ist, dass man sich immer sofort wie zu Hause fühlt, egal wieviel Zeit auch vergangen ist. Hätte Mitte der Neunziger dort ein Fleischer aufgemacht, wo meine Kinder viele Jahre lang zur Schule gegangen sind, dann wäre in unserem Leben wohl einiges anders verlaufen. Mein Sohn wäre jedenfalls nicht Fleischer geworden, soviel ist sicher.

Hinten im Buchladen gibt es eine kleine Kammer, auch diese ist vollgestopft mit Büchern. Von dort kann man hören, was vorn im Laden gesprochen wird. Denn viele Leute kommen nicht nur wegen der Bücher, sie kommen um zu reden. Mit einer Tasse Tee habe ich dort viele Stunden gesessen, gerne nach der Arbeit. Es war wie das Eintauchen in eine andere Welt, eine Welt, in der man noch an das Gute im Menschen glauben kann. Ein Mann muss ins Krankenhaus. Er will sich Tucholsky mitnehmen zum Lesen. Ein anderer Mann reist durch Europa, um sich alte Burgen anzuschauen. Auch darüber gibt es Bücher. Eine ältere Dame lässt sich etwas Gutes für ihren Enkel "verschreiben". Der Laden ist vollgestopft mit Gutem. Dass es für jeden kleinen Buchhändler ein zäher Kampf ums Überleben ist, das merkt man hier nicht. In anderen kleinen Läden habe ich größere Lücken in den Regalen gesehen. Jaaa, Mut zur Nicht-Lücke! :-)





Letzten Dienstag bin ich wieder dort gewesen. Sobald ich die Türe hinter mir zumache, verlasse ich die Welt, in der Hast, Oberflächlichkeit und die Jagd nach überflüssigem Schnickschnack regieren. Auf nur wenigen Quadratmetern sind sie hier alle versammelt: die Klugen, die Bissigen, die Warmherzigen, die Melancholiker, die Träumer, die Wortschnitzer. Ein paar von ihnen nehme ich mir mit. Das wichtigste, das ich mir mitnehme, das ist nicht zu sehen. Und doch wiegt es viel schwerer.






Det finns olika sorters tillflyktsorter. Ett av mina favoritställen är en liten bokhandel i utkanten av Berlin. Där har jag tillbringat många timmar, främst direkt efter jobbet, med en kopp varmt te i en liten kammare som var fullstoppad med böcker ända upp till taket, precis som de andra två rummen, där folk brukade plocka allt från världsliteratur till kokböcker. Här kunde man återvinna sin tro på det goda i människan som regelbundet hade gått förlorat under någon utflykt till ett av de stora köptemplen. I tisdags tillbringade jag en förmiddag i detta mitt refugium - och ack, det gör alltid lika gott. Hade det öppnat ett charkuteri här i mitten på 90talet, då hade vissa saker blivit annorlunda i våra liv. Min son hade i varje fall inte blivit slaktare, den saken är klar.

I lördags hamnade vi däremot på en tillflyktsort som rentav har med fysikaliska dimensioner att göra: värme och ljus, något som det är ganska ont om i vissa boreala områden just nu. Och det är därför det talas så mycket nordiska språk här på Öarna. Och så är inte tyskarna längre de mest högljudda, utan det är norrmännen.




Und seit Freitag sind wir nun wieder in Herrn Möwes Refugium.


Montag, 5. November 2012

Monday morning


Bin wieder lange vor dem Morgengrauen aufgewacht. Diese Zeitumstellungen zweimal im Jahr sind irgendwie nix für mich und ich brauche immer Ewigkeiten, um mich anzupassen. Aber ich mag ja die stillen Stunden morgens, die ich ganz für mich alleine habe. Man kann dem Licht zugucken, wie es langsam über den Himmel kriecht, bis das Wetter es nicht mehr geheimhalten kann, was es sich so vorgenommen hat für diesen Tag. Heute scheinen es die Wolken ein bisschen eiliger zu haben als gestern. Trotzdem bewegen sich im Innenhof die Blätter an den Bäumen nur ein wenig. Sie haben wohl noch nicht ausgeschlafen. Im Gegensatz zu den fast kahlen Bäumen in Göteborg gibt es hier noch allerhand Laub.

Ich arbeite ein bisschen, lese in meinen Lieblingsblogs, sehne mich nach meiner Aussicht über den Friedhof in Göteborg, wo jetzt tausende von Grablichtern das blasse Licht der Sterne am Himmel herausfordern. Und ich höre Opernarien... Finde dabei eine Aufnahme, die schon fast hundert Jahre alt ist. Das habe ich nicht gewusst, dass es so alte Aufnahmen gibt. Dann steht Herr Möwe auf, und ich mache Frühstück.







Vaknade långt före gryningen igen. Det där med sommartid och vintertid är något som jag aldrig kommer att vänja mig vid någonsin. Det tar evigheter varje gång innan jag anpassar mig. Å andra sidan gillar jag ju de stilla timmarna på morgonen som jag har bara för mig själv. Man kan sitta och se på ljuset som sakta kryper över himlen, till vädret inte längre kan hålla det hemligt vilka planer det har för idag. Idag verkar molnen ha lite mera bråttom än igår. Ändå sitter löven tämligen stilla på träden här i innergården. De kanske har ännu inte vaknat helt. Jämfört med Göteborg där träden nästan är kala finns det ganska mycket löv kvar här.

Jag jobbar lite, läser mina favoritbloggar, längtar efter min utsikt över kyrkogården där tusentals små ljus utmanar de bleka stjärnorna på himlen just nu. Och så lyssnar jag på operaarior... Hittar en inspelning som nästan är hundra år gammal. Jag visste inte ens att det fanns så gamla inspelningar. Sedan vaknar Herr Mås och jag gör i ordning frukost.




Diese Aufnahme eines Händel-Oratoriums aus dem 
Jahre 1888 ist die älteste erhaltene Tonaufzeichnung.



Freitag, 2. November 2012

Die Zeit fährt Auto


Und die Tage galoppieren. Das Moos fällt in kleinen Stückchen vom Dach, weil es so viel regnet. Und ich packe mal wieder meinen Koffer. Morgen brechen wir zu unserer Herbstreise nach Berlin auf, denn nächste Woche hat das Töchterchen Geburtstag. Seit der Woche in Stockholm bin ich kaum zum Luftholen gekommen. Und dort in Stockholm bin ich ja auch schon kaum zum Luftholen gekommen...

Habe irgendwie noch gar nicht zu Ende erzählt von dieser Hauptstadt-Reise:

Dass ich den schwedischen Reichstag besucht habe und zusammen mit Herrn Möwe bei einer internen Sitzung der grünen Fraktion dabei sein durfte. Die Frau Parteivorsitzende hat gerade einen Kugelbauch und sie strickt, während man grundsätzliche Dinge für das schwedische Volk diskutiert. Und der ehemalige Vorsitzende hat seine Schuhe ausgezogen. Während der Sitzung geht ein Korb mit Obst herum und alle sind ganz schrecklich nett zu mir...

Dass ich mir beinahe eine Karte für ein Eishockey-Match gekauft hätte, denn auf dem Weg zu unserer Herberge kam man immer an einem Eisstadion vorbei und eines Abends waren dort plötzlich lange Schlangen vor den Kassen und lauter gut gelaunte Leute mit weiß-grünen Schals. Herr Möwe hat mich dann belehrt, dass man dort gar nicht Eishockey spielt, sondern Bandy - und dass man das auf keinen Fall verwechseln darf, sonst blamiert man sich total. Aber dann habe ich mir doch keine Bandymatch-Karte gekauft, denn es war ja plötzlich so kalt und ich halte Kälte nur aus, wenn ich mich bewegen kann. Stillestehen geht nicht, da fange ich ganz schnell an zu frieren...

Übrigens genau wie eine kleine Hundedame, die ich in Uppsala getroffen habe. Diese Hundedame hat Rattenfänger-Ahnen in Tschechien und gehört dem Ständigen Sekretär der Imaginären Akademie für Vielseitige Beschäftigung. Mit diesem Sekretär bin ich schon seit längerer Zeit befreundet und verbandelt über das Blog-Wesen, man liest und kommentiert sich also gegenseitig, viel besser als Zeitungslesen übrigens, wie ich finde! Nun haben wir uns also auch zum ersten Mal in der Wirklichkeit beschnüffelt und die Hundedame war damit ausdrücklich einverstanden, auch wenn ein ziemlich kalter Wind wehte, aber wir waren ja wie gesagt in Bewegung. Bloß nicht stille stehen, dann fängt man an zu frieren...

In Uppsala haben wir außerdem den Kleinen Prinzen getroffen, der - wie sich dann umgehend herausgestellt hat - die Rüsselbücher genauso mag, wie sie auch schon meine Kinder gemocht haben. Mit dem Kleinen Prinzen und seiner Mama sind wir zusammen die Königsgräber im Alten Uppsala besuchen gegangen. Und dann sind wir bei Odin eingekehrt und haben keinen Met getrunken. Aber schließlich braucht man doch keine geistigen Getränke, wenn der Kleine Prinz ein so sonniges Gemüt hat, dass einem schon davon ganz warm ums Herz wird. Ach ja...

Und auf den Mälarinseln bin ich gewesen und auf Södermalm habe ich mich herumgetrieben... Schließlich hatte Herr Möwe ja an sechs Tagen Konzertkarten und ich musste mir immer die Zeit vertreiben zwischen dem Hinbringen und dem Wiederabholen. Da kann man allerhand erleben, nur stille gestanden und stille gesessen habe ich wie gesagt nicht viel, außer vormittags ein Weilchen vor der Datenbank. Und wer immer noch nicht genug hat von meinen "Urlaubs-Dias" am laufenden Band, der kann ja hier gerne noch ein wenig blättern:






I Stockholm var jag nära att köpa mig en bandymatchbiljett, för vi gick ju förbi Zinkensdamms idrottsplats varje dag - och en dag var det plötsligt massor med folk där samt en buss från Bollnäs. Människorna hade vit-gröna halsdukar runt halsen och de var allihop på gott humör, så det smittades direkt och jag blev som sagt väldigt sugen att delta i detta spektakel. Men den kvällen hade kvicksilvret sjunkit en bra bit under nollstrecket och jag hade nog inte klarat av att stå i kylan under hela matchen bara klädd i mina höstkläder. I det avseendet tycker jag likadant som en pytteliten hundmadam: Hon gillar att vara ute och hon bryr sig inte så mycket om kylan, bara hon får vara i rörelse. Den lilla damen tillhör den ständige sekreteraren i den Imaginära Akademin för Mångsyssleri, IAFM, som jag nu äntligen fick träffa i verkligheten också, efter att vi har läst varandras bloggar i fyra, fem år kanske... (Förresten: Att läsa bloggar tycker jag är mycket mer givande än att prenumerera på någon dagstidning.)

Nej, jag köpte mig inte biljetten till bandymatchen. Men jag tjuvkikade varje dag när grabbarna tränade. De tyckte jag var så gulliga. :-)