Mittwoch, 23. Januar 2013

Armer schwarzer Kater


Auf IMMER ist also nicht immer Verlass. Plötzlich kann PLÖTZLICH auftauchen. Und meine allerbeste Freundin, die Unbekümmertheit, lässt mich ganz einfach sitzen. SITZEN in einem Wartezimmer an einem klirrend kalten Abend. Ein Kind weint und ein Fernseher läuft. Zu sehen ist irgendein brutaler Film, jemand wird ans Bett gefesselt, wie absurd in dieser Situation. Noch ist da ein schwarzes Loch, wo eigentlich vernünftige Gedanken hingehören. Ein diffuses Bauchgefühl streckt sich bis unter die Schädeldecke und meine weichen Knie gehen bis in Brusthöhe ungefähr. Erst viel später beginnen die Gedanken vorsichtig mit dem Konjunktiv zu jonglieren: mit HÄTTE, WÄRE und WÜRDE.

Ich lese dicke Bücher über Biologie, Physiologie und Anatomie, ich schnipple an wehrlosen Gliederfüßlern herum, ohne mit der Wimper zu zucken - aber beim Anblick von ein paar Blutstropfen falle ich beinahe in Ohnmacht. Meine Kinder können davon ein Lied singen. Mehr als einmal mussten sie mir in der Rettungsstelle ihre Pritsche freimachen, weil meine Gesichtsfarbe plötzlich derer der weißen Kittel echte Konkurrenz machen wollte. Dabei waren sie es, meine verunfallten Ableger, die eigentlich versorgt werden sollten.

Wenn ich von meinen kleinen grünen Freunden Nahaufnahmen mache und dabei für eine Weile tief in die Hocke gehe, ist es mir schon öfter passiert: Hoppla, beim schnellen Aufrichten plötzlich ein kleiner Anflug von Schwindel. Aha, also immer schön sachte aufstehen. Aber manchmal denkt man einfach nicht daran. Umgefallen bin ich allerdings noch nie. Gestern abend ist der Waldengel plötzlich umgefallen, nachdem er eine Weile in der Hocke saß. Einfach so, mir nichts, dir nichts. Zuerst habe ich überhaupt nix kapiert. Und er hat natürlich selbst nicht gewusst, was passiert ist, und also saßen wir beide da auf dem Fußboden wie begossene Pudel und haben überhaupt nix kapiert. Dann habe ich den langen Schmiss auf seinem Hinterkopf entdeckt - und war furchtbar erschrocken.

Aber wie bereits erwähnt bin ich in solchen Situationen wegen akutem Blutmangels im Gehirn eigentlich überhaupt keine Hilfe, und so musste der arme Verunfallte seine Rettung mehr oder weniger selbst in die Hand nehmen. Wäre ich richtig bei mir gewesen, hätte ich wahrscheinlich nicht erlaubt, dass wir mit dem Auto zur nächsten Rettungsstelle fahren, aber irgendwie ist dann doch alles gut gegangen und eine Krankenschwester hat sich die Sache professionell angesehen und dann auch gleich alles verarztet. Nun läuft der Waldengel mit einem riesengroßen Pflaster auf dem Hinterkopf herum - und erzählt sicher seinen Kollegen, dass er von einem bösen Weibe eins mit der Bratpfanne übergezogen bekommen hätte.

Bestimmte Dinge begreife ich blitzschnell, bei anderen dauert es erheblich länger. Und so habe ich fast die ganze Nacht gebraucht, um zu verstehen: Auf IMMER ist also nicht immer Verlass. Denn ganz plötzlich kann PLÖTZLICH auftauchen. 

Und außerdem: DINGE oder ZAHLEN oder gewisse ANGELEGENHEITEN sind eigentlich völlig unwichtig. Einzig wichtig sind ganz allein MENSCHEN. 

Das kann man allzu leicht vergessen im Gewusel des Alltages. Vielleicht ganz gut, dass man mal einen ordentlichen Nasenstüber in dieser Hinsicht bekommen hat. Denn wie es aussieht, ist ja wirklich nochmal alles gut gegangen. Puh!




Armer schwarzer Kater - Det är en lek där ett barn tassar omkring på golvet liksom en hankatt och jamar och grimaserar mycket, medan ett annat barn ska klappa kattbarnet och säga tre gånger väldigt tydligt "Stackars svarta hankatten" - utan att börja skratta. Kattbarnet ska alltså göra sitt bästa för att få klappbarnet att skratta. Lyckas kattbarnet, då byter de plats och skrattbarnet får bli kattbarnet istället. Och så fortsätter det tills alla varit kattbarn minst en gång.



Montag, 21. Januar 2013

Dr. Tulps Anatomie


Ich kann mich noch gut an meine Studienzeit in Jena erinnern - und an das Grundstudium, wo wir neben den vielen Studentenclubs auch hin und wieder den Pathologiesaal zu besuchen hatten. "Zur Kreuzigung links anstellen - und jeder nur ein Kreuz..." Oder so ähnlich. Nun ja, bei uns waren es in Formalin eingelegte Gehirne, echte, von toten Menschen!, von denen wir nicht mehr als eines an unseren Labortisch mitnehmen durften. (Oh oh... Nach einem längeren Abend im Studentenclub diese in Formalin eingelegten Gehirne zu zerschnippeln, war oft mit sehr großer Überwindung verbunden...)

Nun, da ich in der Lebensmitte noch einmal mit einem Studium angefangen habe, ist das mit den Studentenclubs arg in den Hintergrund gerückt, muss ich freilich zugeben. Aber die Anatomie werde ich offensichtlich trotzdem nicht los. Glücklicherweise sind es nun aber keine eingelegten Gehirne mehr, sondern frische Ware aus dem Fischgeschäft. Kräftkalas oder Kräftskiva würden die Schweden dazu sagen. Den halben Samstag habe ich damit verbracht. Wer so etwas eklig findet, sollte die Bilder hier unten nicht vergrößern... ;-)



So viel Mühe gibt man sich beim 
Kräftkalas normalerweise nicht...



Haufenweise interessante Extremitäten!
Viel spannender als bei Doktor Pulp.



Der Großteil der Innereien besteht aus Magen und
Fortpflanzungsorganen. Herz und Hirn dagegen sind
verschwindend klein. Ja, so ist das in der Natur...



I lördags hölls det kräftkalas på Medicinareberget. Och söndagen därefter blev det zoologi-tenta direkt. Igår alltså. Det gick mycket bra, tror jag. Dessutom fick jag just resultatet från botanik-delkursen. Juhu! Jag vann! Och så är vi bara två, och båda är vi gamlingar, som lyckades med VG. Ha! Tydligen har mina synapser ännu inte börjat rosta. Eller så är det rena motivationen... Nu ska jag se hur jag kan ta igen den där förbannade labhelgen som jag missade, eftersom jag var ute i fältstudier på Kanarieöarna då. "Du kan komma till botanhuset den 4 och 5 mars", mailade min kursledare idag. Nej, det kan jag faktiskt inte, för då är jag någon helt annanstans. Ack ja... ;-)



Und wahrscheinlich bin ich ja doch ein Streber...
Im ganzen Botanik-Kurs gab es nur zwei VGs. Hihi! :-)


Donnerstag, 17. Januar 2013

The Angels' Share


Am Montag haben wir doch glatt das Montagskino verschusselt. Aber zum Glück hat das Montagskino ja jetzt auch einen Dienstagsklon - und so sind wir dann am Dienstag hingegangen. Wie immer hatte ich vorher den Beipackzettel nicht gelesen, sondern den Film einfach so auf mich einwirken lassen, ungeachtet der Gefahr von eventuellen Risiken oder Nebenwirkungen. Und was soll ich sagen? Ja, ich habe schon lange nicht mehr so einen guten Cocktail vernascht! Eine ganze Menge (brutale) Realität, aber auch Herzenswärme, Kameradschaft und Solidarität, ein klein wenig Olsenbande, allerhand zu lachen - ja, und das eine oder andere Ur-Schottische. Außerdem habe ich ein bisschen was gelernt über gewisse geistige Getränke... ;-)

Und dann habe ich wieder überlegt, wie das nun ist mit OmU oder Synchronfilmen. Die Synchronfilm-versaute Deutsche in mir sagt: Immer auf die Untertitel gucken zu müssen, das nimmt einen Teil der Aufmerksamkeit weg, die man eigentlich für die Bilder im Film gebrauchen könnte. Besonders, wenn viel gesprochen wird. Andererseits ist es auch einfach köstlich, hier zum Beispiel den Schotten im Original zuzuhören. Dieser Genuss entgeht einem ja in der Synchronfassung vollkommen. Also für diesen Film empfehle ich: Angucken! Und am besten OmU!






Nästan alla filmer, som sänds i tysk TV eller visas i tyska biografer, är ju dubbade. Sedan jag flyttade till Sverige funderar jag ibland vilket som är bättre. Att ha texter som man måste läsa (om man nu inte kan originalspråket superbra) eller att man helt och hållet kan koncentrera sig på handlingen och framför allt på bilderna. Är man tvungen att läsa man kanske missar lite av det speciella som kameran tänkte fånga in... Jag vet inte. Å andra sidan är det ju egentligen fusk att dubba en film utan att få med det som är speciellt med språket. I en film som jag såg häromdagen snackade de till exempel med utpräglad skotsk accent. Alldeles härligt! Och det går ju inte alls att transportera när man dubbar en sån film. Den dubbade versionen låter då helt löjligt, tycker jag.






* * *



Aus dem Soundtrack:




Montag, 14. Januar 2013

SandSations




Habe gestern mal wieder nachgesehen, ob das Meer noch da ist. Ja, es war noch da, aber es sah ganz anders aus als hier bei uns an der Felsenküste. Wenn man nur eine Stunde mit dem Auto oder mit dem Zug in Richtung Süden fährt, dann kehrt sich das Verhältnis aus Stein und Sand plötzlich ganz einfach um. Hier: viele Felsen, wenig Sand. Dort: viel Sand, wenige Felsen.

Aber das war auch mal wieder schön für eine Maid aus der Brandenburger Streusandbüchse. Denn im KüstenKiefernWald bin ich nämlich auch noch herumspaziert - und der ähnelt sehr den sandigen Kiefernwäldern in meiner alten Heimat...



Ehemalige Eisenbahntrasse zwischen Falkenberg und Halmstad.
Inzwischen macht sie einen Umweg um die Stadt. Schade...



Mich rühren die sandigen Wege
Im alten sandigen Land.
Die Heckenrosengehege.
Die Holderbüsche am Rand ...



Skrea Strand - Wasser, Sand und Eis



Jag föddes i ett sandslott som hör till det lilla kungariket Uckermark. Och det var sanden jag lekte med, inte bara i sandlådan, utan även vid havet och framför allt när min pappa byggde sommarstuga och grävmaskinen åt sig ner i jorden för att göra plats för källaren. Under ett tunt täcke av fattig matjord kom den genast fram: SANDEN. Fin och gyllen och full av oändliga möjligheter! Min syster och jag fick behålla en stor hög - och den förvandlade vi till allt man kan tänka sig. Ett arktiskt isflak med polarforskarens tält på, en djurpark med grottor och små dammar, skulpturer av hästar, hajar och lejon, ja, och sandslott förstås, pyntat med snäckskal och små skatter som vi hittade i skogen eller på soptippen...

Det är nog därför jag känner mig både barnslig och hemma när jag vistas i trakter där sanden är närvarande eller till och med dominerande. Och från Götaälvs mynning behöver man ju inte åka så väldigt långt söderut för att komma till sådana trakter. Igår vandrade jag i flera timmar vid havet och i tallskogen nära Falkenberg. Där finns det gott om sand. Där trivdes jag.




Hier sind verschiedene Leut gegangen.



Den här rotvältan var minst 3 meter hög!



 Skrea Strand - Hochstuhl


* * *



Sand och tallar finns det gott om där jag växte upp...



Samstag, 12. Januar 2013

Wetter okay, Essen gut


Liebe Omi,

heute will ich dir endlich mal wieder eine Karte aus dem Ferienlager schreiben. Das heißt, dieses Mal ist Herr Möwe für zwei Wochen ins Ferienlager gefahren, oder besser gesagt geflogen, und ich habe Ferien von Herrn Möwe. Ja, auch das muss ab und zu mal sein. (Du kennst doch sicher noch dieses schöne alte Lied von Reinhard Lakomy...)

Nun habe ich zwar nicht mein altes Fahrrad im Korridor aufgebaut, weil das wollte ich nicht wecken in seinem tiefen Winterschlaf im Keller, aber ich habe das letzte Päckchen Pilze aus dem Tiefkühlschrank geholt und eine schöne kräftige Pilzsuppe gekocht. Dann habe ich in der Konditorei, in die man eigentlich erst am Fetten Dienstag gehen darf, zwei fette Semlor gekauft und bin dann mit dem Waldengel im Wald Schätze suchen gegangen. In der Stadt waren wir zuerst auch ein bisschen Schätze suchen, aber das war nicht so ertragreich.

Im Wald sind wir dann auf einen Baum geklettert, denn wenn man allein zu Haus ist, dann muss man einfach mal lauter Dinge machen, die man sonst nicht darf. Und bei dieser Gelegenheit habe ich dann endlich auch den Sicherheitsgurt ausprobiert, den ich von Toni und Franzi zu Weihnachten bekommen habe. Das heißt, am meisten hat ihn der Waldengel ausprobiert, aber auch diese Schatzsuche war nicht so ertragreich, denn wir haben das Briefkastenschloss dort oben im Baum einfach nicht aufgekriegt. Wahrscheinlich war es eingefroren oder ein anderer Schatzsucher hatte mal wieder aus Versehen den Code verstellt.

Totzdem war es wieder ein schöner Tag an der frischen Luft. Wir hatten gutes Wanderwetter und das mitgebrachte Essen hat wie immer im Wald besonders gut geschmeckt. Nun bin ich wieder zu Hause und warte, dass Herr Möwe anruft. Hoffentlich ist alles gut gegangen.

Sei lieb gedrückt und ich schicke dir herzliche Grüße,
wohin auch immer...

Deine Enkeltochter

PS: Mein Husten ist fast weg. :-)







Nu har han verkligen gjort det: Herr Mås har rest söderut - ensam! Eftersom det inte funkar att gå i ide fick han hitta på något annat för att klara vintern. Jag kunde dock inte åka med för jag har tenta nästa helg och veckan därpå fyller mitt barnbarn i Berlin. Men ibland är det ju roligt att vara ensam också. Då får man göra saker som man annars inte får göra... Enligt Povel Ramel! ;-)






* * *



Die letzten Pilze vom Gråbo FriluftsEvent.



 De prisbelönta semlorna från Cederleüfs i Sävedalen!



(Inte förvånansvärt att han aldrig får någon post...)



Hier ist der Waldengel zwar nicht angeschnallt, 
aber der Gurt hat gerade da geholfen, wo ein 
Ast zum Draufstellen oder Festhalten gefehlt hat. 
Danke, ihr Lieben! :-)



* * *



Hier ist Herr Möwe jetzt - und ich horche gerade 
ein bisschen in mich rein, ob ich dort auch sein will... 
Es antwortet: Nein, es ist genau so richtig, wie es ist!



Freitag, 11. Januar 2013

Die Tage taumeln


Der Unterschied zwischen 2° und 6° C Außentemperatur ist eigentlich vollkommen unbedeutend, vor allem, wenn es immer nur grau und nass ist. Der Unterschied zwischen 2° und -2° C ist dagegen sehr merkbar, denn da ändert das Wetter plötzlich seinen Aggregatzustand. Aus fieseligem Nieselregen werden feine Schneeflöckchen und dem tristen Grau überall wird einfach eine dünne Schicht Schönheitspuderzucker aufgelegt. Neee, es ist nicht besonders angenehm, zwei Stunden lang bei frischem Nordwind im Nieselregen herumzulaufen, bei leichtem Schneefall ist das aber ganz was anderes.

Der Buch-Jo hat diese Woche eines meiner Januar-Lieblingsgedichte auf seiner Webseite. Und weil er diese Gedichte jede Woche austauscht, habe ich gedacht, dass ich dieses am besten mal einfange und in mein eigenes kleines Gedichte-Sammelalbum einklebe. Ich glaube, da hat er nix dagegen. :-)


Januar

Am Rand des Unentdeckten wohnen
Und nicht schrecken ist schwer.
Doch sind die Wolken heute leicht.
Der Dämmerwind webt in den Kiefernkronen.
Die nah beim Himmel sind. Der Tag verbleicht.
Die Schatten werden schwärzer.
Und das Licht wird weißer.
Bevor es Nacht wird. Es ist Januar.
Die Tage taumeln. Man lebt heißer
Mit jedem abgelebten Jahr.

Eva Strittmatter
Ich mach ein Lied aus Stille






Barnet

Barnet trycker sig mot rutan
och ser änglarnas snö komma,
och höjer glädjerop på glädjerop.
Men snön faller timma efter timma
och barnet somnar.

Harry Martinson
Spektrum 1932








 
 


Häromdagen fick vi nya lampor i gatubelysningen.

Och nu är det faktiskt mycket ljusare där!


Donnerstag, 10. Januar 2013

Meine Herren!


Obwohl eigentlich längst ausgestorben, taucht sie doch hin und wieder auf: Die Ritterlichkeit. Aber meine Ritter von der runden Tafel sind heute irgendwie über die ganze Welt verstreut, na ja, jedenfalls über einen Teil von Europa. Und so ist die Ritterlichkeit zuweilen darauf angewiesen,  Brieftaubenflügel zu bekommen.
Der Buchhändler meines Vertrauens erdreistete sich doch tatsächlich, mir einen Bestseller zu schicken. Unerhört! ;-) Wo wir doch eigentlich die Nischen-Nichtseller vorziehen, die scheuen, die man erst entdecken muss in ihren allzu gut getarnten Verstecken... Oder die ganz alten, von allen anderen längst vergessenen. Aber nun ein Bestseller. Ein Buch voll mit Promi-Tratsch, der einhundert Jahre alt ist: Kafka, Freud, Stalin. Ja, ganz vergnüglich, köstlich, überraschend.

Und dann kommt heute eine Brieftaube mit Pinselschimmelnachschub vom Medizinmann meines Vertrauens. Dabei habe ich den vorrätigen noch lange nicht verspeist. Aber der vorrätige hat nun endlich angefangen zu wirken! Ja! Und also habe ich heute Nacht zum ersten Mal keine Lesestunde einzulegen brauchen. Mit fast einem halben Jahrhundert auf dem Buckel (Oh, Mannomann...), da kennt man nämlich so langsam seine Pappenheimer und als eingefleischte Hustinette kann ich mein Übel inzwischen recht gut hantieren. Ein Kissen mehr in der Nacht unter den Kopf - und ein richtig gutes Buch auf den Nachttisch, damit wird der nächtliche Hustenangriff zwischen zwei und drei zu einer Stunde mit Bereicherungseffekt. Und wenn ich dann wieder einschlafe, laufe ich auf dem federnden Waldboden der Taiga und höre das Rauschen eines wilden Stromes ganz in der Nähe...




Jetzt erst verstand ich, warum Dersu an einigen Stellen das Gras zu schneiden verboten hatte. Er hatte es zusammengewunden und mit Hilfe der Riemen und Stricke über unsere Hütte gespannt, so daß der Wind sie nicht davontragen konnte. Das erste, was ich tat, war, daß ich Dersu für die Rettung dankte.
"Wir zusammen gehen, zusammen arbeiten. Nicht nötig danken."
Und wie um das Gesprächsthema zu wechseln, fügte er hinzu:
"Heute nacht viele Leut kaputt."
Ich begriff, daß die "Leute" von denen Dersu sprach, Vögel waren.

(Aus: Wladimir Arsenjew: Durch die Urwälder des Fernen Ostens)



Jag hostar alltså finns jag. Fördelen med den sortens opasslighet är att man kan läsa böcker då man egentligen brukar sova annars. Mellan två och tre till exempel. På 1177-nätdoktorn läser jag dessutom: Så bädda gärna med extra kuddar vid sängens huvudända. (Aha, vid huvudändan. Det kanske finns folk som stoppar de extra kuddarna under sina fötter...?) Och så skulle jag ju tillägga: Och glöm inte att lägga en riktigt bra bok på ditt sängbord (och inte under fötterna...) Har man en långårig förtroendebokhandlare, så borde det inte vara något problem med det. Min skickade till och med en bästsäljare till jul, något som han aldrig gjort tidigare, eftersom vi egentligen gillar bäst de blyga sämstsäljare... Idag överraskades jag dessutom av en brevduva med nya penselsvampar som skickades av förtroendemedicinmannen min. Ja, mina damer, riddarna finns tydligen fortfarande! Va rädda om dem! ;-)



Die besten Geschenke sind immer die handgemachten.
Wow! Sooo ein großes Glas Multebeeren-Marmelade!
Und es hat wirklich lange gereicht und war sehr lecker.



Mittwoch, 9. Januar 2013

Semmelkort


Det fanns stenåldern och bronsåldern och det fanns järnåldern. Just nu lever vi i kortåldern. Utan något kort skulle man ju sluta att fungera ganska omgående. "Har du ett semmelkort?", undrar konditorskan på Chapmanstorget som jag hemsökte idag under min onsdagliga runda till bland annat fiskaffären. Jag får stora ögon. "Jasså, krävs det ett semmelkort numera för att köpa semlor?!?" Hon skrattar och plockar fram en liten papperslapp. "Nej, men du kan få den åttonde semlan på köpet. I fall du tänker köpa några till ända till påsk." Och det tänker jag faktiskt göra.





Eigentlich isst man Semlor nur in der Zeit zwischen Fastnacht und Ostern, erklärt mir Herr Möwe jedes Jahr aufs Neue - und er hält sich natürlich auch daran. Ja, und ganz eigentlich wohl nur am Fetten Dienstag, denn sich jeden Dienstag in der Fastenzeit so eine Herrlichkeit einzuverleiben, widerspricht meines Erachtens dem Wort "Fasten" im Wort "Fastenzeit". Also streng genommen isst man eine einzige Semla im ganzen Jahr, und zwar genau am letzten Tag vor der Fastenzeit und dann ist Schluss mit lustig. Aber so streng ist es schon lange nicht mehr und inzwischen ist es sogar so, dass schon kurz nach Weihnachten die ersten Semlor in einigen Konditoreien aufauchen, denn jeder will ja dann irgendwie der Erste sein.

Ich habe heute meine Mittwochmittagsrunde zum Fischgeschäft gemacht und dabei einen kleinen Abstecher zur Konditorei im gleichen Kiez. Hier habe ich ein Pärchen Semlor gekauft, denn als Zugereiste kenne ich mich halt mit den strengen Semlor-Regeln nicht so gut aus - und ich vergesse dann immer wieder, wann man eigentlich damit anfangen darf... ;-) Während Frau Konditor die Leckerheiten sorgfältig in einen Transportbehälter umfüllt, ja es gibt eigens dafür kreierte Kartons!, fragt sie mich plötzlich: "Und hast du auch eine Semmelkarte?" Da mache ich große Augen und denke: Ach du Scheiße, braucht man jetzt vielleicht schon eine Plastikkarte, um Semlor zu kaufen? Aber sie lacht und zeigt mir dann eine von diesen Rabattkarten, wo man nach soundsoviel eingekaufen Semlor eine gratis bekommt. Und so eine Karte habe ich mir natürlich gleich ausstellen lassen. Denn diesen Rabatt werde ich ganz sicher nutzen! :-)







Montag, 7. Januar 2013

The sound of silence


Ich finde, der Schöpfer, oder wer auch immer sich das hier alles ausgedacht hat, hätte beim Designen der verschiedenen Unpässlichkeiten doch noch ein wenig einfallsreicher sein sollen. Ich hätte nichts dagegen, wenn mir für einen Moment mal grüne Eselsohren wachsen oder lila Punkte im Gesicht auftauchen würden. Aber nein, bei meinem Lieblingsleiden werde ich gerade mal wieder von solchen Hustenattacken heimgesucht, dass die Mitreisenden in der Straßenbahn mich ansehen, als wäre ich mit der schlimmsten sibirischen Tuberkulose infiziert.

Hm, wenn man vom Geräusch unserer Schritte auf verharschten Waldwegen mal absieht, dann bin ich wohl eher ein Leisetreter. Es gibt ja so Leute, die bei der kleinsten Unsicherheit dem Straßenbahnfahrer die Tür einrennen und erstmal wortreich und lautstark nachfragen, ob sie auch im richtigen Wagen und auf dem richtigen Weg sind. Zu diesen gehöre ich definitiv nicht. Oder was ich vor ein paar Tagen erlebte: Ein Mann mit einem Sprachfehler (Nein, nichts gegen Sprachfehler, wir haben alle unsere schwachen Stellen!), dieser Mann schrie also ungefähr eine Viertelstunde lang in sein Telefon, in einer total vollen Straßenbahn. Hätte ich nicht Herrn Möwe dabei gehabt, wäre ich nach zwei Minuten ausgestiegen.

Die Freundin meines Sohnes meinte letzte Woche: Bei euch ist es so ruhig. Macht ihr denn kein Radio an? Freilich haben wir regelmäßig das Radio an. Aber dann sitzen wir davor und hören zu. Das Radio als Geräuschkulisse kommt im Alltag von Herrn Möwe nicht vor, daran musste ich mich anfangs ein wenig gewöhnen, aber inzwischen ist es auch mir viel lieber so. Was mich freut: Auch zu Hause bei meiner Tochter ist es so - und der kleine Jakob legt sich zur Mittagsruhe gerne ein Hörbuch in den bunten CD-Player. Aber auch nur dann, nicht irgendwie nebenbei als Gedudel.

Ja, aber nun werde ich erstmal zur Apotheke pilgern, um mir doch die chemische Keule zu besorgen, nach einer Woche Kräuterhexen-Quacksalberei ganz ohne nennenswerten Effekt. Ich weiß, eigentlich braucht man ja nur Geduld und viel Trinken, ab und zu frische Luft und ein bisschen mehr Ruhe, aber ich hasse es, wie gesagt, dass dieses Übel so viel Krach macht - und hoffe, ich kriege es bald wieder vom Hals.





* * *




Samstag, 5. Januar 2013

День рождения


Da können sie machen, was sie wollen. Den Ossi werden sie mir nie austreiben. Und wenn einer Geburtstag hat, dann denke ich nicht an Happy Birthday, sondern an dieses herrliche Geburtstagslied aus den Filmen mit Tscheburaschka. Heute haben wir im Wald mit einer Schnapszahl Geburtstag gefeiert. Hinterher wurde es neblig. Aber ich glaube, das wäre es auch ohne Schnaps geworden...


За здоровье, капитан! :-)




 
Hier das Geburtstagslied im Original.

Und hier in der Fassung von Gerhard Schöne


* * * 

Die kompletten Tscheburaschka-Filme gibt es hier.
(Sie sind ganz einfach wunderbar!)




Ja ja, draußen zu Hause. Und wer schön fleißig ist beim Moose- und
Flechtenlernen, der darf hinterher auch 555 Kerzen auspusten... :-)




Under min uppväxt fick vi regelbundet något som kallades för Westpaket. Det var alltså släktingar i Västtyskland som tyckte synd om oss bakom muren. Och så skickade de paket med mat och kläder, ofta inte bara till jul utan flera gånger om året. Nå ja, det var gamla tider det... Numera blir jag glad när jag får ett Ostpaket. Till jul överraskades jag av min son och hans flickvän - de hade packat ett Ostpaket fullt med goda godis från den goda gamla DDR-tiden. Jaaa!




Mein Ostpaket - das Weihnachtsgeschenk von Toni und Franzi - 
wohl gefüllt mit leckeren Herrlichkeiten aus dem Osten!

С п а с и б о !



Dienstag, 1. Januar 2013

Nyår på Vrångö


Ha, die Sonne hat sich doch noch besonnen! Nach drei schrecklich trüben und nassen Tagen konnten wir heute endlich einen Ausflug ins Trockene machen. Trotzdem gab es doch erstmal eine Menge Wasser zu überwinden, denn natürlich mussten wir auf die Insel mit dem allergrößten Abstand vom Hafen fahren. Sie ist aber auch am schönsten von allen, finde ich. Und wenn man am ersten Tag des Jahres auf einer Insel beim Besuchen der kleinen hellgrünen Hattifnatten das Horn eines weißen Einhorns findet, das dort in der nassen Silvesternacht (vergeblich) den Mond gesucht hat, dann bringt das sicher Glück, oder?




Nee, Keris ganz und gar veganes Buffet zum Jahreswechsel.




Det syntes inte så mycket av GP:s fyrverkeri igår trots att vi stod ganska nära. Först hade vi tänkt kolla uppe från Masthuggskyrkan, fast där hade man säkert inte sett någonting. Det bara regnade och regnade igår, hela dagen. Lite förtvivlad blir man ju om man vill visa upp sin vackra exil inför svärdottern och vädret bara är uselt. Men idag, då var solen framme igen - och då åkte vi båt till Vrångö. På en klippa full med hattifnattar hittade jag ett horn som säkert en vit enhörning hade tappat precis i nyårsnatten. Och enligt gammal folktro är det ju ett bra tecken, eller hur?