Dienstag, 25. Februar 2014

Squirrel und die anderen


Eine Zeitlang habe ich mal Rezensionen für den Buch-Jo in Kaulsdorf geschrieben. Die hat er dann auf seine Webseite gepackt oder auch in sein schönes Schaufenster gelegt. Aber das ist jetzt einige Jahre her, und ich hatte diese Texte eigentlich schon ganz vergessen, bis mir der Buch-Jo vor kurzem eine Mail weitergeleitet hat:

"Liebe Kaulsdorfer Buchhändlerinnen!

Gestern abend spät habe ich noch an einem Referat gearbeitet, in dem auch Ernst Penzoldt vorkommt mit seinem wunderbaren Satz: man sollte sich täglich einmal verlieben... (siehe: Die Kunst das Leben zu lieben) - und weil ich gern spazierenlese, kommt mir dann im Internet Ihr Beitrag - Kerstin Schmidts Begeisterung für Squirrel - unter die Augen. Nun ist Squirrel längst auch mein Liebling und als ich ihn vor ein paar Monaten aus der Bücherkiste holte, nach einem anstrengenden Umzug in eine knapp halb so grosse Wohnung wie zuvor, hat mich dieses Wiedersehen sehr beruhigt. Bücher kommen einfach mit und die Liebe zu ihnen braucht man nicht einmal zu verpacken und umzusiedeln. Was ich sagen wollte: danke für den Anstoss - heute habe ich mir frei gegeben - und mit der nächsten Tasse Kaffee setze ich mich mit Squirrel in eine Ecke des sonnenbeschienenen Wohnarbeitszimmers.

Ihnen ein schönes Wochenende und meine nächste Bestellung mach ich bei Ihnen."

Das hat mich sehr gefreut, dass jemand sich frei genommen hat, weil er auf meinen Squirrel-Text gestoßen ist. Und Squirrel hätte das ganz bestimmt auch sehr gefreut.






Under en tid skrev jag recensioner som min bokhandlare la ut på sin webbsida eller i det vackra skyltfönstret. Ja, det var ganska länge sedan nu, några år innan jag flyttade till Sverige, och jag hade nästan glömt de där texterna helt och hållet... Nu fick jag ett mejl som han vidarebefordrat till mig. En kvinna hade av en slump - hon berättade om att hon gjort en läspromenad på nätet - hittat en av texterna och sedan plockat fram boken som texten handlade om. Och så tog hon ledig en dag helt spontant för att läsa om den.

Då blev jag glad. Och så måste jag läsa om denna bok också!



Freitag, 21. Februar 2014

Nationalpark-Hopping


Die Insel Rügen war unser Sommerparadies solange ich denken kann. Anfangs bin ich mit meinen Großeltern dorthin gefahren, später mit meinen Eltern. In der Zehnten haben wir unsere Klassenfahrt nach Stralsund und Rügen gemacht und dann als Lehrling bin ich zweimal die Ostseeküste entlang getrampt, wo wir natürlich auch die Insel Rügen besucht haben. Mit meinen Kindern war ich mehrmals dort, und später dann auch gern allein zum Wandern, als sie schon größer waren, am liebsten in der Vorsaison.

Während der Urlaube mit meinen Großeltern und Eltern waren wir auch jedes Mal in Saßnitz und bei den Kreidefelsen, das war ein Muss - und ich habe es geliebt! Hin und wieder haben wir dann auch die Schweden-Fähre ankommen oder ablegen sehen. "Trelleborg", das klang wie Honolulu oder ein Ort in Taka-Tuka-Land. Weit weg. Unerreichbar. (Was mich aber irgendwie nicht besonders bekümmert hat, denn meine Sehnsüchte damals gingen viel mehr sehr weit ostwärts, und da konnten wir ja hin...)



Sommer 1977: Die Schweden-Fähre im Hafen von Saßnitz
(Links vorne in der Ecke: mein Vater)


Nun bin ich also zum ersten Mal mit diesem Fährschiff gefahren - und lustigerweise nicht von Saßnitz in den Norden, sondern genau andersherum. STENA hat gerade Winterpreise und als treuer Kunde bekommt man sogar noch 50 % Rabatt, so dass die Überfahrt für einen Pkw und zwei Menschen nicht mehr als sechzehn Euro fuffzich kostet. Da MUSSTE man einfach zuschlagen, auch wenn die Sache einen kleinen Haken hat: Das Schifflein geht schon sehr früh am Morgen und man ist gezwungen, irgendwo in Südschonen zu übernachten.

Aber auch das ging gut und preiswert - und außerdem haben wir bei dieser Gelegenheit gleich noch einen von Schwedens Nationalparks besucht: Söderåsen - eine grandiose Schluchtenlandschaft, ja, der Grand Cayon von Schonen sozusagen, denn ansonsten ist es eigentlich nur platt dort im Süden von Schweden. Im Nationalpark gab es in den tiefen Tälern noch ein bisschen Winter, während oben auf den Bergen die Sonne schon wärmte. Eine herrliche Wanderung haben wir dort gemacht und ich war wirklich beeindruckt von dieser wilden Landschaft.






Nach der Überfahrt mit der Fähre habe ich dem Waldengel dann im Gegenzug "meinen" Nationalpark gezeigt, die Kreidefelsen also, die man doch unbedingt gesehen haben muss, wenn man nun schon auf der Insel Rügen anlandet. Inzwischen ist dort alles ein bisschen anders als früher, man kann nicht mehr bis zum Königsstuhl mit dem Auto fahren, aber das ist total okay, denn Nationalpark ist nun mal Nationalpark und wandern, das tun wir doch gern.Und so haben wir schließlich zuerst von oben nach unten geguckt und dann von unten nach oben, wir haben Donnerkeile und Hühnergötter gesucht - also all das, was ich immer schon gemacht habe, wenn ich bei den Kreidefelsen war. Ach, es ist jedes Mal wieder ein großartiges Erlebnis!





Känn ditt land!

Stena-Line har fortfarande vinterpriser trots att det inte varit någon vinter alls. Och så är det möjligt att skeppa en bil plus två personer över Östersjön för mindre än 150 kr. Sådant kan man förstås inte motstå, och så besökte vi nu två nationalparker på olika sidor av Östersjön under bara en helg: Söderåsen i Skåne och Nationalpark Jasmund på ön Rügen - båda två med häpnadsväckande vyer och spännande vandringsleder. Och nu läser jag dessutom att den största av alla de vita klipporna är uppkallad efter en svensk kung. Roligt! Det var jag ju inte medveten om tidigare.



 Keri am Königsstuhl im September 1979.


Mittwoch, 19. Februar 2014

Herr K.


Kann doch nicht stille sitzen auf meinem Hummelhintern, wenn der Möwenmann in den südlichen Gefilden weilt. War unterwegs - und habe zufällig Herrn Krolow getroffen, und dann natürlich das Gedichtbuch hervorgekramt, das mit diesem herrlichen Namen...






Vorläufig

Vorläufig bleibt
meine Hand handfest.
Brentanos Nachgefühl
"Wie steigst du so ganz leise" -
zwischen den Fingern
zerfällt das. Und du,
schönes Märchen, beginnst
vor meinen Augen, wenn alles
anders wird.

Vorläufig bleibt
meine Hand in der Luft
hängen, in glücklicher Lage,
auf deinem Nacken, wie steigst du
so ganz leise und vorläufig
dem Druck unserer Hände
entgegen.


(1964)



Herr Krolow und der Mammutbaum





Donnerstag, 6. Februar 2014

wIntermezzo


Kaum zu glauben!
Vor zwei Tagen habe ich die ersten Schneeglöckchen gesehen:




Ja, seit einer Woche bin ich also wieder im Norden, aber der Schnee weilte nur ein paar Tage hier, zweimal war ich Skilaufen, dann begann es zu regnen... und aus war es mit der wunderweißen Pracht. Als Ersatz hat mir der Wind dann zwei Berliner Mädels gesandt, angeflogen kamen sie und dann waren sie fünf Tage bei mir, fünf Tage, von denen ich drei Tage mit ihnen unterwegs war. Das waren turbulente Tage, denn zwei Mädels, 18 und 19 Jahre alt, die haben immer viel vor und vor allem viel zu erzählen...


Hihi, was mir aber bisher noch nicht in der Form passiert ist: 
Dass sich ein Gast so enthusiastisch auf meine Bio-Bücher stürzt!


Aber nochmal der Reihe nach: Meine letzten Tage auf der Insel waren geprägt von der Farbe Grün und von einigen kleinen Abenteuern. Ich hatte mich hinreißen lassen, dort eine Friseuse aufzusuchen, wegen des lächerlichen Preises, aber das war dann doch keine so gute Idee, denn diese Frauen versuchen immer, mir eine Frisur zu machen. Offensichtlich eine Berufskrankheit... Aber mit einer Frisur will meine krause Glucke nix zu tun haben und so endet es oft damit, dass von der krausen Glucke kaum noch was übrig ist, weil die Frisur-Friseuse die krause Glucke anders einfach nicht bändigen kann. Nun habe ich die kanarische Kurzhaarfrisur für abenteuerlustige Frauen über fünfzig. Aber wie heißt es so schön in der "Weihnachtsgans Auguste": Ach lass man Pieter, dat wäxt ja wieder...




Und dann gibt es am Flughafen auf Gran Canaria eine Stelle, an der wohnen wilde Echsen. Keine Ahnung, wie sie heißen, sie sind nicht so klein wie unsere Eidechsen, aber auch nicht so groß wie richtige Leguane, irgendwas dazwischen. Sie sind nicht richtig scheu, aber auch nicht zahm, und man kann sie ganz gut fotografieren, vor allem, wenn man sie mit Leberwurstbroten füttert. Habe ich also meine letzten Leberwurstbrote mit ihnen geteilt und war dann so blöd, zu testen, ob sie mir auch aus der Hand fressen - bis mir eine besonders gierige Echse sehr fest an meinem Zeigefinger hing. Das hat ordentlich gezwickt und dann auch ziemlich geblutet. Ja, wie blöd kann man eigentlich sein... Und ich werde mich wohl doch lieber an die Botanik halten. Das ist normalerweise weniger gefährlich.


Keri und der Riesenbärenklau


Die Mädels aus Berlin habe ich am Samstag mit auf eine andere Insel genommen, und dann war ich am Sonntag mit dem Waldengel in seiner schönen Heimatstadt Falkenberg. Während er dort in einem Keller Schach gespielt hat, bin ich an ganz verschiedenen Wassern entlang spaziert. Die Sonne hat geschienen und es war ein richtig schöner Tag.

Am Montagnachmittag wollten die Mädels dann den schwedischen Wald sehen und wir haben ihnen auch gleich noch gezeigt, wie man dabei Schätze findet. Vom Elch im Slottsskogen haben sie dann aber nur ein paar Fotos aus der Ferne machen können, während die Seehunde ihre borstigen Nasen ganz in der Nähe aus dem Wasser gestreckt haben.

Gestern sind die beiden dann wieder abgeflogen und nun bin ich seit etlichen Wochen wieder ganz für mich allein - und ich muss sagen, auch das muss ab und zu mal sein...



* * *

Under en av våra utflykter inom Västra Götaland hamnade vi också i Lidköping, där vi fick lära känna Gunnar Wennerberg och hans Gluntarne. Haha, det var verkligen en rolig upptäckt!