Samstag, 25. Oktober 2014

Den stora sillperioden


Eine Heringsschwemme ist so ungefähr das komplette Gegenteil von einer Heuschreckenplage. Hier an der schwedischen Westküste haben die Heringe immer mal wieder für ziemliche Aufruhr gesorgt, wenn sie bei ihren Laichzügen der Küste so nahe kamen, dass man ihnen sogar mit den damaligen Fangmethoden sehr erfolgreich und in Massen zu Leibe rücken konnte. Damals entstanden viele Fischerdörfer mit zum Teil massenweisen Arbeitsgelegenheiten in all den Tranküchen, Einsalz- und Konservenfabriken. Und weil eine Schwemme keine Schwemme wäre, wenn es dann nicht auch wieder lange Perioden mit viel weniger Ertrag gäbe, so sind wir gerade in so einer Nicht-Schwemme und von den vielen Konservenfabriken sind kaum noch welche übrig.

Aber eigentlich reicht es ja, wenn zumindest eine der vielen Konservenfabriken noch übrig ist, die dann auch noch genau so viel produziert, dass die allerleckersten eingelegten Heringe bis hier zu mir in meine Straße finden. Ja, "Essen aus der Region" wie es im Buche steht. Heute war ich endlich mal auf der kleinen Insel, wo diese Konservenfabrik ihren Stammsitz hat. Und ich sage euch! Wenn ihr denkt, Schweden ist überall ein dünn besiedeltes Land, dann gibt es hier mal ein wenig schmale-Gassen-Italien-Feeling, wenn auch mit bunt bemalten Holzhäusern.

Mir hat es richtig gut gefallen, und das Wetter war uns auch gnädig nach einigen Tagen mit sehr viel Regen. Und da meine Kamera gerade eine totale Batterie-Nichtschwemme hatte, habe ich den Waldengel fleißig knipsen lassen, mit seiner erwachsenen und niemals von einer Nichtschwemme betroffenen Kamera. Aber immerhin habe ich die Bilder wenigstens selbst in meiner Dunkelkammer entwickelt. Na ja, Dreamteam halt, wie immer! :-)



Keri auf Klädesholmen


Maritim


Hier auch.


 Schmale Gassen


Ehemalige Konservenfabriken 


 Haus mit Anker


Schatz am Abgrund


 Kunst am Meer


Badestelle


Es gibt so viel Platz in Schweden... Aber auf dieser Insel hier 
gibt es keine Möglichkeit mehr, noch ein einziges Haus zu bauen


Klädesholmen aus der Ferne 


Dyrön im Abendlicht



Hur långt ifrån får maten komma för att få kalla sig "närproducerad"? Tre mil fågelvägen? En timme med bil? När vi åkte Vättern runt för några månader sedan fick jag ju beskåda mejeriet och de glada kossor som producerar min mjölk. Det är visserligen rätt långt till Hjo vid Vättern härifrån, men det finns minsann inte någon eko-mjölk från närmare håll. Då går det lite enklare med sillen, som jag gärna äter, ja, så gott som dagligen kan man nog säga. Sillen stoppas i burk bara tre mil fågelvägen härifrån eller en timme med bil. Idag gjorde vi en dagsutflykt dit för där har jag ännu inte varit. Och så åt vi ju sill förstås, årets och även de goda smakerna från tidigare år. Dessa finns normalt inte längre att köpa i butikerna. Men nu vet jag ett ställe där de ska finnas. Det ska jag testa!


Mittwoch, 22. Oktober 2014

...wie Pilze aus dem Boden


Im Gegensatz zum vergangenen Jahr habe ich in diesem langen Spätsommer eine gute Pilzernte eingefahren. Vor allem die leckeren Steinpilze gab es in Scharen, große Dinger, ja, beinahe wie in diesen russischen Märchenfilmen. Und oft war ich gar nicht extra zum Pilzesammeln im Wald, sondern zum Schätze suchen. Aber wenn nebenbei auch noch eine gute Mahlzeit abfällt, um so besser. :-)











Im Wald mache ich sogar freiwillig Mathe...




Nach getaner Arbeit: Mahlzeit!




Stilleben med sittunderlag



* * *



Flugsvampen lutar enbent med bullig kind.
Den blossar som en tomatskärm och en nyponhärmare.
Den har vit sidenstrumpa
och åtta gräddögon i rödmosigt ansikte.
Den bjuder ut sig vid stubben
och speglar sig rödskinande och god med solens
hjälp, med Guds hjälp och ingen vet allt;
Vrider och pöser av godhetsblänka och läckerglans.
Fariséen sitter tätt inunder som en tomte
ifall det skulle råka regna på ljugtakets pös.
Gamla tjänerinnegranar komma fram i schalar och buga
och räven plirar ur sin ormbunksprydda kula i ravinen:
Varen så goda! Ja, varen så goda!



Harry Martinson
Natur, 1934






Mittwoch, 1. Oktober 2014

Herbst ist... KültürZeit!


Trotz der vielen Arbeit im schönen Monat September - in Berlin hat ein neues Lehrjahr angefangen - habe ich immer mal wieder ein bisschen Kultur vernascht, denn die allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeit darf schließlich auch in stressigen Zeiten nicht verkümmern... Eine Fotoausstellung haben wir besucht und ein echtes Wikingerschiff angekiekt, na ja, die Reste jedenfalls. Aber auch die waren beeindruckend.

Dann waren wir zweimal im Kino, nachdem wir den Anfang der Abendstern-Saison natürlich wieder einmal verschusselt hatten. Der eine Film war ein preisgekrönter schwedischer Streifen über eine beinahe-Lawine, die sich zu einer innerfamiliären Naturkatastrophe mausert. Ein Film mit recht viel Psychoblabla, ja, wenn man so etwas mag. Sehr gut gemacht fand ich vor allem die burleske Darstellung der Wintersportindustrie. Schließlich waren wir im August auch einen Tag in Ischgl, und das war schon erschreckend. Wie gruselig es dort aussieht, wenn kein Schnee liegt: Plattgehobelte, denaturierte Hänge, Skilifte, Seilbahnen und Schneekanonen so weit das Auge reicht...




Richtig wunderbar dagegen war ein indischer Film, so einer von den seltenen, die wohl nicht in die großen Kinos kommen, aber eine große Herzenssache sind, ganz ohne ins Kitschige abzurutschen. Wo man Dinge in sich drin auftanken kann, die im Alltagstress gerne niedergetrampelt werden: das Gute und das Menschliche, das Einfache und das Gefühlvolle. Alles Sachen, die es nirgendwo zu kaufen gibt, haha, nicht mal online im Internet. Aber geht bloß nicht hungrig in diesen Film, dann ist er sicher ziemlich schwer auszuhalten. ;-)




Und gestern haben auch die Freunde der Kammermusik das erste Konzert der Saison erleben dürfen. Na, das war vielleicht was, sage ich euch! Ein ganz besonderes Streichquartett aus den USA stand auf dem Programm und die Stücke wurden vorher nicht bekanntgegeben. Hätte auch nix gebracht, denn es waren zum großen Teil eigene Arrangements. Und was für welche! Ich glaube nicht, dass ich so etwas schon mal erlebt habe. Aber schaut und hört einfach selbst:







Det finns somliga som inte tycker om att göra matsäck åt sig eller andra. Dem tillhör inte jag. Jag gillar faktiskt att göra matsäck och mina barn uppskattade väldigt mycket sina fulla matlådor som jag gjorde varje morgon under hela skoltiden och det hade aldrig fallit mig in att göra dem kvällen innan bara för att få kunna sova längre. Att göra matsäck eller en lunchbox åt någon annan kan till och med vara ödesdigert! Precis som andra saker... Och visst händer det mest förträffliga allra oftast när man minst räknar med det. Eller hur?