Sonntag, 31. März 2013

Årets första dopp!


Idag solade jag näck för första gången i år, jag låg en timme intill planket på Saltholmen där det inte blåste någonting och jag frös faktiskt inte alls. Ja, jag blev till och med så övermodig att jag hoppade in i det iskalla havet. Det var coooool! Man tänker inte längre i detta ögonblick, man bara känner att man finns. Härligt!




Seit heute ist nun also Sommerzeit. Und die Sonne meinte es wirklich gut mit uns an diesem Ostersonntag, auch wenn es im Schatten immer noch recht frisch ist. Aber wir sind ans Meer gefahren, um bei den Nackedeis nach dem Rechten zu sehen. Gerade als ich dort zur Tür hereinkam, ist eine ältere Dame ins Meer getaucht. Aha, habe ich gedacht, man kann also schon baden... (Nun ja, es gibt ja Leute, die baden IMMER. Auch im Winter...) Um herauszufinden, wie es sich so anfühlt, habe ich mich erstmal ein Stündchen ohne Kleider in die Sonne gepackt. Wenn man im Windschatten lag, war es gut auszuhalten. Und dann habe ich es auch gewagt: Bin ins Meer getaucht, das zum Teil noch von Eis bedeckt ist. Huaaahaha, das war sooo herrlich! Hinterher kann einem nix und niemand mehr was anhaben! Jedenfalls für den Rest des Tages.





Samstag, 30. März 2013

Passionsmusik


Im ungefähr gleichen Maße, wie ich meine Gedanken von der Leine und meine Seele baumeln lasse, wenn ich draußen in der Natur bin, kommen beide ganz nahe zu mir zurück, wenn ich intensive Musikerlebnisse habe. Dann bin ich sehr gegenwärtig und konzentriert im Jetzt, dann sammle ich mich irgendwie wieder. Das geht allerdings nicht zu Hause beim Musikhören von der Konserve, sondern nur bei richtigen Konzerten. Ja, vielleicht sind viele Musiker überhaupt die einzige Situation, in der ich das Wort viele im Zusammenhang mit Menschen ertragen - und genießen - kann.

Gestern war Herr Möwe auf der Insel Styrsö und hat Pergolesis Stabat Mater gehört. Er will jeden Karfreitag irgendwo Pergolesis Stabat Mater hören, und bisher bin ich auch immer mitgegangen. Aber dieses Jahr war mir irgendwie nicht nach der Stabat Mater in der kleinen Kirche auf der Insel Styrsö, denn dort waren wir schon voriges Jahr am Karfreitag - und da habe ich gemerkt, dass ich mich in dieser Kirche nicht mehr so richtig auf die Musik konzentrieren kann, weil ich in dieser Kirche jedesmal an Hans denken muss...

Da es zu Ostern aber immer genug Konzerte zur Auswahl gibt, bin ich dann heute mit Herrn Möwe in eine andere Kirche gegangen, eine ganz große, und dort wurde Bachs Johannespassion aufgeführt. Und die Musik war auch wirklich richtig gut vorgetragen, schließlich haben sie auf Deutsch gesungen, und ich war ganz drin in der Musik und ganz nahe bei mir... Bis zwei Bänke hinter mir ein behinderter Junge angefangen hat, wie ein Frosch zu quaken. Nicht sehr laut, aber es hat doch gestört. Und nicht nur mich. Ja, ich wollte mich eigentlich nicht darüber ärgern, denn eine Kirche ist schließlich ein Haus, in das alle reingehen können, aber ich habe mich dann doch geärgert, denn die Musiker und Sänger haben schließlich viele Stunden geübt - und die schöne Musik wurde ja doch beeinträchtigt. Auch diese besondere Stimmung in dieser extra langen Pause, die die Musiker immer gerne machen, wenn Jesus seinen letzten Atemzug getan hat, die wurde ganz und gar zerstört.

Ist es intolerant, wenn ich meine, dass die Eltern diesen Jungen eigentlich nicht hätten mitnehmen dürfen in die Kirche zu diesem doch recht anspruchsvollen zwei-Stunden-Konzert?



Es ist vollbracht - mit Andreas Scholl, ganz jung!


Eftersom jag är gärna ute i naturen där tankarna får galoppera iväg ett tag och själen släpps loss på vingar en bit, så behöver jag å andra sidan tillfällen då jag kan samla ihop mig. Detta händer gärna när jag sitter i en konsert och lyssnar på musik, och bara då, alltså inte hemma när jag lyssnar på en skiva. Bara i konserter med levande musik lyckas jag komma in i musiken, då är jag mycket koncentrerad och även väldigt nära mig själv på ett speciellt sätt. Detta blir dock allt svårare för det finns allt oftare människor i publiken som gör att jag blir störd i denna speciella stämning. Vimsiga tanter glömmer att stänga av sina mobiltelefoner, och så hittar de inte knappen för att tysta dem när de plötsligt börjar ringa. För några veckor sedan hade en kille, som satt snett framför mig, sin smartphone på hela tiden och han bläddrade hela tiden och läste något, medan han lyssnade. Och idag medan vi lyssnade på Bachs Johannespassion i Annedalskyrkan då hörde jag plötsligt en groda, som sedan visade sig vara en utvecklingsstörd pojke som satt några rader bakom oss. Han slutade inte med dessa oljud och det var flera runtomkring som blev störda. Kanske till och med de duktiga musikerna och sångarna.

Ja, hade det varit en adventskonsert med allsång och sådant, då hade jag inte alls haft något emot det, men under en två-timmars-konsert med passionsmusik är det ju lite ansvarslöst av föräldrarna att ta med barnet. Eller vad tycker ni?




Ruht wohl - mit Nikolaus Harnoncourt, ganz jung!






Freitag, 29. März 2013

Молодец!


Schon im Kindergarten habe ich lieber mit Jungs gespielt als mit Mädchen. Das war immer viel unkomplizierter und auch viel spannender. Später in der Schule ging es so weiter, bis uns die Pubertät dazwischenkam mit ihren Hormonschüben und da wurde es ein bisschen schwieriger mit dem Platonischen. Als Lehrling und Student war es dann wieder herrlich, bis ich schließlich geheiratet habe - von da ab standen männliche Spielkameraden erstmal nicht so hoch im Kurs. Aber zu der Zeit war ich ja vor allem Mutter und das war auch total wunderbar und mir hat nicht so viel gefehlt, denn mit den Kindern konnte man eine Menge Abenteuerliches und Lustiges erleben.

Dann war ich alleinerziehend und habe es einige Male mit einer Freundin versucht, aber irgendwie funktionierte das nicht so richtig, ich bin wohl dafür einfach nicht gemacht. (Scheint auch etwas in der Familie zu liegen. Meine Mutter und meine Tochter haben eine ähnliche Neigung. ;-) Seitdem ziehe ich also wieder männliche Gesellschaft vor. Es ist ganz einfach so: Keine Dame in den Sechzigern würde sich wohl eine Kiepe mit bestem Feuerholz auf den Rücken laden, damit ich draußen auf dem Hochmoor während unserer laaangen Skitour ein herrliches Pagodenfeuer aufbauen kann, um es dann mit nur einem einzigen Funken anzuzünden, was mir natürlich einen Heidenspaß macht. Pelle Grünstein, mein bester Småland-Kompis, der hat jedenfalls immer seinen riesengroßen Rucksack dabei. Wegen des Feuerholzes für die Frau Fire Chief...

Und welche Freundin in den Fünfzigern würde schon mit mir durch die Wälder und um die Seen streifen, auf Bäume klettern, im Winter draußen übernachten, im Frühling übers nicht mehr ganz taufrische Eis gehen oder im Sommer mit einem kleinen Gummiboot auf einsamen Felseninseln anlegen. Mit einer Freundin könnte man auch nicht schweigend durch den Wald laufen. Die meisten Frauen müssen nämlich immer über irgendetwas reden... ;-)



Vielleicht liegt es auch daran, 
dass ich ein Papakind war...


Det var en gång en liten flicka vars pappa egentligen hade önskat sig en son. Och så växte hon upp i gummistövlar och Lederhosen, hon var mycket ofta med när pappan metade eller pimplade, pappan lärde henne skjuta med ett luftgevär, röka ål och segla med en liten segelbåt. När pappan flyttade hemifrån, eftersom föräldrarna skildes, då följde hon med pappan och i den nya lägenheten hade de först bara campingmöbler och inget kylskåp... Ja, det är kanske därför att flickan aldrig lyckades så bra med vänninor. Det gick mycket bättre och var mycket enklare och roligare med pojkkompisar. Och även nu i de övre tonåren har det inte ändrats.


Ein paar Bilder von unserer 30-km-Skitour am Dienstag:

das Duracell-Häschen mit dem großen Rucksack


 Nach dem Feuermachen und Essenkochen...


... ist Zeit für LandArt





Skilaufen im Frühling ist fast noch 
schöner als Skilaufen im Winter. ;-)


* * *


Und ein paar Bilder von unserer Wanderung heute:


 
 Eine Insel mit zwei Bergen... äh, nee, Büschen.

 
Spielplatz für große Jungs...


... und nicht erwachsene Mädchen.


 


 
Ich habe einen Schatz gefunden!!! :-D


Dienstag, 26. März 2013

Herzensangelegenheiten


Am Samstag hatte mein Sohn Geburtstag - und es war wohl das allererste Mal, dass ich an diesem Tag nicht bei ihm war. Aber am Sonntag hatte ich Prüfung in Tierphysiologie und die wollte ich nicht verschieben. Ich wollte das Thema abhaken, denn gleich danach haben wir mit der Pflanzenphysiologie angefangen - und die finde ich viel spannender. (Obwohl wir bei der Tierphysiologie eigentlich vor allem erfahren haben, wie wir Menschen funktionieren und das war schon auch recht interessant...)

Nun ja, ich habe jedenfalls während der letzten Tage immer wieder in alten Fotos gekramt und war damit meinem Sohn vielleicht genauso nahe wie die tatsächlichen Geburtstagsgäste, ja, vielleicht sogar noch ein bisschen näher. Putzig war auch, dass wir ausgerechnet am Samstag eine recht spezielle Wanderung gewandert sind. Die war nämlich herzförmig - und dauerte den ganzen Nachmittag, denn es ging über Stock und Stein. Ein tüchtiger Geocacher hat sich diese Runde ausgedacht, seiner Frau und seinen beiden Töchtern zu Ehren. Eine herrliche Idee, wie ich finde!






I lördags fyllde min son, men jag var inte hos honom den gången, och det var nog för första gången överhuvudtaget. Det beror på att det var tenta i söndags och den skulle jag inte vilja skjuta upp, utan bara bocka av, så att den var gjort. Men jag tänkte mycket på min son och jag gick igenom en massa gamla foton som var tagna under alla dessa 23 år. Och så vandrade vi en hjärtformad rundvandring den dagen. Bättre kan man nog inte hedra sin avkomma, eller hur? ;-)





 * * *




Freitag, 22. März 2013

Am Fluss


"... der Fluss strömt in der Ferne dahin, eilt dem Meer zu und fließt dort mit dem Unermesslichen zusammen. Ebenso strömen die Tage, verschwinden mit allem, was sie beinhalten. Bis auf das, was im Netz der Erinnerungen hängen bleibt."

Jón Kalman Stefánsson







Die Märzensonne ist dieses Jahr wirklich gut zu uns. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann es das letzte Mal grau war und genieselt hat. Hat es dieses Jahr überhaupt schon mal genieselt? Vielleicht wurde dieser Aggregatzustand ja abgeschafft. Aber die eisige Kälte hat auch Vorteile. Sie hat mir eine Woche geschenkt. Ich gehe gleich morgens am Fluss spazieren. Was ich sonst nicht mache. Und ich gucke mir abends einfach einen Film an. Was ich sonst auch nicht mache. Vielleicht sollte ich das auch einfach machen, wenn Herr Möwe wieder zurück ist aus dem Süden. Morgens am Fluss spazieren gehen und abends einfach einen Film angucken.











* * *








Mittwoch, 20. März 2013

Dienstag, 19. März 2013

Kometen kommer!


Seit ich vor einer Woche mit meinen Naturschützern im Observatorium unseres Schlossparkes war, halte ich nach dem Kometen Ausschau. Aber irgendwie ist es mir nicht gelungen, ihn mit dem bloßen Auge zu entdecken. Wahrscheinlich ist es einfach viel zu hell in der Stadt und man muss irgendwo auf dem Land ganz und gar im Dunklen stehen, um ihn zu betrachten. 

Meinem Haus- und Hofastronomen in Småland ist es jedenfalls gelungen und er hat mir vor ein paar Tagen dieses Foto hier geschickt.





Laut meinen lieben Freunden, den Mumintrollen, ist es mit den Kometen so eine Sache. Wenn sich einer der Erde nähert und dem schönen Mumintal, so ein verirrter roter Stern mit Schwanz, dann kann es schon mal vorkommen, dass plötzlich das Meer nicht mehr da ist und wenn man es überqueren will, dann kann man nicht mehr segeln, sondern dann muss man auf dem Meeresgrund mit Stelzen herumlaufen. Nach dem Abend im Observatorium habe ich mich mit einer Kollegin von den Naturschützern darüber unterhalten und sie hat auch gemeint: Diese Bücher von Tove Jansson sind etwas ganz besonderes, und auf keinen Fall nur etwas für Kinder. Ich lese immer in ihnen, wenn ich mal irgendwie mutlos oder bedrückt bin. Sie machen nämlich Mut und gute Laune.



 



Und weil also der Komet gerade unterwegs ist, haben wir am Wochenende gleich mal nachgeschaut, ob das Meer noch da ist. Man weiß ja nie... Aber zum Glück, es war ganz brav an Ort und Stelle. Hätte auch gar nicht weggekonnt, denn es ist ja immer noch am Strande festgefroren.






Gestern habe ich dann mal im Schlosspark etwas genauer nachgeschaut, was denn die Haselsträucher so machen, ob schon irgendwas Klitzekleines zu erkennen ist, das nach Frühling aussieht. Nun ja, so richtig ist es immer noch nicht losgegangen. Die Jungsblüten haben noch gar nicht zu stauben angefangen und von den Mädchenblüten haben bisher nur ganz ganz wenige schon ihre winzigen roten Griffelchen aus der schützenden Knospe in die eiskalte Luft gestreckt. Die meisten schlummern noch. Und deshalb habe ich mir gestern ein kleines Zweiglein mitgenommen - und schon nach einer Nacht zu Hause in der Wärme war alles voll im Gange: Die Jungsblüten stauben wie verrückt und die winzigen Mädchenblüten haben sich so richtig schön gemacht.

Ja, wenn der Frühling draußen noch auf sich warten lässt - morgen ist schließlich Frühlingsanfang! - dann darf man ruhig drinnen ein bisschen schummeln...




Die Mädchenblüten sind ganz klein und bescheiden, verglichen mit
den langen Hängekätzchen, den Jungsblüten. Aber es sind die kleinen
Mädchenblüten, die schließlich zu Haselnüssen werden. :-)



En vilsen röd stjärna med svans är på väg mot Mumindalen, hörde jag talas om när jag besökte Slottsskogens observatorium för drygt en vecka sedan. Och så försökte jag hitta den på himlen, men det lyckades inte. Säkert finns det alltför mycket ljus i staden. Mossegossen, som samtidigt är min personliga hovastronom, lyckades bättre med det och han skickade ett foto som bevis häromdagen.

Är en vilsen röd stjärna med svans på väg mot Mumindalen, då kan det hända att havet drar sig tillbaka, så att man inte längre kan segla, utan då måste man gå med styltor på havsbotten. Ganska besvärligt, fast säkert roligt också, hihi. I söndags kollade vi därför om havet finns kvar, och det gjorde det lyckligtvis, kanske för att det fortfarande är fastfruset vid stranden. Då kan det ju inte försvinna och dra sig tillbaka. Bra.

Igår försökte jag hitta de första vårtecknen i Slottsskogen, för imorgon är det ju vårdagsjämning, och då börjar våren officiellt i landet där jag växte upp. Jag hittade inte mycket, inte ens hasseln hade börjat på allvar, bara lite lite grann. Så jag tog med mig en liten kvist - och redan idag efter en natt i värmen hade hanblommorna börjat damma omkring sig med sina gula pollenkorn och de pyttesmå röda honblommorna hade krupit fram ur sina knoppgömmor. Så snyggt! Tja, ibland får man fuska lite inomhus, om man tycker det dröjer för länge utomhus.










Samstag, 16. März 2013

Artesischer Brunnen


Heute habe ich mich mal wieder von einem Earthcache verführen lassen. Dieses Mal ging es um ein hydrologisches Phänomen. Um Wasser nämlich, dass einfach so aus der Erde springt, ja, wie ein Springbrunnen. Und das ist freilich verführerisch. Schließlich mag ich Wasser, vor allem bewegtes. Außerdem hat die Sonne ganz formidabel geschienen und das hat sich richtig gut angefühlt, trotz des kalten Windes.





Om inte geocaching hade funnits hade jag aldrig klivit av bussen vid Dockeredsvägen och klättrat över taggtrådsstängslen just på det stället och gått ner i den branta, leriga ravinen. Fast nu är leran ju fortfarande frusen, och det är faktiskt ganska sällan man kan vandra i Lärjeåns raviner, utan att bli smutsig ända upp till öronen. Nere i ravinen finns nämligen en artesisk brunn, där vattnet kommer ut ur jorden av sin egen kraft, utan att det pumpas. Spännande! Jag undrar bara hur det hade sett ut, om inte det långa röret hade funnits. Skulle vattnet komma upp så långt utan rör? Nej, eller? Och hur långt går röret egentligen ner i jorden?






Wir haben Ostwind. Gut zu sehen.







* * *


Da fällt mir doch noch Kerstin Ekmans interessante 
Tetralogie über Frauenschicksale ein. Das zweite Buch 
aus dieser Reihe trägt den Titel "Springquelle".


Freitag, 15. März 2013

Farväl!


Gewisse Plätze, spezielle Plätze, haben es vielleicht an sich, dass man zu ihnen zurückkehrt, ohne es eigentlich geplant zu haben. Als ich im Oktober in Stockholm die Markuskirche entdeckt habe, bin ich tags darauf noch einmal hingefahren, um sie mir in aller Ruhe noch einmal anzuschauen. Aber dass ich nur wenige Monate später dorthin eingeladen werde, das wäre mir damals nicht im Traum eingefallen. Und dann dieser Anlass...

"Ich wünsche mir ein Heim mit einem Kamin, in dem man richtig Feuer machen kann. Ich wünsche mir eine Schulter, an die ich mich immer anlehnen kann. Und ich wünsche mir einen Glauben, der mir Kraft und Trost und Orientierung gibt." All das ist für sie in Erfüllung gegangen. Vor dem Kamin mit dem schönen Feuer drin habe ich ein paar Mal gesessen und mit der Schulter und dem dazugehörenden Mann, einem äußerst sympathischen Jämtländer, habe ich mich immer sehr gern unterhalten. Ilse, eine Frau aus dem Ruhrpott, die irgendwann in den Siebzigern nach Schweden gegangen war, um dort Physiotherapeutin zu werden, hatte ihre Schulter in einer Baptistengemeinde in Borås kennengelernt. Seit 1984 haben sie dann in Skarpnäck gewohnt, wo sie von da ab im Keller ihre Patienten empfangen hat. Diese Arbeit war ihre Passion.

Ich hatte die beiden kennengelernt, als ich irgendwann das mit dem Schreiben der Weihnachtskarten in die Hand genommen habe. "An wen schreibst du eigentlich immer Weihnachtskarten?", hatte ich Herrn Möwe gefragt. Da kannten wir uns noch nicht so lange. "Ich schreibe schon ewig keine Weihnachtskarten mehr…" – "Aber wenn du es machen würdest, wem würdest du dann schreiben?" Und dann hatte er unter anderem von Ilse und Lennart erzählt. Ja, und weil sie auch so ein deutsch-schwedisches Doppel sind, bin ich damals ziemlich neugierig geworden, und so haben wir uns fast jedes Mal mit ihnen getroffen, wenn wir in Stockholm waren. Diese Treffen haben mir immer sehr gut getan. Ihre Kraft und ihr fröhlicher Optimismus, und seine Ruhe und sein feiner Humor. Zwischendurch haben wir uns Bücher geschickt, deutsche und schwedische, hin und her. Ja, und Briefe. Richtige Briefe.

Jetzt zu Weihnachten ist auch ein Brief gekommen. Aber da war es plötzlich seine Handschrift und nicht ihre, und das war sehr ungewöhnlich. In dem Brief berichtete er von der Krankheit, die wieder ausgebrochen war. Ganz überraschend und ganz aggressiv. Und dass sie nun nicht mehr schreiben könne, aber ich könne gerne anrufen. Vor dem Anrufen war mir ein bisschen bange, aber dann war ich sehr überrascht, als sie am Telefon beinahe wie immer klang, trotz der vielen Metastasen im Kopf, und ich solle ihr ja was Lustiges erzählen, von meinem Enkel zum Beispiel, und was er wieder so angestellt und rausgehauen hätte. Und dann berichtete sie von ihrer Nachbarstochter im gleichen Alter und wir haben vor allem viel gelacht. "Hoffentlich dauert es nicht so lange, und hoffentlich kann ich zu Hause sterben", hatte sie dann noch gesagt.

Nein, es hat nicht so lange gedauert und sie ist wirklich zu Hause gestorben. Der liebe Mann mit der Schulter hat ihre Hand gehalten und ihre letzten Worte waren auf Schwedisch.






Die Beerdigung heute war besonders, gar nicht so schrecklich schwermütig, weil nämlich die meisten der Gäste tief gläubig sind. Für sie ist Ilse nun auf dem Weg, und die Lücke, die sie im Diesseits gerissen hat, ist für diese Menschen irgendwie eine andere als für uns, die wir diesen Glauben nicht haben. Ein Nachbarsjunge, heute selbst schon Papa, erzählte, wie er einmal die Blumen gießen sollte, als die beiden im Urlaub waren. Er war sehr pflichtbewusst und vor allem darauf bedacht, das Gießwasser immer sehr gerecht zu verteilen. "Ja, prima!", sagte Ilse, als sie aus dem Urlaub zurück war. "Mal sehen, ob unsere Kunstblumen im Bad nun auch ausschlagen."


 Lennart



Varje dag är en oskriven saga

som präntas när timmarna går, 

vår vishet är ringa och sagan 

har mycket vi inte förstår.





* * *





Mittwoch, 13. März 2013

Last minute


Vor ein paar Tagen bekam ich plötzlich so eine Art Torschlusspanik. Du lieber Himmel, nun ist der Winter fast vorbei - und ich bin fast gar nicht Ski gelaufen! Und dann habe ich ein Telegramm nach Småland geschickt und nachgefragt, ob dort noch genug Winter übrig ist, so dass man seine unausgelebten Wintergelüste noch ein bisschen befriedigen kann. Aber ja, bekam ich zur Antwort, wann wollen wir loslegen? Heute haben wir dann losgelegt, aber Hallo! Wir sind nicht etwa auf altem Schnee im Wald herumgeschliddert, oh nee. Gut zehn Zentimeter Neuschnee sind gefallen, während wir auf dem riesengroßen Hochmoor bei Jönköping mit unseren Brettern unterwegs waren. Ach, ein herrliches Gefühl, so beinahe schwerelos über das verschneite Moor zu gleiten, mit seinen bizarren Krüppelkiefern - und dem wilden Wetter, das einem ins Gesicht zwickt. (Ja, ich weiß, ihr habt sicher alle genug von diesem Winter, aber das musste heute einfach noch mal sein...)


Ha, wenn ich etwas kann, dann ist es Feuermachen!


"Vilka glasögon har du på dig medan du tittar på teve?", undrar ögonsjuksköterskan. Hon bryter starkt på engelska och har tydligen inte läst på sig vem som hon kommer att möta. Medan jag håller på att väsa "Herregud, jamen han ser ju ingenting!", förblir Herr Mås lugn och fattad och han framför samma replik som han brukar använda vid sådana tillfällen. "Jag har inte tittat på teve på det här århundradet." Hon ber om ursäkt och fortsätter tortyren med droppar och olika apparater...

På kvällen i måndags klättrar jag upp till observatoriet i Slottsskogen. Ensam. Herr Mås har ju inte tittat på stjärnhimlen under det här århundradet, som han brukar säga. Mot min förväntan är vi inte bara en liten grupp från Partilles Naturskyddsförening, utan vi deltar i den offentliga visningen. Massvis med människor tränger sig in i den lilla paviljongen. Fyrå gånger lyckas jag att titta i ett av de stora teleskopen. Och fyra stycken Jupiter-månar kan jag upptäcka. Dessutom Sjustjärnora i närbild, som då blir tredubbelt så många, och Urinblåsan. (Så heter den i vardagligt tal. Vetenskapligt säger man Orionnebulosan.) Och så undrar jag varför man egentligen ritar stjärnor med så spetsiga tänder, oftast med fem stycken. Där ute i rymden har de ju inga tänder...

Men sedan var det föreläsning på Zoologen dagen därpå och vi tittade bland annat på sjöstjärnor. De har ju fem armar, så det är kanske därför man ritar stjärnor på det viset. Sjögurkor är för övrigt också speciella, för de andas genom anus. Säg inte något om dålig andedräkt, hihi. Senare på eftermiddagen deltog jag i en oguidad vandring tillsammans med Aiolos i Hökällas frusna våtmarker. Där hittade vi inte så många fåglar, men lustiga kaveldunsgubbar att skåda på. Och så var det slutligen bio med en riktigt bra film från Frankrike igår kväll. Ja, vilken kul tisdag!

Idag åkte jag buss i drygt fyra timmar, för att få kunna åka skidor i drygt fyra timmar. Jobbet skötte jag på bussen, där det inte bara finns elström utan även gratis internetuppkoppling. Prima! Området där vi skulle åka skidor hade Mossegossen letat fram: Dumme mosse - något som passade oss utmärkt. Och sen blev det ett riktigt snöväder medan vi åkte längre och längre in i den stora och vackra mossen. Hui, vad härligt! Till sist hade spåret snöat igen med en decimeter nysnö och det kändes lite som om vi var ryska partisaner någonstans i Taigans folktomma trakter. Ja, en dag alldeles efter min smak!





Bei uns an der Küste liegt kein bisschen Schnee.



Windige Dienstagswanderung in Hökälla.

Freitag, 8. März 2013

I Dovregubbens hall


Denna gång fick publiken inte bara höra I Bergakungens sal och Solveigs sång utan hela den fantastiska orkestermusiken till Peer Gynt av Grieg så som han själv ville att den skulle framföras. Göteborgs Symfoniker har framfört verket tre gånger i London och en gång i Salzburg, men aldrig tidigare i Göteborg. Ett knappt dussin skådespelare och sångere var också med samt kören och en äkta hardingfela, något som gjorde att kvällen fick många facetter med musik (för mig delvis helt obekanta stycken), med text, skådespel och till och med lite dans.


Jeg skal vugge dig, jeg skal våge,
sov og drøm du, gutten min! 



I bergakungens sal - här med kör



Mehr als nur die Morgenstimmung

Während eine Handvoll Stücke aus Griegs Peer-Gynt-Suiten gern zu digitalen Klingeltönen verkommen, regelmäßig in Werbespots missbraucht oder von wilden modernen Trollen verrockt werden, hört man die anderen Stücke aus der kompletten Originalfassung mehr oder weniger nie live auf der Bühne.

Im Januar 1874 hatte Henrik Ibsen an Edvard Grieg einen Brief geschrieben - zum Glück keine Mail oder SMS, denn die wären heute bestimmt nicht mehr erhalten - in dem er ihm erzählte, dass er Peer Gynt (das anfangs nur ein Lesestück gewesen ist) nun auch auf der Bühne aufführen wolle und dass er dazu gerne eine passende Musik hätte. "Vil De komponere den dertil fornödne musik?" Ja, dieses war also der ausschlaggebende Satz, der es uns heute vergönnt, all diese Ohrwürmer immer wieder zu hören.






Die Göteborger Symphoniker haben Griegs komplette Fassung schon dreimal in London und einmal in Salzburg aufgeführt, aber noch nie zuvor zu Hause bei sich in Göteborg. Als ich das gelesen habe, bin ich gestern spontan ins Konzerthaus gesaust, um noch eine der letzten ermäßigten Karten zu ergattern. Herr Möwe steht, wie offensichtlich viele andere Schweden auch, dieser Musik etwas schaumgebremst gegenüber. Vielleicht ist es ja so, dass man sich allgemein irgendwie weniger mit dem Kunstschaffen des allernächsten Nachbarlandes beschäftigt, sondern lieber mit dem von etwas ferneren Ländern. Und dann haben die lieben Schweden ja auch eine insgesamt etwas herablassende Bruderliebe zu ihren nordischen Geschwistern dort im schönen Norwegen... ;-)

Nun ja, wie auch immer. Ich habe den Abend jedenfalls 100 Prozent genossen, denn es gab nicht nur die komplette Orchestermusik, sondern auch ein Dutzend Schauspieler und Sänger, es gab einen Chor - und eine tüchtige norwegische Violinistin, die auf einer echten Hardangerfiedel gefiedelt hat. Außerdem mag ich die Geschichte dieses nordischen Fausts, mit all ihren Abenteuern und Fabelwesen, den diversen Charakterstudien und den tapferen Weibsbildern, die trotz aller Dummheiten diesen Kerl immer noch lieb behalten.





In Norwegen gibt es nur noch fünf Geigenbauer, 
die diese speziellen Instrumente herstellen.



Dienstag, 5. März 2013

Veistu...


...hvað ég elska þig mikið?

Något som jag först lärde känna i Sverige, det är bokrean. Sådant finns inte i Tyskland, för där är det ju fortfarande fasta priser på böcker året om, tack och lov, som min vän brukar säga, han som är bokhandlare i ett litet refugium i Berlins utkant.

Just när bokrean började i Sverige för en vecka sedan, då höll jag på med packningen inför resan, så blev det inte tid för någon bokhandel då, tyvärr. Men så är det faktiskt bokrea i Reykjavík också och tydligen på samma tid på året. Då kunde jag ju inte låta bli att nosa omkring någonstans där det fanns gott om böcker. Roligt nog var det i den stora varmvattenreservoaren där det fanns de högsta travarna med reaböcker. Nästan hela bottenvåningen var full med hyllor och bord, vilket paradis! Folk åkte omkring med stora kundvagnar, och en hel del hade faktiskt ganska fulla vagnar - med bara böcker i. Ack, så gott att skåda. Länge leve de riktiga böckerna och länge leve bokrean!






Die Isländer sind ein Volk der Schreiberlinge - und natürlich auch der Leser. Außerdem gibt es kein anderes Land auf der Welt, wo es pro 300 000 Einwohner einen ganzen Literaturnobelpreisträger gibt, hihi.

Weil ich vor einer Woche meinen Koffer packen musste und auch sonst noch allerhand um die Ohren hatte, habe ich in diesem Jahr den Beginn des schwedischen Bücherschlussverkaufs verpasst. Wie freudig überrascht war ich da, als ich mitbekam, dass die Isländer offensichtlich zur gleichen Zeit eine Menge Bücher zu herabgesetzten Preisen verkaufen. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zweimal war ich in dem großen Heißwasserspeicher mit Erlebnisbereich, wo sich im Erdgeschoss die Büchertische bogen. Ein herrlicher Anblick waren aber vor allem die lieben Isländer, die mit zum Teil richtig gut beladenen Einkaufswagen(!) zur Kasse gingen.

Auch wenn ich mir für meine superdicken Fachbücher manchmal eine elektronische to-go-Ausgabe wünsche, so bin ich ansonsten ganz und gar der Meinung: Möge es noch lange richtige Bücher geben!







* * *


Ob ich mir was gekauft habe? Ja, ein kleines 
Bändchen mit Gedichten - und dann das hier. :-)



Samstag, 2. März 2013

Frühling in Reykjavík


Letzten Sommer haben wir das Island der Tiere und Pflanzen erlebt, das der kochenden Lehmtöpfe, der rauchenden Lavafelder, das Island der Abenteuer und der Lost Places, der endlosen Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Nun erlebe ich zum ersten Mal auch das Island der Menschen. Ja, ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung des Landes wohnen im Großraum Reykjavík. Reykjavík ist eine putzige Hauptstadt. Fußgänger triffst du eigentlich nur auf der Flaniermeile, dem Laugavegur, mit seinem engen und gemütlichen Charme der bunten Häuser. Außerhalb der City gehen nur Touristen zu Fuß, die Isländer fahren Auto, ja, einige auch Fahrrad. Und jeder Tourist sieht beim Herumspazieren natürlich etwas anderes. Was mir beim Herumlaufen so alles über den Weg gelaufen ist, das habe ich wie immer versucht, ein bisschen mit der Kamera einzufangen. Seht also selbst:



  
Island har tydligen inte haft någon riktig vinter i år. Det kom mycket snö redan i september, sedan var det några bistra dagar mellan jul och nyår, men januari och februari har varit ovanligt milda månader i år. Sädesärlorna är redan tillbaka - så tidigt som aldrig förr - och lövsprickningen har faktiskt börjat. Jag blev väldigt överraskad av alla dessa vårtecken, hade jag dock väntat mig snarare ganska mycket kyla och häftiga snöstormar så här års. Men så spatserar jag omkring och njuter av allt möjligt: snön som syns uppe på bergen, oceanens färger i den skiftande väderleken, staden med sina gulliga hus och med sina speciella människor, konstverken som finns lite överallt. Ja, och vårtecknen förstås.



Es war ein ungewöhnlich milder Winter hier mitten im Atlantik
und die Natur ist schon viel weiter als bei uns zu Hause.