Dienstag, 23. September 2014

Herbstfarben auf N 64°


Ich wollte schon immer mal wissen, wie es zu dieser Jahreszeit in Nordschweden aussieht. In den Nachrichten hört man ja immer nur die Temperaturen und die Niederschläge. Ja, und wie sich die Dinge manchmal so entwickeln, so wurde ich letztes Wochenende von einem Nachtzug aus den 60er Jahren ein gutes Stück über den 64. Breitengrad entführt - und so konnte ich tatsächlich endlich einmal die schönen Farben und das besondere Licht dort im Norden zu dieser Jahreszeit erleben.

Einen Herbstanfang im Kalender, so wie in Deutschland, gibt es in Schweden ja nicht. Nur dass heute Tag- und Nachtgleiche ist, das kann man möglicherweise nachlesen. Ansonsten ist der Herbstanfang regional sehr unterschiedlich - denn er wird deklariert, wenn die Tagesmitteltemperatur an fünf Tagen hintereinander nicht mehr über 10 Grad hinauskommt. Das bedeutet, dass wir hier in Göteborg oft bis weit in den Oktober hinein Sommer haben, per Definition also. Hihi, so sind sie, die Nordmenschen...  Sympathisch, oder? :-)

Die Bilder hier sind alle aus dem offenen Zugfenster geknipst: Einmal am frühen Vormittag, als die Sonne noch mit dem Morgennebel gekämpft hat, und dann noch einmal am Abend. Und wie heißt es so schön in den Lied vom gelben Wagen: "Ich möchte ja so gerne noch bleiben... Aber der Wagen der rollt." Ach ja...


























Ack, äntligen, äntligen fick jag tillfälle att kolla hur det ser ut i norra Sverige så här års. Jag blev nämligen kidnappad av ett nattåg senaste helgen. Ett gammalt sådant till och med. Verkligen en härlig upplevelse! Jag hade gärna stannat längre på flera ställen, men tåget bara rullade vidare...


Freitag, 19. September 2014

Der Schneeleopard


Es war einmal... ja, da war ich mit einem glühenden Cineasten zusammen. Und als damals Kubricks letzter Film in die Kinos kam, da hat er sich irgendwie ziemlich lange gescheut, ihn anzuschauen. Und als wir es dann doch zusammen getan haben, da stand er draußen vor dem Kino an der Bushaltestelle und konnte die Tränen nicht zurückhalten. "Nun werde ich nie mehr in einen neuen Film von Stanley Kubrick gehen können."

Ungefähr genauso ist es mir mit dem letzten Buch von Tschingis Aitmatow ergangen. Wirklich lange habe ich es herausgezögert, obwohl es schon mehrere Jahre in meinem Bücherregal steht. Aber nun habe ich es getan, wie so oft aus einem spontanen Impuls heraus. Und, Mannomann, was für ein Buch! Was für eine Geschichte! Was für Schicksale! Und wieder ist alles auf Aitmatows so spezielle Art miteinander verwoben: das ganz große Weltgeschehen mit den Menschen in einem kleinen Dorf in den kirgisischen Bergen, sehr alte Legenden mit den Unbilden der modernen Zivilisation, eine wunderbare Liebesgeschichte, aber auch Gewalt und Verzweiflung. Und dann dieser alte, einstmals so prächtige Schneeleopard. Nur ein Mann aus den Bergen kann dieses herrliche Tier so beschreiben. Ja, wenn ich als Kind einmal gefragt wurde, welches mein Lieblingstier ist, dann habe ich immer ohne zu zögern gesagt: der Schneeleopard.

Ein Buch, das mich sicher noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Und natürlich muss ich auch seine anderen Bücher so nach und nach nochmal lesen. Jetzt, aus dieser Perspektive, nach so vielen Jahren...






Tyvärr finns den här boken inte på svenska. Det är alltså Tjingiz Ajtmatovs sista. Men alla som inte alls känner till honom kan jag verkligen varmt rekommendera hans tidigare böcker. De har funnits i hela mitt liv, från ungdomen i skolan fram tills nu. Nu när jag läste hans sista. Och många av de äldre finns lyckligtvis i svensk översättning.



Montag, 15. September 2014

The day after


Immer noch Sommer, immer noch viel Sonne und warm. Aber richtig heiß her ging es in den letzten Wochen in allen Medien und auf den Straßen: Wahlkampf! Herr Möwe war viel unterwegs, immer mal wieder war ich mit, neben dem Gewusel, das ich sowieso schon habe, wenn in Berlin ein neues Lehrjahr anfängt. Puh, nun bin ich wirklich froh, dass es für dieses Mal vorbei ist. 

Das Wahlergebnis zeigt ein Land, das sich schon längst nicht mehr über einen Kamm scheren lässt, und die Regierung, die sich aus dem statistischen Mittel all dieser Stimmen nun bildet, wird es nicht leicht haben. Denn alle, die rechtsaußen gewählt haben, sind sicher nicht unbedingt in erster Linie fremdenfeindlich, sondern wohl vor allem um ihre eigene Zukunft besorgt.


 Das ganze Land


 Unser Wahlkreis


 Auf dem Land in Südschweden


Auf dem Land in Nordschweden

Ach ja, und Wahlkampf wird hier übrigens gern vor sogenannten Valstugas - also Wahlhäuschen gemacht, die eigens zu diesem Zweck gezimmert und dann auf öffentlichen Plätzen aufgestellt werden. Die habe ich mal ein bisschen fotografiert. Denn die Parteienpalette ist hier ja noch bunter als in Deutschland...


























Visst har det varit valrörigt hemma hos oss de senaste veckorna och jag är glad att det är över. Häromdagen blev jag till och med stucken av en maskros... Valplakaten med den långe måsungens leende på har redan blivit överklistrade av andra glada leenden och nu ska vi se hur allting utvecklas under den nya konstellationen. Med stort intresse lyssnade jag förresten på ett radioprogram om de som inte röstar. 

Och när folk från Sorsele berättade varför de inte gör det så kom jag att tänka på Tage Danielssons "Sagan om halva kungariket"...